Digilern 2012 – Lernen mit digitalen Medien (und Wettbewerb)

Vom 8.-10. März findet in Ottobrunn bei München zum Tag des digitalen Lernens 2012 der Kongress Lernen mit digitalen Medien statt. Gastgeber ist das Gymnasium Ottobrunn, organisiert wird die Veranstaltung von einem P-Seminar des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt. Anmeldetermin: bis 20. Februar.

Der Kongress dauert drei Tage: erster Tag Barcamp, die anderen Vorträge und Programm. Ich werde auch da sein, habe aber keinen Vortrag eingereicht – weil da schon jede Menge hochkarätige Gäste da sind und ich zwei Wochen danach auf dem Südbayerischen E-Learning Tag quasi dienstlich eh schon einen Vortrag halten muss eben erfahren: fällt aus. Das, und Faulheit. Aber ich bin schon sehr gespannt auf die Inhalte dort und freue mich über die Gelegenheit, ein paar Gesichter zu den Namen aus dem Web kennenzulernen.

Nachtrag: Bericht von der Digilern.)

Es gibt im Rahmen der Digilern auch einen Wettbewerb, auf den ich hinweisen möchte. Zu gewinnen sind 7 mal 30 Laptops für die Schule. Dazu müssen Schüler einen kurzen Videofilm drehen, der zeigt, warum die Schule die Laptops gut brauchen kann. Drei Fragen soll der Film beantworten, selbstgewählte oder eine Auswahl aus einer Reihe Vorschlägen auf der Wettbewerbsseite (wo auch Details zum Wettbewerb stehen).

(Zweiter Videoclip, der sich direkt an Schüler richtet.)

Mögliche Fragen sind zum Beispiel:

  1. Ist die Schule für dich und deine Freunde so etwas wie ein Social Network?
  2. Wie, glaubst du, würde der Unterricht aussehen, wenn den Schülern das Internet ständig zur Verfügung steht?
  3. Im Internet findet man doch Fragen auf alle Antworten! Warum sollte man also noch zur Schule gehen?

Das Video muss bei Youtube hochgeladen sein, soll Popsonglänge haben, Einsendeschluss 1. März 2012. Ich werde meine Schüler darauf hinweisen, vielleicht läuft da ja etwas.

Ich bin ja selber sehr dafür, dass Computer in die Schule kommen. Gestern hörte ich vom ersten Schüler, der fragte, ob er die Schullektüre auch auf seinem E-Book-Reader mitnehmen könne. Computer sind tolle, tolle Werkzeuge und das Internet ist eine tolle, tolle Sache. An den großen Zeitenwechsel, wie er mir auf Twitter immer wieder um die Ohren geschlagen wird, glaube ich indes nicht. Das Internet macht Kluge noch klüger und Dumme noch dümmer, und die Schüler, die sich bisher vor Arbeit und Motivation drückten, werden weiterhin Wege finden, das zu tun. Es sei denn, man zeigte mir, dass das bei digitalem Lernen schwieriger ist. Da hat der Hund dann halt auf den Rechner gepinkelt statt die Hausaufgaben gefressen.

Digitales Lernen muss ja nicht unbedingt mit Computern zu tun haben, digital ist ja auch das elektrische Lernspiel aus den 1970er Jahren, mit dem ich Ethnologie und Fischarten gelernt habe. (War das Elexikon von Ravensburger, oder ein Konkurrenzprodukt?) Digital ist zum Beispiel auch alles, was nur zwei Werte kennt, “falsch” oder “richtig”, oder nur sechs Werte von “sehr gut” bis “ungenügend”. (Analog ist dagegen die Reaktion: “Das hast du schön gemacht/das gefällt mir”, weil man das nicht in festen Einheiten ausdrückt.) Sehr digital sind auch die Finger, englisch digits, lateinisch digiti und da kommt letztlich auch das Digitale her: die zehn Finger nutzt man zum Rechnen, und Finger sind dabei eine unteilbare kleinste Einheit. (Wenn man nicht gerade mit den Fingergliedern bis 60 zählt.) Digitaler als Abzählreime geht fast nicht… Als analog könnte man mit etwas gutem Willen Elle und Fuß betrachten, deshalb waren die ja auch überall verschieden lang.

— Heute ist übrigens der vom Europarat ausgerufene Data Protection Day. Da sollen wir alle darauf acht geben, dass unsere Daten sicher sind. (Vor Facebook, nicht vor einer Vorratsdatenspeicherung.)
Als Gegenveranstaltung dazu gibt es den Open in Public Day, der demonstrieren soll, dass man nicht reflexartig Angst davor haben muss, dass irgendwelche Daten in die Öffentlichkeit gelangen. Dazu stellen alle Teilnehmer bewusst peinliche Fotos von sich ins Blog oder soziale Netzwerke – genau die Bilder, vor denen uns unsere Eltern und Lehrer gewarnt haben. Die Partybilder, die dazu führen, dass man SOFORT keinen Job mehr kriegt, weil der Personalchef das bei Facebook gesehen hat. bei Twitter gibt es dazu den Hashtag #oipd12.* Ich habe überlegt, ob ich mitmachen soll, aber von mir sind eh schon genug peinliche Bilder im Blog. Ich hoffe ja heimlich darauf, dass mich bei einer Böses-Internet-Fortbildung mal ein Referent als Versuchsperson erwischt, um mich und die anderen Teilnehmer damit zu überraschen und zu schockieren, was das Internet alles über mich weiß.

*Wer nicht weiß, was ein Hashtag ist: auf Texttheater wurde das vor kurzem hervorragend analysiert.

3 Gedanken zu “Digilern 2012 – Lernen mit digitalen Medien (und Wettbewerb)

  1. Den Punkt über deine Einschätzung des Edushifts teile ich – auch aus alltäglichen Beobachtungen heraus und im Vergleich mit meinem persönlichen Lernen. Dies beginnt schon damit, dass es anscheinend für einen guten Teil der Schüler schwierig ist, mir eine Email zu schicken. Von der Erfüllung einfacher Aufgaben, wie “Schicke mir eine Datei im PDF-Format” ganz zu schweigen.
    Die neuen / digitalen Medien schaffen viele neue Möglichkeiten, die auch das Lernen vereinfachen können – aber letztlich bleibt die Anstrengung, die Lernen nun mal mit sich bringt und die Bereitschaft z.B. auch technische Hürden zu überwinden oder auch mal digital oder analog parallel zu arbeiten (Beispiel: “Mein Internet ging nicht.” – Warum gehst du nicht zu einem Freund?).

    Aber sonst gilt wohl immer noch Lichtenbergs Satz: “Das Internet ist wie ein Spiegel, wenn ein Depp hineinschaut, kann kein Kluger herausschauen.”

  2. c.p. on 30.1.2012 at 19:31 sagte:

    Hallo Thomas! An welchen Tag(en) bist du denn dort anzutreffen?

  3. Hallo c.p.! Samstag sicher, Donnerstag ziemlich sicher, und Freitag hoffentlich – allenfalls ein wenig später, da ich nur die ersten beiden Stunden Unterricht hätte. Sehen wir uns dort?

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