Bundeskanzlerin werden

Am Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels nehmen viele Schulen teil, auch wir machen das regelmäßig. (Schon oft darüber gebloggt, wie über alles.) Dabei ermitteln wir für jede 6. Klasse einen Klassensieger oder eine Siegerin, und alle diese lesen dann in der Aula gemeinsam vor den versammelten 6. Klassen vor, um einen Schulsieger zu ermitteln – und danach geht es weiter zum Landkreiswettbewerb und so weiter. Manche Schülerinnen und Schüler haben nichts gegen den Wettbewerb, aber scheuen es, eventuell in der Aula vor größerem Publikum lesen zu müssen. Das verstehe ich völlig. Aber sie sollen ja auch vorlesen lernen, und sie sollen … Continue reading "Bundeskanzlerin werden"

Nichtigkeiten nach der zweiten Schulwoche

Schule: Jetzt alle Klassen und Kurse gesehen. Warte noch auf Möbel, damit ich Bilder aufstellen kann in meinem Raum und Bücher und den Magic Eight Ball und so weiter. Technisches: Der BlueJ-SVN-Client läuft bei uns zu unzuverlässig, da die Firewall manchen Java-Versionen das Internet verwehrt – nicht absichtlich, nicht aus irgendwelchen Gründen, aber dafür schon seit langem. Also habe ich den Schülern und Schülerinnen der Q12 einen portablen SVN-Client gegeben, damit können sie die Musterlösungen aller Projekte auf einmal herunterladen. Das ist viel einfacher als Moodle-Mebis. Kopierrecht: Für die Schule dürfen wir urheberrechtsgeschützte Werke kopieren und die Kopien an Schüler … Continue reading "Nichtigkeiten nach der zweiten Schulwoche"

Einfach nur Lehrer, und andere Umstellungen – erste Woche 2017/18

Die ersten dreieinhalb Schultage sind herum. Bei der Unterrichtsverteilung hat die Schulleitung ein paar mutige* Entscheidungen getroffen, aber ich bin mit meinen Klassen recht zufrieden – nur die 10. Informatik, die vermisse ich. An Informatik-Oberstufe habe ich nur eine 12 dieses Jahr. Mein Stundenplan ist voll in Ordnung – die letzten Jahre war er immer ganz wunderbar: das ist er diesmal nicht, aber ich unterrichte auch so viele Stunden wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Das ist schon eine gewisse Umstellung. Ich bin kein Personalrat mehr, nicht mehr an die Uni teilabgeordnet; die ISB-Arbeitsgruppen von vor meiner Uni-Zeit sind … Continue reading "Einfach nur Lehrer, und andere Umstellungen – erste Woche 2017/18"

Meinst, sagst was bleds, triffst

Vor ein paar Monaten habe ich mal auf einen Tweet geantwortet mit einem anderen Tweet, thematisch passend, aber darum geht es nicht: Und dazu ist Schule ja da: Schöne Erinnerungen zu schaffen! Der Tweet ist auch geliked worden, nicht oft, aber doch ein paar Mal. Ich weiß nicht, ob allen klar war, dass ich das ironisch gemeint habe. Ich weiß auch nicht, ob ich wollte, dass meine Ironie erkannt wird. Jedenfalls glaube ich nicht, dass es die Aufgabe der Schule sein sollte, dafür zu sorgen, dass Schülerinnen und Schüler schöne Erinnerungen haben. Ich glaube, dass Kinder und Jugendliche möglichst viele … Continue reading "Meinst, sagst was bleds, triffst"

Letzte Urlaubserinnerungen: E-Sports und Museum

E-Sports Im spanischen Fernsehen gab es einen Sender, der – zumindest zu den Zeiten, als ich ihn einschaltete – nur E-Sports brachte, zumeist kommentierte Übertragungen von größeren internationalen Turnieren. Das heißt: Computerspiele, turniermäßig betrieben, oder jedenfalls bestimmte Arten von Computerspielen. Und es war unglaublich langweilig, dabei zuzusehen. Ja, ich hatte die Spiele selber nie gespielt, und ja, die Kommentare waren auf Spanisch, dessen ich ausgesprochen mäßig mächtig bin. Aber an sich schaue ich gerne bei Computerspielen zu. Aber bei League of Legends und Counterstrike war das nicht so. Ich glaube, das liegt daran, dass da Menschen gegen Menschen spielen, und … Continue reading "Letzte Urlaubserinnerungen: E-Sports und Museum"

Spanienurlaub 2017

August und September war ich fast drei Wochen in Spanien, zuerst Wanderurlaub im Nordwesten, sechs Tage einen Großteil des Camiño dos Faros an der galizischen Küste entlang; dann etwas verschnaufen in einem verschlafenen Örtchen, dann noch eine Woche Madrid. Ausführliche Bilder und Beschreibung gibt es anderswo, deshalb hier nur kurz ein Überblick. Das Wetter war heiß und sonnig, aber wenigstens nicht immer über dreißig Grad. Mit genug Wasser und viel Sonnencreme ging das gut. An einem Tag regnete es durchgehend, aber ohne zu schütten, es war warm, und ein durchaus angenehmer Wander-Tag. An diesem Tag war der Weg auch zivil; … Continue reading "Spanienurlaub 2017"

Projekttage allgemein, und Schule als Staat

Wer Projekttage sagt, der spricht ein großes Wort gelassen aus – John Dewey, Georg Kerschensteiner, Reformpädagogik, alternative Unterrichstformen. Der Umgang mit dem ursprünglichen großen Projektgedanken ist gelassen geworden, gemeint ist in der Praxis, und das schon seit meiner eigenen Schulzeit: Wie kriegen wir die letzten Schultage herum? Mit dieser Ausgangssituation kann ich mir keine Schuljahresendbeschäftigung vorstellen, die dem Projektgedanken genüge tut. Wenn die Ausgangssituation die wäre, dass man als Schule ein Projekt machen möchte – dann sollte man das zu einem Zeitpunkt im Schuljahr tun, zu dem genug Zeit zur Vor- und Nachbereitung ist, zur Einbindung in den Unterricht, und … Continue reading "Projekttage allgemein, und Schule als Staat"

Gedanken beim Lesen eines Sprachlernbuchs von 1975

Spanisch in 30 Lektionen: Jede Lektion beginnt mit einem kurzen, dialogreichen spanischen Erzähltext, den ich mit meinen mageren, aber durchaus mal vorhanden gewesenen spanischen Grundkenntnissen zu verstehen versuche. Das ist anstrengend und befriedigend. Die banalsten Geschichten werden unglaublich spannend: Diese Anita! Was die immer erlebt! Das letzte Mal hat sie im Unterricht aufgepasst und wusste die richtige Antwort, und der Mitstudent nicht. Ich bin schon gespannt auf ihr nächstes Abenteuer, ganz stolz, diesem vorherigen zu folgen in der Lage gewesen zu sein. Ich fühle mich dabei auch ein bisschen wie Indiana Jones, wenn er antike Tafeln übersetzt, so mit dem … Continue reading "Gedanken beim Lesen eines Sprachlernbuchs von 1975"

Eine kleine Programmieraufgabe…

…die sich als aufwändiger und lehrreicher herausgestellt hat, als ich dachte. Es begann damit, dass ein Kollege mir von dem Computerspiel erzählte, das ihn gerade beschäftigte: Als Schiffbrüchiger auf einer Insel sammelt man unter anderem Gegenstände ein und erntet Pflanzen, jagt Tiere und arbeitet mit Werkzeugen. Zum Beispiel kann man mit einem Messer und einer Kokosnuss man Trinkwasser erzeugen (wobei die Kokosnuss verbraucht wird), und mit einem Schwein und einem Messer erzeugt man Haut und Fleisch, und aus der Haut kann man Leder machen, und aus dem Leder Riemen, und so weiter. Ha, dachte ich mir, das ist nett, das … Continue reading "Eine kleine Programmieraufgabe…"

Der Java-Klassendiagramm-Implementierungs-Aufgaben-Generator

Nachtrag: aktualisierte Fassung des Programms ist am Ende des Beitrags Das mit dem Verstehen ist ja schön und gut, aber bei Sprachen – Programmiersprachen wie anderen – reicht es nicht, wenn man die grammatischen Kategorien kennt, man muss die Sprache auch anwenden können. In Bayern lernen die Schüler in Informatik in der 10. Klasse Gymnasium (im naturwissenschaftlich-technologischen Zweig) die Grundprinzipien es objektorientierten Modellierens und Programmierens. Mit den Prinzipien haben sie auch wenig Schwierigkeiten; Klassendiagramme kriegen sie einigermaßen hin – aber das Umsetzen der Diagramme in Programmcode macht vielen mehr Probleme. Also habe ich mir vorgenommen, im nächsten Durchgang mehr zu … Continue reading "Der Java-Klassendiagramm-Implementierungs-Aufgaben-Generator"