Herr Rau: Wie ich im Unterricht aussehe

Herr Rau im Unterricht

Frau Rau würde schon lange gerne mitkriegen, wie ich eigentlich im Unterricht bin. Sie kennt mich ja doch eher nur privat, Lehrermodus poppt da selten auf. Aber so einfach geht das halt nicht. Immerhin einen Einblick kriegt sie jetzt: Schülern und Schülerinnen meiner drei Montagsklassen drückte ich eine Kamera in die Hand mit der Bitte, mich zu fotografieren, für Frau Rau. Das hat denen übrigens sofort eingeleuchtet, gar keine lange Erklärung nötig. Hier sind die Bilder: 7. Jahrgangsstufe: Ich habe kein Faksimile einer hochmittelalterlichen Handschrift, also ließ ich den mir verehrten Abdruck des (wohl sehrspätmittelalterlichen) Voynich-Manuskripts herumgehen. Den Großteil der … Continue reading „Herr Rau: Wie ich im Unterricht aussehe“

Bella Ciao

Samstag, 6.10.2018, Streiflicht in der Süddeutschen Zeitung zu „Bella Ciao“ in der Version von DJ Ötzi. Tränen in den Augen vor Lachen. Das möchte ich dann immer gleich mit Schülern und Schülerinnen teilen. Das Streiflicht beginnt: Von dem Tiroler Protestsänger DJ Ötzi gibt es eine neue Version des berühmten alten Partisanenliedes „Bella Ciao“. Für die Schule müsste ich dann erklären, was eine Partisan ist, und ein Partisanenlied, und was ein Protestsänger ist. Aber das Streiflicht wird dann mit jedem Satz noch besser, und in der 11. Klasse habe ich mit meinem Kurs eine kleine Lücke zwischen Sachtextanalyse und Iphigenie, also … Continue reading „Bella Ciao“

Personalausflug 2018 und Lake Wobegon, wieder einmal

Herr Rau in Wirtschaft am Tisch mit Faust an Stirn

Freitag am Vormittag brav Unterricht gemacht. Das Englischbuch der 10. Klasse hat zwar schöne Hörverstehensaufgaben, aber ein ein äußerst ungünstiges Text-Vokabel-Verhältnis: Auf eine DreiviertelSeite Buch kommen um die dreißig Lernvokabeln, da will ich uns nicht sehr schnell durch das Buch peitschen. Also bleibt viel Zeit für andere Übungen, oder weitere Hörverstehensaufgaben. Das heißt für mich: Geschichten aus Lake Wobegon. (Was das ist, steht ansatzweise in diesem Blogeintrag von 2004.) Da gibt es eine, The Living Flag, hier gerade auf Youtube zu hören: Das ist eine schöne Geschichte für Einsteiger, nur drei, vier Minuten lang: Die Bürger in Lake Wobegon beschließen, … Continue reading „Personalausflug 2018 und Lake Wobegon, wieder einmal“

Supreme Court in der Oberstufe, dann etwas Spaß mit jambischen Fünfhebern

Eigentlich sind wir in der zwölften Klasse ja gerade bei Shakespeare, ich wollte erst danach zum amerikanischen Regierungssystem und zur Tagespolitik kommen. Vielleicht falsch geplant, die midterm elections sind ja schon Anfang November. Also schob ich heute mit Erlaubnis der Schülerinnen und Schüler eine aktuelle Stunde ein, erinnerte kurz an Congress, President, Supreme Court und gegenseitig Kontrolle (so wie sie früher vielleicht auch funktionierte) und zeigte dann als, uh, Listening Comprehension die letzte Folge von Last Week Tonight with John Oliver. Darin ging es um Brett Kavanaugh, den vom Präsidenten vorgeschlagenen Richter am Obersten Gerichtshof, dem vor allem von Christine … Continue reading „Supreme Court in der Oberstufe, dann etwas Spaß mit jambischen Fünfhebern“

Zweite Schulwoche: Alles neu (Hose, Nibelungen, Venediggeschichten)

Selfie im Spiegel

Neue Kleidung: In Berlin bei fein und ripp im Schaufenster gesehen, also Frau Rau, die so etwas sieht, und die mich am Ärmel zupfte, und dann sagte ich ja, kann ich mir gut vorstellen, und dann sind wir da rein. Schuhe und Mütze auch noch dazu, aber der Ausgangspunkt war die Hose – schwedische Forstarbeitermontur, siebzig Jahre eingelagert, ans Licht befördert und jetzt in Berlin verkauft. Hat nur ganz leicht nach Kiste gerochen. In der Schule so gut wie nicht kommentiert, nur eine aufmerksame Schülerin traute sich etwas zu sagen. Neue Lektüre: Das Nibelungenlied in der 7. Klasse. Da macht … Continue reading „Zweite Schulwoche: Alles neu (Hose, Nibelungen, Venediggeschichten)“

Erste Schulwoche, aber dann doch nur über Essen

Geburtstagskuchen von oben

Die letzten Tage über habe ich Geburtstag gehabt, Twitter war voller Wünsche, vielen Dank. Hier ist der schöne Geburtstagskuchen, den mir Frau Rau gebacken hat: In der Schule bekam ich von zwei Schülern und Ex-Schülern – wir machen gerade Poe im Unterricht – diesen schönen Raben-Grabstein geschenkt (via 3D-Drucker der Schule): Dann werde ich also wohl auch „The Raven“ im Unterricht machen, vielleicht Übersetzungen vergleichen – davon gibt es sehr viele. „The Tell-Tale Heart“ sowieso, gerne mit der Alan-Parsons-Project-Version zum Einstieg – das macht neugierig auf die Kurzgeschichte. Ansonsten schreibe ich gerade nicht viel aus der Schule. Ich bin dann … Continue reading „Erste Schulwoche, aber dann doch nur über Essen“

Zwerchfell aller Art, zum Essen

Nierenzapfen gegrillt, aufgeschnitten

Es fing damit an, dass ich ein Rezept für Cornish pasties las. „Beef skirt“ wurde da als Fleisch empfohlen, und da begann ich ernsthaft zu recherchieren, was denn das mir vom Namen her bekannte „skirt steak“ eigentlich ist. Das ist aber alles andere als einfach, weil die Bezeichnungen wild durcheinandergehen, und nicht alles, was man im Web dazu liest, auch wirklich stimmt. Also: Das Rind hat ein Zwerchfell. Das ist ein Muskel, der rein technisch zu den Innereien zählt; er besteht aus zwei (oder vielleicht drei) Teilen. Horizontal gibt es eine linke und eine rechte Seite, die heißen „inside skirt“ … Continue reading „Zwerchfell aller Art, zum Essen“

Feature Creep? Englisch-Schulaufgabe im Wandel der Zeiten: 1979/1980

Schulaufgabenangabe, eine Seite

Beim Stöbern in meinen alten Schulunterlagen habe ich das hier gefunden: Es handelt sich allem Anschein nach um eine Nachholschulaufgabe (Schulaufgabe: angekündigte große Leistungserhebung) im Fach Englisch, 6. Klasse. Ich vermute, dass sie für einen anderen Schüler oder eine andere Schülerin angelegt wurde, und der Rest der Klasse das Blatt als Übung erhalten hat. Denn erstens hätte ich dieses Blatt zurückgeben müssen, wenn es sich um eine echte benotete Prüfung gehandelt hätte, und zweitens sehen mir die Rotstiftanmerkungen zu sehr nach meiner eigenen Schrift aus; auch der dicke Filzstift wirkt nicht sehr lehrerhaft. (Andererseits sehe ich auch heute bei der … Continue reading „Feature Creep? Englisch-Schulaufgabe im Wandel der Zeiten: 1979/1980“

Tagebuchbloggen, einen Tag mal jedenfalls (Auberginenscheiben, Irish Pub)

Schild am Ingolstädter Bierbrunnen

Am Vorabend gab es als Vorspeise überbackene Auberginenscheiben nach einem Rezept von Rachel Roddy. Frau Rau fand sie ganz okay, mir schmeckten sie ganz hervorragend: 1 Aubergine in dünne Scheiben schneiden (5mm), auf Backblech legen mit Olivenöl bepinseln und salzen 2 Mozzarella oder 1 Scamorza in Scheibchen oder Stückchen schneiden und auf den Scheiben verteilen (bei mir war’s jeweils die Hälfte) 1 Zwiebel in dünne Ringe schneiden und auf den Scheiben verteilen 1/2 Sardelle aus dem Glas auf jedes Türmchen legen – oder für Vorsichtige etwas weniger, aber ich fand gerade die Sardellen-Zwiebel-Kombination ausgesprochen lecker darauf ein bisschen frischer Oregano … Continue reading „Tagebuchbloggen, einen Tag mal jedenfalls (Auberginenscheiben, Irish Pub)“

Pork Pie, selbstgemacht, erster Versuch

fertig gebackener Pork Pie

Als Jugendlicher hat mich das Wort „Pastete“ irritiert, vor allem als Übersetzung für das englische pie. Was war an einem apple pie pastetenhaft? Die Pastete, die ich kannte, war eine feinere Leberwurst, nur halt in eckig. Pasteten werden in Formen gebacken. Die können rund oder eckig sein, mit Deckel oder ohne, mit Teigmantel oder ohne. Auf Deutsch geht das mit der Pastete und der Terrine und der Königin-Pastete und der Wildpastete im Blätterteigmantel arg durcheinander, auf Englisch gibt es pie und paté und pasty, und das verstehe ich. (Obwohl es auch da noch terrine und rillettes gibt, zugegeben.) Jedenfalls würde … Continue reading „Pork Pie, selbstgemacht, erster Versuch“