Doctor Strange

Endlich gibt’s eine Kollegin, mit der ich über Marvel-Filme fachsimpeln kann. Beide waren wir gestern schon in Doctor Strange, und uns beiden hat der Film gut gefallen. Der Film krankt an den üblichen Marvel-Krankheiten, aber die Schurken und Frauen sind wenigstens einen Tick interessanter als sonst. Cumberbatch als Stephen Strange und Tilda Swinton als Ancient One sind ohnehin toll besetzt. Dazu wie üblich ordentliche Dialoge, Action und Humor, so wie man das von Marvel halt kennt und wie das DC immer noch nicht hinkriegt.

Der eigentliche Star des Films sind aber wohl die Spezialeffekte, und dabei lohnt sich das 3D wirklich mal. Anders als man gelegentlich in Kritiken liest, ist Doctor Strange nicht entstanden vor dem psychedelischen Hippie-Hintergrund der 1960er Jahre.* Immerhin wurde die Gestalt schon 1963 von Steve Ditko, hauptsächlich, erfunden. Die Handlung der ersten Hefte ist wieder von Stan Lee. Und schon ganz am Anfang trieb sich Doctor Strange in fremden Dimensionen herum, noch Dalí-hafter als die Kirby-Kosmen, halb organisch, halb weltraumhaft, und ein bisschen dämonisch. Das war das, war uns an Doctor Strange gefiel, und das hat auch der Film übernommen.

Die hochgelobten Spezialeffekte in der Großstadt, wo sich die Straßen und Gebäude von New York wie ein Verschiebepuzzle gegeneinander drehen: schon beeindruckend, aber letztlich für mich nicht interessant. Die Spezialeffekte in Hong Kong, spoilerfrei: schon besser. Aber richtig gut sind die nicht-irdischen Dimensionen.

Der Film beginnt mit einer Entstehungsgeschichte: Wie aus dem Neurochriurgen der Magier wird. Muss wohl sein, ich brauch’s nicht, mich stört es eher. Zeigt mir erst den Magier, für seinen Hintergrund ist auch später Platz. So hielt man es auch in den Comics. Erst in seinem vierten Abenteuer erfährt man seine Geschichte.
Stattdessen beginnt die allererste Geschichte so, wie ich mir einen Film gewünscht hätte. Ein Klient kommt mit einem okkulten Problem zu Doctor Strange, der rät und hilft, fremde Dimensionen sind dabei, und es geht anders aus, als der Klient sich das erwartet hatte. Ich hätte gerne mehr Alltag gehabt. Warum kann der Zauberer nicht einfach mal die Katze der Nachbarn vom magischen Baum holen? Raymond Chandler hat es in The Long Goodbye ja auch geschafft, eine spannende zusammenhängende Detektivgeschichte zu schreiben und zwischendrin mehrere kleine Vignetten aus dem Alltag eines Detektivs zu packen – angefangen mit dem Klienten, der Marlowe bittet, Mabel zu finden.

Typisch für die Comics waren die dramatisch-hanebüchenen Zaubersprüche, die Strange und seine Gegner benutzten, oft – ganz Stan Lee – heftig alliterierend:

  • “By the Flames of the Faltine!”
  • “By the Sons of Satannish!”
  • “By the Hoary Hosts of Hoggoth!”
  • “By the Ruby Rings of Raggadorr!”
  • “By the Crimson Bands of Cyttorak!”
  • “By the Ageless Vishanti!”
  • “By the Vapors of Valtorr!”
  • “By the Eye of Agamotto!”
  • “By the Images of Ikonn!”

(Zusammenstellung von hier übernommen, wo auch noch mehr. Zuerst gab es die Sprüche, im Lauf der Jahre danach wurde nach und nach geklärt, was das überhaupt für Instanzen waren.)

Gesprochen wirken die Sprüche wohl weniger beeindruckend als bei der Lektüre, und in Actionsequenzen hat man auch keine Zeit dazu, anders als im Medium Comic mit seiner ganz eigenen Zeitgestaltung. Also verstehe ich, dass sie es nicht in den Film geschafft haben.

* Zugegeben, wenn man sich Defenders 6 von 1973 anschaut (Blogeintrag dazu), versteht man das mit den Drogen. Da zündet der Schurke eine Schale jamaikanischen Weihrauch an, worauf er Alpträume bekommt.


Ansonsten haben mich Schüler heute tatsächlich nach der Ackermann-Funktion gefragt, im Wahlunterricht. Das ist ja wie Weihnachten für mich! Ich habe so gründlich Auskunft gegeben, wie ich konnte.

Praktikanten im Haus

Junger Bub im Spider-Man-Kostüm beim Kegeln

Letzte Woche war Wandertag, mit Wandern, und Bowling. FFr die Neuntklässler reichten meine bescheidenen Künste noch. Übung im Kegeln habe ich mindestens seit Fasching 1979:

Junger Bub im Spider-Man-Kostüm beim Kegeln

Deswegen ging es erst heute richtig los mit dem studienbegleitenden Praktikum. Das ist das ernstestzunehmende Praktikum, derer Studierende für das lehramt Gymnasium in Bayern drei abzulegen haben: Man ist ein Semester lang an einem Wochentag an einer Schule bei einer Praktikumslehrkraft, schaut der zu und hält selber so viel Stunden oder Teile von Stunden wie möglich. Seit diesem Schuljahr bin ich so eine Praktikumslehrkraft, und einige Praktikanten – die ich übrigens alle von der Uni her kenne – waren bei mir.

Das macht schon nervös, so ein bisschen. Zugegeben, heute waren eh Stunden, bei denen die Schüler entweder sehr aktiv waren, oder bei denen es um Festigung ging – jedenfalls habe ich mich nicht wirklich am Phasenmodell orientiert, also etwa:

  • Motiviation
  • Problemstellung
  • Lösung
  • Übung der Lösung
  • Transfer

Ich halte alle diese Phasen für sehr wichtig, aber oft nicht innerhalb einer Stunde, sondern einer ganzen Sequenz. Am Anfang der Sequenz ist Motivation wichtig, und wenn die da ist, kann man sich mit dem Problem auseinandersetzen, und wenn das bekannt ist, schaut man sich eine Lössungsstrategie an und übt die, und so weiter. In einer Stunde kriege ich das oft nicht alles hin, selbst bei den Doppelstunden, die wir in so gut wie allen Klassen und Jahrgangsstufen haben.

Die Praktikanten mussten unterschreiben, dass sie belehrt wurden darüber, das vertraulich zu behandeln, was vertraulich behandelt gehört. Also auch auf Facebook oder Twitter nichts sagen. Oder Blog…, sagte eine der Praktikanten, und hat natürlich recht damit.

Wochenbericht: Vorlesung, Kung Fu, Milliarden

Wieder eine schöne Woche, aber die Zeit reicht gerade mal zum Lesen, Kochen, Essen, Fernsehen, Laufen – da stellt sich das Bloggen hinten an.

Das Wintersemester 2016/17 hat begonnen, am Donnerstag war die der erste Didaktikvorlesung. Zu der gibt es jetzt auch eine Übung; im Rahmen einer Initiative des Bundes hat die LMU einen kleinen Haufen Geld gekriegt, um die Lehrerbildung zu verbessen, und wir stehen jetzt ab und zu zweit vor den Studenten. Macht auch mehr Spaß als allein.

Die Uni bedankt sich für das Geld des Bundes; die Schulen dürfen nicht so leicht Geld annehmen: Das Kooperationsverbot besagt, dass der Bund sich nicht in die Bildungshoheit der Länder einmischen darf, er darf grundsätzlich auch nicht mit Geld aushelfen. In Artikel 91b des Grundgesetzes stehen ein paar Ausnahmen davon, allerdings nicht die Schule. Trotzdem hat letzte Woche die Bundesbildungsministerin Wanka 5 Milliarden Euro für die Schulen der Ländern angekündigt. Anscheinend geht das trotz dieses Kooperationsverbots, solange es um technische Infrastruktur handelt. Ich bin da ähnlich wenig aufgeregt wie Hanjo. Geld nehmen wir gerne, aber viel digitaler wird die Bildung durch neue Technik nicht. Dazu bräuchte es rechtliche Änderungen un hauptberufliche Systembetreuer.

Vor ein paar Tagen zeigte ich Frau Rau meine Lieblingsepisode von “Kung Fu”, der Erfolgsserie aus den 1970er Jahren. “Superstition” ist wohl auch die einzige Episode, an die ich mich überhaupt gut erinnere: Kwai Chang Caine gerät in ein korruptes Arbeitslager und wird zur Strafe in den “Ofen” gesteckt, eine Blechhütte, eisig kalt in der Nacht und glühend heiß am Tag. Aber er und ein Mitgefangener überstehen die Tortur, letztlich aufgrund der vielen Weisheit, die Caine damals in China in der Ausbildung mitgekriegt hat, und die wir immer in Rückblenden zu sehen bekamen. Da ging es um einen Balken über ein Bassin gefühlt mit Salzsäure, und Skeletten der Vorgänger darin, und natürlich fällt der junge furchtsame Caine hinein, und dann war es doch gar keine Salzsäure… die Episode habe ich einmal zur Grundschulzeit gesehen und einmal noch als Teenager, aber nicht vergessen. Salzsäure war ja damals etwas voll Gruseliges, so vor dem Chemieunterricht.

Frau Rau war nur mäßig beeindruckt. Mir fiel auf, dass es früher mehr Serien gab, in der der Held von Stadt zu Stadt zog und dort Abenteuer erlebte. David Banner in “Hulk”, Richard Kimble in “Auf der Flucht”, Kwai Chang Caine in “Kung Fu”. (Kein Wunder natürlich, bei dem Namen – siehe Solomon Kane von Robert E. Howard und Kane, den Wanderer von Karl Edward Wagner, die alle auf den ursprünglichsten Wanderer zurückgehen.) Und bei Star Trek zog man wie bei vielen Westernserien herum und traf neue Leute.
Hypothese: Es gibt Fernsehserien, bei denen die Helden zum Abenteuer kommen. Das sind die typischen Wandererserien. Und es gibt Serien, bei denen das Abenteuer zum Helden kommt. Das sind die typischen Privatdetektiv- und Polizeiserien. Ich mag die Wandererserien, aber davon gibt es kaum noch welche. (“The Walking Dead” wurde mir auf Twitter genannt, das würde passen.) Bedeutet das etwas?

Man kennt das ja: Die Juwelen stecken immer im letzten Stuhl.

Gelesen: Ilja Ilf, Jewgeni Petrow, Zwölf Stühle

Als Kind hatte ich irgendwann mal Dreizehn Stühle gesehen, schwarzweiß, mit Heinz Rühmann: Im Zuge einer Erbschaft erfährt der Held, dass in einem von dreizehn gutbürgerlichen Polsterstühlen wertvolle Juwelen versteckt sind. Die Stühle sind aber längst in alle Winde zerstreut, und natürlich ist unbekannt, in welchem Stuhl der Schmuck steckt. Auf der Jagd nach den Juwelen, von Stuhl zu Stuhl, erleben Held und Sidekick diverse Abenteuer.

In einer Anthologie mit Schachgeschichten stieß ich dann zum ersten Mal auf die Originalfassung: Zwölf Stühle von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow, 1928 als Fortsetzungsroman in der noch recht jungen Sowjetunion erschienen. Und noch ein wenig später lernte ich das wunderbare Lied “Hope for the Best (Expect the Worst)” kennen. Während sich recht bald herausstellte, dass die Melodie von Brahms war, wusste ich lange nicht, aus welchem Film das Lied stammte. Es war The Twelvve Chairs von Mel Brooks (1970):

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Der Plot des Romans ist wirklich genial, einer der besten: Der ehemalige Lebemann und jetzige kleiner Sowjetbeamte Ippolit Worobjaninow erfährt auf dem Sterbebett seiner Schwiegermutter, dass sie vor der Revolution ihre wertvollen Juwelen in einem der zwölf herrschaftlichen Polsterstühle versteckt hat. Der unbeholfene Worobjaninow macht sich auf die Spuren der Stühle, bald begleitet und angeleitet von Ostap Bender, einem fröhlichen und charmanten Trickster. Kein ernstzunehmender Konkurrent ist der orthodoxe Priester Fjodor, der ebenfalls von dem Geheimnis um die Stühle erfahren hat. Fünfhundert Seiten lang jagen die beiden nicht ganz freiwilligen Partner den Stühlen hinterher, erleben kuriose Abenteuer, reisen durch Russland und treffen schräge Zeitgenossen. Auch die Sprache ist schön, hier stoßen die Helden bald auf einen der Stühle, in einer überschwemmten Wohnung:

Das Wasser rauschte. Im Speisezimmer bildete es einen Strudel. Im Schlafzimmer stand es als stiller Teich, auf dem zwei Pantoffeln gemächlich wie Schwäne dahinglitten. In einer Ecke drängten sich Zigarettenkippen zusammen wie schläfrige Fische.
Worobjaninows Stuhl stand im Speisezimmer, wo die Strömung am stärksten war. An allen vier Beinen schäumten kleine weiße Brandungswellen. Der Stuhl zitterte leicht und schien drauf und dran, seinem Verfolger davonzuschwimmen.
(Übersetzung: Renate und Thomas Reschke.)

Kein Wunder, dass dieser Plot sehr oft verfilmt wurde (Wikipedia). Der Schluss des Buches ist allerdings etwas zu abrupt; kein Wunder, dass schon die erste Verfilmung ihn änderte, und viele weitere ebenso. Für den modernen Zuschauer müsste man sich ohnehin etwas Neues einfallen lassen. Dass der Schmuck erst im letzten Stuhl ist, ist klar; dass er auch da eigentlich nicht ist, auch, jedenfalls gehört es einfach dazu, dass die Helden davon nicht profitieren.

Irgendwie gehört dieser Plot in eine Reihe mit anderen, vielleicht vergleichbaren Romanplots. Die Reise um die Welt in 80 Tagen, The Wrong Box von Robert Louis Stevenson und Lloyd Osbourne, vielleicht Vernes Die Leiden eines Chinesen in China. Der Plot gibt jeweils Anlass zu wildem Herumgereise, mehrere Parteien rennen jeweils einer Sache hinterher. Als Film gekrönt durch It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World.

Bonus:

2009 war Mel Brooks einer der Preisträger des Kennedy-Preises. Hier ein Ausschnitt aus der Verleihungszeremonie, ein großes Medley mit verschiedenen Mel-Brooks-Liedern, mit vielen Künstlern, und “Hope for the Best” macht den Anfang. Rührend, sehr rührend:

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Drunt in der greana Au: Klasse, Objekte, Objektreferenzen

Klassendiagramm zum Lied

Dieses Jahr beginne ich meine zehnten Klassen wieder ganz anders, und zwar zum einem mit meinem GeisterGo-Projekt, zum anderen setze ich den Schwerpunkt gleich auf Objektreferenzen statt auf primitive Attributtypen. Wenn man mit diesen primitiven Typen (ganze Zahl, Kommazahl, Wahrheitswert) anfängt, sind die Schüler später total überrascht, dass ein Attribut oder allgemein eine Variable allgemein auch einen Objekttyp haben kann; wenn man gleich mit Objekttypen anfängt, geht das vielleicht leichter. Schauen wir mal.

Zum Üben bringe ich bald meine Ukulele mit, und wir singen zusammen “Drunt in der greana Au” (Wikipedia):

(Alle:) Drunt in da greana Au steht a Birnbam, sche blau, juche. / Drunt in da greana Au steht a Birnbam, sche blau.
(A:) Was is an dem Bam? (B:) A wunderschena Ast. (Alle:) Ast am Bam, Bam in der Au. / Drunt in da greana Au steht a Birnbam, sche blau, juche. / Drunt in da greana Au steht a Birnbam, sche blau.
(A:) Was ist an dem Ast? (B:) A wunderschens Astl. (Alle:) Astl am Ast, Ast am Bam, Bam in der Au. / Drunt in da greana Au …
(A:) Was is an dem Astl? (B:) A wunderschens Zweigerl. (Alle:) Zweigerl am Astl, Astl am Ast, Ast am Bam, Bam in der Au. / Drunt in …
(A:) Was ist an dem Zweigerl? (B:) A wunderschens Blattl. (Alle:) Blattl am Zweigerl, Zweigerl am Astl, Astl am Ast, Ast am Bam, / …
(A:) Was ist an dem Blattl? (B:) A wunderschens Nesterl. (Alle:) Nest am …
(A:) Was is in dem Nest? (B:) A wunderschens Oar. (Alle:) Oar im Nest, …
(A:) Was is in dem Oar? (B:) A wunderschens Vogerl. (Alle:) Vogerl im Oar, …
(A:) Was is an dem Vogerl? (B:) A wunderschens Federl. (Alle:) Federl vom …
(A:) Was wird vo dem Federl? (B:) A wunderschens Betterl. (Alle:) Betterl vom …
(A:) Wer liegt in dem Betterl? (B:) A wunderschens Maderl. (Alle:) Maderl im …
(A:) Wer liegt bei dem Maderl? (B:) A wunderschenes Buaberl. (Alle:) Buaberl …

Beim objektorientierten programmieren schreibt man nicht ein großes Programm, in das man alles unterbringt, sondern man packt die Informationen in kleine, möglichst selbstständige Häppchen, die Objekte. Ein Objekt verwaltet alle Informationen, die es braucht, und arbeitet mit anderen Objekten zusammen, um gemeinsam eine Aufgabe zu lösen. Vorlagen für diese Objekte sind Klassen. Und das Klassendiagramm zum Lied sieht so aus:

Klassendiagramm zum Lied

Das Diagramm liest man so: “Jedes Au-Objekt hat 1 Birnbaum-Objekt, mit dem es in Verbindung steht. Jedes Birnbaum-Objekt hat 1 Ast-Objekt, mit dem es in Verbindung steht.” Und so weiter.

Wenn das Programm dann mal läuft, arbeitet der Computer nicht mehr mit den Klassen, den Vorlagen, sondern mit konkreten Objekten, die anhand der Klassen-Vorlage erzeugt werden. Dann sieht die Situation so aus:

Objektdiagramm zum Lied

Das Diagramm liest man so: “Das Objekt o1 (vom Typ Au) hat eine Beziehung zum Objekt o2 (vom Typ Birnbaum). Das Objekt o2 hat eine Beziehung zum Objekt o3 (vom Typ Ast).” Und so weiter.

(Etwas ungeschickt am Beispiel ist, dass es zu jeder Klasse nur ein Objekt gibt. Eindeutiger ist es, wenn man aus einer Vorlage mehrere gleichartige Objekte erzeugt, denn dazu sind Vorlagen ja da.)

Die Aufgabe: Die Schülerinnen kriegen eine Programmierprojekt, in dem alle Klassen bereits unfertig vorhanden sind, und müssen sie so fertig programmieren, dass man als menschlicher Benutzer nur einmal ein Au-Objekt erzeugen muss, und das erzeugt dann selbstständig sein eigenes Birnbaum-Objekt, das wiederum selbstständig sein Ast-Objekt erzeugt, und so weiter. Dazu muss man nur den Konstruktor in jeder Klasse ergänzen, eine spezielle Methode, die beim Erzeugen eines Objekts verwendet wird.

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public class Au
{
    Birnbaum baum;
 
    public Au()
    {
        baum = new Birnbaum();
    }
 
    void singen() {
        System.out.println("Drunt in der greana Au, steht a Birnbaum sche blau, juche!");
        System.out.println("Drunt in der greana Au, steht a Birnbaum sche blau.");
        baum.weitersingen();
    }
 
}

Vorgeben ist bereits eine Singen- beziehungsweise Weitersingen-Methode in allen Klassen, anhand derer man am Ende rasch überprüfen kann, ob wirklich überall der Konstruktor richtig programmiert wurde.

(Und später kann man das als Ausgangspunkt für die einfach verkettete Liste nehmen, und für Vererbung: Kann man nicht alle diese Klassen zusammenfassen unter, uh, “Liedelement”, und zumindest die Singen-Methode verallgemeinern?)

Gute Lehrer und gute Kollegen

Mein Job ist unterrichten. Dafür werde ich bezahlt.

So neulich anlässlich eines anderen Themas ein Lehrer im Diskussionsforum als es um Arbeitszeit ging. Vermutlich war das gar nicht so gemeint; wenn man nachfragt bei den kurzschreibenden Pädagogen im Web, dann war’s ja doch nie so gemeint. Jedenfalls kennt zumindest die Lehrerdienstordnung für Bayern in §9b, “Außerunterrichtliche Dienstpflichten” weitere Tätigkeiten, darunter:

  • die Erledigung von Verwaltungsgeschäften,
  • die Teilnahme an dienstlichen Besprechungen,
  • die Mitwirkung an der Aus- und Fortbildung der staatlichen Lehrkräfte und an staatlichen Prüfungen,
  • die Weiterentwicklung und Sicherung der fachlichen und pädagogischen Qualität der Schule,
  • die Planung, Durchführung und Evaluation von Maßnahmen im Rahmen der inneren Schulentwicklung,
  • die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Schularten,
  • die ständige Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten sowie des Kontakts zu den Ausbildenden, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern der Beschäftigungsbetriebe,
  • die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern,
  • die Gestaltung des Schullebens.

Für all das hat ein Lehrer im öffentlichen Dienst 40 Stunden pro Woche, macht bei 6 Wochen Urlaub und einer Woche voller Feiertage (es sind sicher mehr, aber so rundet es sich besser) 1800 Arbeitsstunden pro Jahr. Mit denen muss man haushalten. Klar ist dabei, dass man während der Schulzeit mehr Sunden mit der Arbeit verbringt und in den Ferien, ganz besondere den Sommerferien, weniger.

Es gibt sicher sicher faule Lehrer , die regelmäßig weniger als ihre 40 Stunden im Durchschnitt machen. Um die geht es hier nicht. Und gefährdete Lehrer, die regelmäßig deutlich mehr als ihre 40 Stunden machen, gibt es sicher auch; die riskieren Gemüt und Gesundheit. Um die geht es hier auch nicht. (Wie sieht es mit effizienten Lehrern aus? Ist es dann okay, wenn sie auf weniger als 40 Stunden kommen? Ich frage, uh, für einen Freund, der effizienter mit Computer und Internet umgehen kann als manche anderen. Aber auch das ist hier nicht das Thema.)

Mir geht es hier um die Kollegen und Kolleginnen, gute Lehrer und Lehrerinnen, die regelmäßig 40 und wohl noch etwas mehr Stunden arbeiten und am Wochenende, wann auch immer das dann gesammelt stattfindet, wohlverdient und erschöpft die Füße hochlegen oder in Wanderschuhe stecken. Und die dann, wenn außerunterrichtliche Arbeit an der Schule ansteht, sagen: “Ich mach doch eh schon viel”, und das machen sie vielleicht wirklich. Noch eine Aufsicht führen? Ich mach doch eh schon so viel. Sitzung wahrnehmen? Ich mach doch eh schon so viel. Termin einhalten? Ich mach doch eh schon so viel. Kollegen Exkursionen ankündigen? Ich mach doch eh schon viel.

Als Lehrer hat man die Möglichkeit, sich für seine 40 Stunden Wochenarbeitszeit Schwerpunkte zu setzen. Das ist schön, und wichtig. Aber wer diese Zeit nur auf das Vorbereiten fein ziselierter Stunden verwendet, oder auf sorgfältig geplante und anstrengende Exkursionen, oder auf häufige und perfekte Leistungserhebungen, oder sonstwie sich nur die Arbeit heraussucht, die einem besonders zusagt, und das dann als Grund nimmt, andere Arbeiten nicht zu erledigen – das ist vielleicht ein guter Lehrer, aber kein guter Kollege.

Noch einmal als Einschränkung: Vielfalt im Kollegium ist wichtig. Und es muss keinesfalls jeder alles machen. Die einen gehen auf Konzerte, die anderen nicht; die einen machen Schulentwicklung, die anderen organisieren den Küchendienst. (Dringend nötig, das!) Schwerpunkte sind wichtig. Aber Termine notieren, Termine einhalten, für Treffen und Absprachen zur Verfügung stehen, Zettel einsammeln und abgeben, gemeinsamen Arbeitsplatz aufräumen, Tasse in Geschirrspüler stellen, Nachrichten an die Klasse ausrichten, Prüfungen abgeben – wer das nicht macht, macht anderen Kollegen unnötige Arbeit.

(Und bitte pünktlich am Klassenzimmer sein und keine Schüler ins Lehrerzimmer schicken und den Lehrern dort mal schnell Kopieraufträge übermitteln. Aber vielleicht nervt nur mich das, da bin ich offen.)

Showband und Revue: The Claymore Pipes and Drums (and Friends)

Claymore Pipes and Drums mit Drum Corps

Vor sieben Jahren war ich schon einmal bei einem der seltenen Konzertauftritte der Claymore Pipes and Drums, und an diesem Wochenende gab es endlich wieder einen weiteren. (Bei Turnieren und anderen Veranstaltungen treten sie natürlich oft auf.) München, zwei Abende, volles Haus.

Claymore Pipes and Drums Programmheft

Auf der Bühne waren in wechselnden Zusammensetzungen:

  • mindestens vierundzwanzig Dudelsackspieler und ‑spielerinnen, wobei mit Dudelsack die Great Highland Bagpipes gemeint sind
  • unterstützt vom drum corps der Claymore Pipes and Drums: Bass, Tenor und Snare Drums (mit im Dunkeln leuchtenden Trommelstöcken und anderen Einlagen)
  • unterstützt von akustischer Gitarre, E‑Gitarre, E‑Bass, E‑Kontrabass, Keyboard, Löffeln, weiteren Percussion-Instrumenten
  • dazu Gesang auf Gälisch und Englisch
  • Schuhplattler
  • Scottish Smallpipes
  • diverse Soloisten und Zweier- oder Dreiergruppen

Claymore Pipes and Drums auf der Bühne

Claymore Pipes and Drums mit Schuhplattlern

Claymore Pipes and Drums mit Drum Corps

Wenn eine Band schon als zweite Nummer den Ohrwurm und Dauerbrenner “Highland Cathedral” bringt, weiß man, dass sie noch viel mehr drauf haben. Dabei sind das alles Hobbymusiker; die Vorbereitungen auf so ein Konzert dauern mindestens ein Jahr – die Karten dafür habe ich schon letztes Weihnachten gekriegt.

Tolles Konzert.

Hier Aufnahmen von früheren Auftritten:

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