ILTB 2017 in Passau

By | 17.3.2017

Ach! Am Anfang der Woche war ich in Passau auf dem 10. ILTB, das ist der Tag der Informatiklehrerinnen und -Lehrer). Das ist ein inzwischen jährlicher Fortbildungstag, der ursprünglich rotierend von den verschiedenen Unis ausgerichtet wurde – einmal habe ich das mitgekriegt, kurz bevor ich an die LMU ging, und diese Organisation ist so viel Arbeit, dass eine Uni allein das nur mit Anstrengung stemmen kann. Die Informatikabteilungen sind ja oft sehr klein. Inzwischen teilen sich die Organisation eine Universität, die Gesellschaft für Informatik, und die jeweilige regionale Lehrerfortbildung, also der Fachreferent oder die Fachreferentin für Informatik für den Regierungsbezirk. Und das klappt wohl sehr gut, jedenfalls sind die ILTBs tadellos organisiert und immer sehr interessant.

2009 war ich auf meinem ersten, noch vor meiner Unizeit, als Referent, und habe darüber gebloggt. Seitdem war ich tatsächlich jedesmal dabei, meist auch als Referent. Ich fahre stets mit gemischten Gefühlen hin, weil ich ohnehin ein wenig ein Stubenhocker bin (oder sagen wir, weil ich mich zu Hause sehr wohl fühle und sehr gerne Zeit mit Frau Rau verbringe) und weil mich wie ein Hochstapler fühle. Ist mein Workshop verständlich? Sinnvoll? Habe ich – so ist das mit Gästen – zu viel aufgetischt oder zu wenig, so dass sie intellektuell hungrig nach Hause gehen müssen? Außerdem sitzen da lauter wichtige Leute, die sich alle kennen, und echte Informatiker, die noch dazu wirklich schlau sind. Ein bisschen bin ich ja doch stereotyper Nerd, weil ich sozial eher zurückhaltend bin und ungeschickt, bis ich – nach langer Zeit – endlich auftaue. Im Klassenzimmer übrigens nicht, da bin ich ganz Rampensau.

Schild Workshop

Inzwischen – darf ich’s wagen? – fühle ich mich ein bisschen zugehörig zu der Gruppe dieser Leute, die sich alle kennen. Als ich aus dem Bahnhof ausstieg und mich hilflos auf der Karte meines kleinen Tablets zu orientieren versuchte, fragte mich gleich ein vorbeikommender Passant, ob ich der Herr Rau sei, und half mir zu meinem Hotel zu kommen. (Ein Leser meines Blogs und ILTB-Referent, der zufällig des Wegs kam. Das war lustig.)

Passau Uni Außengelände

Passau ist übrigens sehr schmuck. Zum Pokémonsammeln bin ich aber kaum gekommen – Bahnhof, Hotel, abendliche Pizzeria und Uni waren jeweils so gut fünf Minuten von einander entfernt, da bin ich gar nicht zum Spazieren gekommen.

An Anregungen habe ich wieder sehr viel mitgenommen. Ein Blatt, wild bekritzelt mit Stichworten und Links, zu allen möglichen informatischen und anderen Themen, das ich jetzt am Wochenende in den Computer sortieren werde. So mache ich das immer mit meinen Notizen, das sind stets Blätter oder Zettel mit Kritzeleien darauf. Gestern habe ich schon die Kinect des Kollegen mit Scratch verbunden und mit Schülern ein bisschen herumprobiert, das wird gleich das nächjste Projekt.

Außerdem ist es doch immer weider schön, Leute zu treffen. Zwei, die ich seit meinem Studium nicht mehr gesehen habe, andere aus meiner Unifrühzeit, und auch die, die ich jedes Jahr am ILTB sehe. Ich freue mich schon auf 2018.

5 thoughts on “ILTB 2017 in Passau

  1. Michael Mendyka

    Lieber Thomas,

    vielen Dank für den „Nachbericht“. Es hat mich sehr gefreut, den Autor eines Lehrerblogs, den ich schon seit Studientagen verfolge zu treffen. Beim nächsten Mal reicht die Zeit dann bestimmt auch für einen gemütlichen Kaffee!

    Herzliche Grüße,
    Michael

  2. Sud

    Passt zwar nicht so ganz, aber eine Frage: Wie stehen Sie zur Einführung der Informatik in allen Zweigen des Gymnasiums?
    Ich frage mich, wo man die Lehrer hernimmt und welche Themen behandelt werden sollen.

  3. Herr Rau Post author

    Ich weiß über die Pläne nur, was in der Süddeutschen gestern oder vorgestern stand. Die Lehrer zu bekommen, wird kein so großes Problem sein. Das sind je nach Umsetzung im Schnitt sechs Stunden mehr pro Schule, bei etwa 400 Gymnasien in Bayern… hm, okay, das sind etwa 100 zusätzliche Informatiklehrer. Also doch ein gewisses Problem. Zuerst behilft man sich mit denen, die da sind, schichtet deren Stunden um, und dann werden schon wieder welche von der Uni nachkommen. Die 100 Lehrer braucht man ja nicht auf einmal, sondern pro Jahr ein Drittel., also 35 Uniabgänger bayernweit.

    Das kommt aber darauf an, wie das umgesetzt wird. Gelegentlich wird ja behauptet, es hätten schon alle Gymnasialzweige Informatik, und in 6/7 haben sie das einstünig ja auch als Teil von Naturundtechnik. Wenn man die weitere Informatik ähnlich verbrämt, braucht man noch weniger neue Lehrer.

    Wie ich dazu stehe: Ich bin für die Einführung der Informatik in allen Zweigen des Gymnasiums. Wenn man es gut macht. Das hängt von den Themen und dem Lehrplan ab und ist ein weites Feld. Gegenüber dem aktuellen Plan hätte ich Verbesserungsvorschläge. (Daneben hätte ich gerne mehr zum Thema Leben in einer digitalen Welt in der Schule. Aber das wird das Fach Informatik zeitlich nicht können, da müssten andere Fächer mitziehen.)

  4. Pingback: Kinect mit Scratch – Lehrerzimmer

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