Werkzeuggebrauch in der Schule

Das Berliner Modell ist ein zumindest in Deutschland sehr bekanntes didaktisches Konzept aus den 1960er Jahren (glaube ich), mehrfach weiterentwickelt, das letztlich relativ neutral angibt, auf welche Faktoren Lehrer und Lehrerinnen beim Gestalten und Vorbereiten von Unterricht achten sollten: (Quelle: Oeclan@Wikipedia, CC-BY-SA 3.0 unported) Die Faktoren beeinflussen sich dabei gegenseitig. Das sind allerdings, denke ich, alles Entscheidungen, die die Lehrkräfte treffen – Schüler und Schülerinnen haben traditionell wenig Mitgestaltungsmöglichkeiten, was Inhalte und Methoden, Medien und Ziele betrifft. Bei den Inhalten darf manchmal die ganze Klasse mitreden („Welche Lektüre sollen wir lesen?“), bei den Zielen verstehe ich völlig, dass diese Entscheidung … Continue reading „Werkzeuggebrauch in der Schule“

Nach Ostern ist vor Pfingsten: Abitur, Knie, Sommersemester, Frühling

Essen nach Wanderung

Nur kurzes Lebenszeichen: Ich genieße den Frühling, vorletztes Wochenende erste Wanderung, letztes Wochenende die zweite. Schon mal üben für den Frühling. Es ist so sonnig und warm, ich freue mich direkt aufs Balkonputzen – sobald ich mal dazu komme, ich möchte nicht, dass mir Frau Rau zuvorkommt. Aber es ist viel zu tun, auch wenn mir die Arbeit gerade leicht von der Hand geht: Das Sommersemester hat begonnen und damit die Informatikdidaktikvorlesung. Bin immer noch aufgeregt und unsicher, was ich wirklich lehren kann, aber wird schon. Außerdem kriege ich dubiose Spritzen in die Knie, weil ich Meniskus habe; nicht sehr, … Continue reading „Nach Ostern ist vor Pfingsten: Abitur, Knie, Sommersemester, Frühling“

Scratch-Eingabemethoden: Die Tanzmatte

Schüler auf Tanz-Eingabematte

Habe ich tatsächlich noch nie über das Ding geschrieben? Ich habe es mir vor einem guten Jahr gekauft, für dreißig Euro oder so. Das stank erst einmal sehr nach Plastik, ging aber bald vorbei; dann habe ich noch die Verbindung Kabel-Tanzmatte mit etwas Sugru (=Klebeknetmasse) verstärkt, und jetzt habe ich eine Tanzmatte. Man steckt sie via USB ein, sie funktioniert dann wie ein Gamepad mit acht Tasten. Ich habe damit ein rudimentäres Spiel entwickelt: Der Legostein bewegt sich – vorerst durch Tasten gesteuert – auf jeweils eine der acht möglichen Positionen; die Sandale wird durch die Tanzmatte gesteuert und kann … Continue reading „Scratch-Eingabemethoden: Die Tanzmatte“

Paella-Premiere

Zwei Pfannen mit fertiger Paella

Bei meinen Schwiegereltern kriege ich immer alle ein, zwei Jahre im Sommer eine Paella. Keine echt authentische originale , weil es so etwas nicht gibt, da hat jeder sein eigenes Rezept. Paella ist in Spanien auch kein typisch spanisches Gericht, sondern ein valenzianisches, so wie Flamenco auch kein typisch spanischer Tanz ist, sondern ein andalusischer. Ursprünglich, und früher, so etwas ändert sich ja. Ich mag diese Paella sehr gern, und ich habe sie endlich einmal nachgekocht. Fazit: Ja, es geht einigermaßen, auch ohne Gaskocher und Paellapfanne mit Meterdurchmesser. Dafür zwei normale große Pfannen, und die ursprüngliche Menge der Zutaten alle … Continue reading „Paella-Premiere“

Padlet, und was die Schule zahlt

Padlet ist ein schönes Informatiksystem, browserbasiert, mit dem man wie an einer virtuellen Pinnwand Zettelchen mit Text und Bildern und anderen Inhalten auf einer Oberfläche verteilen und verschieben und verbinden und ergänzen kann: Eine schöne Sache, um die eigenen Gedanken zu sortieren; noch schöner, wenn man das mit anderen gemeinsam tut. Padlet war bisher ein kostenloses Angebot; in Zukunft gibt es eine etwas eingeschränkte Grundversion, die kostenlos – aber mit Werbung – bleibt, sowie die Möglichkeit, den Dienst für Geld zu abonnieren. Da geht ja ohnehin der Trend hin: Man kauft Software nicht mehr, sondern abonniert sie; bei webbasierten Systemen … Continue reading „Padlet, und was die Schule zahlt“

ILTB 2018 – Basteln mit sozialen Netzwerken

Tasche mit MNU-Logo, Kressesamen als Verlagswerbung

So mag ich meine überregionalen Fortbildungen: Einmal ohne Umsteigen mit der U-Bahn von zu Hause aus, mit der Jahreskarte vom Münchner Verkehrsnetz. Diesmal war es der Informatiklehrertag Bayern 2018, der letztes Jahr in Passau war und nächstes Jahr Bayreuth stattfinden wird. Dieses Jahr fiel der ILTB auf die Osterferien. Denn gleichzeitig fand die – größere – Tagung des MNU statt, eines Verbandes aller mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, und in die wurde der ILTB integriert. Manche Lehrer und Lehrerinnen mag der Termin abgeschreckt haben, und ich hätte auch meine Urlaubspläne nicht geändert – aber diese Ostern bleibe ich in München, und so passte … Continue reading „ILTB 2018 – Basteln mit sozialen Netzwerken“

Karl May wiederlesen: Orientzyklus, Band 4-5

Diagramm zu In den Schluchten des Balkan

Nachdem ich letztes Jahr die ersten drei Bände gelesen habe, kommen hier meine Anmerkungen zu 4 und 5. Lang geworden, da Notizen für mich; unter den DIagrammen steht jeweils das Wichtigste. In den Schluchten des Balkan Kapitel 1: Kara Ben Nemsi, Halef, Osko und Omar Ben Sadek verfolgen die drei Flüchtigen. Sie erfahren, dass noch jemand hinter diesen her ist, wohl ein Bote, der sie vom Überleben der Helden informieren will. Außerdem fällt zum ersten Mal der Name des Schut als Anführer der Räuberbande. Kara trennt sich, weil der mit seinem schnellen Pferd und Querfeldeinritt den Boten überholen will; er … Continue reading „Karl May wiederlesen: Orientzyklus, Band 4-5“

Typographie in Deutsch und Informatik (nur so als Einstieg)

Schriftarten der Klasse 6a

Informatik in meiner 6. Klasse findet nicht immer statt; nachmittags sind oft Konferenzen. Immerhin habe ich die Klasse parallel in Deutsch, so dass ich wenigstens die Namen der Schüler und Schülerinnen kenne. Im Deutschunterricht lasse ich sie am Rechner schreiben, im Informatikunterricht nehme ich als Beispiele Texte aus dem Deutschunterricht. Gestern ging es um die Klasse ABSATZ bei Textverarbeitungssystemn und deren Attribute; davor wiederholten wir die lange zurückliegende Klasse ZEICHEN und deren Attribute – darunter zum Beispiel die gewählte Schriftart. Und dass solche Schriften entworfen werden und 10.000 Euro kosten (habe ich mal so geraten, hängt sicher von vielen Dingen … Continue reading „Typographie in Deutsch und Informatik (nur so als Einstieg)“

In der sächsischen Schweiz

Landschaft:: Ausblick nach Böhmen

Eigentlich wollte ich über das Pflichtfach Informatik schreiben, aber das habe ich schon vor Jahren getan und es hat sich nicht viel geändert: Vier Bundesländer haben es in der einen oder anderen Form (neu: auch Österreich und Schweiz), die anderen eiern noch herum. Was gegen das Pflichtfach Informatik spricht: Es kostet Geld. Was gegen ein Pflichtfach Informatik vorgebracht wird: Das braucht doch keiner; Medienkunde ist aber auch wichtig; die Inhalte kann man auch ohne ein Fach vermitteln; Fächer an sich sind überholt. Das erste ist falsch, das dritte auch, das zweite nicht (aber irrelevant), das vierte ist interessant – und … Continue reading „In der sächsischen Schweiz“

Ray Bradbury, Fahrenheit 451 (2018)

Vieles an dem Buch hat sich sehr gut gehalten, manches ist erstaunlich gut extrapoliert. Zugegeben: Die Männer gehen arbeiten und die Frauen bleiben zu Hause, und als der emotional mitgenommene Guy Montag sich im Wohnzimmer erbricht, ist es seine Frau Mildred, die sofort den Wischmopp zum Saubermachen holt. Aber das betrifft kein zentrales Thema des Buchs. Anders ist es bei Folgendem: In der Welt von Fahrenheit 451 sind Bücher verboten. Das Medium Buch wird dabei keineswegs anderen Medien gegenüber als etwas prinzipiell Besseres dargestellt; Faber erklärt, dass die wichtigen Dinge, wegen derer Bücher nach und nach verboten wurden, sich genau … Continue reading „Ray Bradbury, Fahrenheit 451 (2018)“