The Invisible Library

The Invisible Library is a collection of books that only appear in other books. Within the library’s catalog you will find imaginary books, pseudobiblia, artifictions, fabled tomes, libris phantastica, and all manner of books unwritten, unread, unpublished, and unfound.
(The Invisible Library)

Mmmmmmhhhh (wohliges Grunzen).…

Nachtrag: Die Originalseite gibt es nicht mehr. Aber bei http://invislib.blogspot.com/ gibt es eine Art Nachfolger.

Root Beer Float

Root Beer ist ein amerikanisches Erfrischungsgetränk mit langer Geschichte, das nach Zahnpasta schmeckt. (Alles über Root Beer bei Wikipedia.)
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es Erfrischungsgetränke in den USA auch im Drugstore zu kaufen. Dort wurde der Sirup, der die Basis für ein solches Getränk darstellt, in ein Glas gegeben und mit kohlensäurehaltigem Sodawasser aufgefüllt. So hat auch Coca-Cola angefangen. (Als Tonikum, als Stärkungsmittel. Erst später wurde es zum Erfrischungsgetränk.)

Eine besondere Leckerei ist dabei das Ice Cream Soda. Das besteht einfach aus einem solchen Softdrink mit einem Schlag Eiscreme. Reines Sodawasser mit Vanille-Eis. Oder: Cola mit Schokoladeneis. Beim Nachmachen zu Hause: Bitte nur mit Handschuhen und Sicherheitsbrille: Ich habe das in jungen Jahren mal mit Mineralwasser und Vanille-Eis versucht. Schauderhaft. Handelsübliches Mineralwasser ist nur bedingt geeignet.

In den USA habe ich auch schon ice cream sodas getrunken, auch wenn sie nicht mehr so beliebt sind wie früher – unter anderem meine Lieblingsvariante, das Root Beer Float. Dazu füllt man ein Glas mit Root Beer und Vanille-Eis. Das schäumt ziemlich und sieht auch ein bisschen… unordentlich aus, schmeckt aber sehr lecker. Wunderbar, wie der aufsteigende Schaum das Vanillearoma transportiert. Besonders kecke Gemüter dekorieren mit einer Kirsche.

Die Fantastischen Vier

Es geht um hier um den Film Fantastic Four, nicht um die Musikgruppe. Der Filmtitel ist auch in der deutschen Fassung englisch geblieben, vielleicht um dieser Verwechslung vorzubeugen, vielleicht aus rechtlichen Bedenken. Dabei gab es die Fantastischen Vier schon lange vor den Fantastischen Vier: In den USA seit 1961 bei Marvel Comics, in Deutschland seit 1966 bei BSV und ab 1974 bei Williams. (Und danach und bis heute bei Condor und weiteren Verlagen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Hit-Comics (bei BSV): Williams-Verlag: Und hier das Original:
ff55_bsv
Hit-Comics 20 (BSV)
ff55_williams
Williams-FV 51
ff55_marvel
FF 55

(Deswegen sammle ich ja auch so viele verschiedene Ausgaben: Aus rein philologisch-editionsgeschichtlichem Interesse. Sind die Tipp- und Schreibfehler bei BSV nicht süß, und die Rollschuhreklame? Respekt für den Williams-Verlag, der sich getraut hat, den bombastischen Stil der Zeit zu übernehmen – auch wenn es nicht nötig war, “security units” mit “Sicherheitometer” zu übersetzen. Noch mehr Respekt für das Handlettering, das bei deutschen Comics bis in die 90er Jahre nicht üblich war, aber soviel besser aussieht als Maschinensatz. Heute benutzen die großen Verlage auch in den USA Computerzeichensätze, die allerdings echtes Handlettering zu imitieren versuchen. Erfolglos, übrigens. Ist aber billiger.)

Die große Zeit (das “golden age”) der Superheldencomics waren die späten 30er und frühen 40er Jahre; die Jahre danach waren mager. Comics hatten einen schlechten Ruf bekommen (ich sag nur: Wertham, Seduction of the Innocent). Viele wurden eingestellt, und diejenigen, die auch in den 50ern erschienen, erzählten verwässerte, banale Geschichten. Batman bekam einen maskierten Bathund und ein Batbaby. DC, der einzig verbliebene große Superheldenverlag, belebte 1956 erfolgreich einen der alten Helden in neuer Fassung wieder, aber tatsächlich begann die zweite Blütezeit (“silver age”) erst 1961: Der arg geschrumpfte Marvel-Verlag, der sich die ganzen 50er Jahre über mit Western- und Romance-Comics über Wasser gehalten hatte, meldete sich zurück. Stan Lee, der mit 17 Jahren bei Marvel angefangen und in den 40ern schon an Marvel-Serien geschrieben hatte, sollte eine Serie über ein Superhelden-Team schreiben. Mit Monstern, weil die gerade populär waren. Und Stan Lee, den man nicht genügend loben kann, erfand die Fantastic Four (wobei er eng mit dem Zeichner Jack Kirby zusammenarbeitete, der viel zur Entwicklung der Serie beitrug). Die Fantastic Four schlugen ein wie eine Bombe und brachten Marvel ganz nach vorn. (Bald legte Stan Lee nach mit dem Hulk, den X‑Men, mit Spider-Man, Daredevil, Thor, Iron Man, Dr. Strange und vielen anderen.)

Es gab keine Geheimidentitäten, keine Masken. Ursprünglich gab es auch keine Kostüme, doch bald wurden die allerdings sehr pragmatischen Uniformen der FF nachgeholt. So sahen die Helden vor ihrer Reise ins All aus:


ff_beginning
FF 1/Williams-FV 1

Reed Richards, super scientist, was man an der Pfeife unschwer erkennt. Ben Grimm, sein Collegefreund und der Pilot des Raumschiffs. Sue Storm, die spätere Verlobte und Frau von Reed. Ihr Bruder Johnny Storm, leichtsinnig, nur an Mädchen und Sportwagen interessiert. Reed ignoriert die Bedenken seines Freundes, und so werden alle vier bei ihrem Ausflug ins All einer Kosmischen Strahlung ausgesetzt, die ihnen Superkräfte verleiht. Reed wird dehnbar, Sue kann sich unsichtbar machen, Johnny zur menschlichen Fackel werden und Ben Grimm wird zu einem unglaublich kräftigen, monströsem Ding.

Diese Konstellation war der Ausgangspunkt für viele Abenteuer und Geschichten. Wichtige Elemente der Geschichten waren:

  • Der Konflikt zwischen Reed und Ben Grimm. Reed ist schließlich verantwortlich dafür, dass Ben zu einem Monster geworden ist, und versucht deshalb, Ben wieder zurüpck zu verwandeln.
  • Ben Grimm als Ding. Er leidet daran, ein Monster zu sein; zwischendurch verwandelt er sich immer wieder spontan in ben Grimm, aber das passt ihm dann meistens auch nicht. Seine Liebe zur blinden Bildhauerin Alicia.
  • Johnny Storm und Ben Grimm, die sich gegenseitig ständig Streiche spielen.
  • Die FF in ihrer öffentlichen Rolle als “first family” der Superheldenwelt. Das Baxter Building als öffentlich bekanntes Hauptquartier, Probleme mit den Vermietern und den anderen Mietern (und dem Briefträger Willy Lumpkin, im Film von Stan Lee selber gespielt). Die Geldnöte, in denen sie immer wieder stecken.
  • Ihre Rolle als Abenteurer. Anders als Spider-Man ziehen sie nicht los, das Verbrechen zu bekämpfen; ihre Feinde sind Außerirdische, die die Erde erobern; sie sind Forscher und Entdecker – und da es auf der Erde keine Dschungel zu erforschen und keine Länder mehr zu entdecken gibt, verschlägt es die FF auf den Mond und in die Negativ-Zone und nach Sub-Atomica.
  • Letztlich die Tatsache, dass die FF eine Familie sind. Mit all den Möglichkeiten für Humor und Tragik, die das bietet. Hochzeit, Trennung, Eifersucht, Kindermädchen für den Sohn (die gute Agatha Harkness aus Salem, richtig).


ff11
Die Yancy-Street-Gang spielt Ben Grimm wieder mal einen Streich. FF 11.

(Mehr zu den Fantastic Four hier.)

Und schließlich und endlich haben es die FF im Jahr 2005 doch noch zu einer richtigen Verfilmung gebracht. Gestern war ich im Kino, und war angenehm überrascht.

Sehr gut getroffen fand ich Ben Grimm und Johnny Storm, ihre Kabbeleien untereinander, ihr Verhältnis zu sich selbst. Sie waren nicht nur den Figuren in der Comic-Vorlage ähnlich (das ist ja nur für Fans wichtig), sondern sie haben die Eigenschaften aus der Vorlage beibehalten, die es ermöglichen, interessante Geschichten zu erzählen und glaubwürdige Konflikte zu erzeugen.
Mäßig gut war Reed Richards. Er war zu jung, und aus seiner Superkraft hätte man optisch noch mehr herausholen können. (Allerdings haben wir noch nie zuvor eine solche Superkraft im Film umgesetzt gesehen. Da erwarte ich mir noch mehr für die Fotsetzung.)
Richtig schlecht war Jessica Alba als Sue Storm. Dabei kann die Frau gar nichts dafür, die Drehbuchautoren haben einfach die schlechtesten Elemente des Original-Comics und gegenwärtiger Filmtrends genommen, und heraus kommt eine Frau mit dicken Lippen, die nichts zu tun hat. Schon im Comic hat Sue Storm alias “Invisible Girl” die dämlichste Superkraft, nämlich die, sich unsichtbar zu machen. (Bogenschützen, Leute mit Flügeln, und im Wasser lebende Superhelden sind die anderen Spielarten der ungeschickteren Superhelden.) Allerdings kann sie nicht nur sich, sondern auch anderes und andere unsichtbar machen (schon mal, damit sie nicht nackt herumlaufen muss), und gewinnt später noch ein unsichtbares Kraftfeld als ernst zu nehmende Fähigkeit dazu. Dann heißt sie endlich auch “Invisible Woman”, und heute nimmt sie eine wichtige Rolle im Team ein. Im Film ist davon nichts zu merken. Leiterin der Genetik-Abteilung soll sie dort sein; aber zum Thema ihrer Verwandlungen zu sagen hat sie nichts.
All das war 1961 nicht sehr fortschrittlich, aber auch nicht ungewöhnlich. Aber für den Film hätte man da doch zwanzig Jahre gesellschaftliche Entwicklung überspringen können. Den wissenschaftlichen Humbug haben sie ja auch aktualisiert.
Nicht viel besser ist der Oberschurke geworden. Bitte keine CEOs mehr, die aus ihrer eigenen Firma gedrängt werden, daraufhin Superkräfte erlangen und sich am Aufsichtsrat rächen. Ich kann’s nicht mehr sehen. Da ist die Figur im Comic differenzierter und interessanter mit mehr Möglichkeiten für gute Geschichten.

Aber ich habe mich gut unterhalten. Die Höhepunkte lagen für mich in der Mitte des Films, im Superhelden-Alltag der Fantastischen Vier. Das war lustig. Das Finale zeigte schön, wie das Team zusammenarbeitet, war aber sonst unspektakulär. Den ganzen Anfang mit der Raumstation hätte man sich sparen können. Lee und Kirby begannen 1961 auch schon mit einem Notruf für das Team und erzählten erst danach die Entstehungsgeschichte. Von der Filmmusik hatte ich fünf Minuten nach dem Kino schon alles vergessen. Superheldenfilme brauchen ähnlich markante Melodien wie Fernsehserien; bin ich der einzige, der das weiß?

Aber ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Da gibt es so viele gute Möglichkeiten. Dass eine kommt, ist sehr wahrscheinlich; zumindest in den USA läuft der Film sehr gut.


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So müssen Abenteuer der FF ausschauen. Kirby in dern 60ern.
(Für das schlechte deutsche Lettering kann er nichts.) FF 51/Williams-FV 47

Zinnfiguren

Diese Zinnfiguren sind nicht besonders gut bemalt, aber ich wollte sie trotzdem zeigen: Die meisten Menschen wissen vielleicht gar nicht, dass es Leute gibt, die Zinnfiguren bemalen und damit spielen. Auch wenn das auch schon wieder lange her ist. (Und die Call-of-Cthulhu-Figuren sind noch gar nicht bemalt, ich hatte es einfach nicht übers Herz gebracht.)





Kingmaker

Als ich vor sechzehn oder siebzehn Jahren beim Abklappern der Jugendherbergen in Großbritannien auch nach Harlech in Wales kam, da kannte ich diese kleine Stadt schon. Ich kannte überhaupt schon eine ganze Menge Städte dort. Das lag an diesem Spiel:

Kingmaker. Ursprünglich von Gibson Games, später von Avalon Hill, und vermutlich gab es das Spiel zwischendurch auch mal für den Computer. So schön Computerspiele sein können: Mit ein paar Leuten um einen Tisch sitzen und kleine Pöppel oder Kärtchen auf einem bunten Spielfeld herumzuschieben, ist noch viel schöner. Auch wenn eine Partie Kingmaker, so wie wir sie spielten, selten unter acht Stunden zu Ende war.

Kingmaker spielt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in England. König ist Heinrich VI aus dem Haus Lancaster, als Wappen eine rote Rose. Wer regiert statt seiner, oder nach ihm? Da ist seine Frau, Margarete von Anjou, und der allerdings noch sehr junge Sohn Edward. Keine gute Position für das Haus der roten Rose. Denn da ist noch Richard Plantagenet, Herzog von York, mit der weißen Rose im Wappen. Er will König werden (und hat auf Grund der Thronfolgeregelungen auch einen gewissen Anspruch darauf), wird aber geschlagen, sein Sohn Edmund hingerichtet. Sein ältester Sohn Edward wird später tatsächlich König, stirbt aber bald. Seine beiden Söhne werden von Richard, Herzog von Gloucester im Tower von London gefangen gehalten; sie verschwinden unter ungeklärten Umständen und werden vermutlich ermordet. Richard wird darauf König – jener Richard III, den man aus Shakespeare kennt. Aber das Haus von Lancaster hat noch ein Ass im Ärmel: Henry Tudor, um zwei Ecken in der Thronfolge, aber immerhin. Aus Henry wird dann auch Heinrich VII.
Dazwischen interessierte Adlige, die sich mal auf die eine, mal auf die andere Seite schlagen. Eine ganz wichtige Figur war Neville, Earl of Warwick mit dem Spitznamen “Kingmaker”.
Das alles heißt “Wars of the Roses” und ist eine Zeit des Bürgerkriegs im ausgehenden Mittelalter. Viel mehr dazu gibt es etwa beim Wikipedia-Eintrag dazu.

In Kingmaker übernimmt jeder Spieler die Rolle einer Interessengruppe, zu der mal die einen, mal die anderen Adligen gehören. Die Kandidaten auf den Thron sind eher machtlose Spielsteine auf dem Brett, die mit den eigentlichen Spielfiguren mitziehen; der Spieler, der den letzten überlebenden Kandidaten in seiner Fraktion hat, gewinnt das Spiel. Man beschützt mit seiner kleinen Armee den eigenen Thronanwärter und versucht, den anderen den ihrigen abzujagen. Wer sich in einer Stadt verschanzt, ist sicherer, sofern nicht die Pest kommt. Gestört wird man vor allem durch Hungersnöte oder Bauernaufstände, die es nötig machen, dass einzelne Adlige sich in ihre Heimatburg begeben müssen, und den eigenen Trupp schutzlos zurücklassen.

Ein schönes Spiel. Auch wenn im historischen Harlech nicht 200 Mann Garnison waren wie im Spiel, sondern nur 30. Hieß es jedenfalls dort in der Jugendherberge.

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Nimm das, Microsoft!

Eben habe ich herausgefunden, wie man Graphiken aus Word-Dateien herauskopiert. Das war schon öfter ein ärgerliches Problem für mich.
Bei Word kann man nämlich die im Dokument eingebauten Graphiken und Fotos anklicken und kopieren; wenn man sie dann aber in der Bildbearbeitungssoftware einfügt, geschieht das in extrem schlechter Qualität. Aber wenn man die geöffnete Word-Datei als Webseite speichert, werden die Bilder in ursprünglicher Qualität und ohne eventuellen Zuschnitt in den dabei neu angelegten Ordner exportiert.

Kifferknick

Gerade in einem Forum gefunden und hier paraphrasierend wiedergegeben:

Eine bestimmte Entwicklung der Zeugnisnoten kiffender Schüler heißt bei Drogenberatern und manchen Beratungslehrern auch “Kifferknick”: Die Kiffer verbessern sich zumindest scheinbar in den sogenannten Laberfächern wie etwa Deutsch und verschlechtern sich in Mathematik und Naturwissenschaften. Zuerst jedenfalls, danach geht die Leistungstendenz in allen Fächern nach unten

Da dürfte was dran sein.

Jugendherbergen in Großbritannien

Sommerferien, Zeit zum Aufräumen. Dabei bin ich auf mein altes Jugendherbergs-Heft gestoßen, aus meiner Interrail-Zeit in England. In einer Jugendherberge in Wales waren wir die einzigen Gäste, und der Warden wohnte nebenan. Es war kalt und nass und wir versuchten ein Steinkohlefeuer in Gang zu bringen. Nachdem wir das noch nie gemacht hatten, hatten wir keine Chance. Glücklicherweise kam dann doch noch ein anderer Gast und half uns. In Helmsley in Schottland, rechts oben, wanderten wir den Strand entlang, bis wi rnicht mehr konnten. Gelegentlich kamen wir an einem toten Schaf vorbei, das von der Klippe oben gestürzt war. Der Warden servierte uns frischen gebratenen Hering.

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