Videokonferenz, Datenschutz, Essensfotos

Videokonferenz

(Zwei Rechner, aus technischen Gründen und zum Probieren. Kaffeetasse und Bluesharp an der Seite, aber Musik kommt nicht gut rüber, kompressionsalgorithmushalber.)

Gestern endlich mal Videokonferenz ausprobiert. Freiwillig, mit Schülern und Schülerinnen einer Klasse, ohne irgendwas mit Unterricht – sondern gegen Langeweile, zur Erprobung von und Vertrautmachung mit neuer Technik, für menschlichen Kontakt. Ich kann mir nicht vorstellen, das für Unterricht zu nutzen. Andere erzählen davon, wie sie das tun, eine halbe Stunde Frontalunterricht, dann Fragerunde – passt nicht zu mir, und ich mag ohnehin weder Telefon noch sonstige synchrone Kommunikation, kann genauso einen Film vorgeben. (In einer Klasse stehen, das mag ich aber schon.)

Es war schön, ein paar Gesichter zu sehen und Stimmen zu hören.

Technisch gibt es dazu viele viele Möglichkeiten: Zoom, Google Hangout, Skype, Microsoft Teams, Jitsi. Getestet habe ich alles außer Teams; aus Datenschutzgründen kommt nur Jitsi für mich in Frage – aber wer Video extensiv nutzen mag, findet anderes praktischer.

Jitsi ist eine Open-Source-Software, die auf verschiedenen Servern läuft. Kann man auch selber installieren, hat ein Ex-Schüler für uns mal ausprobiert, vielleicht interessiert sich ja der Sachaufwandsträger dafür. Wenn die Software auf einem Server läuft, kann erst einmal jeder dort ein Meet anlegen – man denkt sich einen Treffpunktnamen aus, und der erste, der sich zu dieser Adresse begibt, ist Moderator. Alle anderen sind Teilnehmer. Als Moderator kann ich ein Passwort vergeben, und einstellen, dass alle Neuankömmlinge im Meet erst einmal Mikrofon und Kamera aushaben. Das heißt, sie müssen sie bewusst einschalten, um gehört oder gesehen zu werden. Wenn alle den Meet verlassen haben, ist es so, als hätte er nie existiert – beim nächsten Mal müsste man also wieder Passwort eingeben, wenn man denn will, und so weiter. Man kann sich also keinen Meet-Namen reservieren.

Es gibt eine App dafür, “Jitsi Meet”, die macht es Schülern und Schülerinnen besonders leicht.

Ich habe einen halbwegs vertrauenswürdige Jitsi-Server gewählt und meinen Schülern und Schülerinnen gesagt, dass das freiwillig ist, dass sie keine schulichen Vorteile davon haben, dass sie ihre Eltern informieren sollen und dass sie ihre Kamera auslassen können. Denn: datenschutzrechtlich ist das alles trotz ein wenig gelockerter Regelungen höchst bedenklich.

Datenschutz

Mebis ist die einzige datenschutzrechtlich sichere Plattform in Bayern. Und selbst da gilt: Niemand muss eine E‑Mail-Adresse eintragen (denn E‑Mails werden ja unverschlüsselt versendet), und die Teilnahme an sich ist freiwillig – außer, das Schulforum hat das anders beschlossen, dann kann man das verpflichtend machen. Das Schulforum beschließt so etwas allerdings unter normalen Umständen unter der Bedingung, dass an der Schule genug Rechner für diejenigen sind, die zu Hause keinen Zugang zum Internet haben. Freiwillig kann an Schulen natürlich alles mögliche genutzt werden, erfordert aber die wirksame Einwilligung der Eltern bzw. auch der Schüler und Schülerinnen.

Jetzt sind aber keine normalen Umstände. Dennoch finde ich, man sollte Datenschutzregelungen behutsam hintergehen. Auf Twitter gibt es sicher nicht nur den einen Thread mit unterschiedlichen Meinungen dazu:

Tatsächlich hat sich das außerdemals Falschmeldung herausgestellt: Ist gar nicht verboten.

Ich halte Skype (und auch Jitsi) für den Schulbetrieb für unnötig. Ein Luxus, nice to have. Andere versteigen sich zur Ableitung der Notwendigkeit von Skype aus Artikel 7 Grundgesetz und UN-Menschenrechtskatalog, soll sein, soll sein, soll sein. Gerade, weil man damit die internetfernen Schichten errreichen könnte. Nun, man wird ganz bestimmt Lösungen für die Zukunft finden müssen – im Moment ist das noch nicht wichtig, aber dennoch sind weiterhin ganz viele Vorausschauende unterwegs, die etwas verkaufen wollen.

Suppe

Ein Glas Tomatensugo aus dem Kartoffelkombinat, zur Suppe gestreckt, Sahnerest vom Vortag, Dillrest vom Vorvortag, Kartoffeln aus dem Kartoffelkombinat zu Püree verarbeitet, auf Backblech gespritzt, nach Anregung durch diesen Tweet. Ich habe nämlich mal schlimme Erfahrungen mit Herzoginkartoffeln gemacht – lila Kartoffeln eignen sich nicht dafür.

Herby Polenta

Viel Knoblauch dran. Im Prinzip Polentagrieß mit Brühe/Milch in den Ofen (dazu Grünzeug und Maiskörner), nach zwanzig Minuten umrühren, dann nach zwanzig Minuten noch einmal umrühren, und Eier drauf, wie bei Shakshuka. (Rezept)

Rehpastete

Ich wollte schon lange mal wieder diese Pastete machen, also zum Viktualienmarkt, groß einkaufen. Nebenbei auch Zicklein, zum Einfrieren – ich kaufe gerade so viel wie möglich, und gebe Trinkgeld, wo ich kann, auch im Supermarkt. Vom übrigen Teig und vom übrigen Fleisch habe ich dann noch ein paar Pies nach meinem Pork-Pie-Rezept gemacht.

Ist hübsch, ja, aber der Deckel sitzt noch nicht ganz, und die Hülle ist zu dick. Bin aber schon zufrieden. Die Scheiben werden eingefroren, ich weiß noch nicht, wie gut das klappt, denke aber schon. (Rezept)

Dial-a-joke – niederschwellige Hörverstehensübung

Wenn man Telefonie über Internet ausführt, und das ist bei sehr vielen Anschlüssen so, auch wenn man das vielleicht nicht einmal mehr weiß, dann kann man sich bei seinem Anbieter leicht mehrere Telefonnummern zuweisen lassen. Ich habe mindestens eine für Eltern, eine für privat, und jetzt auch eine mit einem Witz der Woche.

Diese Nummer kriegten meine Englisch-Klassen. Optional: Sie schicken mir selber eine Witz-Aufnahme, die ich dann unter der Nummer einspiele, am besten täglich wechselnd. Bin noch ein bisschen skeptisch, ob sie sich trauen.

Hier der Witz (übrigens aus Zadie Smith, White Teeth):

Ansonsten bei Twitter: Lauter Besserwisser, furchtbar. Also, nicht in meiner sorgfältig kuratierten Timeline, da nur vernünftige Leute, aber was einem sonst reinkommt, schon schlimm.

Vom Wissen, Online-Ukulele, Mebis-Rückmeldungen

Vom WIssen

Wenn man an der Fußgänger-Ampel steht und die auf Grün umschaltet, sollte man dann einfach drauflos drüberlaufen? Nein, man wird sich dennoch umschauen, weil ja jemand mit Auto die eigene rote Ampel ignorieren könnte.

Würde man sich nicht mehr umschauen, wenn sich alle an die Verkehrsregeln oder zumindest an rote Ampeln halten würden? Man würde sich dennoch umschauen, denn es reicht nicht, wenn sich alle an die Regeln halten, man muss auch wissen, dass sich alle an die Regeln halten.

Ähnlich eine Diskussion im Lehrerforum zum Thema Klarnamenpflicht für Moderatoren, die sich einer dort gewünscht hatte. Am Ende hieß es: “Ok, du hast Recht. Ich kann vielleicht nochmals wiederholen, dass es mir nicht darum ging, Leute zu stalken.” – Das weiß vielleicht der Themeneröffner, aber das wissen die anderen nicht, und können es nicht wissen.

Ähnlich Schüler und Schülerinnen, für die man bei Klassenfahrten oder auf dem Pausenhof Verantwortung hat. “Ich stelle schon nichts Dummes an” (mit dem Handy; auf der schmalen Mauer; mit dem Schneeball) – selbst wenn das wirklich stimmt, entlastet das die Lehrkraft überhaupt kein bisschen, denn sie weiß ja nicht, dass das stimmt, und kann das auch nicht wissen.

Und so ist es auch mit den Regeln bei Corona: Wenn jemand gute Gründe hat, sich nicht an die Regeln zu halten, dann erleichtert das das Zuschauen nicht, denn als Zuschauer weiß ich ja nicht, dass es gute Gründe gibt. Selbst wenn alle sich an die Regel halten, nur im Notfall gegen Empfehlungen zu verstoßen: solange ich as nicht weiß, bin ich nicht beruhigt, und ich kann es nicht wissen. Was hilft? Vertrauen haben und Geduld und sich an Empfehlungen halten, wann immer es geht.

Laufen

Gestern im Frühlingslicht meine Runde um die Theresienwiese gelaufen, wie immer mit “Zombies, Run!” (der Hörspiel-Lauftrainer-App) im Ohr. Hat schon ein bissen etwas Merkwürdiges, durch die virtuelle Apokalypse zu laufen, während hier doch zumindest Ausnahmesituation.

It’s Pfötchengeben Time

Neues vom Bombenkoffer

Mail gekriegt, dass der Bombenkoffer-Bausatz (Blogeintrag) jetzt endlich lieferbar ist: Siehe hier. Ist aber auch schon wieder ausverkauft, daher bewerbe ich das vorläufig nicht groß.

Ukuleletreffen online

Sichtbar: Monitor und Tastatur vom Hauptrechner, Surface mit Kamera und MIkro für das Treffen, Ukulelenhals. Handy irgendwo parallel für Nachrichten.

Hat technisch leider nicht geklappt: Videokonferenz gut, Noten für alle eingeblendet, eine kleine Band spielte vor, wir hätten sie hören und mitspielen sollen – aber der Algorithmus, der die Audioinformation kompromiert, kann wohl nur mit Sprache umgehen: Bei Musikübertragung war er anscheinend überfordert. Nächstes Mal mit einem anderen Produkt.

Leute gibt es

Im (bundesweiten) Lehrerforum wird von manchen Leuten diskutiert, wie sehr ihr Bundesland sie überhaupt darum bitten darf, zu Hause private Geräte für Kommunikation zu nutzen. Ohne Diensthandy und ohne Dienstlaptop ginge da gar nichts, meinen manche. Nur manche. Aber dennoch, Leute gibt es.

Neues von Mebis

Die Kollegen und Kolleginnen an meiner Schule hatten Geduld, die Schüler und Schülerinnen und Eltern auch – soweit ich das mitkriege. Ich kriege aber viel zu wenig mit, wünsche mir dringend mehr Rückmeldung. Aber auch am Schultelefon ist wohl wenig los.

Was ich so über Mebis mitkriege:

  • Dateien bitte als pdf und nicht als docx (Eltern)
  • Kleinere Tippfehler der Lehrer und Lehrerinnen werden von Unter- und Mittelstufe moniert: aber das ist okay so, das macht man so im Internet :-)
  • “Darf ich das einkleben oder muss ich das abschreiben?” – Routine stellt sich ein.
  • Rückmeldungen eher: “Ich fand die Aufgabe leicht” oder: “Heute fand ich die Hausaufgaben anspruchsvoll, jedoch definitiv machbar”, aber vielleicht melden sich die anderen ja auch nicht, denen es zu viel wird
  • Einige Schüler und Schülerinnen versuchen inhaltliche, am Thema orientierte oder darüber hinausgehende Diskussionen zu starten, aber die anderen ziehen noch nicht so recht. Zu wenig Interesse an den Bildungszielen von Erasmus von Rotterdam oder Filmtheorie?
  • Ein bisschen ungeduldig bin ich mit manchen Mebis-Koordinierenden an den Schulen. Was ein kleiner Teil davon gerade an Anspruchshaltung hat, das ist echt frech. Keine Zitate hier, aber in meinem Mebis-Wetterbericht ans Kollegium habe ich ein paar weitergeleitet. Deshalb hier noch einmal die Grafik, die ich schon Anfang letzter Woche in meinen “Lehrkräfte”-Kurs gesteckt habe – zugegeben, ich habe ihn inzwischen unbenannt in “Lehrkräfte (zefix, lesen, steht Wichtiges drin)”:
Lizenz

(Ansonsten: Komme nicht dazu, mich groß um meine Klassen zu kümmern, aber da reicht eine Notversorgung und Ansprechbarkeit. Würde gerne ordentliches Heimschul-Material sammeln oder erstellen, aber noch lieber endlich fernsehen oder lesen. Bald vielleicht.)

Material auf Webserver zum Download

1. Überblick

Viele Schulen und Privatleute haben Zugang zu einem gemieteten Webspace. Dort liegen zum Beispiel die Dateien, die über die Homepage der Schule veröffentlicht werden. Dort liegt auch der Programm-Code, der die Homepage betreibt. Das ist eigentlich ganz genau so wie auf dem Rechner zu Hause, mit Verzeichnissen und Dateien darin, nur dass man einen Teil der Verzeichniss für die Öffentlichkeit aufmacht, damit die sich im Webbrowser deren Inhalte anschauen kann. Man möchte aber selten, dass jemand die Verzeichnisse direkt sieht, nicht einmal die mit Inhalten, die ohnehin auf der Webseite stehen.

Notfalls kann man das aber machen. Man wird am besten ein Verzeichnis auf dem gemieteten Webspace zur direkten Einsichtnahme und Downloadmöglichkeit freigeben, und alle anderen unangetastet lassen. Auf dem heimischen Rechner sieht ein Verzeichnis vielleicht so aus:

Auf dem Webserver ebenso, nur dass man da nicht einfach hinkommt. Gibt man das Verzeichnis frei, kann jeder im Webbrowser zu dem Verzeichnis gehen und sieht dann statt der üblichen HTML-Webseite zum Beispiel das:

2. Warum das ganze?

Wenn man zum Beispiel Schülern eine ganze Menge Material zur Verfügung stellen will, aber keine Zeit hat, eine Webseite mit vielen Links zu erstellen, öffnet man ein Verzeichnis auf dem Server, und alle Ordner und Dateien darin sind sichtbar und können heruntergeladen werden.

3. Wie geht das? (Die eigentliche Anleitung.)

Die einfachste Möglichkeit: Man legt eine Textdatei mit einer bestimmten Zeile Text in ein beliebiges neues Verzeichnis (zum Beispiel: „!zuhause“) auf dem Webserver. Dann ist das Verzeichnis öffentlich zugänglich. Das sollte jemand von der Systembetreuungmachen oder oder sich mit so etwas auskennt. Dann kann man im Browser darauf zugreifen unter der Adresse: http://test-gymnasium.de/!zuhause.

Diese Methode funktioniert nur, wenn als Webserver-Software auf dem Webspace das Programm „Apache“ eingesetzt wird. Das ist aber extrem weit verbreitet und dürfte bei den meisten Anbietern, die Schulen benutzen, so sein.

Kurzfassung:

Man kopiert eine Textdatei, die den Namen „.htaccess“ tragen muss und nur aus der einen Zeile „Options +Indexes“ besteht, in das Verzeichnis. Die fertige Datei gibt es unten als Download.

Langfassung:

  1. Man kann leider unter Windows nicht unmittelbar eine Datei erzeugen, die mit einem „.“ beginnt, und je nach Systemeinstellung werden solche Dateien auch vor dem Benutzer verborgen, sind also unsichtbar.
  2. Also legt man eine Textdatei mit einem anderen Namen an, etwa „test.htaccess“, lädt sie in das Server-Verzeichnis, und benennt sie dort um.
  3. Das Hochladen auf den Server und das Umbennen geschieht zum Beispiel mit einem FTP-Programm. Die Homepagebetreuung kennt sich damit aus.
  4. Man kann so eine Textdatei zwar in Word oder einem anderen Textverarbeitungsprogramm erstellen, muss dazu beim Speichern aber ein ganz bestimmtes Format auswählen, das meist auf „.txt“ endet, und selbst da sollte man noch bestimmte Dinge beachten. Einfacher ist es, einen ganz schlichten Texteditor wie Notepad zu verwenden.

4. Was kann schiefgehen?

Wenn man die Datei .htaccess in einen Ordner kopiert, in dem Material ist, das nicht öffentlich sein soll, ist das sehr, sehr schlecht. Wenn man die Datei etwa auf die oberste zugängliche Ebene auf dem Server legt, sind alle Verzeichnisse plötzlich öffentlich einsehbar. Deshalb nur ein neues Verzeichnis, das speziell dafür angelegt wurde, so auszeichnen.

Wenn man beim Hochladen eine vorhandene .htaccess-Datei überschreibt, hat man wahrscheinlich etwas falsch gemacht! Denn in dem leeren Verzeichnis kann ja noch nichts sein. Wenn irgendwo eine .htaccess-Datei liegt, die den Zugang kontrolliert, wird es sicher einen Grund dafür geben!

Personenbezogene Daten dürfen nicht auf einem Server liegen, solange es keine datenschutzrechtliche Genehmigung beziehungsweise Einwilligung gibt. Auch urheberrechtliche Einschränkungen gilt es vor der Veröffentlichung zu beachten.

5. Alternativen und Ergänzungen

Man kann mit Apache Verzeichnisse auch durch Passwörter schützen, siehe .htpassword. Man kann in der .htaccess-Datei noch viele weitere Einstellungen vornehmen. Für Fehler immer eine Kopie des Originals behalten!

Etwas komfortaber wird die Webseite, wenn man keinen unmittelbaren Zugriff gewährt, sondern eine php-Datei in ein Verzeichnis gibt, die ihrerseits den Zugang zu den anderen Dateien gewährt Verzeichnis. Man lädt man statt der .htaccess-Datei die php-Datei mit dem Programm hoch. Ein (von mir ungetestetes!) Beispiel für solche eine Datei ist hier: https://github.com/marekrei/encode-explorer.

Man kann verschiedenen Teilnehmern und Teilnehmerinnen FTP-Zugänge geben, entweder für alles oder Unterverzeichnisse, damit die Material hochladen können.

Unverbindlich, ohne Gewähr und urheberrechtlich völlig frei gegeben für alle (CC0):
Thomas Rau lehrerzimmer@herr-rau.de

  • Als Bonus zum Download: die oben beschriebene .htaccess-Datei, allerdings in eine zip-Datei verpackt. (Warum wohl?)
  • Ähnliche Erklärung auf Youtube, englisch: https://www.youtube.com/watch?v=lfy6XJyuLOw
  • Zu Passwortschutz (.htpasswd) siehe unten in einem Kommentar
  • Wer mag, kann noch eine Datei robots.txt in das Verzeichnis werfen, das hält legitime Suchmaschinen wie Google oder Duckduckgo davon ab, in den jetzt öffentlich zugänglichen Verzeichnissen herumzuschnüffeln. Eine böse Suchmaschine, die sich nicht an die Regeln hält, wird sich allerdings nicht um die Datei kümmern.

Superrationalität, Funkersprache, CSMA/CD

Ich weiß zwar nicht, was das bedeutet, aber ich kann ja mal einen Blogeintrag darüber schreiben. Vielleicht weiß ich danach mehr. Es wird a bissele was für Nerds werden, Verzeihung.

Superrationalität bei Hoftstadter

Neulich, vor vier Wochen vielleicht, las ich bei Twitter einen Beitrag, ich glaube, es war eine Abstimmung. Da musste man für eine von 4 Optionen stimmen, ohne die bisherigen Stimmabgaben zu kennen, und Ziel war, eine ganz bestimmte gegebene Reihenfolge am Ende zu haben, also A B C D von mir aus. Wie soll man stimmen, wenn das das Ergebnis sein sollte, und man den aktuellen Stand der Stimmen doch gar nicht kennt und auch nicht weiß, wie die Spieler nach einem abstimmen werden? (Leider weiß ich nicht mehr, was das für ein Tweet war.)

Ich weiß nicht, ob die Antwort offensichtlich ist; ich kannte sie jedenfalls schon, weil ich über das Prinzip schon mal in einem Aufsatz gelesen hatte: In Metamagicum stellt Douglas R. Hofstadter ein ähnliches Problem vor, das Platonia-Dilemma, in gewisser Weise eine Variante meines alten Freundes, des Gefangenendilemmas. Nach einer Form davon erhalten zwanzig räumlich getrennte Spieler, die nicht miteinander kommunizieren können, eine Anweisung: Wenn nur einer von ihnen ein Antworttelegramm schreibt, erhält dieser eine 1 Million Geld. Antworten mehr oder antwortet keiner, gibt es nichts. Wie soll man sich da als Spieler verhalten?

Hofstadter schrieb das für seine Kolumne im Scientific American, und es gab dann auch einen Wettbewerb: Unter allen Einsendern einer Postkarte sollte eine Million Dollar verteilt werden. Wenn nur eine schreibt, kriegt die das ganze Geld; wenn zwei schreiben, jeder eine halbe Million, und so weiter. Und man kan sogar mehr als eine Postkarte schicken, um seine Chancen zu erhöhen! Genau genommen: Es reicht eine Postkarte, auf die schreibt man halt, wie viele Postkarten man eigentlich gerne gesendet hätte. Wie soll man sich als Spieler unter diesen Umständen verhalten?

Hofstadter führt dazu den Begriff der Superrationalität ein. Der Begriff ist, entnehme ich Wikipedia, nicht allgemein akzeptiert in der Spieltheorie; davon verstehe ich nichts. Ein rationaler Spieler, so Hofstadter, versucht einen Gewinnn zu maximieren – würde eine große Zahl auf die Postkarte schreiben, um möglichst viel vom Kuchen zu kriegen und so oder so besser fahren würde als mit einer kleineren Zahl; ein rationaler Spieler würde das Telegramm im Szenario zuvor abschicken, um nur so Chancen auf den Gewinn zu haben.

Ein superrationaler Spieler dagegen würde im Telegramm-Szenario würfeln, um mit einer Wahrscheinlich von 1/20 das Telegramm zu schicken, weil das die sinnvollste Lösung ist, wenn alle Spieler sich gleich verhalten, weil alle gleich intelligent sind, und sich so superrational verhalten würden.

Im Wettbewerb-Szenario würde ein superrationaler Spieler ermitteln, wie viele Menschen wohl den Scientific American lesen, sagen wir: n, und würde mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/n eine einzelne Postkarte losschicken. (Tatsächlich kommt das meiner Meinung nach auf die Aufgabenstellung an; egal.)

Und ein superrationaler Spieler würde auch bei der Abstimmung zwischen A, B, C und D den Zufall entscheiden lassen und sich an diese Entscheidung halten, wie jeder andere superrationale Spieler auch. Die Wahrscheinlichkeiten müssten so sein, dass A wahrscheinlicher ist als B und so weiter – ich glaube, es ging sogar um bestimmte Werte, die herauskommen sollten, aber dazu müsste ich den Tweet finden.

Das leuchtetete mir alles sofort ein, als ich das Buch damals las, so zur Bundeswehrzeit, kurz vor dem Studium. Das Wort hatte ich vergessen, und auch bei meiner wirklich sehr spärlichen Kant-Lektüre vor ein paar Jahren fiel es mir nicht ein, aber auf, weil Kant es tatsächlich deutlich sagt, wenn auch nicht in diesen Worten: Der kategorische Imperativ funktioniert nur in einer superrationalen Gesellschaft.

Funkerjargon und Ethernet-Verbindungen

Ethernet: Das ist die Technologie hinter den LAN-Kabeln, mit denen man zu Hause den Computer und den Drucker und sonstwas mit dem Router verbindet. Ein Vorgänger davon hieß ALOHA, das war ein Protokoll (also eine Regelung), um per Funk Rechner miteinander zu verbinden, und zwar auf Hawaii.

Bei Funk gibt es ja ein Problem, wenn man nur einen Kanal zum Senden und Empfangen hat. Dann muss man ausmachen, wie man das regelt, und das heißt dann Protokoll. Wenn alle dazwischenquasseln, versteht keiner was. Deswegen muss man da so Sachen sagen wie OVER und ROGER. Wikipedia erklärt diese procedure words schön, OVER heißt zum Beispiel: “Ich bin jetzt fertig und warte auf Antwort, du musst jetzt noch was sagen,” während OUT heißt: “Ich bin fertig und geh jetzt vielleicht sogar weg, keine Antwort erwartet.” Bei Computerspielern gibt es dann noch so etwas wie AFK (away from keyboard), vielleicht ähnliche Geschichte.

Bei Rechnern, die miteinander über ein Funknetz oder eben auch über ein gemeinsames Kabel verbunden sind, gibt es ähnliche Probleme: Die müssen auch ausmachen, wer jetzt dran ist und den gemeinsamen Kanal belegt. Eine Möglichkeit dazu heißt “Token Ring”, das ist wie bei Der Herr der Fliegen: Es gibt ein Muschelhorn, und nur wer das Muschelhorn hat, darf etwas sagen, und das Muschelhorn reicht man der Reihe nach herum, damit jeder mal etwas sagen kann. Spätere Entwicklungen haben zu einem anderen Prinzip geführt, das etwas absurder klingt, aber wohl effizienter ist: Ja, jeder darf im Prinzip gleichzeitig reden/funken/das Kabel benutzen, und wenn das versehentlich zwei gleichzeitig machen, gibt das eine Kollision. Das Prinzip heißt CSMA/CD: Carrier Sense Multiple Access with Collision Detection (Wikipedia). Multiple Access: Es dürfen alle gleichzeitig. Carrier Sense: Man achtet darauf, ob der Kanal gerade frei ist oder nicht (verkürzt dargestellt). Collision Detection: Wenn es trotzdem zu einer Kollision gibt, also einem Konflikt, Durcheinanderreden, dann kriegt man das mit. Wie das geht, ist erst einmal egal.

Was macht man jetzt als Sender, wenn man versucht hat zu senden, aber eine Kollision mitgekriegt hat, sprich: die Sendung ist nicht angekommen, sondern gestört worden? Das Protokoll sagt: Na ja, man wartet ein bisschen, und dann versucht man es noch einmal.

Wenn aber alle beteiligten Rechner sich gleich verhalten, und das werden sie, weil sie einem Protokoll folgen, dann würden sie alle einfach zum Beispiel eine Sekunde warten und dann wieder gleichzeitig senden. Der nächste Konflikt ist damit, wait for it, vorprogrammiert. Was also tun? Superrational sein, wenn ich den Begriff metaphorisch verwenden darf und richtig verstehe: Jeder Sender wartet eine innerhalb gewisser Grenzen zufällige Zeitspanne und versucht dann, neu zu senden/den Kanal zu belegen. Ta da!

(Heute sieht Ethernet ein bisschen anders aus, aber das waren die Anfänge.)

Und warum das ganze? (Jetzt die Pointe.)

Die bayerische Lernplattform Mebis ist gerade massiv überlaufen. Nicht hoffnungslos überlaufen, mehr so wie bei dem Zitat von Yogi Berra, einem amerikanischen Baseballspieler der für seine “Yogi-isms” (Beispiele) bekannt war – überraschende, widersprüchliche Aussagen, von denen ich nicht weiß, wie ernst gemeint sie waren. Etwa hier, von einem Restaurant sprechend: “Da geht keiner mehr hin, weil es da immer so voll ist.” So ähnlich stelle ich mir das bei Mebis vor.

Ich glaube, da täte allen etwas Superrationalität gut. Oder zumindest der Gedanke: Was du gerade rational zu tun im Begriff ist, das machen gerade alle anderen auch, deshalb ist es superrational, das nicht zu tun (oder mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit).

Also:

  • Wenn nichts läuft: Den Tag freigeben! Ein paar zufällige Studenten, wenn man davon ausgeht, dass alle Spieler superrational sind, wenn man dagegen von vielen rein rationalen Spielern ausgeht: Lieber den ganzen Tag. (Im täglichen Mebis-Wetterbericht habe ich das empfohlen. Allerdings kriege ich mit, wie die Kollegen trotzdem mit Mebis arbeiten. Ist ja auch rational… schön, wenn’s geht… aber nicht superrational.)
  • Bitte nicht Videos aus der Mebis-Mediathek in einen Kurs einbauen und die Schüler anschauen lassen. Das kostet Ressourcen. Streaming aus der Mediathek scheint kein Problem zu sein, da aus den Mediatheken gestreamt wird, wo die Filme tatsächlich liegen. Dennoch versuche ich die Schüler und Schülerinnen und Lehrkräfte möglichst raus aus Mebis zu halten. (Aber alle wollen sie jetzt auch noch damit spielen. Verstehe ich ja.)
  • Mit einer Notstruktur zufrieden sein.
  • 1 mal pro Woche pro Fach muss reichen, und nicht mal jedes Fach muss etwas machen. Ich kommuniziere mit meinen Schülern und Schülerinnen einzeln über Mail, über Mebis nur eine Nachricht, und das war’s.
  • Ja, man muss halt einen Tag nichtszun aushalten. Das ist machbar. Die meisten Lehrkräfte (nicht alle, you know who you are) und Schüler und Schülerinnen wollen arbeiten, aber man muss auch mal Selbstständigkeit aushalten.
  • Wie schön, dass es auch für Kunst und Religion Aufträge gibt. Sinnvolle Aufträge, rational voll begründbar, schön gemacht. (…)
  • “Tatsächlich wird ein großer Vorteil von Mebis, nämlichen das Einbinden von vielen interaktiven Übungen oder externen Tools wie learningApps durch die völlige under-performance [ …] zunichte gemacht.” Scheiß auf das Einbinden von vielen interaktiven Übungen oder externen Tools. Meine Güte. (Nicht meine Schule.)

Anders als bei den Hofstadter-Beispielen oben, wo echte Superrationalität gefragt ist, bräuchte es die hier gar nicht, weil hier theoretisch Kommunikation unter den Beteiligten möglich ist. Aber sie ist halt doch eingeschränkt. Dennoch: Entweder absprechen oder selbstdenken, aber dann superrational.

(Vermutlich voll falsch verstanden, den Begriff, ich habe nicht mal die Wikipediaseite dazu gelesen. Erklärungen und Einwände gerne hier.)

Nachtrag: Es ist übrigens auch superrational, zuhause zu bleiben, auch wenn man fast ganz sicher gerade nicht vom Virus infiziert ist.

Corona: In der Schule ohne Schüler, und Homeoffice

Tag 1: Noch in der Schule

Um viertel nach fünf aufgewacht, um viertel vor sechs aufgestanden, nur wenig früher als sonst. Liebevoller Milchkaffee von Frau Rau. Dann mit der regulären S‑Bahn zur Schule nach Fürstenfeldbruck, S‑Bahn ziemlich leer. Die Schule dann sehr leer, auf der breiten Einfahrt zum Schulkomplex Kollegen getroffen. Wir sind zu dritt gegangen, nebeneinander mit viel Abschnitt, kam mir vor wie im Western. (Siehe Power-Walk-Topos bei tvtropes.)

In der Schule war nur ein kleines Häufchen, um zu schauen, ob Schüler und Schülerinnen zur Betreuung da sein würden. Waren sie nicht, wie erwartet. Dann wurde das weitere Vorgehen besprochen, ein Dokument aufgesetzt, das an Eltern verteilt wurde (und das Kollegium). Es ging darum, wie Kontakt gehalten wird, wie oft die Schüler und Schülerinnen mit Mebis arbeiten sollen, wie das alles gemeint ist und was erwartet wird und was nicht. Thema für einen anderen Post.

Da gingen die Meinungen schon etwas auseinander. Ich hätte das anders formuliert, wir einigten uns alle auf einen Kompromiss. (Aber klar, meins wäre besser gewesen! Aber gut, das denken sich alle.) Ich merke es an der Schule und bei Twitter: Jeder sieht jetzt Gelegenheit. Der eine für die didaktische Revolution, der andere endlich dafür, die Eltern mehr in die Pflicht zu nehmen, der dritte für Besinnung auf die eigentlichen Werte, und jeder, der etwas zu verkaufen hat, sieht auch Gelegenheit. Soll schon recht sein, aber bitte nicht jetzt. Ich sehe überhaupt keine Gelegenheit in der aktuellen Krise, nicht mal für mehr digitale Bildung oder Mebis oder so etwas.

Danach noch Beratung hier und dort, schließlich eine gute Stunde Mebisfortbildung in der Schule, nur für die paar Leute, die da waren. Mebis war allerdings nicht erreichbar, Opfer einer DDoS-Attacke. Darin sahen dann wieder die Gelegenheit, Microsoft Office 365 zu propagieren. Lauter Gelegenheitenseher!

(Wie sehr ich mich freute, dass Frau Rau, die in der Presse von “Hackerangriff” gehört hatte, sachlich korrekt die Nase rümpfte. So ein DDoS-Angriff ist nämlich die am wenigsten respektierliche Form eines Angriffs.)

Für die Homepage ohne Rückfrage einen neuen Menüpunkt eingerichtet mit allem, was Corona-relevant ist: Formales; eine Seite mit Verhaltensregeln (aus dem Web übernommen); eine Seite mit Beschäftigungstipps für zuhause. Der Sportfachschaft vorgeschlagen, sie möge dafür eine Playlist von Youtube-Gymnastikvideos zusammenstellen. Bislang noch keine Reaktion.

Zuhause weiter Support. Nichts Dramatisches: Passwörter, falsche Klassenzuordnungen, technische Fragen.

Abends Tagliatelle mit Lachs, Sahne und Chinakohl, altes Hausrezept.

Tag 2: Home Office

Vormittags geduscht, Mittags Hose angezogen, am Spätnachmittag dann Hemd – Home Office. Den Tag aber mit Sport begonnen:

Und dann ging es den ganzen Tag über rund. Anfragen, Passwörter, Problemchen. Dienstliche Kommunikation über Mebis, Infoportal, E‑Mail-Konten. Private über Twitter. Zwischendrin gerade mal geschafft, meinen Klassen ein Lebenszeichen zu schicken, den meisten mit einem Auftrag, der für eine Woche reichen soll. Ratzfatz bearbeitet teilweise.

Das hatte ich noch am Vormittag geschrieben. Ein paar Stunden später sah das dann schon garstiger aus. Weil… ach, egal. Geisteshaltung: Mebis funktioniert nicht, also habe ich Feierabend. Ich hätte schon genug zu tun auch für andere, wenn die selber nichts finden.

Ich schicke jeden Tag einen Mebis-Wetterbericht an mein Kollegium (nicht via Mebis) mit kleinen Tipps und Vorschlägen und Statusmeldung zum Überlastungszustande mit der Bitte um Geduld, mit Rat, was zu vermeiden ist, um das System zu entlasten.

Ich bin noch in allen Kommunikationsforen aller Fächer in allen Klassen (außer 11/12, da nur teilweise), in denen mich die Lehrer nicht manuell ausgetragen haben – will heißen, ich kriege jeden Forenbeitrag aus jeder Klasse aus jedem Fach per Mail. (Nicht heimlich: ich habe gesagt, dass ich gerne in allen Kursen bleibe, um helfen zu können, dass man mich aber durchaus auch hinauswerfen darf.)

Will heißen: Ich kriege a) einen Überblick, was da so an Aufgaben und Rückmeldung läuft, und b) eine ganze Menge E‑Mails. Ich brauche sie nicht zu lesen, oft reicht nur registrieren. Gelöscht und verschoben ist schnell. Aber wer bringt den Kollegen und Kolleginnen bei, ihre E‑Mails zu verwalten? Die Armen sind ja jetzt plötzlich Mitglied in einem Social-Media-Netzwerk, ohne dass sie es je gewollt hatten.

Was ich am liebsten gemacht hätte: Nichts! Danach aber gleich: Content erstellen für den Unterricht. Vielleicht irgendwann mal.

Ende des ersten Corona-Wochenendes

Es ist Sonntag, der 15.03.2020, gegen sieben Uhr abends. Gestern war Samstag, ich weiß nicht mehr, was ich da gemacht habe. Vielleicht das gleiche wie heute, aber abends gab es ausnahmsweise nichts Gekochtes, sondern frisches selbst gebackenes Brot von Frau Rau und Käse. Einkaufen war ich wohl, lese ich im Nachbarblog, wird schon stimmen.

Heute stand ich früh auf, um zur Not Frau Rau beim Wahlhelfen zur Seite stehen zu können. Wenn da nämlich nicht alle Eingeteilten kommen, muss man Ersatz beschaffen, notfalls jemanden von der Straße verpflichten, und ich hatte mich freiwillig für Notfälle bereit gehalten. Ich wurde dann nicht gebraucht, was wohl auch gut war, weil ich auch so den ganzen Tag zu tun hatte. Highlights:

Aus dem Haus

Morgens war ich joggen, die übliche Theresienwiesenlaufrunde, diesmal mit einer Pause zum Wählen.

Mittagessen vorbereitet

Für Frau Rau, die mittags von ihrer Wahlhelferschicht kommen würde.

Das Edelste, was man mit einem toten Huhn tun kann

Hühnersuppe. Man hat leckere Hühnersuppe – und man hat gekochtes Hühnerfleisch. Wie toll ist das denn!

Hühnersuppe geht auch ganz einfach: Huhn kaufen, in größeren Topf, als man denkt tun, Wasser darauf, einschalten, größere Zeitlang köcheln. Danach salzen, wenn einem die Brühe wichtig ist, vorher salzen, wenn man gerne mehr Geschmack im Fleisch hätte. Wenn man hat, am besten noch in den Topf: Zwiebel, Pfefferkörner. Karotte, Lauch, Sellerie, was da ist. Aber es soll keine Gemüsesuppe werden. Vorsicht bei zu viel Lorbeerblatt.

Das Fleisch kann man dann wunderbar einfach von den Knochen schälen, ein bisschen was zur Suppe geben, die Suppe einfrieren oder nicht. Das Fleisch gibt eine Füllung für Sandwich, oder Geflügelsalat. oder man füllt Tortillas damit.

Das Zweitbeste, was man mit einem toten Huhn tun kann

Die Brüste auslösen und gefüllte Hühnerbrust à la Kim machen:

Backofen auf 200 Grad vorheizen.
– in 2 Hühnerbrüste Taschen schneiden. Mit je
– 1 Espressolöffel Pesto und
– 1 Essl. Frischkäse füllen. Um jede Brust je
– 2 Scheiben Parma-Schinken (insgesamt also 4!) wickeln.
In Alufolie dicht einpacken, auf einen Rost im Ofen legen. 30 Minuten garen.
Aus dem Ofen nehmen, auswickeln, in dicke Scheiben geschnitten auf Tellern anrichten.

Und mit dem restlichen Huhn macht man dann Hühnerbrühe, siehe oben, weil das ja doch das beste ist, siehe oben.

Was Frau Rau möchte, dass mit einem toten Huhn passiert

Braten. Sie möchte Brathuhn.

Heute gab es als Kompromiss ein halbes Brathuhn aus dem Ofen, aus der anderen Hälfte durfte ich Hühnerbrühe machen. Wir teilten. Die Hühnerbrühe steht bereit für den Notfall.

Was ich ansonsten gemacht habe

Ja, äh, das war eigentlich die Hauptsache, und deswegen bin ich auch ein bisschen blöd im Kopf. Über Info-Portal und Mail und Twitter Probleme bei Mebis geklärt. Proaktiv schon ein bisschen was für die Schulleitung angedacht für nächste Woche, wie das mit der Schule weitergehen soll. Den Mebis-Lehrkräftekurs ausgebaut, Links zu den Tutorials und Erklärvideos, die über das Mebis-Koordinations-Portal ständig reinkamen. Beispiele für ganz basale Arbeitsform. (Finger weg von Datenbanken und Quiz-Aufgaben.) Eine Frage kam auch über Mail rein, gar nicht von meiner Schule. Dazwischen immer wieder getwittert – Twitter ist so eine Art Großraumbüro, wo man mitkriegt, was die Kollegen gerade so machen. Im Moment schreien manche ein bisschen laut herum im Büro; ich habe mich erst über die Systemweisen geärgert, die jetzt Morgenluft für ihre Träume von radikalen Bildungsreformen wittern, und sie dann stummgeschaltet. Ah, schon konnte ich besser arbeiten. Möglicherweise lasse ich das so oder entfolge gleich, die irren zwar ständig, aber ich habe halt zu tun. Zwischendrin natürlich immer wieder vergessene Mebis-Passwörter und ‑Anfragen. Ganz kurz auch das Nötigste für einen Teil meiner Klassen vorbereitet. Wenn die anderen nichts von mir kriegen, ist das auch in Ordnung. Telefonnummer angelegt und in den Kursen veröffentlicht, wenn Schüler und Schülerinnen Sorgen haben, sollen sie sich auch so an mich wenden. (Das werden wenige tun, und ich bin wohl auch nicht der Typ dafür, aber ich halte solche Angebote und die Aufforderung, sie wahrzunehmen, für wichtig.) Ein paar Schüler wollten schon mit dem größeren Informatik-Projekt beginnen, das eigentlich erst nach den Osterferien losgehen sollte, da mein Okay zum Thema gegeben. Eine andere Schülerin, mit der ich mich immer wieder über Twitter unterhalte, wollte Englischlektüren haben, also empfahl ich einen Epub-Reader fürs Handy und schickte einen Strauß Bücher rüber – P.G. Wodehouse, Jane Austen, Raymond Chandler, Arthur Conan Doyle, Lovecraft, Isak Dinesen, was mir geeignet schien. Schon lange will ich eine digitale Schulbibliothek mit frei zugänglichen Werken im Format epub/mobi erstellen, auch als P‑Seminar. (Der Hauff in der Bibliothek Gutenberg ist in einem desolaten Zustand, was Tipp- und Scanfehler betrifft.)

Äh, ja. Dann jetzt also Feierabend, kurz nach 20 Uhr. Frau Rau kommt erst später vom Wahlhelfen zurück. Ich plane jetzt noch ein bisschen herumzusitzen und gespeicherte Filme zu sehen. “Drums of Fu Manchu”, das Republic-Serial von 1940, weil es auf der Liste steht.

Stimmung

The Postman ist ein postapokalyptischer Actionfilm von und mit Kevin Costner, basierend auf einem Science-Fiction-Roman, der seinerseits zuvor in zwei einzelnen Teilen erschienen war. Der Film war kein Erfolg, aber ich habe entweder den ersten Teil des Romans gelesen oder etwas ähnliches: Ein Mann mit Briefträgeruniform hält den Glauben an eine staatliche Ordnung in einer chaotischen Welt aufrecht.

Letzter Schultag vor Corona-Unterrichtsausfall

Das wird jetzt so eine Art Tagebucheintrag, für die Zukunft.

Heute war der letzte Schultag, bevor für drei Wochen (und anschließend zwei Wochen Osterferien) die Schulen in Bayern geschlossen werden. Der Grund ist der Versuch, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Die Entscheidung zeichnete sich schon gestern ab, und ich bereitete einen Text für die Homepage und mich seelisch darauf vor – für 9 Uhr war eine Mitteilung des bayerischen Ministerpräsidenten Söder angesetzt.

Unterrichtstag

Aber zuerst machte ich Unterricht. Deutsch, 8. Klasse, Tschick, erste Reaktionen auf die Lektüre einholen – das Buch hat ihnen gefallen, manche fanden den Anfang auf der Polizeistation gut, die meisten fanden den gerade am schwächsten. Ich auch. Dann Arbeitsauftrag, und die Schüler und Schülerinnen arbeiteten gut und interessiert und selbstständig, so dass es mir leid tat, sie zu unterbrochen: Aber da war diese Übertragung des Ministerpräsidenten, und die wollten wir live anschauen. – Tatsächlich stand in den Pressewebseiten bereits eine Weile zuvor schon das, was Söder dann sagen würde: kein Unterricht an bayerischen Schulen bis Ostern.

Jubel in der Klasse, zugegeben, aber verhaltener, nicht all zu leichtfertiger. Wir hatten ja bereits zuvor ausführlich über Corona gesprochen, und taten das auch weiterhin.

Danach Hineinschnuppern ins aufgeregte Lehrerzimmer und etwas Pausenaufsicht im Hof. Dort kam es mir lauter vor als sonst, unruhiger.

Noch etwas Unterricht: Plaudern mit der Q12 über Corona, Händewaschen, das kommende Abitur – und die angekündigte kleine schriftliche Prüfung zum Epochenüberblick. Am Ende Stühle raufstellen, Ordnung muss sein.

Vorbereitungen zahlen sich aus

Insgesamt ist die Stimmung im Kollegium und unter den Schülern und Schülerinnen gut. Seit Ende letzter Woche haben wir nach und nach alle darauf vorbereitet, es gibt Mebiskurse für die Klassen, alle sind drin, Lehrkräfte auch. Seit Anfang der Woche beobachte ich, wie nach und nach die Kollegen und Kolleginnen auf Mebis Probenachrichten an die Schüler und Schülerinnen schicken, um zu schauen, ob diese sie auch per E‑Mail erreichen. Insbesondere die Unterstufe wärmt mir das Herz, die Lehrernachrichten ebenso wie die Antworten darauf. Ich kriege diese Nachrichten alle mit, weil ich – um zu helfen – in allen Klassenkursen drin bin, aus denen man mich nicht hinauskomplimentiert, also nicht nur in meinen eigenen Klassen.

Das führt eben dazu, dass ich in etlichen E‑Mail-Verteilern bin, wie andere Lehrkräfte auch. Standardmäßig kriegt die Mathelehrerin der Klasse mit, was der Englischlehrer der Klasse schreibt, und umgekehrt. Ich will das auch so, deswegen habe ich das mal so eingestellt. Es ist ganz erstaunlich, wie schnell sich Kollegen und Kolleginnen das nötige Mebis-Wissen beibringen, um diese E‑Mails abzustellen: man muss anscheinend nur motiviert genug sein. (Selber hätte ich keine Probleme, noch sehr viel mehr Nachrichten zu empfangen: Mit ordentlichen und ordentlich beherrschten E‑Mail-Programmen ist das kein Problem für mich.)

Die Schüler und Schülerinnen kennen Mebis alle schon ein bisschen, weil die Einteilungen zu den Projekttagen am Schuljahresende schon einige Male darüber gelaufen sind, durchaus nicht ohne Probleme, aber immerhin.

Es kommen natürlich immer wieder Lehrer und Lehrerinnen zu mir und bitten um Hilfe. Meistens gehen sie in der Gesprächseinleitung davon aus, dass ich jetzt ja ganz viel mit Fragen bedrängt werde. Tatsächlich hält sich das in Grenzen, viele kommen auch so zurecht; die andere Mebis-Koordinatorin und ich, wir haben verhältnismäßig brauchbar kommuniziert, und das Kollegium nimmt das ernst – und hat ja auch schon ein bisschen Erfahrung, Mebis ist nicht neu an meiner Schule, sondern eher das, mit dem man sich schon immer mal gründlicher hatte befassen wollen nach der letzten Fortbildung dazu. Und so sind viele der Fragen auch schon keine Fragen für absolute Anfänger mehr.

Und ohnehin: So wichtig sind diese drei Wochen Unterrichtsausfall nicht, von der Q12 und dem bevorstehenden Abitur allerdings sehr abgesehen.

So wichtig: Kommunikation

So egal es letztlich ist, was in der Schule außerhalb des Abschlussjahrgangs passiet oder nicht: Etliche Kollegen und Kolleginnen wollen Antworten auf ihre Fragen, und die möglichst sofocht. Selber kann ich gut damit leben, dass noch vieles unklar ist. Egal, ob es Antworten gibt oder nicht: Ich halte häufige Kommunikation für essentiell, zwischen Eltern und Schule und Lehrkräften und Schülern und Schülerinnen. Das sollte gar nicht direkte Kommunikation über E‑Mail geschehen, regelmäßige Updates auf der Schulhomepage (oder Twitter, aber man lässt mich ja nicht) reichen: Ich glaube, man will das Gefühl, dass da jemand sitzt, der aufpasst und reagiert und ansprechbar wäre und einigermaßen Überblick hat. Ein: “Wir arbeiten daran” reicht. Das erezugt schon mal ein gewisses Vertrauen. Unsicherheit ist das größte Problem.

Die Situation auf Twitter

“100 Tipps für das Fernlernen mit digitalen Mitteln”. So etwas gerade viel getauscht. Ist ohne Mebis vielleicht nötiger, aber ich glaube, meine Schule braucht nur ganz basale Werkzeuge am Anfang. Ich ja auch nur, mag Echtzeitkommunikation vom Temperament her ohnehin nicht. Gute Lernmaterialien erstellen ist wichtiger. Wenn man ein bisschen vertrauter wird mit dem Arbeiten im Internet, halte ich das für völlig ausreichend. Einige beklagen, dass das zwar jetzt alles digital sein mag, aber eben nicht modern in ihrem Sinn. Soll sein, soll sein. Die Revolution kommt dann später, nach meiner Zeit. Wir haben ja nun doch noch keine Zombie-Apokalypse.

Meine Stimmung: Anarchie und Kriegsrecht

Mir geht es gut. Es ist nicht absehbar, was alles geschehen wird, und ich habe natürlich ein kleines bisschen Angst. Ich bin ein Kind der Atomkriegsangst der 1970er und frühen 1980er Jahre, aufgewachsen mit Sirenen. Tschernobyl hat mich damals nicht groß berührt. Ich summe dramatische Filmmusik vor mich hin in den letzten Tagen und denke an Romane, die ich so gelesen habe.

Aber ich bin Optimist. Es schadet einer Schule nicht – einem Land nicht, der ganzen Welt nicht – mal kollektiv für drei Wochen ins Kloster zu gehen, sozusagen, mal zuhause zu bleiben. Nur leider, leider, leider bleibt die Welt ja nicht stehen und sie ist komplex. Andererseits ist es schon spannend zu sehen, wie leicht so ein Fall wie: “Was, wenn wir alle mal einfach…” tatsächlich eintreten kann.

Ich verbreite heitere Gelassenheit im Lehrerzimmer und genoss in der letzten Woche sehr die Anarchie: Unterrichtsbesuche oder pünktliches alphabetisches Sortieren der kleinen Leistungserhebungen oder Schüler, die die Hausaufgaben vergessen haben, spielen keine große Rolle mehr. Auch die dienstlichen Vorgaben, was etwa die Benutzung von Softwaresystemen betrifft, sind gelockert. Und ich durfte dramatisch mit dem Zeigestab an der Tafel herumfuchteln, was ich gerne und selten mache.

Was können Schüler und Schülerinnen tun?

Selber bin ich durch Temperament und jahrelange Übung ideal darauf vorbereitet, mich drei Wochen zu verkriechen. (Entschuldigung, wenn ich zu launig klinge.) Internet, Bücher, Festplatte aufräumen. Schüler und Schülerinnen finden hoffentlich genug zu tun. Meine Vorschläge waren:

  • Bücher lesen
  • Ukulele spielen lernen
  • Kochen lernen
  • Podcasts hören
  • für die Schule arbeiten
  • fragen, ob Nachbarn Hilfe brauchen

Am Montagmorgen bin ich übrigens in der Schule, und dann sehen wir weiter.

Tschick und Mebis und die Kunst, nicht zu lehren

Eigentlich wollte ich in der 9. Klasse mit der Besprechung von Tschick von Wolfgang Herrndorf beginnen, und zwar mit dem Aufbau des Romans. Aber die Schüler und Schülerinnen sollten dann doch lieber etwas über Mebis lernen. Also: Mebis am Beamer in Erinnerung gerufen (wie viel schneller alles Lernen geschieht, wenn man lernen will), WLAN herausgeholt und mit dem Handy ein bisschen in einen Kurs hineinschnuppern lassen. Dann in der zweiten Hälfte der Doppelstunde in den Computerraum.

In Tschick liest Tschick seine Deutsch-Interpretation zu Brechts Keuner-Geschichte “Das Wiedersehen” vor – das ist die mit dem Schlüsselsatz: “ ‘Oh!’ sagte Herr K. und erbleichte.” Tschicks Aufsatz, nach einigem Suchen aus der Plastiktüte gezogen, beginnt mit den Worten: “Die erste Frage, die man hat, wenn man Brechts Geschichte liest, ist logisch, wer sich hinter dem rätselhaften Buchstaben K. versteckt.” Und es folgt eine Räuberpistole zu Herrn K. und seinem Hintergrund. (Dass danach von einer anderen Schülerin “die richtige Interpretation, wie sie auch bei Google steht”, vorgelesen wird, ist sehr lustig.)

Meine Schüler und Schülerinnen kriegten eine andere Keuner-Geschichte und mussten im Mebis-Kurs ihre eigene Interpretation dazu veröffentlichen, möglichst im Stil von Tschick, und für alle anderen lesbar. Die Geschichte dazu war “Die Kunst nicht zu bestechen”.

Die Interpretationen

In Wirklichkeit ist Herr K. ein technologisches Genie, das es geschafft hat ein Erfindung zu entwickeln, mit der er in einen täuschend echte, selbentwickelte Menschenkörper einzudringen und ihn somit zu steuern. Dadurch kann er mehrere Personen verkörpern. Herr K. stellt mit seinen Möglichkeiten einen extrem schwer zu identifizierender Soloverbrecher dar. Man kann ihn eigentlich unmöglich schnappen, denn sobald man sein Gesicht kennt, wechselt er einfach seinen Körper und er ist für die Behörden wieder unsichtbar. Er empfiehlt allen möglichen wohlhabenden Personen vertrauenswürde Männer, die er eigentlich selbst verkörpert. Dadurch hat er die möglich Informationen über alle wohlhabende Personen zuerhalten ohne das er Angst haben muss das seine Mitarbeiter bestochen werden könnten. Deswegen empfiehlt er dem Kaufmann auch einen unbestechlichen Mann. Diesen Mann kann wie sich raus stellt jeder bestechen, außer er selbst, weil er ja der Mann ist und man sich selber ja nicht bestechen kann. Herr K. kann somit genau kontrollieren, wie die Personen bei Herr K. ankommen und wer die Person bestechen kann und wer nicht. Die Informationen, die er durch diese Masche erhält, verkauft er für viel Geld an Kriminelle. Damit ist er sehr reich geworden. (NW)

Herr K. ist schizophren und führt ein Gespräch mit seinem Spiegelbild, jedoch ist das Spiegelbild eine seiner anderen Persönlichkeiten und er versucht dieser, welchee auch eine seiner Persönlichkeiten ist , zu verdeutlichen, dass der Mann nicht bestechlich und somit keine Informationen an die anderen Persönlichkeiten welche entweder neutral oder ihre Feinde sindweiterzugeben. Dies ist so wichtig, da die verschiedenen Persönlichkeiten immer versuchen herauszufinden was die anderen in der Zeit in, der sie den Körper steuern, machen. Da der Mann nach der Aussage des Kaufmannes diese Informationen an ihre Feinde verraten hat befinden sie sich, falls das passiert ist in einem Dilemma aus welchem sie nicht mehr so einfach herauskommen. Herr K. meint jedoch, dass der Mann von ihm nicht bestochen werden kann um Informationen an ihn zu verraten, da sie sich nicht sehr ausstehen können jedoch einen gemeinsamen Feind haben und deswegen zusammenarbeiten, jedoch merkt er nicht, dass das nicht auf den Kaufmann zutrifft. (BB)

Der Mann, der Kaufmann und Herr K.sind alle sehr gut in ihrem Beruf, Kaufmann, die um Sachen zu verkaufen auch oft das Gesetz brechen. Der Kaufmann und Herr K. sind eigentlich Freunde, aber Herr K. sieht den Kaufmann als Feind an. Deshalb schickt er seinen ältesten Sohn zu dem nichts ahnenden Kaufmann. Er sagt er sei unbestechlich und der beste Kaufmann der Welt. Da der Kaufmann Herr K. vertraute, freute er sich über die Empfehlung und stellte den Sohn als seinen Gehilfen ein. Der eigentliche Grund, warum Herr K. seinen Sohn weiterempfohlen hat, war um den Kaufmann auszuspionieren und sein Vermögen zu stehlen. Die ersten zwei Monate verlief alles nach Plan, doch danach schöpfte der Kaufmann langsam verdacht und sprach seinen angeblichen “Freund” darauf an. Der wiederum log ihn jedoch an und beruhigte ihn und der Kaufmann kaufte ihm alles ab. Zwei Tage später, als der Kaufmann gerade unterwegs war, brachen Herr K. und sein Sohn beim Kaufmann zu Hause ein und stahlen all sein Geld und Wertgegenstände. Da sie aber noch Angst hatten, angezeigt zu werden , warteten sie suf den Kaufmann vor seinem Haus und erschossen ihn. Wegen diesem Verbrechen will Herr K. seinen Namen nicht preisgeben. (LS)

In Wirklichkeit ist Herr K ein Alien, das als Mensch verkleidet ist. Er ist zusammen mit seinen Kollegen von dem Planeten Manzana gekommen um die Welt zu erobern. Dieser ist dafür zuständig Schwächen der Menschen zu finden und diese zu protokollieren. Diese Daten werden dann zu ihrem Heimatplaneten übermittelt, wo sie ausgewertet werden. Sie werden benutzt um eine große ultimative Waffe zu bauen, um die Menschheit zu vernichten. Die Aliens haben aber eine Deadline, da auf dem Planeten Manzana nur noch begrenzt Sauerstoff verfügbar ist. Der Mann ist ein Untergestellter von Herrn K, der für das Geschäftliche spezialisiert ist. Er lässt sich aber nur von Menschen bestechen. Es gibt noch viele weitere Männer wie diesen Untergestellten. Der Kaufmann war einfach nur eine austauschbare Testfigur. Die Menschheit ahnt noch nichts von der Invasion! (NW)

In Wirklichkeit redet Herr K. von sich selbst. Er ist dieser Mann den er dem Kaufmann vorschlägt um ihn hinters Licht zu führen und ihm sein gesamtes Vermögen abzuziehen . Deshalb erzählt Herr K. auch, dass man ihn nicht bestechen kann um sich selbst möglichst gut darzustellen da er ziemlich abgehoben ist. Er verkleidet sich immer vor dem Treffen mit dem Kaufmann als Cowboy damit dieser nicht merkt, dass er betrogen wird. Doch in Echt ist Herr K. ein boshafter Zirkusbesitzer, der Löwen und Elefanten schlecht behandelt und sie mit Stromschlägen foltert bis sie alles tun was er will und vor dem Publikum eine tolle Show abliefern. Aber diese Tiere sind nach ein paar Wochen Zirkustour erschöpft und sterben langsam alle. Da alle Tiere bald tot sind geht der Zirkus zu Grunde und der Zirkusbesitzer muss den Kaufmann abziehen um nicht Pleite zu werden. (GJ)

In Wirklichkeit ist Herr K. ein Schwarzmarkthändler mit Gummienten. Der Kaufmann wiederum ist auch ein Geschäftsmann. Dieser verkauft aber Gummidinosaurier. Herr K. ist sehr erfolgreich in seinem Geschäft, aber der Kaufmann wird immer populärer und nimmt Herrn K. seine Kunden weg. Aus diesem Grund schleust Herr K. einen von seinen besten Geheimmännern ein, indem er eine Empfehlung für diesen ausspricht und von ihm in den höchsten Tönen spricht. Der Kaufmann fällt auf diese Masche rein und macht erhebliche Verluste. Der eingeschleuste Mann ist nur von Herrn K. nicht bestechlich und deswegen liefert er Herrn K. secret information über die besondere Form der Dinos. Nach einer Beschwerde von dem Kaufmann wird der Mann nach zwei Wochen gefeuert, aber Herr K., der sich bei der ganzen Mission im Hintergrundgehalten hat, hat alle Informationen, die er braucht um sein neustes Projekt zu starten. Gummieinhörner!! Mit diesem Projekt wird er noch mehr verdienen,natürlich auf ganz mysteriöse Weise . (SW)

Herr K. ist ja wie bereits bekannt ein Waffenschieber, um die Kontakte mit einer anderen Waffenschieber-Gruppe zu pflegen, empfiehlt er dem Boss der anderen Gang einen bereits von ihm angesteuerten Mittelsmann, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat. Da dem Verbrecherboss nach zwei Wochen auffällt, dass der Mittelsmann sich für ein neutralen, eigenständigen und angeblich unbestechlichen Geschäftsmann eindeutig zu unterwürfig verhält und sich mit Worten scheinbar leicht bestechen läst, konfrontiert er Herrn K. und wirft ihm vor, dass er sich ja sogar von seinen Feinden bestechen lassen würde. Daraufhin tut Herr K. unwissend und unschuldig. Um dem “Kaufmann” zudem seine scheinheilige Freundschaftlichkeit zu beweisen, meint er außerdem, dass der Mittelsmann sich von ihm noch nie hat bestechen lassen. damit wäre es ja klar, dass er kein Feind von dem “Kaufmann” sein kann und schon gar kein Komplize von dem Mittelsmann. Tatsächlich arbeitet der Mittelsmann wahrscheinlich mit dem Herrn K. zusammen und in nächster Ziet werden bestimmt einige Waffenladungen und dazu Geld verschwinden. (CH)

Meine eigene Interpretation

Für meine eigene Interpretation bin ich anders vorgegangen: Anlass war dieser fromme Spruch von Galileo Galilei* (*nicht von Galileo Galilei), der einem in twitterpädagogischen Kreisen immer wieder mal begegnet:

Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden.

Damit habe ich die Brecht-Geschichte nur minimal verändert:

Die Kunst, nicht zu lehren

Herr K. empfahl einen Schüler an einen Lehrer, seiner Unbelehrbarkeit wegen. Nach zwei Wochen kam der Lehrer wieder zu Herrn K. und fragte ihn: “Was hast du gemeint mit Unbelehrbarkeit?” Herr K. sagte: “Wenn ich sage, der Schüler, den du unterrichtest, ist unbelehrbar, meine ich damit: du kannst ihn nicht belehren.” “So”, sagte der Lehrer betrübt, “nun, ich habe Grund, zu fürchten, dass sich dein Schüler sogar von meinen Feinden belehren lässt.” “Das weiß ich nicht”, sagte Herr K. uninteressiert. “Mir aber”, rief der Lehrer erbittert, “gibt er immer die richtigen Antworten, also lässt er sich auch von mir belehren!” Herr K. lächelte eitel.“Von mir lässt er sich nicht belehren”, sagte er.

(Dieser Herr K., der ist doch bestimmt auch auf Twitter.)

Tückisch kryptisch, wie ich meinen Brecht mag, auch wenn das Original vielleicht einen Tick weniger kompliziert ist.

Mebis-Spontanfortbildungen

Im Moment gibt es ein gestiegenes Interesse an Mebis, der Online-Schulplattform des bayerischen Kultusministerium, die allen Schulen zur Verfügung gestellt wird. Nicht ihr einziger, aber doch der wichtigste Bestandteil ist die Lernplattform, ein angepasstes Moodle. Und die wird plötzlich interessant, für den Fall, dass Schulen im Zusammenhang mit dem Corina-Virus geschlossen werden müssten.

Vorschlag 1

Eine Möglichkeit für den Notfall ist, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin für jede Klasse einen eigenen Mebiskurs einrichtet. So habe ich das ja auch gehaltn bisher: Pro Klasse ein Kurs, am Ende des Jahres die Klasse rausgeworfen und den Kurs im neuen Jahr wiederverwendet – so wird der jedes Jahr (aber langsam, sehr langsam) besser oder entspricht zumindest immer mehr meinen Vorstellungen.

Andererseits, wenn das alle schulweit machen: Dann ist plötzlich ein Sechstklässler in zehn oder zwölf Kursen drin und soll sich noch auskennen, und die Schule hat vierhundert oder mehr Kurse. Und noch sind nicht alle Lehrer und Lehrerinnen soweit, dass sie einen einen eigenen Kurs stemmen können. Langfristig halte ich das für machbar, aber nur dann, wenn eine gewisse technische Disziplin dafür sorgen würde, dass die Kursteilnehmer und ‑teilnehmerinnen einen Überblick über ihre Aktivitäten und Aufgaben behalten könnten, ohne jeweils in alle Kurse hineinzuschauen, also in einem zentralen Dashboard. Grundsätzlich denkbar, aber so weit sind wir noch nicht.

Vorschlag 2

Also könnte man für jedes Fach einen zentralen Kurs einrichten: Dann haben die Lehrkräfte weniger Kurse, die Schüler allerdings gleichbleibend viele. Zumindest könnten die Lehrkräfte eines Faches leichter Material tauschen und wiederverwenden. Urheberrechtlich wäre das ein bisschen schwieriger, weil man ja nur der eigenen Klasse geschütztes Material austeilen darf und nicht etwa einer ganzen Jahrgangsstufe oder mehr. Aber auch da gibt es Lösungen, indem man die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des einen Kurs in unterschiedliche Gruppen einteilt und diesen unterschiedliches Material sichtbar macht.

Vorschlag 3

Eine letzte Lösung, eine Notlösung, aber eine praktische, ist die, je Klasse einen Kurs anzulegen – und in diesem Kurs tummeln sich dann alle Lehrer und Lehrerinnen der Klasse, und jedes Fach kriegt einen eigenen Abschnitt. Das sieht dann so aus:

Vergnügt effizientes Arbeiten

Ich habe dazu den ersten Start-Abschnitt mit einem Forum, einem Einleitungstext und einem schönen Bild versehen. (Das Auge denkt ja mit.) Und jedes Fach hat schon mal zum Einstieg ein Forum, einen Chat, ein Verzeichnis und zwei Überschriften gekriegt, so als Grundlage. Den Abschnitt habe ich dann kopiert und umbenannt, fertig mein Demokurs. Und den Demokurs habe ich dann fünfundzwanzig oder dreißig mal kopiert beziehungsweise neue Kurse angelegt und alles Material aus dem Demokurs dorthin importiert. Das Kopieren der Kurse ging alles während der S‑Bahn-Fahrt von Fürstenfeldbruck nach München – wenn man es gewohnt ist, ist das Arbeiten mit Mebis schneller als sein Ruf.

Zu Hause habe ich dann pro Kurs noch eine Team-Teaching-Selbsteinschreibung angelegt, so dass sich die Kollegen mit dem geheimen Zauberwort selber in den Kurs eintragen können und dort gleich Lehrerrolle innehaben. Das geht ratzfatz, wenn man die Seiten parallel in Tabs aufmacht, und jeden einzelnen Mausklick in den Tabs nacheinander ausführt, also fließbandhaft. (Dazu muss man halt schnell mit der Tastatur zwischen Tabs umschalten können.) Parallel hat die Kollegin von zu Hause aus Klasseneinschreibungen angelegt und damit die Schüler und Schülerinnen in die Kurse geholt, und am Handy ging das schneller als vom Schulrechner aus.

Ehrlich gesagt, ich glaube, das geht schneller so, als wenn jeder einen eigenen Kurs anlegt. Außerdem kann man einander helfen, wenn man sich einen Kurs teilt. Und der große Vorteil für mich: Ich sehe ein bisschen, was die Kollegen und Kolleginnen so treiben in unserem Kurs. Das heißt: Noch wird da gar nicht viel getrieben, ist ja nur für den Notfall. Wer einen eigenen Kurs hat, kann den natürlich weiter betreiben. Einige nutzen Mebis ja bereits mehr oder weniger intensiv.

Kurzanleitung und Ausblick

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Video von Tobias Frischholz, Beratungsrektor mBdB für Dachau und Fürstenfeldbruck und Leiter des Medienzentrums Dachau.

Anleitungen für Mebis gibt es gerade viele, das ist eine davon.

Ja, Mebis – weil Moodle – ist umständlich, immer noch, auch wenn es schon viel besser geworden ist. Als ich zwei Kollegen erklärte, wie die Aktivität “Forum” funktioniert, wird aber auch ein bisschen klar, woher das kommt: für die eine war sonnenklar, dass sie die E‑Mail-Einstellungen auf die eine Art haben möchte, der andere wollte das genaue Gegenteil. Das Resultat: Ein Knopf zum Einstellen, beziehungsweise: ganz viele Knöpfe dann halt.

Nachtrag: Ich denke, das Wichtigste ist ein funktionierender Kommunikationskanal, egal ob das Mebis ist oder OneNote. Den Rest kriegt man hin – natürlich nicht mit zeitgemäßer Bildung, wie meine kleinen Freunde auf Twitter sie sich wünschen, sondern mit Methoden und Weltbild des späten 20. Jahrhunderts, aber auch das reicht erst einmal aus. Musterkurse dafür zentral vom Mebis-Team erstellt.

Nachtrag: Vorschlag 4

Ich könnte auch, und so werde ich das vielleicht in Zukunft halten, genau einen Kurs pro Fach einrichten. Dann habe ich nur drei Kurse zu verwalten; in jedem Kurs gibt es verschiedene Gruppen (nämlich die in diesem Jahr unterrichteten Klassen). Es wird so zwar etwas enger im Kurs, ich kann mich nicht so breit machen in den Abschnitten wie ich das in Oberstufenkursen meist mache, aber dafür ist alles an einem Ort. Das macht die mehrfache Verwendung von Material leichter, und neugierige Schüler und Schülerinnen können schon mal bei den anderen Jahren hineinschauen. Ein virtuelles Klassenzimmer, in dem mein Material ausliegt.