Mildes Butter Chicken Curry

Das ist ein einfaches Curry, eher mild, aromatisch. Dauert länger zu machen, als man denkt, ist aber gar nicht kompliziert.

In einer Plastikschüssel mit Deckel:

  • 150 g griechischer Joghurt (10% Fett)
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Garam Masala
  • 1 EL Kurkuma
  • 1 EL Kreuzkümmel gemahlen
  • 2 Hühnerbrüste, in nicht zu kleine Stücke geschnitten

einige Stunden im Kühlschrank marinieren. Dann:

  • 2 Zwiebeln hacken und in
  • 3 EL Butterschmalz lange bei milder Hitze braten, so 15 Minuten lang
  • 2–3 Knochblauchzehen,
  • 2–3 EL fein gehackter Ingwer
  • 1 EL ganze Kreuzkümmelsamen,
  • 1 ganze Chilischote dazu und alles noch für 5 Minuten dabei lassen; soll aber nicht zu sehr anbraten, die Zwiebeln sollten hellbraun sein.

  • 1 Zimtstange,
  • 1 TL Salz
  • 2–3 Tomaten ohne Haut dazu geben (Tipp: einfach mit einer Reibe reiben, bis nur noch die Haut übrig ist, geht ganz einfach) und 15 Minuten sanft einköcheln lassen. Kurz vor Ende
  • 1 TL Zucker und
  • 1 TL Tomatenmark dazu:

Dann hinzugeben die Hühnerwürfel und die übrige Joghurtmarinade. Knapp 10 Minuten anbraten, dabei oft umrühren. Warum? Ich weiß es nicht. Ich habe das Rezept aus verschiedenen anderen zusammengebastelt und bin mir nicht bei allen Schritten sicher, ob die wichtig sind. (Salz zu anderem Zeitpunkt hinzufügen? Huhn gar nicht anbraten?)

  • 200 ml Hühnerbrühe dazu (etwa zwei Schöpflöffel)

und nicht ganz zugedeckt 30 Minuten sanft köcheln lassen. Am Ende ja nach Belieben ein oder zwei Esslöffel gemahlene Mandeln hinzu (mache ich nicht mehr) und 1/2 Becher Sahne. Eventuell auch ein ganzer, aber der Rest vielleicht erst am nächsten Tag beim Aufwärmen?

Mit Reis und gehacktem Koriandergrün servieren.

Iphigenie als Mem-Quelle

Angeregt durch einen epischen Twitter-Thread über die Lektüre von Moby Dick habe ich von meinem Deutschkurs verlangt, auch zu Iphigenie auf Tauris so etwas zu machen. Man sieht, was die Schüler und Schülerinnen umtreibt; ich habe natürlich gefragt, ob ich sie veröffentlichen darf.

(Zusammengebaut habe ich das, die Hintergrundbilder sind aus Wikimedia Commons.)

Moriturilyrik

Audioaufnahme:

Unten kann man mitlesen. Spaß und Husten gehabt während der Aufnahme. Ehrlich, beim Aufnehmen klang das total over the top, aber das Ergebnis selber klingt relativ zahm. Da hätte ich an einigen Stellen noch mehr aufdrehen können. Na, ich hab so schon den Monitor ziemlich vollgespuckt.

Der Unterschied zum Original ist natürlich der, dass Heinrich V mit in die Schlacht zieht, deshalb musste ich die vielen “wir” und “uns” im Text ersetzen; außerdem geht es bei Shakespeare nur um Männer, auch das passt nicht.

Zaghafte Lehrkraft: —— O hätten wir nun hier
Nur ein Zehntausend von des Landes Lehrern,
Das heut ohn Arbeit ist!

Das Ministerium: ————— Wer wünschte so?
Die kleine Lehrkraft? – Ach, nein, beste Lehrkraft:
Zum Tode ausersehn, seid ihr genug
Zu unsrer Bildung Schwund; und wenn ihr lebt,
Je kleinre Zahl, je größres Ehrenteil.
Wie Gott will! Wünsche nur nicht einen mehr!
Beim Zeus, ich habe keine Gier nach Gold
Noch frag ich, wer auf meine Kosten lebt;
Mich kränkts nicht, wenn sie meine Kleider tragen;
Mein Sinn steht nicht auf solche äußre Dinge:
Doch wenn es Sünde ist, nach Ehre geizen,
Bin ich das schuldigste Gemüt, das lebt.
Nein, Lehrkraft, wünsch mehr Lehrer nicht von mir;
Bei Gott! ich geb um meine beste Hoffnung
Nicht soviel Ehre weg, als ein Mann mehr
Euch würd entziehn. O wünsch nicht einen mehr!
Ruf lieber aus im Lande, Lehrkraft, du,
Dass jeder, der nicht Lust zu lehren hat,
Nur hinziehn mag; man stell ihm seinen Pass
Und stecke Reisegeld in seinen Beutel:
Ihr wollet nicht in des Gesellschaft sterben,
Der die Gemeinschaft scheut mit eurem Tode.
Das heutge Jahr heißt des Corona Jahr:
Der, so es überlebt und heim gelangt,
Wird auf den Sprung stehn, nennt man dieses Jahr,
Und sich beim Namen Covid 19 rühren.
Wer da am Leben bleibt und kommt zu Jahren,
Der gibt ein Fest am heilgen Abend jährlich
Und sagt: «Auf morgen ist Coronajahr!»
Streift dann den Ärmel auf, zeigt seine Narben
Und sagt: «Coronajahrs empfing ich die.»
Die Alten sind vergesslich; doch wenn alles
Vergessen ist, wird er sich noch erinnern
Mit manchem Zusatz, was in diesem Jahr er
Für Stunden hielt: dann werden eure Namen,
Geläufig seinem Mund wie Alltagsworte:
Herr Rau und Herr Mess, Tommdidomm, und Georg
Tobias, Rabenfroh, Againman, Zeiserl,
Bei ihren vollen Schalen frisch bedacht!
Von wack‘ren Eltern lernt das Kind die Märe,
Und nie von heute bis zum Schluss der Welt
Wird der Coronatag vorübergehn,
Dass man nicht euch dabei erwähnen sollte,
Euch wen’ge, wen‘ge, glückliche Geschwister:
Denn wer auch heut sein Blut für mich vergießt,
Der ist verschwistert, und der heutge Tag
Wird adeln seinen Stand (den Dienstgrad nicht).
In Ministerien des Staates Diener
Verfluchen einst, dass sie nicht hier gewesen,
Und werden kleinlaut, wenn nur jemand spricht,
Der mit euch lehrte im Coronajahr.

Originalübersetzung von August Wilhelm von Schlegel hier.

Ob es sinnvoll ist, die Schulen offen zu halten (mein Landkreis hat einen 7‑Tage-Wert von 240) und die Klassen nicht zu teilen, kann ich tatsächlich nicht beurteilen. Mulmig ist mir schon dabei, und zumindest geteilte Klassen hätte ich mir weiterhin gewünscht. Aber vielleicht ist die Wirksamkeit dieser Teilung auch nur Wunschdenken.

Kennengelernt habe ich die Szene über Henry V von und mit Kenneth Branagh. (Aber Data hat auch mal Henry V auf dem Holodeck gespielt.) Hier der Ausschnitt:

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Ein ähnliches Morituri-Gedicht ist “The Charge of the Light Brigade” von Tennyson, über die Schlacht bei Balaklava – Krimkrieg, Großbritannien gegen Russland, Kavallerie in einer militärisch aussichtslosen Aktion gegen Artillerie geschickt. Eklatante Fehlentscheidung, wohl schlichtweg Ignoranz oder Desinteresse oder halt ein Fehler; es ist viel darüber geschrieben worden. Sehr lebendig in der englischen Gedankenwelt, nicht zuletzt eben wegen des Gedichts von Tennyson (Wikipedia). “Cannon to the right of them, cannon to the left of them”, “All in the valley of Death rode the six hundred”.

Die Bilder stammen aus dem gleichnamigen Film, der Ton stammt aus dem Film-Soundtrack von Manfred Mann – aber gerade dieses Stück taucht im Film nicht auf, und vom ganzen Soundtrack gibt es bei imdb keine Spur, die nennen nur einige andere Lieder. Und auf Manfred-Mann-Discografien wird das Lied, da erste des Soundtracks, auch selten erwähnt. Kurios.

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Der Angriff der leichten Brigade fand übrigens an einem 25. Oktober statt, an St. Crispin, just wie Henrys Rede in Shakespeare (zur Schlacht von Azincourt). Um zwei Wochen verpasst.

Fußnote: Die Schlacht gab der englischen Sprache neben Balaklawa (Sturmhaube, Skimütze) auch den Cardigan (Strickjacke).

Vergleiche auch das Lied 5–4‑3–2‑1, ebenfalls von Manfred Mann: https://www.elyrics.net/read/m/manfred-mann-lyrics/5„4„3„2„1‑lyrics.html Und weitere Liedfassungen zu diesem historischen Ereignis gibt es natürlich auch.

Bei Wikipedia gesehen, dass es eine deutsche Nachdichtung von Theodor Fontane gibt, schau an:

Balaklawa

Der Angriff der Leichten Brigade

25. Oktober 1854
(Frei nach Alfred Tennyson)

»Eine halbe Meil’, eine halbe Meil’,
Auf Sattel und Schabracke,
Vor, in Sturmeseil’,
Vor, zur Attacke.
Zählt nicht der Kanonen Zahl,
Hinein, hinein ins Todestal …«
(Alle hören’s verwundert)
»Vorwärts, Leichte Brigade, vor« -
Und hinein ins Feuer- und Höllentor
Reiten die Sechshundert.

Leichte Brigade, der Siegespreis
Ist heute hoch, ist heute heiß,
Aber kein Murren, nicht laut, nicht leis,
Keines, obwohlen ein jeder weiß,
’s ward irgendwo geblundert -
Vorwärts; sie fragen und zagen nicht,
Vorwärts; sie wanken und schwanken nicht,
Vorwärts, gehorchen ist einzige Pflicht,
Ins Todestal,
In voller Zahl,
Reiten die Sechshundert.

Vorwärts! Kanonen rechts und links,
Kanonen in Front , gewärtig des Winks,
Selbst die Feinde sehen’s verwundert.
Schrapnell und Kartätschenschuss,
Todesgruß und Todeskuss,
Falle, was da fallen muss,
In den Höllenrachen, ins Todestal,
Noch voll in Zahl,
Reiten die Sechshundert.

Säbel heraus! Die Klingen fein
Blinken und blitzen im Sonnenschein,
Und die Leichte Brigade, nun ist sie hinein,
Fast über sich selber verwundert;
Ihre Säbel, in Rauch und Pulverqualm,
Singen manch einem den letzten Psalm,
Aber endlich, aus Qualm und Rauch
Und ermattet bis auf den letzten Hauch,
Abgejagt und abgehetzt,
Müssen sie rückwärts, rückwärts jetzt -
Nicht mehr Sechshundert.

Kanonen rechts, Kanonen links,
Kanonen im Rücken, gewärtig des Winks;
Verdoppelt jetzt Salv’ um Salve kracht,
Rückwärts, rückwärts wogt die Schlacht,
Und wen es aus dem Sattel schoss,
Den Reiter zertritt sein eigen Ross,
Das Fahnentuch mit flatterndem Band
Geht schon in dritt’ und vierte Hand,
Ist zerschossen und zerzundert,
Der Tod mäht rascher von Schritt zu Schritt,
Leichte Brigade, was bringst du noch mit?
Dein Siegesritt war ein Todesritt,
Ein Todesritt der Sechshundert.

Wird je verblassen euer Ruhm?
Nimmer. Ihr strahlt in Heldentum,
Und die Welt, sie staunt und wundert.
Hoch unsre Balaklawa-Schlacht,
Und die Leichte Brigade, die’s gemacht,
Hoch die Sechshundert!

Theodor Fontane

“’s ward irgendwo geblundert”, nun ja. Fontane mochte solche Themen, siehe auch “Das Trauerspiel von Afghanistan” um den ersten Anglo-Afghanischen Krieg und den Marsch von 3000 indischem Militärpersonal und 12000 britischen Zivilisten aus dem verlorenen Kabul, von denen einer allein das Ziel Dschalalabad erreichte. (Berühmtes Gemälde dazu.) Ich finde es schön, wie einfach damals noch Gedichte nachgedichtet werden könnten.

Berufsbild als Lehrkraft: So war das aber nicht bestellt

Modell 1: Gut und bewährt.

Das mit den Digitalisierungskonzepten an Schulen geht ja schon eine Weile, schon lang vor Covid19. Und damals, vor einem Jahr vielleicht, meinte ein Kollege, der tatsächlich pflichtgemäß, aber unenthusiastisch das Nötigste digital machte: er wolle das ganze nicht. Kein Mebis, kein Smartphone, keine Computer, kein digitales Sonstwas. So wie er seinen Unterricht gerne hätte, wie er ihn sich vorgestellt hatte, so wie er ihm am liebsten ist: als Märchenonkel und Erklärbär; ein Modus, wie er mir auch vertraut ist – lehrerzentriert, mit fachwissenschaftlich gut ausgebildeten Lehrern, mit Referaten und Aufträgen vielleicht, viel im Diskurs und Gespräch, sokratisch. Mit DVDs und CDs, das wohl schon, nehme ich an. Aber ohne Sprachlabor, ohne digitales Whiteboard, ohne Magnete, ohne Wörterbücher für Schüler und Schülerinnen, mit Tafel, mit Overheadprojektor. Diese Lehrkraft will den Schülern und Schülerinnen auch gar keine Medienkompetenz beibringen (und macht das halt, aus Pflichtgefühl), sondern Aspekte der Fachwissenschaft. (Dass diese Lehrkraft guten Fachunterricht macht, setze ich mal als gegeben.)

Modell 2: Hauptsache ausprobieren.

Am anderen Ende der Technikaffinität ist der digitale Hausmeister: Jongliert Mebis und Videokonferenzen, Padlets und Chatkanäle, gibt spontan WLAN frei und geteilte Dokumente, nimmt .odt ebenso an wie .docx oder .rtf oder dreht und wandelt .jpg in .pdf um.

Kleine Frage

Meine Frage: Wie viel Technik muss eine Lehrkraft können? Sollte es nicht einen technische Assistenz an einer Schule geben, die alle Technikfragen übernimmt?

Der Assistenz sagt man dann: Ich brauche einen Mebiskurs, den bitte einrichten, mit folgenden Abschnitten, und hier ist die Liste der Schüler und Schülerinnen, die sollen dann in den Kurs.

Der Assistenz sagt man dann: Hier eine Liste von Passwörtern für den Online-Wettbewerb, bitte allen im Kurs jeweils das passende zukommen lassen.

Der Assistenz sagt man dann: Hier der Dramenauszug, bitte schön formatieren entsprechend der Schul-Stilfibel, mit Versangaben am Rand, die Regieanweisungen bitte kursiv.

Der Assistenz sagt man dann: Hier diese acht Schüler und Schülerinnen sollen gemeinsam an einem Online-Dokument arbeiten, leg da mal was an und gib denen den Link. (So neulich geschehen, nur dass ich halt die Assistenz in diesen Fällen bin.)

Der Assistenz sagt man dann: Das hier bitte kopieren, DIN A 3 beidseitig.

Nicht lachen! Im Referendariat habe ich das noch erlebt, dass man Kopiervorlagen in eine Mappe in einem Raum legte, und am nächsten Morgen kriegte man dann die Kopien. Zugegeben, das waren auch keine Kopien, sondern Umdruck-Vervielfältigungen, aber auf einem relativ neuen Gerät.

Und was wäre so schlecht an diesem Modell? Es wäre vielleicht ineffizient, aber Ineffizienz würde unserer Gesellschaft vielleicht gut tun. Mehr Assistenz an den Schulen für Techniker, mehr Sekretariat, einen Portier, und die Lehrkräfte in Talaren wie in Eton… kann ich mir vorstellen.

Zugegeben: Mir bereitet das Gefühl der Selbstwirksamkeit Vergnügen, das ich durch den Umgang mit Werkzeugen erfahre. Aber das muss ja nicht allen so gehen.

Modell 3: So wie bisher, aber mit neuen Mitteln.

Unter wiederum anderen Lehrkräften an meiner Schule boomt gerade die Übertragung des Unterrichts per Video. (Wir haben zur Zeit A/B‑Wochen, in denen die eine Hälfte jeder Klasse zuhause bleibt und dort arbeitet – an Aufträgen, die verschiedene Formen annehmen können.) Die Gründe für diese Beliebtheit sind durchaus legitim: Man muss sich keine eigenen Aufträge für die Abwesenden einfallen lassen; und man muss an seinem – bewährten – Unterrichtsstil eventuell nicht viel ändern. Legitim ist das unter anderem, weil fast alle von uns ohnehin viel mehr arbeiten als sonst. Ich finde das dennoch etwas schade, weil jetzt eine Gelegenheit wäre, notgedrungen Neues auszuprobieren – Neues jenseits des neuen Kanals. Gelegentlich höre ich, die Schüler und Schülerinnen könnten nicht alleine anhand des Buches etwas lernen, und deshalb braucht es Videounterricht. Ich kann das nur für meine Fächer beurteilen, und da gibt es selbstverständlich viele Möglichkeiten, ohne Lehrkraft damit zu arbeiten. Gelegentlich höre ich, die Schüler und Schülerinnen mögen oder würden nicht alleine ohne Videounterricht etwas lernen. Das kann ich mir eher vorstellen, aber aus dieser selbstgewählten Hilflosigkeit sollten sie ohnehin heraus.

Ich weiß doch auch nicht, wo das hin will und soll. Deshalb habe ich auch davon Abstand genommen, die Wörter “agil”, “Mehrwert” oder “zeitgemäß” zu verwenden, von “Digitalität” ganzu schweigen; inzwischen ist man eh schon bei “post-digital”.

So etwas hätte ich schon gerne als ein Werkzeug unter vielen, und ich würde nicht hauptsächlich dieses verwenden, und das ist auch nicht, was wir aktuell am dringendsten brauchen.

Rückblick auf Kartoffelkiste KW43

Donnerstag: Salat aus Kombinats-Genossenschaftsanteil.
Freitagabend: Wurstsalat aus Rettich (Kombinat), Regensburger, roten Zwiebeln, Käse, einer kleinen grünen Paprika (Kombinat), Essiggürkchen, und der geheimen Zutat Essiggürkchensud. Danach Vanillepudding.

Samstagabend: Curry aus Rind, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer; eine Quitte, die dringend weg musste, kam auch noch rein. Nichts aus der Kiste verwendet. Ursprünglich war wohl mal die Idee, ein Rindercurry mit grüner Paprika zu machen, aber dann lief das doch anders.

Sonntagabend: Heringssalat mit roter Bete und Apfel aus der Kiste, dazu Zwiebel, Dill, Essiggürkchen, Schmand.

Vom Rote-Bete-/Heringssalat habe ich drei Tage gegessen, vom Curry auch. Irgendwann war das aber auch durch und ich durfte wieder etwas Neues machen.

Dienstagabend: Karottenmatsch (aus der Kiste) mit Limettenjoghurt, eingelegten Zwiebeln und einem Pesto aus Pistazien, Koriandergrün, Frühlingszwiebeln. Überall viel Knoblauch dran. (Rezept hier.) Eine gute Idee, um viel Karotten loszuwerden.
Mittwochabend: Spaghettikürbis aus der Kartoffelkiste – dazu Parmesan, Butter, Frühlingszwiebeln, Salbei, Kondimente (die dann doch nicht gebraucht wurden).

Den Kürbis musste ich dann aber nicht mehr alleine essen.

Arbeitsauftrag Aufbau Internet, Klasse 7, jetzt ohne Magnete

In Informatik zeige ich immer noch den Mausfilm, der bei den Schülern und Schülerinnen inzwischen historisches Interesse weckt. (“Gibt es so etwas heute noch?” “Warum sind die Monitore so groß?”) Zur Folgestunde habe ich mir vor ein oder zwei Jahren diese Grafik gemacht, anhand derer ich Inhalte wiederhole oder sichere. Die wird an die Tafel projiziert, und dazu gibt es große beschriftete Kärtchen, und eine Schülerin oder mehrere kommen vor und heften die Kärtchen mit einem Magneten an die Tafel. Semi-enaktiv kann man das nennen.

Seit Anfang dieses Schuljahrs halte ich es aber so, dass die Schüler und Schülerinnen im Informatikunterricht zumindest meiner Jahrgangsstufen 6 und 7 grundsätzlich und ohne nachzufragen sich a) am System anmelden, b) sich bei Mebis anmelden, und c) schauen, mit welcher Aufgabe die Stunde oder Doppelstunde beginnt. Da steht dann auch jedesmal etwas – selten mal ein Lückentext, meist ein: lade eine Datei herunter, oder kopiere eine Datei aus dem Vorlagenverzeichnis in dein Verzeichnis, öffne sie, Arbeitsauftrag dazu, oder Aufgaben im Buch.

Das finde ich enorm praktisch: Die Klasse übt das mit den Passwörtern und Zugängen und das Arbeiten mit Mebis, und ich vorne habe Zeit mich zurechtzufinden und niemand muss warten, bis alle da sind und alle ihr Zeug haben und ich endlich “Guten Morgen zusammen” sagen kann. Das mit dem Gutenmorgensagen hole ich dann natürlich nach. Und diese Klasse wird mit Mebis arbeiten können in den Folgejahren.

Also mache ich auch nicht mehr das mit der Tafel und den Magneten. Die Schüler und Schülerinnen kriegen gleich die Vektorgrafikdatei zum Download, statt Papierkärtchen zu Verschieben gibt es verschiebbare Textelemente. (Manche davon sollen sie kopieren, wenn sie mehr als eines davon brauchen.) Alles so eingestellt, dass man nur verschieben und nicht versehentlich die Größe oder den Inhalt ändern kann beim Anpacken. Dann versuchen alle das alleine zu lösen. Das kann man dann virtuell-enaktiv nennen.

Vorlage:

Ergebnis am Ende:

Das sollen alle dann zuerst als pdf-Datei exportieren, und dann können sich alle das ausdrucken und ins Heft einkleben. Das alles dauert schon so vierzig Minuten, hauptsächlich weil der Umgang mit Software ziemlich unvertraut ist – das letzte Jahr ist lang her. Natürlich könnten sie gleich aus dem Dokument heraus drucken, aber sie sollen ja auch das mit dem Export kennenlernen. (Upload bei Mebis wäre natürlich auch noch gegangen.)

Kartoffelkiste KW 43 – meine letzte Woche alleine damit

Geplant:

  • Salat: wie immer gleich am Donnerstag
  • Rote Bete: mit den Äpfeln als Salat – mit Bismarckhering? (Freitag)
  • (Samstag: Irgendwas mit indischen Hülsenfrüchten und vielleicht Fleisch.)
  • Karotten: smashed carrots mit Limettenjoghurt und einem Pesto (Sonntag)
  • Paprika: nebenbei, oder mit dem Rettich: gehobelt, mit Käsewürfeln, vielleicht Regensburger-Scheiben als Wurstsalat? (Montag)
  • Spaghettikürbis: wartet eine Woche, bis Frau Rau wieder da ist

Ansonsten sehr geschäftige Woche, verständlicherweise. A/B‑Klassen, Deutsch-Schulaufgabe, Treffen hier, Technikberatung da. Freue mich sehr aufs Wochenende. Den Freitag nur halbwegs vorbereitet, aber rechtzeitiger Feierabend ist wichtiger als gute Vorbereitung.

Rückblick auf Kartoffelkiste KW 42 als Strohsingle

(Hier der ursprüngliche Inhalt der Kiste.)

Donnerstag: 2/3 grüner Salat, dazu Quesadillas mit kleineren Resten drin, und Käse natürlich; gebraten in anderen Resten von irgendeinem tierischem Fett, das ich im Kühlschrank in einem Tiegelchen hatte – Schweinebauch von vor ein paar Tagen, möglicherweise.
Freitag: 1/3 grüner Salat und Ruccola. Zum Auffüllen: Reisreste, mariniertes Rind, Zwiebel (musste weg) und Paprika. Der Rest von so etwas ist dann meist das Mittagessen am Folgetag.
Freitag: Mantanghong-Rettich (“watermelon radish”) in Salzlake zum Fermentieren. Inzwischen im Kühlschrank, in zwei Wochen fertig. Rezept hier.
Samstag: Radicchio mit Blauschimmelkäse und Dressing dazu – das habe aber nicht ich gegessen, sondern Frau Rau in der Reha vorbeigebracht.
Samstagabend: Spinat, letzte Salzzitrone, Blauschimmelkäse, Eigelb war auch ein übriges da. Das Fitzelchen oben ist eine Probe selbst eingelegter Habanero-Chilischote, immer noch recht scharf, aber schon genießbar.
Sonntagmittag: Rest-Radicchio mit 1 Chilischote und Currypulver angebraten, mit etwas Pickle als Füllung für Hefeteigfladen, die dann angebraten werden, ganz vage an indischen parathas orientiert, aber nicht so gut. Rest für Montagmittag geplant.
Sonntagabend: Das macht man mit Chicoree da, wo ich herkomme – Tagliatelle, Lachs, Sößchen aus Knoblauch, Zwiebel, Sahne, Gemüsebrühe, Zitronensaft (diesmal mit Crème fraîche und ohne Zwiebel, weil halt im Haus beziehungsweise nicht). Rest für Montagabend geplant, weil ich schon wusste, dass ich da nicht zum Kochen kommen würde.
Dienstagabend: Wirsing mit aufgetauten Salsicce. Nur mit dem eigenen Fett der Wurst gebraten… aber dennoch hat das einen Schnaps danach nötig gemacht.
Mittwochabend: Paella für einen, im Bild noch am Werden. (Auch gleich für morgen.) Nichts aus der Kiste verwendet, da war schon alles weg. Ansonsten außer dem Reis fast alles aufgetaut: Hühnerbrühe von irgendwann mal, Erbsen, Meereszeug. Rote Paprika aus dem Glas. Ein einfaches Gericht, wenn man alles im Haus hat – sieht nur enttäuschend ähnlich aus wie die Abbildungen auf Tiefkühlpaella-Packungen.

Im Rückblick: Viel Deftiges, wenig Kompliziertes; es musste schnell gehen, und es sollte genug übrig bleiben für mindestens zwei, manchmal auch drei Mahlzeiten. Und man hört es vielleicht heraus, ich denke irgendwie gerne in Resten. Morgen kommt dann die nächste Kiste, die letzte, mit der ich ohne Frau Rau fertig werden muss.

Geschäftiges Wochenende mit Videokonferenzvorbereitung

  • Freitagnachmittag: Schulleitung meldet sich mit Texten, die ich schon mal für die Homepage vorbereiten soll, sobald das Landramtsamt die erwarteten A/B‑Wochen verkündet. Das geschieht dann auch noch am gleichen Abend.

  • Samstagvormittag: Anfrage wegen Elternbeirats-Projekt: Am Montag hätte eigentlich ein traditioneller Berufsinformationsabend stattfinden sollen, mit Referenten und Referentinnen, die in Zeit-/Raum-Slots ein Berufsbild vorstellen. Der fällt jetzt aus, wegen Alarmstufe 3 im Landkreis. Ob man den nicht über unser Videokonferenzsystem machen könnte?

Ich halte es für mutig, aber mutig ist gut. Also schnell ein paar Sachen zusammengetippt und online in unsere Cloud gestellt. Die Links verteilt, auch wenn die Dokumentation natürlich noch nicht fertig ist.

  • Samstagmittag: Frau Rau in der Reha besucht:
  • Samstagabend: Ein Elternteil macht bei der Technik mit und hat gleich mitgedacht und sich den passenden Account besorgt und geübt. Damit sind wir schon zwei feste Moderatoren. Im Idealfall gibt es für jeden Raum einen Moderator – an der Uni wäre das eine studentische Hilfskraft. Ich beginne damit, ein paar Schüler und Schülerinnen aus dem Technik-Team anzuwerben, auch wenn die etwas Umstände bei der Rechtevergabe erfordern und vor allem ja selbst Zuhörer in den Räumen sein sollen. Andere melden sich gleich freiwillig, weil sie davon gehört haben. Eine Lehrkraft gesellt sich auch noch dazu, damit sind wir halbwegs genug für die Moderation.

  • Sonntagvormittag: Ich erstelle Konferenzräume, kopiere die Referent:innen vom übersendeten Tabellendokument in eine Online-Tabellendokument und schicke den Link dazu herum. Später kommen dann noch Änderungen bei den Referent:innen und den Uhrzeiten, aber das ist für die Dokumentation halb so wild, weil das nun mal ein Online-Dokument ist und keine Datei, die in verschiedenen Versionen hin und her geschickt wird.

Typischer Ablauf: Schüler kommentiert im Onlinedokument (Kommentierung ist allen erlaubt, Bearbeitung nicht); mein Handy ist so eingestellt, dass es mir Bescheid gibt, ich kann gleich zur Seite und den Kommentar bearbeiten. Dazu parallele Kommunikation über E‑Mail und Schulcloud-Chat.

  • Sonntagnachmittag: Testlauf mit einigen Referent:innen und einigen Schülern. Probleme beim Hochladen und Integrieren mancher Dateiformate in den Präsentationsmodus. Zur Not geht aber immer auch, den Bildschirm oder ein Fenster zu teilen.

Dazwischen Unterricht für (fast) die ersten zwei Tage der Woche vorbereitet und Aufträge an die B‑Gruppe verteilt. Rest muss dann am Dienstagmorgen und ‑nachmittag kommen.

  • Montagnachmittag: Die Präsentationen der Referent:innen kommen nach und nach, ich lade sie in den für alle freigegebenen Online-Tauschordner hoch. Von dem aus müssen die Moderatoren sie später nach Eröffnung der Videokonferenz hochladen.
    Außerdem Update der Dokumente mit Aktualisierungen.
  • Montagabend: Etwa 200 Angemeldete (einschließlich der Refenten und Referentinnen und etwa fünfundzwanzig Mehrfachanmeldungen); in 10 Konferenzen, mit einer Handvoll Moderatoren. Vier Zeitschienen. Und alles funktioniert. (Schon vorher hatte ich mich gefragt, was ich hier wohl posten würde, wenn der Abend in die Hose gegangen wäre. Bei allen Berichten an survivorship bias denken.) Nächstes Mal kann man sicher noch einiges verbessern, aber das war doch schon ein höchst befriedigendes Gefühl. Es war auch schön, mit lauter Leuten – Eltern, Schülern – zusammenzuarbeiten, die gleichzeitig eingehende E‑Mails empfangen und beantworten und in einer Konferenz sein können. Und auch noch den Chat am Handy im Auge halten und den Chatverlauf in der Konferenz.
    Viel habe ich von den Vorträgen nicht mitgekriegt. Ich hatte einen Browser mit zehn Tabs offen, drei davon waren die mir zugeteilten Konferenzen, zwischen allen blätterte ich hin und her, um zu schauen, ob jemand Hilfe braucht. Ton war aus, beziehungsweise immer nur der einer Konferenz auf einmal war an. Zwischen den Schienenwechseln aß ich kalte Pasta und spazierte ein bisschen herum.

Für Schulen, die das vielleicht schon lange so machen, ist das alles wahrscheinlich unspektakulär. Aber bei uns, so zum ersten Mal und mit so wenig Vorbereitung, war das schon aufregend.

Erfahrung: Die Eltern sind recht fit. Ich neige zum lehrermäßigen Erklärmodus, damit ich auch wirklich alle mitnehmen, aber die können das eigentlich alleine. Sind wohl Videokonferenzen gewöhnt inzwischen. Dass die Schüler fit sind, wundert mich nicht (nicht die ganze Generation, keineswegs, aber die im Technikteam) – die haben alle mehr Monitore als ich und können damit umgehen.

Frage: Muss das alles so sein? Gehört das zum Berufsbild des Lehrers? Vermutlich nicht. Eigentlich und in Zukunft will man für so etwas einen digitalen Hausmeister oder eine Hausmeisterin. “Wir brauchen bitte eine Konferenz an folgendem Datum zu folgenden Bedingungen.” So wie das Aufstuhlen in der Aula. Allerdings gibt es auch in der Aula das Technikteam der Schule aus Schülerinnen und Schülern, für die das eine Lerngelegenheit ist. – Aber so weit sind wir zum einen noch nicht. Zum anderen macht es mir Spaß, unsere Systeme auszuprobieren und mit Technik zu jonglieren. Es geht ja auch leicht, wenn man das schon einige Male gemacht hat. Selbst wenn das nicht zu unserem Berufsbild gehört.*

*Ich wollte ja mal nach dem Abi kurz in der Flugsicherung arbeiten, so im Tower, oder war zumindest auf einer Veranstaltung dazu. Sich mit Ton und Video kurz in laufende Konferenzen einklinken, um nach dem Rechten zu sehen, ans Ende zu mahnen, Präsentatorenrechte zu verteilen, sich dann zu verabschieden in den nächsten Raum, das hat schon was.

(Und alles ohne zentrale Produkte von Microsoft, Google, Apple – lokal verwenden selbstverständlich alle, was sie wollen.)

Wochenrückblick, Schulcontent

BigBlueButton getestet mit Freiwilligen aus meinem Oberstufenkurs, andere testeten gleichzeitig mit einem anderen Kurs. Nur mal so, sicherheitshalber.

Fortbildung zu BBB gegeben – was heißt Fortbildung: Eingeladen zu Sitzung, das war’s fast schon, alles weitere ist Bonus.

Fachsitzung gehabt, leider in Präsenzform, weil nicht jeder seine Post vom Kultusministerium liest, in der steht, dass vor allen Gremiensitzungen und ähnlichen zu prüfen ist, ob das wirklich in Präsenzform stattfinden muss.

Erklärvideo zu unserer Schulcloud erstellt. Würde gerne mehr Videos erstellen (erstellen mag ich, anschauen nicht), aber mir fehlt die Zeit.

Schülersprechstunde gehabt: Frau Rau hat, vermutlich bei einem Vorbild bei Twitter, mal erfahren, dass jemand seine oder ihre Schüler und Schülerinnen zu kurzen Sprechstunden-Gesprächen einlädt, ab Anfang des Schuljahrs, um sie ein bisschen kennenzulernen und Gelegenheit für Fragen zu bieten. Und das schlägt sie mir, behutsam, immer wieder mal vor, oder ich empfinde das so – jedenfalls habe ich das jetzt endlich gemacht und mache Termine mit allen aus meinem Elftklass-Deutschkurs aus. Stellt sich heraus: Bis jetzt machen alle anstandslos mit, und einige haben richtig Gesprächsbedarf. Und ich frage, wie sie zu meinem Fach stehen und zu anderen, wie’s in der Schule läuft, ob sie Zeit genug dafür haben, ob sie Pläne haben, alles hoffentlich freiwillig genug, so dass niemand antworten muss.

So sehe ich auf dem Weg zur Schule gerade aus:

Hat etwas düster Superheldenhaftes, finde ich, und jetzt verstehe ich, was die jungen Leute an Hoodies so finden.

Schönes Fundstück von Ludger Humbert, hier als Screenshot, da das Original inzwischen ausgebessert ist:

Es geht um die erste Zeile, wo “zehn Arten von Menschen” den Witz ja völlig kaputt macht. Denn es müssen “10 Arten von Menschen” sein, weil im Binärsystem die 10 die Zahl 2 (in unserem Dezimalsystem) repräsentiert. Aber ein wohlmeinender Redakteur hat die 10 in “zehn” umgewandelt, weil man im Deutschunterricht und vielleicht auch auf der Journalistenschule lernt, dass Zahlen unter 13 ausgeschrieben werden. Ich sehe das auch immer in Deutsch-Aufsätzen, wo den Schülern und Schülerinnen jede Zifferzahl unter 13 ausgebessert wird. Selber bin ich da flexibler, und selbst Wolf Schneider sieht das ebenso. Grundsätzlich stimmt die Regel natürlich schon. Aber bei einem Countdown finde ich Ziffern in Ordnung, und immer dann, wenn Exaktheit signalisiert wird, und “zehn bis 15 Minuten” zu schreiben finde ich affig.

Apropos Fundstücke, das folgende habe ich auch im Lehrerzimmer ausgeteilt. Ich weiß leider nicht mehr, bei wem auf Twitter ich das gefunden habe. Moniert wurde bald, dass Frostblumen ohnehin stets außen innen am Fenster sind.

Tatsächlich musste ich das Konzept “Pimmelnase” erklären, und wie Bingo geht. (Wer zuerst wahrheitsgemäß 5 in einer Reihe, orthogonal oder diagonal, angekreuzt hat, gewinnt.) Ich vergesse immer, dass nicht alle auf Twitter sind.