Updates am Computer: Warum eigentlich immer und immer wieder? Und: Will ich einen Dienstrechner?

(Eher grundsätzlich als konkret.)

Maschinen, die etwas berechnen können

Aus Neugier oder um sich mühsame Arbeit zu erleichtern, erfanden Leute immer wieder Maschinen, die etwas berechnen konnten. Eine einfache Registrierkasse zum Beispiel:

Oder, schon viel komplizierter, aber acht Jahrzehnte zuvor, die Differenzmaschine von Charles Babbage, die mit, uh polynomialen Funktionen rechnen kann. Aber die Maschine war umständlich und konnte sicher nicht alles berechnen, was sich berechnen lässt.

Eine andere solche Maschine ist der Taschenrechner meiner Jugend. Der kann auch Sachen berechnen, aber ebenfalls nicht alles, was sich berechnen lässt. Und letzten Endes kann man damit natürlich ganz viel berechnen, wenn man zusätzlich viel Bleistift und Papier hätte und mitdächte – aber es geht ja hier um Maschinen. So ganz von selber und ganz alleine kann mir der Taschenrechner nur das mit den Grundrechenarten abnehmen.

Maschinen, die alles berechnen können (das berechenbar ist)

Und dann gibt es Maschinen, die tatsächlich alles berechnen können, was sich überhaupt berechnen lässt. Eine solche Maschine ist das Spielzeug Turing Tumble, bei dem man sich Rechenmaschinen zusammenstecken kann:

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Mit diesem Gerät kann man – wahrscheinlich – alles berechnen, was sich berechnen lässt. Prinzipiell jedenfalls, mit enorm viel Murmeln, enorm viel Zeit und enorm großer Steckfläche, auch wenn die schon mal von der Physik her gar nicht möglich ist, aber das sehe ich jetzt mal nur als technisches und nicht grundsätzliches Problem. Aber ich könnte mir das Ding so zusammenstecken, dass es mir Zahlen addiert oder multipliziert oder pi bis auf die zehnte Nachkommastelle ausrechnet, oder die ersten hundert Primzahlen ausgibt. Also, rein theoretisch. Als wäre das ein Taschenrechner mit beliebig vielen Knöpfen, für jede Art von Berechnung ein eigener Knopf.

Allerdings muss ich für jede Aufgabe das Spielfeld neu anlegen, alle Bauteile neu stecken. Das ist nicht sehr praktisch. Man braucht sozusagen für jede neue Maschine eine neue Konfiguration, oder anders gesagt: für jede neue Berechnung eine neue Maschine. Wenn es nur so etwas wie eine Universalmaschine gäbe… also eine Maschine, die alles berechnen kann, was sich berechnen lässt, ohne dass ich groß an ihr herumstecken muss, ohne dass ich Kabel neu verlegen muss… statt hundert verschiedener Rechenmaschinen für hundert verschiedene Arten von Aufgaben hätte ich nur eine Maschine, die diese hundert Rechenmaschinen in sich vereinigt, oder simuliert, oder wie auch immer.

Das heißt also: Also ein programmierbarer elektromechanischer oder elektrischer Computer: die Universalmaschine. Denn ein Computer ist eine Rechenmaschine, die sich verwandeln kann, die zu allen anderen vorstellbaren Rechenmaschinen werden kann.

Maschinen, die alles berechnen können, ohne dass sich an der, uh, Verkabelung etwas ändern muss

Zwei technische Einschränkungen: Man kann mit einem gegebenen natürlich Computer nicht wirklich alles Berechenbare berechnen: Computer können langsam und schnell sein (ein mechanischer ist sehr langsam, und selbst ein schneller moderner Computer ist immer noch zu langsam für viele Aufgaben), und Computer können größer oder kleiner sein (wenn der Computer zum Rechnen mehr Zahlen braucht als er Platz hat, dann geht das halt nicht). Aber im Prinzip kann so ein Universalrechner alles Berechenbare berechnen, kann so eine Universalmaschine alle möglichen anderen Rechenmaschinen nachbauen.

Zum Teil kann man sogar selbst als unbedarfter Nutzer selber bestimmen, welche anderen Maschinen die Universalmaschine nachahmen soll: Die Libre-Office-Writer-Maschine, die Excel-Maschine, die Doom-Maschine. Das liegt daran, dass ein Betriebssystem gibt (zum Beispiel Windows). Damit muss ich nicht jedesmal die gesamte Maschine neue aufbauen beim Starten des Rechners, sondern bestimmte Aspekte sind vorgegeben, nämlich das Betriebssystem. An sich ist der Computer im ausgeschalteten Zustand trotzdem ein unbeschriebenes Blatt, das einem alle möglichen Arten von Maschinen präsentieren kann, keinesfalls nur die Windows-Maschine.

Das heißt aber auch, dass man mit jeder kleine Änderung am Computer, mit jedem neuen Programm, eine neue Maschine vor sich hat. Man nimmt eine kleine Änderung vor, installiert ein neues Programm, verändert ein bestehenes Programm ein bisschen, und schon hat man eine neue Maschine. Die nicht funktioniert, wenn man Pech hat, und dann ärgert man sich.

Aber braucht man denn wirklich alle paar Tage eine neue Maschine? Könnte man nicht einen Computer haben, der funktioniert, der so bleibt wie er ist – verweile doch, du bist so schön? Klar, kann man! Ich habe einen Freund mit Rechnern, die seit den 1980er Jahren unangetastet geblieben sind. Die laufen noch so perfekt wie damals. Die Geräte können genau das gleiche wie früher, und das zuverlässig.
Aber sie können halt auch nicht mehr als früher. Können kein mpeg und kein jpeg, kein docx und vielleicht nicht einmal doc, können kein Internet.

Aber es gibt halt doch immer wieder Neues, und so möchte man immer wieder neue Maschinen. Theoretisch könnte man natürlich selber seine Maschine programmieren, aber das kann kein einzelner Mensch mehr. Praktisch kriegt man fertige neue Software, die man installiert. So oder so kriegt man dadurch eine neue Maschine – entweder eine ein bisschen neue Maschine (wenn das Betriebssystem das alte bleibt), oder ein bisschen mehr neue Maschine (wenn sich das Betriebssystem ändert) oder eine wirklich ganz neue Maschine (wenn man ein ganz neues Betriebssystem bekommt).

(Manchmal funktioniert dann etwas nicht. Immer daran denken: Jedes Update, jede Änderung, macht eine neue Maschine aus der alten.)

Also wird man regelmäßig neue Software installieren und neue Betriebssysteme. Auch deshalb, weil die alten Maschinen dann halt doch nicht so gut sind, wie man gedacht hat: weil sie fehlerhaft sind oder unsicher. Und weil man nicht seine eigenen Maschinen bauen will (physisch umstecken muss man, wie gesagt, ohnehin nichts, aber neu programmieren), muss man auf die vorgefertigten virtuellen Maschinen zurückgreifen, die einem die Anbieter anbieten: Windows, Android, IOS, MacOS, Unix, Linux in verschiedenen Varianten. Windows kann man ein bisschen anpassen, Linux noch mehr, zur Not müsste man sich selber ein OS programmieren oder in Maschinensprache schreiben… was für einzelne nicht mehr realistisch möglich ist.

Anbieter haben natürlich Hintergedanken – sie wollen es den Nutzer:innen einfach machen, aber sie denken auch an Marketing (Kacheln bei Windows) und Abgrenzung und Kontrollmöglichkeiten. Man kauft zwar eine Universalmaschine, wenn man einen Computer kauft, aber nicht alle möglichen Maschinen mit, die durch die Universalmaschine nachgebildet werden können. Also kriegt man nicht alle Maschinen, die man gerne hätte und haben könnte. (Tatsächlich versuchen sowohl Microsoft als auch Apple immer wieder, ihre Geräte so zu gestalten, dass man eben nicht alle möglichen Maschinen damit bauen kann, also nicht etwa zusätzliche oder andere Betriebssysteme darauf laufen lassen kann. Anderes Thema.)

Fußnote: Warum läuft die Corona-Warn-App bei mir nicht?

Grundsätzlich könnte sie. Aber die App setzt auf ein Betriebssystem auf, man möchte ja, dass die Benutzer ihre bisherige Universalmaschine um eine weitere Maschine ergänzen können und nicht völlig ersetzen müssen. Warum gibt es dann die App nicht für alle möglichen Betriebssysteme und ‑versionen? Zu viel Aufwand.

Warum kann ich auf meinem Smartphone kein aktuelles Betriebssystem installieren? Weil die Entwicklungsabteilung irgenwann mal sagt, das lohnt sich nicht mehr, und weil man in der Regel und gerade bei iPhones nicht die Herrschaft über die Universalmschine hat, um so etwas selber entscheiden zu können. Ob das jeweils klug und nötig ist, das kann ich nicht beurteilen.

Fußnote: Maschinen für Lehrer und Lehrerinnen an Schulen

In Folge der Schulschließungen haben viele Lehrer und Lehrerinnen von zu Hause mit eigenen Geräten gearbeitet, mehr oder weniger freiwillig. Datenschutzrechtlich ist das bedenklich: Grundsätzlich möchte man ja auch nicht, dass der Finanzbeamte personenbezogene Daten zu Hause auf dem eigenen Rechner speichert und bearbeitet, und die Polizeibeamtin soll das eigentlich auch nicht. Aber Lehrer und Lehrerinnen dürfen das aufgrund von Ausnahmeregelungen, weil und solange das nicht anders geht.

Ich weiß nicht, ob ich das geändert haben möchte. Ich arbeite am besten, wenn ich so weit wie eben möglich Herr über meine Universalmaschine bin. Klar, ich schränke mich ohnehin auf ein Betriebssystem ein. Oder zwei. Und klar, ich kann mit beliebig vielen Einschränkungen leben und Unterrricht machen – aber jede Einschränkung führt zu weniger Spielraum und weniger effizientem Unterricht.

Ein Dienstrechner hieße wohl:

  1. Ich darf nicht privat darauf arbeiten, und ich darf nur diesen für dienstliche Zwecke, insbesondere zur Verarbeitung personenbezogener Daten benutzen. (Und die Verlage könnten sich wieder leichter wünschen, einen Verlagstrojaner darauf zu installieren, der danach illegalen Kopien sucht.) Ich bräuchte also zwei Geräte und würde sehr oft Daten vom Privat- auf den Dienstrechner bewegen müssen: Meine Urlaubsbilder aus dem Ausland, meine Audio- und Hörspiel- und Textsammlung, das sind alles Dinge, die ich privat und dienstlich nutze.
  2. Dürfte ich meine Dienst-Emails dann auf dem Privathandy oder dem Privatrechner abrufen? Vermutlich nicht. Im Moment kriege ich alle Mails auf allen Geräten, jeweils mit einem ordentlichen Programm. Sobald etwas webbasiertes wie OWA dazu käme (das die bayerischen Schulleitungen für dienstliche Kommunikation mit den vorgesetzten Behörden nutzen), wäre das schon wieder äußerst unpraktisch. Aber zur Not ist das natürlich machbar, ich müsste halt, ächz, jeden Tag einmal kurz den Dienstrechner hochfahren und würde sonst alles mit dem eigenen machen. (Dann würde mir aber ein virtueller Rechner reichen. Oder einfach ein verschlüsselter Container. Zur Not ein verschlüsselter Dienststick.)
  3. Ich bräuchte einen richtigen, leistungsfähigen Rechner, nicht nur ein iPad oder so etwas. Eclipse muss laufen, Android Studio, und ich muss beliebig neue Software installieren können – in Informatik kommt laufend etwas Neues zum Ausprobieren, etwa in der KI, die nach und nach in die Schulen kommen wird. Und so etwas wie mein Inform-7-Projekt geht auch nur, wenn ich die Software installieren kann. Für viele Kolleg:innen tut es sicher auch ein kleineres Modell. Man müsste also differenzieren.
  4. Klar: Wenn die Schüler:innen mit iPads arbeiten, brauchen die Lehrer:innen auch welche. Für manche reicht eine Dockingstation zu Hause, andere brauchen zusätzliche Geräte.

Es gibt nur wenige Vorteile, die ein Dienstrechner hat:

  • Anerkennung durch den Dienstherrn.
  • Sicherheitsrelevante Software wäre vorinstalliert. (Für mich kein Vorteil… vermutlich regelmäßiger Passwortwechsel und Virenschutzprogramm, hm? Nutze ich beides nicht.)
  • Mehr Rechtssicherheit? Vermutlich bin ich besser geschützt, wenn mir der Dienstrechner verloren geht?
  • Leichtere Trennung von Beruf und Privatleben. Nun ist die für jemand, der privat und beruflich liest und programmiert und Filme anschaut, ohnehin illusorisch.

Zweite halbe Schulwoche (und eine gewisse Erschöpfung)

Letzte Woche war Gruppe A dran, diese Woche ist es Gruppe B, und bei mir ist die Luft raus. Nach den Pfingstferien hatt Gruppe A insgesamt 3 Schulwochen bis zum Schuljahresende, Gruppe B 2 1/2 Wochen. Und es ist wichtig, bayernweit, vermutlich, dass die Schüler und Schülerinnen von zu Hause wegkommen, noch einmal die Mitschüler:innen sehen und die Schule. Was ich so mitkriege, geht es übrigens allen recht gut. Rein vom Lernen her wäre es aber für meine Klassen an meiner Schulart effizienter gewesen, das alles von zu Hause aus zu machen.

Ich habe meine Sachen Mitte März bis Anfang Juni so gut wie möglich gemacht, mit viel Einsatz, und halbwegs effizient. Zugegeben: Beim Deutschkurs in der 12. Klasse war eh schon alles erledigt; die zweite Lektüre ist ziemlich ausgefallen, aber Gelegenheit zum Erwerb aller Inhalte und Kompetenzen war da. Auch in Informatik 11 war ich bald nach der Schulschließung mit dem Stoff durch, der Rest war Programmierprojekt in Gruppenarbeit – das läuft ohnehin sehr frei, und jetzt halt mit weniger direktem Input von mir und weniger Daumen drauf. Manche haben mehr davon, andere weniger. Informatik 9 lief sehr gut, da fehlt nur noch ein wenig wichtiges Kapitelchen, das ich nächste Woche mache. Auch in Englisch 7 werde ich mit dem Buch, der Grammatik und den Vokabeln fertig, ohne dass die Schüler:innen jetzt plötzlich viel mehr auf einmal mussten. Dass das Buch sehr schlecht aufgebaut ist, unter anderem wegen einer Grammatikballung am Anfang und wenig nennenswerter Grammatik im zweiten Halbjahr, zahlt sich jetzt aus. (Außerdem arbeite ich immer sehr schnell, so dass ich häufig am Schuljahresende freie Zeit habe, die ich dann nutzen kann.) Klar fehlt die Übung bei allem. Nur Englisch 9 und Deutsch 9, da sind mehr Lücken, und vor allem in Englisch 9 fehlt die Übung. Aber ein Übungsaufsatz in Deutsch zum neuen Thema ist noch drin.

Noten und Prüfungen fehlen weder mir noch den Schülern und Schülerinnen. (Aber die Zeugnisnote, die ist vielen schon wichtig.)

Für Zuckerl oder individuelle Betreuung fehlt mir die Energie und tatsächlich auch die Gelegenheit. Der Unterricht ist komisch: so viel Abstand, so wenig Interaktion. Ich stehe vorne und die Klasse bleibt hinten und ich gehe nicht durch die Klasse und niemand kommt vor. Auch die Kultuminister gewünschte Verzahnung der drei Präsenzwochen und drei Zuhausewochen… ist mehr ein Lippenbekenntnis, auch wenn ich Arbeitsmöglichkeiten schaffe. Ich schaue, dass in diesen zweieinhalb oder drei Schulwochen bis zur Zeugnisvergabe das Nötigste mache. Richtig spannende Sachen gibt es von mir erst wieder im kommenden Schuljahr.

Apropos Zeugnis: Da gehen jetzt schon die ganzen Formalia los, ein sicheres Zeichen des Schuljahresendes. (Die nächsten Wochen allerdings noch: freiwillige oder verpflichtende Abitur-Ergänzungsprüfungen.) Mitarbeit und Verhalten, Notenberechnung. Grundsätzlich zählen am Gymnasium nur die Noten, die bis zum 13. März gemacht wurden, und die, die vereinzelt nach den Pfingstferien gemacht worden sind – aber nur vereinzelt, und ohne die Möglichkeit, sich zu verschlechtern. Dennoch wird es Schüler und Schülerinnen geben, die das Klassenziel nicht erreicht haben – die Möglichkeit, auf Probe in die nächsthöhere Jahrgangsstufe vorzurücken, ist aber praktisch erweitert, so dass erst einmal grundsätzlich von einem solchen Vorrücken ausgegangen werden kann. Was jeweils das beste für die Kinder und Jugendlichen ist, ist eine andere Frage. Und wie man ins neue Schuljahr einsteigt, sowieso.

Josephine Tey, The Daughter of Time

Jemand auf Twitter hat mir dieses Buch empfohlen, oder war es in einem Blog? Ich weiß es leider nicht mehr. The Daughter of Time von Josephine Tey ist ein Krimi von 1951, laut Wikipedia wurde es 1990 von britischen Krimiautoren und ‑autorinnen auf Platz 1 einer Liste der Top 100 Crime Novels of All Time gewählt, und 1995 auf Platz 4 der Top 100 Mystery Novels of All Time der amerikanischen Gegenstücke.

Und das ist ein bisschen komisch. Denn der ermittelnde Polizist, Inspector Alan Grant von Scotland Yard, ist zwar tatsächlich die Hauptfigur in fünf Kriminalromanen von Josephine Tey; dies ist einer davon – wenn es denn überhaupt ein Krimi ist. Grant liegt das ganze Buch über im Krankenhaus. Zuerst langweilt er sich, bis er auf einen Fall stößt; die Fußarbeit übernimmt für ihn durchweg der junge US-Amerikaner Brent Carradine, so wie bei Nero Wolfe und Archie Goodwin.

Der Fall, um den es geht, ist der von Richard III – ist er der Schurke, als den ihn Shakespeare und die populäre englische Geschichtssschreibung kennen, oder ist er in Wirklichkeit vielleicht sogar unschuldig am Verschwinden seiner zwei Neffen aus dem Tower von London? Und alle Recherchearbeit besteht darin, dass Grant den jungen Carradine in die Bibliotheken schickt, um Fragen zu Richard und Eduard und Heinrich und so weiter zu klären. Und so ist das ganze… nicht so krimihaft, wie man das erwartet, sondern ein nur halbherzig verkleideter ausführlicher Essay über Geschichte und Geschichtsschreibung und englische Könige.

Carradine fasst im Lauf des Roman den Entschluss, ein Buch über Richard III zu schreiben, und beschließt am Ende der Geschichte, das in Form einer längeren Erzählung zu machen: Wie er und Grant nach und nach den Spuren und Hinweisen nachgehen. The Daughter of Time könnte also dieses Buch sein.

Auslöser für Grants Beschäftigung mit Richard ist ein Porträt. Richards übler Ruf scheint Grant – der sich ja beruflich viel mit Gesichtern befasst – so gar nicht zu dem Gesicht zu passen, und er zeigt das Porträt allen anderen Figuren und will wissen, wie diese den dargestellten Mann einschätzen. Dieser Vorgehensweise wurde doch bestimmt schon 1951 mit Skepsis begegnet, hoffe ich.

Und das sind die Fakten des Falles, die Jahreszahlen nach und nach ermittelt wie die Uhrzeiten im Kriminalfall: Wer war um wieviel Uhr im Gewächshaus hinter dem Schuppen?

  • Edward IV wird 1461 König, damit hat das Haus York die Rosenkriege gegen das Haus Lancaster vorerst gewonnen – von einer kurzen Phase mit Henry VI (Lancaster) als König im den Jahren 1470/71 abgesehen.
  • Edward IV stirbt 1483, er hinterlässt die Sohne Edward und Richard und die Tochter Elizabeth. Der Thronerbe wird zu Edward V, wird aber nie gekrönt; dem Testament seines Vaters folgend wird Richard von Gloucester, der Bruder Edwards IV, zum Regent und Quasi-Vormund Edwards V.
  • Dieser Richard lässt sich aber im Juni 1483 zu Richard III krönen.
  • Richard lässt 1484 das Parlament die Erklärung Titulus Regius abgeben, laut der Edward IV bereits früher mit jemand anderem verheiratet war, so dass seine Kinder illegitim sind. Unter anderem damit wird der eigene Thronanspruch gerechtfertigt.
  • Kronzeuge dieser Anklage ist der Bischof Robert Stillington.
  • Zu irgendeinem Zeitpunkt verschwinden die beiden Söhne Edwards, also Edward V und Richard, aus dem Tower.
  • Zu irgendeinem Zeitpunkt kommt das Gerücht auf, Richard habe sie töten lassen. Möglicherweise liegt dieser Zeitpunkt aber erst eine ganze Weile nach Richards Tod – also nicht zu seinen Lebzeiten, und auch nicht zur Thronbesteigung seines Nachfolgers.
  • Henry Tudor, mütterlicherseits ein Lancaster und nach Frankreich geflohen, besiegt 1485 Richard III in der Schlacht von Bosworth und lässt sich im August des Jahres zu Henry VII krönen – damit lösen die Tudors die Plantagenet-Dynastie ab.
  • Henry VII lässt Titulus Regius im November 1485 für ungültig erklären (wodurch der Anspruch Richards zurückgewiesen wird und die Kinder Edwards wieder legitimiert werden, insbesondere auch die Tochter Elizabeth, Henrys Verlobte seit 1483). Er lässt alle schriftlichen Exemplare vernichten. Nur eine einzige Abschrift überlebt zufällig und wird hundert Jahre später gefunden.
  • Henry VII heiratet 1486 Elizabeth, die Tochter Edwards IV.
  • 1502 wird der Adlige James Tyrell, der unter Edward IV, Richard III und Henry VII Ämter bekleidet hat, hingerichtet. Nach seinem Tod wird verbreitet, dass er gestanden habe, knapp zwanzig Jahre zuvor die Prinzen im Tower, Edwards Söhne, im Auftrag von Richard getötet hat.
  • Nach dem Tod von Thomas More 1535 wird seine unvollendete History of King Richard III (1512–1519) veröffentlicht, die das Bild Richards maßgeblich prägt. More war selber kein Zeitzeuge.
  • Ausblick: Später wird Elizabeth I die letzte Tudor-Königin, abgelöst von James (Jacob) aus dem Hause Stuart, Sohn von Maria Stuart, der zuvor nur König von Schottland war. Danach kommt Charles I und der Bürgerkrieg und das Commonwealth unter Cromwell, einen König gibt es erst wieder mit Charles II, dessen Bruder James II dann in der glorious revolution abgesetzt wird.

Spoiler ab hier, aber ehrlich, nichts was nicht schon seit hunderten von Jahren bekannt wäre

Was mit den Kindern geschehen ist, bleibt unklar. Wenn sie überlebt hätten, hätten sie Anspruch auf den Thron. Im Juni 1486 erhält James Tyrell eine Generalbegnadigung von Henry, nichts Unübliches; im Juli des gleichen Jahres aber eine zweite solche Generalbegnadigung, was sehr unüblich ist. (Sagt der Roman.) Im Herbst 1486 kommt die Mutter der Kinder, also Henrys Schwiegermutter, Elizabeth Woodville, nach London, nachdem ihr ein Enkel geboren wird. Im Februar 1487 zieht sie sich für den Rest ihres Lebens in ein Kloster zurück – entweder freiwillig oder von Henry dazu gezwungen; die Geschichtsschreibung (lies: Wikipedia) weiß es nicht sicher.

Die Lösung, die The Daugher of Time präsentiert: Henry VII ist für das Schicksal der beiden Prinzen verantwortlich. Vermutlich hat er sie umbringen lassen, vielleicht durch Tyrell, vielleicht im Juni 1486.

Interessant sind die Ausführungen zu dem, was in das populäre Geschichtswissen eingeht und was wirklich passiert ist. Tonypandying wird zu einem Schlagwort zwischen den beiden Detektiven, benannt nach der Stadt Tonypandy in Wales und dem Tonypandy riot von 1910, einem aus einer Reihe von Konflikten zwischen streikenden Minenarbeitern und der Polizei, sogar dem Militär, in den Jahren 1910 und 1911. Im örtlichen Geschichtsbewusstein blutig neidergeschlafen, war zumindest dieser eine Konflikt eher eine kleine Angelegenheit, obwohl es einen Toten gab. Aber ganz so harmlos wie im Buch dargestellt war es laut Wikipedia auch wieder nicht – auch The Daughter of Time bleibt zeitgebunden.

Geschichtsschreibung wird als empirische Wissenschaft geschildert: Grant hat eine Hypothese, aufgrund derer er voraussagt, dass es in Frankreich Gerüchte zu einem bestimmten Zeitpunkt geben muss; er schickt Carradine los, und der findet dann auch Besätigung dafür (S. 166ff). Auch später lässt er nach Carradine nach einem “break in the pattern”(S. 192ff) suchen, von dem er vermutet, dass er existiert, und Carradine wird fündig.

Fußnote: In diesem Zusammenhang, dem zwischen Geschichtsschreibung und Krimi und zu füllenden Lücken, darf ich noch einmal auf mein Magnum Opus verweisen, Zwischen den Zeilen schreiben.

Erste halbe Schulwoche

Es war eine ganze Woche, die erste nach den Pfingstferien, aber nur die Hälfte der Schüler und Schülerinnen war da. Von den Lehrkräften waren fast alle da, aber natürlich muss man auch im Lehrerzimmer Abstand halten. Deshalb gibt es jetzt weniger Tische bei uns, die auch neu aufgestellt sind:

Richtig voll ist es im Lehrerzimmer nie, da man die Pausen in der Regel im Klassenzimmer verbringt. Und das kommt so:

Seit ein paar Jahren gibt es bei uns Doppelstunden statt Einzelstunden, soweit nur irgendwie möglich, und die Klassen haben keine eigenen Klassenzimmer mehr – vielmehr haben die meisten der Lehrer und Lehrerinnen ein Zimmer und sind “Raumpate” dafür. Man kann also Zeug hineinstellen und parat haben und ein bisschen dekorieren.

Im Moment bleibt doch wieder jeder Klassenhälfte in einem festen Raum, und ich wandere. Die Glasfront zur Aula hat mehrere Eingänge, so dass nicht alle Schüler und Schülerinnen den Haupteingang benutzen. Insgesamt sind an der Eingangsseite mehrere Türen offen und dahinter sind die Wege markiert – je nachdem, in welchen Trakt des Gebäudes die Schüler und Schülerinnen müssen, um zu ihrem Klassenzimmer zu kommen. Das sieht dann so aus:

Und innen – rechts die Treppe hinauf nach C.2, links weiter zu C.1 und dem D‑Trakt:

Fast alle Gänge und Treppen sind Einbahnstraßen. Wenn man aus einem Klassenzimmer tritt, sieht man sofort Pfeile, die einem sagen, wo es lang geht.

Die regulären Pausen finden im Klassenzimmer statt (unter Anwesenheit der jeweiligen Lehrkraft). In jeder Doppelstunde soll man außerdem mit der Klasse ein bisschen raus an die frische Luft gehen, draußen Pause machen. Dazu hat jede Klasse einen ausgewiesenen Abschnitt des Schulgeländes als Pausenbereich. Zurück geht man meist auf einem anderen Weg, als man dorthin gegangen ist – die Einbahnstraßen.

Von selber ist das alles nicht gekommen: Eine Gruppe hat ein Bewegungskonzept erstellt und dann umgesetzt. Das haben sie gut gemacht. Ich weiß gar nicht mal genau, wer da alles dabei war – man kriegt im Moment viel weniger mit von den Kollegen und Kolleginnen als sonst.

In den Klassenzimmern ist es zur Zeit etwas kalt, weil fast immer die Fenster und auch die Türen offen sind. Ich habe meistens meine Jacke an.

Die Stimmung ist gut, aber im meiner Klasse sind sind viele nach der ersten Woche erschöpft und müssen sich erst einmal wieder an das Arbeiten in der Schule und die entsprechenden Uhrzeiten gewöhnen. Einige haben die flexiblere Zeiteinteilung zu Hause sehr genossen. Die SMV hat eine Umfrage via Mebis gemacht, auf deren Ergebnisse ich sehr gespannt mit; sie werden hoffentlich in der Aula ausgehängt.

Dunsanian Interactive Fiction, und etwas Pfingstferien

Pfingstferien

Es gibt nicht viel zu erzählen. In der ersten Woche viel Abitur korrigiert, in der zweiten dann etwas erholt. Wieder angefangen zu lesen, viel Ukulele geübt – aber richtig vorzeigbar bin ich noch lange nicht, dazu verzettele ich mich zu viel.

Außerdem gekocht, über mein butter chicken wird noch zu berichten sein. Beim Friseur gewesen, meine Eltern besucht (die ich fast fünf Monate nicht gesehen habe) und mich gefragt, ob ich das Virus nach Augsburg trage.

Dunsanian Interactive Fiction: The Ebb and Flow of the Tide

Aber über dieses Spiel wollte ich schreiben. Es ist ein Beispiel für interactive fiction, und hier passt der alte Begriff Text-Adventure wirklich nicht. Das sind diese Spiele, wo man “go north” eintippt oder “take the lantern” und so weiter. Allerdings ist dieses Spiel etwas anders, und das liegt auch an der literarischen Vorlage.

“Where the Tides Ebb and Flow” (1910) ist eine sieben Seiten lange Geschichte von Lord Dunsany, den ich seit meiner späteren Jugend kenne und sehr schätze. (Betonung auf der zweiten, langen Silbe, wie bei Dún Laoghaire/Dunleary; hört man oft falsch.) Dunsany ist eine Art Fantasy-Autor, anglo-irisch, der am bekanntesten ist für eine Art traum-hafter, märchenhafter Geschichten ohne viel Handlung mit einem ganz eigenen Stil, der viel auf Lovecraft und andere gewirkt hat. Auch in “Where the Tides Ebb and Flow” geschieht nicht viel: Ein Leichnam liegt an der Themse, auf irgendeine Weise und aus irgendeinem Grund verflucht; ein Grab bleibt ihm verwehrt, er wird immer wieder im Lauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte dorthin zurückgebracht. (Link zum Text.) Die Welt um ihn verändert sich langsam, soweit er das mitkriegt – er kann sich nicht bewegen, nur hören, sehen, riechen in dieser eintönigen Reihe von Tagen; wir kriegen auch nicht viel mit von seinen Gedanken, der Ich-Erzähler ist doch sehr distanziert von uns.

Aus dieser Geschichte hat Peter Nepstad 2006 das Spiel “The Ebb and Flow of the Tide” gemacht. Weite Teile des Textes stammen dabei aus der Dunsany-Geschichte, die in den USA in der public domain ist, in Europa aber noch urheberrechtlich geschützt, soweit ich das verstehe. Das Spielprinzip… ist anders als bei typischen solchen Spielen. Normalerweise ist die Spielfigur aktiv, man erkundet und löst Rätsel und nimmt und benutzt Dinge und bewegt sich. Hier dagegen kann man nichts anderes tun außer “sleep” (glaube ich), “smell”, “feel”, “listen”, “examine”, “look”, “taste” (falls einem zufällig etwas in den Mund gefallen oder gekrochen ist).

Rätsel gibt es dennoch, oder Hindernisse beim Vorankommen. Man probiert immer wieder diese Handvoll Verben aus, mit immer neuen Objekten, die einem nach und nach und oft erst in Folge einer vorangegangenen Aktion präsentiert werden. Das ist mühsam und eintönig und etwas frustrierend und wiederholt sich… aber das ist ja gerade der Punkt. Normalerweise ist diese Ausprobierei ein Zeichen für schlechtes Design bei einem Spiel. “Guess the verb” heißt das dann, und wenn man nicht weiter kommt, muss man per brute force einfach alles ausprobieren, was einem einfällt, bis man darauf stößt, was der Entwickler sich als Lösung vorgestellt hat. Da es hier wirklich nur eine Handvoll Verben sind, ist das aber kein wirkliches Problem, und das ganze Spiel dauert dann auch nur zwanzig Minuten, ist aber eine schöne Möglichkeit, Dunsanys Prosa in kleinen Häppchen zu erleben.

Das Spiel bei der IF Database. Zum Spielen braucht man von dort die Spieldatei, und ein Programm zum Ausführen solcher Spiele – Gargoyle oder einen TADS-Interpreter. Als Spiel könnte es noch etwas umfassender implementiert sein; gerade weil die modellierte Welt so beschränkt ist, kann man es sich eigentlich leisten, viele Objekte und Synonyme zu programmieren.

Ich habe hier ein vor vielen Jahren angefangenes Spiel zu Kafkas “Vor dem Gesetz” herumliegen, das etwas Ähnliches werden sollte. Vielleicht mache ich irgendwann weiter damit. Dunsanys “Why the Milkman Shudders When He Perceives the Dawn” ist übrigens nicht weit von Kafka entfernt.

Coraline: Das Spiel

Kurzfassung zur Erinnerung: Statt über die Englischlektüre Coraline von Neil Gaiman mit meiner 9. Klasse zu sprechen, programmiere ich mit der Klasse ein Textadventure dazu. Der Code ist von mir, die Beschreibungen der Räume und Objekte stammen weitgehend von den Schülern und Schülerinnen, die sich dazu aus aus dem Buch bedient haben. (Mehr Einzelheiten hier.)

Das Spiel ist jetzt zwar noch nicht ganz fertig, aber ziemlich weit gediehen (mehr als 22000 Wörter) und bis zu einem oder mehreren Enden spielbar. Das hat Lust auf mehr gemacht, ich sehe auch eine das Schulbuch begleitende Möglichkeit für meine 7. Klasse, und irgendwann wird sicher auch noch ein Aufsatz daraus und ein Beitrag für den Jahresbericht.

Das ist die Spielwelt:

Am Anfang habe ich Ideen für das Spiel über eine Mebis/Moodle-Datenbank eingesammelt, bin dann aber schnell zu einem cloudbasierten Dokument übergegangen mit Schreibberechtigung für mich und die Schüler und Schülerinnen. Dort habe ich mäßig agil eingetragen, welche Wünsche ich jeweils berücksichtigt habe und welche nicht oder noch nicht. Hier ein Auszug:

In einem weiteren Dokument sind alle Objekte aufgelistet. (Das Spiel besteht aus 20 Räumen und etwa 85 Objekten.) Die Objekte haben eine Beschreibung und eine andere Beschreibung, die für ihr Äquivalent in der Parallelwelt verwendet wird und die unheimlicher, schräger, grusliger ist als die ursprüngliche. Tatsächlich fehlen für 32 teilweise wichtige Objekte noch Beschreibungen – viele Objekte entstehen quasi nebenbei durch die Raumbeschreibungen. Wenn da eine Schülerin etwa zur Beschreibung des Kühlschranks schreibt:

It's a big white fridge with some postcards and one shopping list. (It's pretty empty. Time for mom to go shopping.)

- dann muss man quasi auch ein Postkarten- und ein Einkaufslistenobjekt anlegen, weil die Spielerin ja nach der Beschreibung erwarten wird, diese betrachten oder vielleicht gar nehmen zu können.

Ein drittes Dokument enthält mögliche Gesprächsthemen mit den Figuren im Spiele – Vater, Mutter, zwei Nachbarn, und deren andere Gegenstücke. Was sollen die Antworten, oder wie sollen sie sonst reagieren, wenn sie angesprochen werden auf bestimmte Themen? Das ist für die Lösung des Spiels nicht relevant, aber für das Spielvergnügen. Überhaupt sind es bei solchen Spielen gerade die Reaktionen auf Aktionen, die nicht zur Lösung des Spiels beitragen, die besonders reizvoll beim Spielen sind.

Im Lauf des Spiels kriegt man dann auch verschiedene Illustrationen zu sehen, die die Schüler und Schülerinnen erstellt und mir geschickt haben:

Das Spiel gibt es hier:

https://herr-rau.de/coraline

Im Moment ist dort eine Testversion veröffentlicht, die einige Schummelmöglichkeiten anbietet, und den ganzen Code kann man auch einsehen.

Was ich übers Spieleschreiben gelernt habe: Im Film oder Roman hat man eine spannende Szene im Kopf und lässt die Heldin in sie hineinstolpern oder “von selber” auf eine überraschende Idee kommen. Im Zauberer von Oz, dem alten Musical, gießt Dorothy versehentlich einen Eimer Wasser auf die böse Hexe und besiegt sie dadurch. Im Spiel muss man dafür sorgen, dass die Spielerin tatsächlich von selber auf diese Idee kommt – und Spielerinnen kommen notorisch immer genau nicht auf die Idee, die man als Entwickler im Kopf hat. Also muss man Hinweise geben, aber sacht, sonst ist das eben nicht “von selber”.

Ein anderes Beispiel: Im Buch geht Coraline mindestens zweimal schlafen. Klar, sie ist müde, aber die Nächte braucht es auch, um die Handlung voran zu treiben. Im Spiel… ist das bisher auch so. Aber ein Spieler wird nicht aus freien Stücken schlafen gehen, also braucht es Hinweise, und das ist dann Gängelung. Ich überlege noch, ob ich die zwei Nächte in eine packe.

Für ein Fazit ist es noch zu früh. Ich habe ja keine einzige Schülerin und keinen Schüler der Klasse seit Anfang es Projekts auch nur gesehen. Alle, die nicht ohnehin völlig abgetaucht sind, haben mitgearbeitet, manche mehr, manche weniger. (Es gab auch Aufgaben zum Buch, die nichts mit dem Spiel zu tun hatten.) Im Präsenzunterricht hätte ich mich anstrengen müssen, so viele Zeichnungen in digitaler Form zu erhalten und so viele Textbeiträge. Andererseits hätten wir bei gelegentlichen Treffen mehr gemeinsam planen und besprechen können. Dann wäre vielleicht doch eher ein begehbares Buch daraus geworden als ein relativ klassisches Spiel. (Es ist übrigens sehr, sehr einfach, aber wer mit dem Genre nicht vertraut ist, dem fällt es vermutlich schwer genug.) Unterricht zu Hause mit gelegentlichen Präsenztagen, das käme mir entgegen.