Sechs Tage im Bayerischen Wald

Es war eher feucht, aber noch so, dass man gut wandern konnte.

Dunstiges Wandern
Nicht ganz so dunstig
Gipfelkreuz auf dem Silberberg: Nachts leuchtend von oben herab ins Tal – also nicht angestrahlt, sondern eher wie mit Neonröhren. Oder doch reflektierende Oberfläche?
Wanderer im Nebelwald.
Blaubeeren.
Der Gipfel des Großen Arber. Wenn es mal halbwegs trocken ist, gehen *alle* dorthin – zu Fuß, per Seilbahn, mit Fahrrad oder Auto. Also eher warten, bis die Seilbahn keine Saison hat? – Dass die Wege am Gipfel alle eingezäunt waren mit der Bitte, doch den Tieren eine Chance zu geben, hielt eine Gruppe nicht vom Picknick ab.

Also: Wandern ja. Ist auch alles gut ausgeschildert. Pilze gibt es enorm viel, aber ich kenne ich mich nicht aus und wir hätten ohnehin keine Kochgelegenheit gehabt. Ansonsten gab es in Bodenmais zu unserer Überraschung nur liebloses Essen. Wir haben uns halt beholfen, der Chinese ging noch halbwegs.

Interessieren sich andere Touristen überhaupt nicht fürs Essen, oder wieso greift das niemand auf? Einmal erkundete sich ein amerikanisches Paar nach vegetarischen Gerichten in einem der größten Gasthöfe am Ort. Die Bedienung ging mit ihnen die Speisekarte durch. “Meat… that’s meat… meat… fish… salad, but with meat…” Das Paar ging dann. Aber auch Schweinebraten und Schnitzel waren lieblos. (Der Unsitte, das Griebenschmalz mit irgendeiner Art von Bratensoßenextrakt zu versetzen, ist mir um München herum aber auch schon begegnet.)

Die beste Wanderung: Von Bayerisch Eisenstein den Großen Regen entlang über Ludwigsthal nach Zwiesel. Die zweitbeste: Auf der anderen Seite des Flusses von Ludwigsthal nach Bayerisch Eisenstein zurück.

Der Bahnhof von Bayerisch Eisenstein ist sehenswert. Riesengroß, ein gutes und schönes Restaurant ist darin, und die Grenze zu Tschechien verläuft mitten durch das Gebäude. Aber das alles kann man anderswo nachlesen. Bayerisch Eisenstein heißt so, weil es auf der tschechischen Seite Markt Eisenstein gibt, wie überhaupt die Grenze zwischen Bayern und Böhmen erst spät fix wurde, und die Bezeichnung Bayerischen Wald nach und nach Richtung Ostern wanderte – ursprünglich ist das alles zusammenhängend Böhmerwald.

5 Antworten auf „Sechs Tage im Bayerischen Wald“

  1. Als ArberSkifahrer seit den 50ern kann ich nur sagen, daß Bodenmais sich schon früh zum Disneyland entwickelt hat.

  2. Mein letztes Disyneyland ist sehr lange her. :-) Damals war ich zufrieden, hatte aber auch keine kulinarischen Ansprüche. Das mit dem Tourismus verstehe ich völlig – aber warum nicht gutes Essen als Dienstleistung?

  3. Bei der ersten Bildunterschrift die das Wort “dunstig” enthält habe ich stattdessen “durstig” gelesen, und mich dann gefragt wie es sein kann dass man in Bayern nicht mehr quasi an jeder Ecke ein Weißbier bekommt.

    Das Missverständnis hat sich bei nochmaligem lesen aber schnell aufgeklärt.

    Gruß
    Aginor

  4. Ich habe mich ja bei Frau Kaltmamsell schon über das niederbayrische Gasthausessen ausgelassen. Wer gut essen will, soll eher ins bayerische Innviertel. Auch dort läßt sich wandern, besonders gut im Sauwald (https://de.wikipedia.org/wiki/Sauwald) auf der anderen Seite des Inn. Im restlichen Niederbayern wird es noch ein Weilchen dauern, bis ordentlich gekocht wird.

  5. Das lieblose Essen in deutschen Tourismusgebieten scheint ein typisch deutsches Phänomen zu sein. Da meine Schule sich in einem solchen befindet, erschwert das auch uns als Lehrkräften und Schülerschaft oft die Suche nach einem vernünftigen Mittagessen. Eine ehemalige Schülerin, die in einem mittlerweile leider geschlossenen, guten Restaurant jobbte, meinte mal: “Die Touristen wollen halt schnell abgefüttert werden und dann weiter zur nächsten Attraktion, die haben gar keine Muße für gutes Essen.” Ein gewisser Unwille zur Veränderung des gastronomischen Angebots (nach dem Motto I’m an Arian, not a vegetarian) spielt da aber sicher auch eine Rolle.

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