Wochenende: Schaschlik und Schulentwicklung

By | 22.1.2017

Am Freitag hatte ich die Referendare, die gerade an meiner Schule sind, eingeladen, einmal, weil sie sehr nett sind und ich gerne ein bisschen mehr von ihnen hören wollte, und außerdem, weil ich endlich das Schaschlikrezept ausprobieren wollte, das Hauptschulblues hier in den Kommentaren erwähnt. Und das gibt es nur in großen Portionen.

Schaschlikspieße und Soße

Serviert mit Brot, die Rest am Tag danach auch mit Reis:

Schaschlik auf Teller

Ergebnis: Das geht auch in kleinen Portionen, dann halt nur eine Scheibe Leber kaufen. Dafür deutlich mehr Wammerl. Und etwas weniger Curry und Paprikapulver in die Soße. Aber die Zubereitungsart an sich ist gut: Anbraten, dann lange schmoren.

Beim Abendessen erfahren, dass die Referendariatsausbildung in Musik eine besondere Regelung hat: Die meisten Lehrerinnen und Lehrer studieren und unterrichten mindestens zwei Fächer, aber Musik ist in Bayern – wie Kunst auch – ein sogenanntes Doppelfach, das heißt: man hat kein zweites Fach. Weil aber jede andere Referendarin zwei Seminarlehrer hat, pro Fach einen, ist das auch für Musikreferendare umgesetzt: Die haben zwei Seminarlehrer. Der eine bildet sie in Musik aus, und der andere auch. Der Grund wird wohl der sein, dass man so eben nicht nur von einem Ausbilder und Benoter abhängig ist, aber ob das auch offiziell der Grund ist, weiß ich nicht.

Am Tag darauf musste ich früher aufstehen, als ich eigentlich wollte, um trotz Samstag in die Schule zu fahren: Alle bayerischen Gymnasien (vermutlich nicht nur die) müssen jetzt im Rahmen der Schulentwicklung ein „Schulprogramm“ haben: Da legen Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam fest, welche Verbesserungen an der Schule in den nächsten Jahren wichtig sind, und jedes Jahr werden dann einzelne Aspekte davon herausgegriffe und konkret umgesetzt. So die Theorie, die Praxis wird sich erweisen. Die Lehrerinnen und Lehrer haben ihre Schwerpunkte schon ermittelt, die Eltern arbeiten gerade daran, und am Samstag trafen sich freiwillige Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen im Rahmen eines moderierten Workshops, um die Schwerpunkte der Schülerschaft herauszuarbeiten.

Schulentwicklung Programm

Von einer geschätzten Kollegin sehr gut vorbereitet und geleitet. Das Mittagessen war dann übrigens Pizza für alle.

4 thoughts on “Wochenende: Schaschlik und Schulentwicklung

  1. Nina

    Hallo :) Das mit dem Doppelfach wird meines Wissens nach und nach abgeschafft, zumindest bei mir an der Uni haben alle „Musiker“ ein zweites Unterrichtsfach, wie alle anderen auch

  2. Herr Rau Post author

    Ach, das wusste ich noch nicht. In anderen Bundesländern ist das eh so, und so richtig eingeleuchtet hat mir das mit dem Doppelfach nie – es sei denn, ein gutes Musiklehrerstudium wäre doppelt so umfangreich wie ein Anglistikstudium.

  3. Pia

    Naja, das mit Kunst und Musik im Lehramtstudium ist so ne Sache. Ich denke, es ist beides einfach extrem zeitaufwendig und schwierig mit einem zweiten Fach zu kombinieren, auch schon rein organisatorisch. Ich weiß nicht wie es in Bayern ist, aber in BaWü z.B. studiert man für Lehramt Sek II Kunst an einer Akademie zusammen mit anderen freien Kunststudenten (wobei leider das Interesse seitens der Akademien Kunst-Pädagogen überhaupt auszubilden oft nicht wirklich gegeben ist, aber das ist ein anderes Thema) und wie man dann das 2. Fach an der Uni noch hinkriegt, muss man selbst schauen. Parallel geht es meist nur sehr schlecht und schleppend, weswegen man mit Kunst als Fach dann auch deutlich länger studiert (Regelstudienzeit 12 Semester statt 10). Von daher finde ich das Doppelfach eigentlich schon sinnvoll.

  4. Herr Rau Post author

    Danke für den Blick nach BaWü. Ich habe auch Kollegen mit Kunst und Musik und jeweils einem anderen Fach, die kommen aus anderen Bundesländern.
    Kurze Recherche: Kunst ist in Bayern am Gymnasium weiterhin Doppelfach, und zumindest in München findet der Kunst-Teil des Studiums auch an einer Akademie statt. Musik kann man jetzt aber nicht nur als Doppelfach haben, sondern auch mit Deutsch, Englisch, Latein, Mathe kombinieren. (Weil das nichtnaturwissenschaftliche Kernfächer sind? Und warum kein Französisch?)

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