Pokémon Go

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich hier etwas zu diesem Thema schreiben würde. Aber aus gegebenem Anlass kopiere ich ein paar Zeilen, die ich heute für die Schulhomepage geschrieben habe:


Pokémon: Das ist eine Reihe von Computerspielen, und Fernsehserien, und Sammelkartenspielen, die es seit Mitte der 1990er Jahre gibt. Die zentrale Idee der Spiele: Man fängt sich als Spieler ein wildes Pokémon und hegt und pflegt und trainiert es dann, um es gegen andere Pokémons in Duelle zu schicken. Je erfahrener ein solches Pokémon – eine Art modernes Fabelwesen – wird, desto erfolgreicher ist es in den Duellen.

Dieser Tage ist das neueste Produkt der Reihe erschienen: Pokémon Go – ein Spiel für Tablets und Smartphones. Diesmal haben sich die Entwickler etwas Besonderes einfallen lassen: Wer ein wildes Pokémon fangen will, muss die Wohnung verlassen und draußen suchen, wo er eines findet. Dazu haben die Entwickler des Spiels (Niantic) auf der ganzen Welt anhand von geokoordinaten Pokémons verteilt – Wasserwesen eher in der Nähe von Gewässern, und so weiter. Wer mit seinem Handy an einem Ort ist, an dem solch ein Pokémon im zentralen Pokémon-Go-Server registriert ist, der kann es mit etwas Geschick einfangen.

Die Darstellung ist dabei im Augmented-Reality-Modus möglich: Dabei zeigt die Kamera des Smartphones die reguläre Umgebung, wie man es vom Fotografiermodus kennt. Zusätzlich wird aber das Pokémon abgebildet, und zwar richtungs- und lagegerecht, je nachdem, wie man das Tablet hält. (Wikipedia: Erweiterte Realität/Augmented Reality.)

An bestimmten Orten, den Arenen, können Spieler ihre Pokémons gegeneinander im Duell antreten lassen. Wo diese Orte sind, das haben die Betreiber von Pokémon Go weltweit zentral festgelegt. Wer spielen will, muss wieder das Wohnzimmer verlassen und sich zu diesen Orten begeben – das sind häufig Orte, an denen sich Menschen ohnehin treffen können, also Museen, Kirchen, Parks.

Und Schulen.

Auch [an meiner Schule] gibt es dank Niantic/The Pokémon Company eine eine solche Arena: Auf dem Pausenhof. Hier sieht man einen Screenshot (der Spieler steht noch an der Kreuzung, die Arena ist etwa bei der Gangway eingetragen):

Pokemon-Go-Screenshot Schulgelände

Anscheinend wurde versäumt, Niantic/Nintendo rechtzeitig darauf hinzuweisen, dass laut BayEUG Art. 56 “im Schulgebäude und auf dem Schulgelände […] Mobilfunktelefone und sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auszuschalten” sind. (Aufsichtsführende Lehrer können Ausnahmen gestatten. Wahrscheinlich ist aber trotzdem der Nachmittag eine bessere Zeit dafür.)


Was mich jetzt interessieren würde: Gibt es an vielen Schulen Arenen? Ist ja an sich naheliegend, dass man da welche einrichtet. Oder haben wir einfach nur Glück gehabt? Oder Pech? Bin sehr gespannt, ob sich da etwas entwickelt.

10 Antworten auf „Pokémon Go“

  1. Die Daten von Pokémon Go basieren auf einem Vorgängerspiel Ingress.Dort ist das Prinzip ähnlich, nur müssen Portale und andere Dinge erobert werden. Die Arenen aus Pokémon wurden einfach auf Basis der Portale übernommen. Ob ein Portal/eine Arena auf der Karte erscheint hängt von zwei Faktoren ab.
    1. Es wurde manuell erstellt (selten)
    2. Es werden die Bewegungsdaten zahlreicher Apps genutzt, um an populären Orten automatisch Portale zu plazieren. Da das Smartphone (leider) gerne auf dem Schulhof genutzt wird, ist es nicht verwunderlich, dass bei sehr vielen Schulen die Arenen zu finden wird.
    P.S. man arbeitet zur Zeit an dem Konzept Pokémon-spawm-Punkte und Arenen als Werbung zu verkaufen. Unternehmen können dann ihre potentiellen Kunden im wahrsten Sinne anlocken.

  2. Ah, danke für die Informationen. Ingress habe ich mal ausprobiert, tolle Idee, aber dann doch keine Zeit dafür aufgewendet.

  3. Ja, wir haben eine Arena genau 30 Meter NEBEN dem Schulgelände … sie können sich sicher vorstellen was das seit ein paar Tagen bedeutet … und das in Sichtweite zu einer Straße und einer vielbefahrenen Bahnlinie …

  4. Das ist ja noch schlimmer so, Frau Thomas. – Man merkt bei den Schülern meiner Schule aber noch nicht, dass Pokémon verbreitet ist, auch wenn schon einige beim nächsten Wandertag Pokémons suchen gehen wollen. Vielleicht ändert sich das mit dem offiziellen Start.

  5. Über Schulen kann ich nichts sagen, aber bei uns an der Uni wimmelt es nur so von Arenen an den verschiedensten Orten, beispielsweise in der Mitte der Mensa und am Ausgabeschalter der Bibiliothek…Genau das richtige Spiel für die Klausurenphase ;)

  6. Vor unserer Schwesterschule in schönster Innenstadtlage ist eine Poke-Arena. Ich hab mir extra das Spiel runtergeladen, um mal nachzuschauen. Und dann bin ich heute Abend mit der 16jährigen Tochter auf eine vergnügliche Jagdrunde gegangen. Bei ihr spielt die ganze Klasse, und zwar gemeinschaftlich und mit viel Spaß.

    Meine Sorte Spiel ist es vermutlich auf Dauer nicht, aber die AR-Idee ist schon klasse. Überall laufen Gleichgesinnte herum!

  7. Ha, dachte nicht dass in Herr Rau’s Blog dazu ein Artikel kommen würde.
    Habe gerade eben habe ich drüben bei dasnuf das hier geschrieben:

    Ich finde die App (abgesehen mal vom Datenschutz, der in der Tat katastrophal ist) ein wenig arm vom Gameplay her. Zu einem richtigen Pokémonspiel gehört für mich, dass man mit seinen eigenen Pokémon zunächst die zu fangenden schwächen muss, damit das fangen auch klappt.
    Hab die App bei einer Kollegin gesehen und fand sie – bisher – nicht so überzeugend.

    Kann also den Hype nicht _ganz_ verstehen. Hatte mir (aufgrund meines Hintergrunds als Ingenieur, Softwareentwickler und Gamer) vielleicht einfach zu viel erhofft.

  8. Übers Gameplay kann ich nichts sagen, weder das aktuelle noch das des Gameboy, das war nach meiner Zeit. Aber ein komplexeres Spiel wäre nicht sehr erfolgreich – so ist das eigentlich nur eine erwiterte AR-Pilzesuch-App mit Punktewertung. Das reizt selbst mich, übrigens, habe aber kein passendes Gerät, und das Trainieren selbst würde ich den anderen überlassen.

    Was kommt dann? Pacman fürs Schulgelände, wo man Kugeln aufsammeln muss? Rennen geht noch nicht so gut mit dem Handy vor dem Gesicht.

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