Tagebuchbloggen, einen Tag mal jedenfalls (Auberginenscheiben, Irish Pub)

Schild am Ingolstädter Bierbrunnen

Am Vorabend gab es als Vorspeise überbackene Auberginenscheiben nach einem Rezept von Rachel Roddy. Frau Rau fand sie ganz okay, mir schmeckten sie ganz hervorragend: 1 Aubergine in dünne Scheiben schneiden (5mm), auf Backblech legen mit Olivenöl bepinseln und salzen 2 Mozzarella oder 1 Scamorza in Scheibchen oder Stückchen schneiden und auf den Scheiben verteilen (bei mir war’s jeweils die Hälfte) 1 Zwiebel in dünne Ringe schneiden und auf den Scheiben verteilen 1/2 Sardelle aus dem Glas auf jedes Türmchen legen – oder für Vorsichtige etwas weniger, aber ich fand gerade die Sardellen-Zwiebel-Kombination ausgesprochen lecker darauf ein bisschen frischer Oregano … Continue reading „Tagebuchbloggen, einen Tag mal jedenfalls (Auberginenscheiben, Irish Pub)“

Pork Pie, selbstgemacht, erster Versuch

fertig gebackener Pork Pie

Als Jugendlicher hat mich das Wort „Pastete“ irritiert, vor allem als Übersetzung für das englische pie. Was war an einem apple pie pastetenhaft? Die Pastete, die ich kannte, war eine feinere Leberwurst, nur halt in eckig. Pasteten werden in Formen gebacken. Die können rund oder eckig sein, mit Deckel oder ohne, mit Teigmantel oder ohne. Auf Deutsch geht das mit der Pastete und der Terrine und der Königin-Pastete und der Wildpastete im Blätterteigmantel arg durcheinander, auf Englisch gibt es pie und paté und pasty, und das verstehe ich. (Obwohl es auch da noch terrine und rillettes gibt, zugegeben.) Jedenfalls würde … Continue reading „Pork Pie, selbstgemacht, erster Versuch“

Kommunikation mit Pokémon Go

Pokemon-Go-Screenshots

Bis vorgestern bin ich davon ausgegangen, dass ich weiter die Didaktik-Vorlesung 1 im Sommersemester halten werde. Mein Kollege, der im Wintersemester die Didaktik-Vorlesung 2 hält, hört auf; die Nachfolge war noch unklar. Und jetzt hieß es, dass ich seine Vorlesung übernehmen soll, jetzt gleich im Wintersemester. Also, inhaltlich ist das okay. Im Sommer macht dann jemand anderes meine Vorlesung 1, wird auch Zeit dafür. Aber es wäre besser gewesen, wenn der Zuständige, der mich fragen sollte, ob ich das überhaupt machen kann oder will, das getan hätte. (Weitere Interna behalte ich für mich.) Immerhin, so musste ich mich nicht auf … Continue reading „Kommunikation mit Pokémon Go“

Lord Dunsanys Gürtel

Einschusslöcher an Dubliner Hauptpostamt

In Dublin machten wir eine Führung zum Easter Rising mit. Das waren sechs Tage Aufstand in (hauptsächlich) Dublin; das Hauptpostamt wurde besetzt und zum Hauptquartier des Aufstands. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, die 15 Anführer hingerichtet – was wiederum zu Wahlgewinnen für die Unabhängigkeit fordernde Partei Sinn Féin im (englischen) Parlament führte, dann einer Unabhängigkeitserklärung, dem Krieg danach. Nicht gewusst hatte ich, dass eigentlich ein irlandweiter Aufstand vorbereitet war, der dann aber wegen mehrfacher Kommunikationsprobleme doch weitgehend auf Dublin begrenzt war. Ein englisch-irischer Autor jener Zeit, den ich sehr schätze, ist Lord Dunsany – Edward John Moreton Drax Plunkett, 18. Baron … Continue reading „Lord Dunsanys Gürtel“

„Das finde ich schon sehr stark übertrieben!“ (Meine Aufsätze aus der vierten Klasse)

Aufsatz aus der Grundschule

Wo ich gestern über effekheischende und sensationslüsterne Literatur geschrieben habe: Hier sind, beim Aufräumen gefunden und eingescannt, einige meiner Aufsätze aus der vierten Klasse, 1977/1978. Überrascht hat mich, dass die meisten Aufsätze in zwei Fassungen im Heft stehen, einer ersten und einer verbesserten. Außerdem habe ich viel mit Bleistift geschrieben, das muss wohl so verlangt gewesen sein. Man merkt vielleicht, dass ich schon damals ein fleißiger Leser und Filmeschauer war. Und Terroristen hat es damals schon gegeben.

Weird Menace: Spicy Mystery Stories August 1935

Titelbild Pulp-Magazin

Die pulp magazines, das war eine Art seichte Unterhaltungsliteratur der USA hauptsächlich in den 1920er bis 1940er Jahren, abgelöst dann durch die Comic-Hefte. Ihren Namen haben die Magazine von dem billigen, holzhaltigen Papier, auf dem sie gedruckt waren, mit „wood pulp“ als Ausgangspunkt. Das Gegenstück waren die seriösen Magazine für Hausfrau und Hausmann auf teurerem Papier, die slicks. Pulps gab es in allen möglichen Genres und Subgenres – Horror, Krimi, übermenschliche Verbrechensbekämpfer, Western, Liebesgeschichte, Science Fiction. Science Fiction auf der Erde, auf anderen Planeten, mit Raumschlachten oder mit Außerirdischen, technisch, weniger technisch – sehr auf den diskriminierenden Kunden ausgerichtet. Ganz … Continue reading „Weird Menace: Spicy Mystery Stories August 1935“

Besuch herumführen in München, und Familien-Vergangenheit mit amerikanischen Soldaten

White Sands, New Mexico

Heute sollte ich einen Gast in München herumführen, D., männlich, aus den USA, vielleicht gut fünfzehn Jahre älter als ich. Das habe ich natürlich gerne gemacht, und zwar das volle Programm: Zuerst gingen wir durchs Sendlinger Tor und in die Asamkirche. Die ist (Spät-)Barock und vor allem sehr bunt innen. Dann zum Marienplatz, pünktlich zum täglichen Glockenspiel. Kurz dessen Geschichte recherchiert und weitergegeben. Weiter zur Feldherrnhalle (am Platz eines der weiteren alten Stadttore), in den Norden auf Siegestor und Königsplatz hingewiesen. Kurz in die Theatinerkirche. Die ist auch Barock, aber eher weiß und gold, wie man das so kennt. Ursprünglich … Continue reading „Besuch herumführen in München, und Familien-Vergangenheit mit amerikanischen Soldaten“

Ukuleletreffen in Giesing (nebst anderem)

Blaumeise an Wassernapf

Samstag auf Dinnerparty, Sonntag Biergarten in Augsburg, Montag Treffen mit ehemaligem Kollegen, Dienstag Ukuleletreffen – jetzt reicht es mir erst einmal mit den Menschen; ich freue mich darauf, einen Abend mit Frau Rau zu Hause zu verbringen. Aber dieses Ukuleletreffen, das war eine große Sache. Wir treffen uns etwa einmal im Monat, es war das 34. Treffen, ich bin dabei seit dem fünften oder sechsten Treffen, wechselnde Locations. Und dieses Mal haben wir eine sehr schöne Heimat gefunden, das Giesinger Bräu in, uh, Giesing: So richtig mit Ankündigung als „Ukulele Tuesday“. Dreißig Ukulelespieler und -spielerinnen, zwei Beamer und zwei Monitore, … Continue reading „Ukuleletreffen in Giesing (nebst anderem)“

Turing Tumble

Schachtel von Turing Tumble

Für $80 (einschließlich Mehrwertsteuer) und $14 Porto, also etwa 80 Euro, habe ich mir – damals noch über eine Kickstarter-Vorbestellung – ein Spielzeug gekauft: Den Turing Tumble (Webseite). Der Turing Tumble ist eine murmelgetriebene Rechenmaschine, der deutlich an den Digi Comp II erinnert (Blogeintrag). Aber nicht nur ist er ein klein wenig billiger, er trägt auch in freundlichen Lettern die Aufschrift „Kann sogar mehr“ – oder er könnte sie jedenfalls tragen; tatsächlich fehlt jeglicher Hinweis auf den Vorgänger. Wie beim Digi Comp II laufen Murmeln eine Bahn herab und legen dabei kleine Schalter um. Unten angekommen, lösen sie den nächsten … Continue reading „Turing Tumble“

Diplomacy in der Klasse spielen

Diplomacy auf Monitor

In den letzten Tagen des Schuljahr habe ich mit meiner 10. Klasse nicht nur Super-Babel gespielt, sondern auch Diplomacy. Diplomacy ist in ernsthaften Brettspielkreisen sehr bekannt, situiert Anfang des 19. Jahrhunderts in Europa, bei dem sieben Großmächte um die Vorherrschaft in Europa kämpfen. Weniger als sieben Spieler und Spielerinnen sollten es nicht sein, und fürs Klassenzimmer ist es sogar sinnvoll, wenn zu einer Großmacht zwei oder drei Schüler oder Schülerinnen gehören. Gedacht war Diplomacy als Brettspiel, es wird aber häufig per Brief oder heutzutage über Webforen gespielt. Die Besonderheit daran: Alle Züge werden gleichzeitig ausgewertet und durchgeführt. Das heißt: Man … Continue reading „Diplomacy in der Klasse spielen“