Perry Rhodan 150 bis 179

Wenn nichts geht: Perry Rhodan lesen geht. In den letzten Monaten habe ich weitere 30 Hefte gelesen.

Neuanfang

150 (Scheer): Geht. Zeit ist vergangen; Rhodan ist jetzt Großadministrator der vereinten irdischen und arkonidischen Reiche, Atlan leitet die USO. Das ist eine vielversprechende Ausgangsposition für zukünftige Geschichten. Und mit den neuen Serienhelden in Form der umweltangepassten USO-Agenten Lemy Danger (winzig klein) und Melbar Kasom (riesengroß und schwer) geht das auch so gut los, dass man gar nicht mitkriegt, dass die ungeschickte Idee mit der Jagd nach den Zellaktivatoren schon begonnen hat.

Die Jagd nach den Zellaktivatoren

151 bis 156 (Darlton, Brand, 2x Voltz, Mahr, Scheer): Schwach. Die dumme Idee: Das Geistwesen ES stellt die Zellduschen ein, verteilt 25 frei benutzbare Zellaktivatoren in der Milchstraße, informiert alle und jeden darüber, und verschwindet dann. Man findet ein paar Hefte lang jeweils einen Zellaktivator, immer löst der Streit aus, so dass unbescholtene Bürger Schandtaten verüben, um in deren Besitz zu kommen. Einige weitere werden abseits der erzählten Handlung gefunden, aber insgesamt denkt man schon: das kann doch nicht Heft für Heft so weitergehen, bis man das letzte Dutzend jeweils einzeln gefunden hat? Stattdessen geschieht dann mit Heft 157 etwas Neues, und danach reden wir nicht mehr über diese Zellaktivatoren, auch wenn das Schicksal der restlichen ungeklärt bleibt..

Schreckwürmer

157 bis 162 (2x Darlton, Brand, Mahr, 2x Voltz): Richtig gut. (160, der Brand, etwas schwächer.) 6 Hefte am Stück, mit vorausgeplanter Handlung und Geheimnissen, deren Lösung nicht erst später ausgewürfelt werden muss. Hornschrecken, Schreckwürmer, Molkex, das zweite Imperium – sehr gut zu lesen, im Rahmen von Perry Rhodan natürlich. Da das aber immer noch die gleichen Autoren sind: Heißt das, dass der Plot die Qualität ausmacht und nicht der Stil der Autoren?

Das sind auch die Hefte, die ich vor fünfundvierzig Jahren zum letzten Mal gelesen habe, und an die ich mich gut erinnere. Die Hefte 200 bis 299, der bekannte Meister-der-Insel-Zyklus, haben einen guten Ruf und mir damals auch gut gefallen, aber ich weiß eigentlich nicht mehr, worum es darin ging. Die Hornschreckensache habe ich ausgedehnter in Erinnerung und weniger Schlag auf Schlag: Erst tauchen unzerstörbare Kapseln in einer Höhle auf, aus denen dann zerstörbare, aber sich beständig teilende Hornschrecken entstehen, die ganze Planeten kahlfressen und dabei mit einer glasartigen harten Schicht überziehen und dann verenden. Aus dieser Schicht entsteht dann ein monströser unzerstörbarer Schreckwurm. Der funkt instinktiv nach Hause, bis unbekannte Außerirdische kommen, die glasartige Schicht auf unbekannte Art abbauen und ihre Raumschiffe damit panzern und unangreifbar machen. Außerdem nehmen die dann den Schreckwurm mit, der ja sonst keine Möglichkeit hat, auf einen anderen Planeten zu kommen und dort Eier zu legen – eine alte symbiotische Beziehung. (Tatsächlich ist das alles noch viel komplizierter und betrifft die Frage, wo diese Hornechsen-Molkex-Schreckwürmer ursprünglich herkommen.)

Das hat Anklänge von Alien und Prometheus und Dune. Der Entwicklungszyklus von Spice und Sandwurm und diesen kleinen Tierchen – Sandfluppen? irgend so etwas – war sicher Vorbild. Alien erschien natürlich erst fünfzehn Jahre später, aber auch das hat Vorläufer in der Science Fiction des Golden Age.

Die Blues

163 bis 177: Wieder schwächer. 166 (Kurt Mahr) ist ganz okay.Die Raumschlachten werden fortgesetzt, zwischendrin sind Agentenabenteuer und Ilti, Guckys Braut, eher peinlich behandelt. Es gibt ein paar ordentliche Hefte, vor allem am Anfang, ein paar arg schwache; am Ende sind die Blues besiegt.

Reste

178: Der Schreckwurm-Planet wird zerstört und die Schreckwürmer sind damit ausgerottet. Ich nehme an, das war eine redaktionelle Entscheidung, weil man damit zu viel abgebissen hatte und nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Oder sie mussten weg, weil sie letztlich für Milliarden Tote verantwortlich waren und man nicht mehr darüber reden wollte?

179: Überleitung zu den nächsten, in den SIlberbänden fehlenden 20 Heften.

Gedanken

WIlliam Voltz: Gut, aber nicht unbedingt besser als die anderen. Eher in den früheren Heften war er typisch, weil untypisch.

Sexismus gibt es zuhauf.

Weiterhin sind Computer dazu da, etwas auszurechnen – Digitalisierung im Sinn von digitalisierten Daten für Bild oder Ton oder zur Übertragung von Informationen gibt es nicht. Kein Computer ist auf irgendeine Art mit einem anderen verbunden. Roboter haben ein plumpes Programm, dem sie folgen. Allerdings gibt es die Superinpotronik NATHAN. Das ist ein riesiger Computer auf dem Mond, den man wie eine KI benutzen kann: Wenn man keine Entscheidung treffen mag, fragt man Nathan, und der bestätigt dann orakelhaft, was der Plot bestätigt haben möchte.


Beitrag veröffentlicht am

in

Kommentare: 0

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert