Was ich bei Karl May gelernt habe

  • Ammoniak (und: Riechfläschchen)
  • Bonze
  • Firnis
  • Granatapfel
  • Kotau
  • Kris
  • Lariat
  • Lotse

Nachgetragen:

  • Vatermörder(kragen)
  • Köhler
  • Kadi
  • Piaster, Mariatheresientaler
  • Sure
  • Pilaw, Kebab
  • gelesen, aber nicht aktiv behalten: Sunnit, Schiit, Shisha

…bei diesen Wörtern und den Dingen, für die sie stehen, weiß ich, dass ich ihnen zum ersten Mal bei Karl May begegnet bin. Bestimmt habe ich aus Karl May noch viel mehr gelernt (die Kaaba? ben = Sohn?), aber das ist mir nicht immer im Gedächtnis geblieben. Vielleicht liegt das daran, dass die Konzepte allein für mich nicht erinnernswert sind, es müssen auch immer die ungewohnten Wörter dazu kommen. Jetzt fragt mich nicht, was an “Granatapfel” so ungewohnt ist; vielleicht die Assoziation mit “Granate”?

Auf das Wort “Couch” bin ich zum ersten Mal bei Enid Blyton gestoßen; gesprochen kannte ich es schon, aber mit dem geschriebenen Ko-uch konnte ich nichts anfangen, so dass ich mir von meiner Mutter erklären lassen musste, dass man kautsch sagt und ko-uch schreibt.

Alles in meiner Grundschulzeit.

6 Antworten auf „Was ich bei Karl May gelernt habe“

  1. Interessant ist, dass niemand in Amerika den Ausdruck “Lariat” zu kennen scheint. Mir persönlich bekannte Menschen der westlichen Hemisphäre, die ein Seil tatsächlich als landwirtschaftliches Arbeitsgerät verwenden, bezeichnen dieses als “rope”, Viecher damit einfangen heißt “roping” und eine der bekanntesten und aus Menschenrechtsgründen sehr umstrittene Grenzerpersönlichkeiten Arizonas war Kit “Ropethrower” Carson. “Lariat”, selbst wenn es diese Bezeichnung wirklich geben sollte, ist vermutlich wieder einer der May’schen Exotismen.
    Die anderen Begriffe lassen natürlich den Schluss zu, dass du dich an ganz bestimmte Karl-May-Bände erinnerst (Z.B. an “Am Stillen Ozean”)

    Grutz

  2. “Am Stillen Ozean”, ja, das war einer der besten. Da dürften Bonze, Kotau, Kris und Lotse herkommen. Granatapfel und Riechfläschchen stammen aus einem der sechs Kara-ben-Nemsi-Bände, einem der letzten drei. Firnis: Keine Ahnung mehr, aber die Szene weiß ich noch. Sicher keine Wildwestgeschichte.

  3. Neues zum Lariat: So wird in den amerikanischen Wonder-Woman-Comics das goldene Lasso bezeichnet, eines der Markenzeichen von Wonder Woman. Sie trägt es meist an der Hüfte, benutzt es aber auch wie ein Cowboy ein Lasso. (Neben Lariat wird es auch Lasso genannt.)

  4. Spontane Wortschatzerinnerungen aus meiner Karl-May-Phase: “Zounds!” und “Pshaw!” :-))
    Beides tatsächlich existierende englische Wörter, wenn auch im DCE non-existent:
    – “zounds”: ein veralteter Fluch, der die abgekürzte Form von “God’s wounds” darstellt;
    – “pshaw”: eine Interjektion, die Verächtlichkeit, Protest oder Ungeduld ausdrückt. Die Erläuterung, die im Daniel Jones English Pronouncing Dictionary dazu steht, ist lesenswert:
    “The spelling was probably originally intended to represent a voiceless bilabial affricate (a more polite version of the bilabial trill known as a “raspberry” in British English and also as a “Bronx Cheer” in American English), but it is usually now given a spelling-based pronunciation.”

  5. Sehr schöne Geschichte! “Pshaw” kenne ich natürlich, auch von damals, ewig nicht mehr dran gedacht, aber die Erklärung ist mir neu.
    Die höfliche Umschreibung “bilabial fricative” kenne ich auch von einer George-Carlin-Nummer zum Thema “Class clown”.

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