Kartoffelkombinatsessen, eine Woche lang

Frau Rau und ich kriegen ja jede Woche eine Kiste mit den Anteilen aus dem Kartoffelkombinat, der Gärtnereigenossenschaft, an der wir beteiligt sind (Blogeintrag dazu). Im Sommer und Herbst ist viel drin, im Winter und Frühling weniger, aber alles machbar. Ich schreibe hier mal mit, was ich mit der Kiste in der letzten Woche gemacht habe.

Donnerstag: Ein kleiner Eichblatt- und ein kleiner anderer Salatkopf, beide aus Ernteanteil. Den Salat macht Frau Rau, weil die sehr gut Salatdressings machen kann. Dazu Honigmelone, die noch im Haus war, und eigens gekaufter Parmaschinken. Foto vergessen.

Freitag: Tater tots nach Ottolenghi aus Ernteanteilkartoffeln, dazu ein Stück Fleisch vom Metzger. Nachtisch Erdbeeren.

(Tater tots: Das ist so eine US-amerikanische Tiefkühl- und Dinersache. Geriebene Kartoffeln, vielleicht etwas angekocht, mit ganz wenig Stärke zu Zylindern geformt und dann frittiert – bei der Ottolenghi-Abwandlung, an die ich mich gehalten habe, stattdessen im Ofen gebacken und davor mit Kreuzkümmel und Limettenschale gewürzt. Ganz Mutige googeln “Minnesota Hot Dish”.)

Samstag: Kartoffeln (Ernteanteil) und breite Bohnen mit Knoblauch (der auch aus Ernteanteil, aber einem früheren). Nachtisch Ananas.

Sonntag: Pasta mit Karottengrün-Pesto (Parmesan, Pinienkerne, Knoblauch; Olivenöl von der Nachbarin; Karottengrün aus Ernteanteilkarotten).

Montag: Den Rettich aus dem Ernteanteil in den Biergarten mitgenommen und dort gegessen, mit Breze und Bier.

Dienstag: Bolognese aus Salsiccia, italienischer scharfer Schweinebratwurst, Zwiebel, Karotten und Selleriestangen (die letzten beiden aus Ernteanteil), einer Tomatendose. Das Ziel war schon auch, das Gemüse aufzubrauchen. Karotten, Kartoffeln und Sellerie wiederholen sich zwar nie von Woche zu Woche und könnten auch noch liegen bleiben, aber ich bin immer froh, wenn ich die alte Kiste leer habe, bevor die neue kommt.

Im Uhrzeigersinn: Karotte, Sellerie, Salsiccia, Karotten, Zwiebeln; später Schuss Vermouth und 1 Tomatendose.

Es ist keineswegs so furchtbar viel, wie das hier vielleicht klingt; bei vielen der Gerichte oben ist ja nur ein Teil aus dem Ernteanteil, aber es erfordert schon Planung, das alles gut zu verarbeiten.

Auf dem Teller sah die Bolognese dann so aus und war sehr lecker:

In der Kiste waren auch noch Gurke und grüne Paprika, die hat Frau Rau zwischendurch zum Mittagessen gegessen. Blieb nur noch Petersilie: Da kochte ich Bulgur, hackte eine Tomate hinein und einen Rest selbst angelegte Salzzitrone, und eben den Petersil. Das gibt ein kleines Mittagessen morgen für Frau Rau und mich, wenn auch getrennt von einander.

Mittwoch: Leckere Nudelreste den Tag über, und abends… freie Wahl. Sushi vielleicht? Am Donnerstag kommt dann die neue Kiste. Salat!

3 Antworten auf „Kartoffelkombinatsessen, eine Woche lang“

  1. Klasse, so eine Woche nachvollziehen zu können. Obwohl H. eben zu Abend gegessen hat (Blumenkohl aus der Kiste mit Béchamel) lief ihm das Wasser im Munde zusammen.
    Ja, planen muß H. auch: Was muss zuerst weg, was später.

  2. Die Woche drauf fiel die Kiste deutlich kleiner aus: zwei Zucchini, zwei Gurken, ein großer Salat, ein Kohlrabi, Tomaten, Majoran – und die angekündigte Aubergine fiel aus (Blattläuse und ein Pilz). Es hängt halt auch immer vom Wetter und der Natur ab, wieviel in der Kiste ist. Zwar wird gut geplant, so dass in jeder Woche des Jahres etwas erntereif ist oder aus dem Lager geholt werden kann, aber Pläne klappen halt nicht immer.

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