Türen und Tastaturlayouts

In unserem Schulgebäude sind die Türen der Fachräume – Physik, Kunst, Informatik und so weiter – mit zumindest auf den ersten Blick passenden Dekorationen verziert. Noch lieber wären mir Schilder mit Straßennamen für die einzelnen Gänge, aber man nimmt, was man kriegt. (Selbst auf der Dult, dem Christkindlesmarkt, dem Oktoberfest haben die Wege Namen, warum dann nicht im Schulgebäude?) Einer der Computerräume sieht dabei so aus:

Tür mit Tastaturlayout als Dekoration

Nun hätte man sich vielleicht noch etwas anderes vorstellen können als eine Tastatur, die metonymisch für Informatik steht, aber sei’s drum. Vielmehr geht es um die Frage,w as das denn eigentlich für ein komisches Tastaturlayout ist. Hier noch einmal im Querformat:

Tür mit Tastaturlayout als Dekoration, Querformat

Tastaturlayout der Tür, übersichtlich

Die Buchstaben gehen von A-Z, dazu Ä, Ö, Ü. Ungewöhnlich ist die Platzierung von Unter-/Bindestrich, nämlich getauscht mit dem Fragezeichen/einem beta-artigen ß. Die Reihenfolge der Buchstaben sieht völlig willkürlich aus. Hat da jemand gewürfelt, ohne Sorgfalt mit Drag&Drop Elemente gesetzt? Oder hat sich jemand mit den Initialen (des Teams?) verewigt, und die übrigen Buchstaben drumrum verteilt?

Das wird nochmal ein Aufsatzthema, wenn ich wieder mal zum Erzählen in der Unterstufe komme.

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13 Thoughts to “Türen und Tastaturlayouts

  1. Jop, ein interessantes Layout.
    Denke aber dass es sich – genau wie Dvorak oder Neo – nicht durchsetzen wird.
    Irgendwann hat IIRC mal eine Studie Dvorak- und QWERTY-Nutzer in der Praxis verglichen und festgestellt dass der einzige nennenswerte Faktor für die Geschwindigkeit die Gewöhnung ist. Auch bei länger an beiden Layouts ausgebildeten Personen war keine signifikante Wirkung spürbar. Es stimmt zwar dass die schnellsten Tipper tatsächlich mehrheitlich Dvorak benutzen, aber wenn man außerhalb der Weltspitze nachschaut stellt sich raus dass es – zumindest für die Geschwindigkeit – mehr oder weniger Wurst ist.

    Ergonomie ist natürlich nochmal was anderes. Die alternativen Konzepte haben teilweise Vorteile was Muskeln und Sehnen angeht.

    Glaube aber persönlich dass die Uniformität, und damit Austauschbarkeit größere Vorteile bietet. Ich kann an jeder deutschen oder englischen Tastatur zügig schreiben, QWERTY und QWERTZ sind ja außer an Sonderzeichen und der offensichtlichen Stelle nicht sehr unterschiedlich. Damit deckt man einen großen Teil der Welt ab.
    Ein bisschen komisch fand ich das franzöische AZERTY-Layout, aber auch damit kommt man recht schnell zurecht. Dvorak oder Ristome würde ich nicht lernen wollen. Hauptsächlich aber aus Zeitgründen, interessieren würde es mich schon, es ist was schön nerdiges. :D
    Gruß
    Aginor

  2. Ja, ich hatte vor ein paar auch mal Dvorak recherchiert und mein Stand ist, dass es keine verlässlichen Aussagen darüber gibt, dass das wirklich etwas bringt. Vor ein paar Jahren, also vermutlich zehn, habe ich mal Tastschreiben geübt und gelernt, bin aber nicht dabei geblieben. Ich schreibe ja wenig ab, und für meine eigenen Gedanken brauche ich keine besonders große Geschwindigkeit.

  3. (!Achtung: Dieser Kommentar besteht aus vielen Fragen und die Antwort zu verfassen wird daher wahrscheinlich etwas mehr Zeit beanspruchen!)

    -Sie sind Lehrer, Blogger und- wenn ich das richtig verstanden habe- regelmäßig aktiv auf Twitter.-

    Es gäbe da ein paar Fragen deren Antworten mich wirklich interessieren würden:

    Wissen alle Ihre Kollegen von Ihrem Blog? Und lesen die alle mit? Was halten die davon? Ist Ihnen persönlich wichtig, was diese von Ihnen halten? Bloggen Sie über bestimmte Dinge nicht, weil sie wissen, dass bestimmte Leute (Kollegen wie Schüler) mitlesen und Ihnen das peinlich ist oder Sie vielleicht einfach nicht wollen, dass die das wissen? Ist Ihnen die Meinung Ihrer Kollegen überhaupt wichtig?
    Wissen- wenigstens ein paar- Ihrer Schüler von Ihrem Blog und lesen die mit? Was glauben Sie, denken die Schüler davon? Fragen Sie sich manchmal, was sie denken (würden), wenn sie mitlesen (würden)? Wie würden Sie reagieren, wenn jemand (Kollege wie Schüler), den Sie kennen, hier mitlesen würde, ohne, dass Sie davon wissen (, wenn Sie das dann später erfahren würden natürlich)?

    Ich weiß, viele Fragen. Würde ich aber trotzdem gerne wissen.

    In der Hoffnung Ihnen nicht allzu sehr auf den Geist zu gehen,

    Mister Strohschlau.

  4. >Wissen alle Ihre Kollegen von Ihrem Blog? Und lesen die alle mit? Was halten die davon?
    Ich mache kein Geheimnis daraus, gebe aber auch nicht damit an, und jedes Jahr ändern sich 10% eines Kollegiums – da kriegt das sicher nicht jeder mit. Und nein, die lesen nicht alle mit, vielleicht zwei, und ein sehr geschätzter ehemaliger Kollege. Sonst ist das den meisten ziemlich egal, wie auch den meisten Menschen überhaupt: Es gibt nur ganz, ganz wenige, die sich überhaupt irgendwie für Blogs interessieren.

    >Ist Ihnen persönlich wichtig, was diese von Ihnen halten?
    Das ist mir hoffentlich In gesundem Maß wichtig. Das gilt aber unabhängig vom Blog, sondern auch für den Kontakt in der Schule.

    >Bloggen Sie über bestimmte Dinge nicht, weil sie wissen, dass bestimmte Leute (Kollegen wie Schüler) mitlesen und Ihnen das peinlich ist oder Sie vielleicht einfach nicht wollen, dass die das wissen?
    Selbstverständlich, ja. Ich blogge weniger aus meinem Privatleben, als man vielleicht meint. Auch aus der Schule und über Schüler oder Kollegen oder Schulleitung erzähle ich fast nichts. Vermutlich immer noch zuviel, streng genommen, aber ich versuche wirklich, mich zurückzuhalten. Aber nicht, weil mir etwas peinlich ist (mir ist wenig peinlich), sondern weil das dienstlich vertraulich und nicht öffentlich ist.

    >Ist Ihnen die Meinung Ihrer Kollegen überhaupt wichtig?
    Eine schwierige Frage. Im Zusammenhang mit dem Blog stellt sie sich nicht, da ja kaum einer hier liest.

    >Wissen- wenigstens ein paar- Ihrer Schüler von Ihrem Blog und lesen die mit? Was glauben Sie, denken die Schüler davon? Fragen Sie sich manchmal, was sie denken (würden), wenn sie mitlesen (würden)? Wie würden Sie reagieren, wenn jemand (Kollege wie Schüler), den Sie kennen, hier mitlesen würde, ohne, dass Sie davon wissen (, wenn Sie das dann später erfahren würden natürlich)?
    Ein paar Schülerinnen und Schüler wissen das, klar. Aber ich denke, es interessiert sie nicht, weil – siehe oben – Blogs nun mal niemanden interessieren. Ich frage mich deshalb eigentlich auch nie, ob Kolleginnen oder Schülerinnen hier mitlesen, und sicher nicht, was die dann denken. Schule ist Schule und Web ist Web. Ab und zu höre ich, dass hier jemand etwas gelesen hat (eine neue Kollegin, ein neugieriger Schüler), und freue mich darüber, auch wenn das immer ein bisschen komisch ist, weil das sonst zwei verschiedene Welten sind.

    Ich versuche, hier nichts zu schreiben, das ich nicht darf. Schüleraufsätze veröffentliche ich nur mit Erlaubnis, Scherze auf Kosten von Schülern mache ich hoffentlich keine, über Kollegen hoffentlich nur wenige.

    Wieso?

  5. Zwecks der Objektivierung (nicht, dass Herr Rau die nötig hat, aber vielleicht der Interviewer):
    Als einer der mitlesenden Kollegen kann ich bestätigen, was hier über Kollegen und Schulinterna gesagt wird. Manchmal würde ich mir wünschen, dass es da mehr gäbe. Andererseits weiß ich auch, dass Herrn Raus Zurückhaltung auch Kollegen wie mich schützt… (:-)

  6. >Wieso?
    Die Beziehungen zwischen Lehrer und Lehrer, so wie die Beziehungen zwischen Schüler und Lehrer haben mich schon immer interessiert. Die Sicht der Schüler kennt man ja- man war ja selber einer und die Meinung der meisten Schüler kann man sich ja schon denken. Dieser Blog ist wirklich interessant und generell lese ich gerne in Blogs. (Ich habe es aber nie fertig gebracht, selbst einen Blog zu pflegen). Und hier kann ich ja einfach nachfragen. Als Schüler habe ich viel lieber mit Lehrern geredet, als mit Schülern. Gerne auch Smalltalk und nicht unbedingt schulrelevante Themen. Woran das lag, weiß ich nicht.
    Wieso eigentlich „wieso“?

    Zugeben- ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Schüler, vor allem wenn dieser Sie besser kennt oder als Lehrer hat, nicht für Ihren Blog interessiert. Vielleicht weil er nicht alles versteht…, aber es wäre doch trotzdem interessant zu wissen, wie ein Lehrer denkt. (Es haben ja nicht viele Lehrer einen Blog.)

    Ich würde das cool finden, wenn ich von einem Blog eines Lehrers erfahren würde und ich würde jeden Eintrag lesen, die alten und die neuen.

    Mister Srohschlau

  7. >Wieso eigentlich „wieso“?
    Aus Neugier, und um wieder einen Kommentar zu kriegen. Ich hätte auch als Schüler Blogs gelesen (auch weil ich als Schüler viel Briefe geschrieben habe, in Clubs war, Fanzines herausgegeben habe), von Lehrern und anderen.

    Bei unserem Schulgebäude ist das ähnlich: Da besteht ziemlich viel aus Glas, un dman kann in die anderen Klassenzimmer und ins Lehrerzimmer hineinschauen. Aber das ist nie ein Thema, man gewöhnt sich so sehr daran, dass es uninteressant ist. (Ich muss mal nachfragen, was Schüler so sehen, wenn sie ins Lehrerzimmer sehen – aber ich glaube eben, das tun sie gar nicht.)

  8. Aus Glas? Ein Schulhaus? Das ist ja nett. Fühlt man sich vielleicht ein bisschen beobachtet, aber für die Schüler ist das sicher entspannend, weil die sich dann nicht so eingesperrt fühlen.
    Hatten Sie denn schon mal den Verdacht, dass einer Ihrer SchülerInnen hier einen Kommentar hinterlassen könnte? Aber eher anonym und mit einem anderen Namen. Das wäre wahrscheinlich meine größte Angst.

    Mr. Srohschlau

  9. Hier hinterlassen immer wieder Schüler und Schülerinnen aus meiner Schule Kommentare, unter Pseudonym oder nicht. Wer ein Pseudonym mag, gerne. Kein Problem.

  10. – aber wer immer dieses Türbild gemacht hat, hat nicht einfach nur die Tasten vertauscht, sondern ganz gezielt die beiden Blindschreibe-Nupsis in der mittleren Buchstabenreihe an den richtigen Ort gesetzt, wo die Zeigefinger hinsollten (keine Ahnung, wie die Dinger korrekt heißen)

  11. Wie sie heißen, weiß ich auch nicht, aber es gibt bestimmt einen schönen Fachausdruck dafür. Ich muss mal die IT-Kollegin aus der Realschule fragen, die weiß so etwas. – Aber ja, stellt sich heraus, dass das ein voll legitimes Tastaturlayout ist.

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