Sport- und Wanderwoche I

Da war ich letzte Woche. Das sind jetzt erst einmal einige Bilder; weitere Eindrücke und Erfahrungen ergänze ich dann in den nächsten Tagen, wenn ich wieder wach bin und die Glieder nicht mehr so lahm sind.



Ein Flotte von Kühen. (So ist doch der Fachausdruck?)


Fußball



Hi-Ball: Trampolin-Ballwerfen für zwei Spieler. Nicht mehr als zwei Minuten; geht aufs Kreuz.
 

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Uniformen der Britisch-Indischen Armee

Princely States Report begann als Seite für Briefmarkensammler mit dem Sammelgebiet princely states. (Wikipedia war hilfreich: Das waren mehrere hunderte von unabhängigen indischen Königreichen/Fürstentümern unter britischem Protektorat.) Bald kam weiteres Material dazu, Münzen und Zigarettenbildchen etwa. Unter kann man dort die Zigarettenbildchen-Serie Military Uniforms of the British Empire Overseas sehen, genauer: nur die Bilder der Indischen Armee, herausgegeben von John Player’s.

Hier geht’s zu den Bildchen.

Card No.14 The Scinde Horse
The Scinde Horse (14th Prince of Wales’s Own Cavalry) is one of the twenty-one Cavalry regiments of the Indian Army. It had its origin in two regiments of Scinde Irregular Horse raised at Hyderabad in 1839 and ’46 respectively. These two regiments were absorbed into the regular forces about 1860 and ultimately became the 35th Scinde Horse and the 36th Jacob’s Horse. They saw active service in Northern and Central India, Persia and Afghanistan and, during the Great War, in France and Palestine. They were amalgamated in 1921. The present regiment is recruited from Pathans, Sikhs and Musalman Rajputs of the Punjab. We show the Risaldar-Major in Full Dress; a scene on the N.W. Frontier appears in the background.

(Wo ich doch gerade den letzten Flashman gelesen habe.)

Kompliziertes Fadenspiel

Jetzt ist es mir schon zum zweiten Mal passiert, dass ich in der U‑Bahn jemand beim Stricken gesehen habe. Nur haben die dann doch nicht gestrickt: Auf den zweiten Blick sah es vielmehr wie kindliches Fadenspiel aus. Aber das war es auch nicht. Erst beim dritten Blick und genauen Hinschauen zeigte sich, dass die konzentrierte Versunkenheit der Personen sich auf das Entwirren der Kopfhörer ihrer Mp3-Player bezog.

Robert Mayer, Super-Folks

Was für ein merkwürdiges Buch. Ein Roman über und mit Superhelden, erschienen 1977; Titelbild und Layout sehen ein wenig nach Comic aus, aber das Buch ist durch und durch Roman. So fängt es an:

There were no more heroes.
Kennedy was dead, shot by an assassin in Dallas
Batman and Robin were dead, killed when the Batcar slammed into a bus carrying black children to school in the suburbs.
Superman was missing, and presumed dead, after a Kryptonite meteor fell on Metropolis.
The Marvel family was dead; struck down by lightning.
The Lone Ranger was dead; found with an arrow in his back after Tonto returned from a Red Power conference at Wounded Knee.
Mary Mantra was dead; cut to pieces by an Amtrak locomotive when Dr. Spock tied her to the tracks and she couldn’t remove her gag.
Captain Mantra was in a sanitarium near Edgeville; said to be a helpless wretch ever since seeing his twin sister cut to shreds.
Only Wonder Woman was still in the public eye. And she had forsworn forever the use of her superpowers. Using her real name, Diana Prince, she was a leading spokesperson for women’s liberation, an associate editor of Ms. magazine, a frequent guest at late-night talk shows. Her message was that the strength of Wonder Woman resides in all women and they must learn to use it.

(Kennedy ist John F. Kennedy; Batman, Robin, Superman und Wonder Woman kennt man von DC. Captain Marvel, Captain Marvel jr. und Mary Marvel brauchten nur ihr Zauberwort zu sagen und sich in Superhelden zu verwandeln; Captain Mantra und Mary Mantra sind ihre Entsprechungen innerhalb der Handlung.)

Es gibt also keine Superhelden mehr. Der mächtigste von ihnen hat sich ganz ins Privatleben zurückgezogen, weil seine Kräfte immer weiter nachließen. Und so lebt er inzwischen das alltägliche Leben des David Brinkley, Häuschen im Vorort, Familie, unspektakulärer Beruf. Doch es scheint noch eine letzte Aufgabe für ihn zu geben – und was folgt ist ein witziges, bizarres Gemisch aus einem Roman über das Älterwerden, und einer abstrusen Superhelden-Handlung, die in so groben Strichen skizziert wird, wie man es aus Comics gewöhnt ist: Lücken im Plot gibt es zuhauf, sie spielen aber keine Rolle.

Nicht die Hauptsache, aber das Witzigste drumrum, sind die Einzelheiten aus dem plötzlich gar nicht mehr so glamourösen Superheldenalltag. Der kleine Schneider mit jiddischem Akzent, der für die Superheldengemeinschaft die Kostüme anfertigt (vor ähnlichen Konzepten in den Incredibles, Spider-Man und bei DC). Verschwitzte Kostüme. Sehr viel Sex.
Und dazu die bizarren Namen: Nebenpersonen heißen Humphrey Bogart, Nelson Rockefeller, Greta Garbo, Lorna Doone, Theo Kojak, Gregory Peck. (David Brinkley selber kommt vom Planeten Cronk und ist auf der Erde unverletztlich – außer durch die Fragmente seines zerstörten Heimatplaneten, Cronkite.) Einige dieser Leute sind ihren Vorbildern in der Wirklichkeit ähnlich, andere überhaupt nicht. Einmal wird ein Nachtclub voller Berühmtheiten erwähnt – und diese Leute heißen dann Joe Smith, Jane Doe, Jack Public.

Mayer zitiert viel Jacques Brel, ein bisschen Marvell, und mehrfach T. S. Eliot – “Prufrock”, hauptsächlich. Letzteres habe ich gleich erkannt, nicht weil ich’s gelesen habe (obwohl ich das auch habe), sondern weil ich das Zitat schon aus einem Raymond-Chandler-Roman kenne. Billige Literatur bildet.

Draufgekommen bin ich über das Vorwort von Kurt Busiek zu Astro City. Ich kenne nur diesen einen Band aus der Serie, werde mir aber noch mehr anschaffen. Ich merke einfach, dass ich einige der Geschichten darin immer noch im Kopf habe.

Nachtrag: Mehr zu Astro City hier.

A whole new world (Zu Gast in der Bio-Fachsitzung)

Das war heute Nachmittag vielleicht das erste Mal, dass an unserer Schule ein Deutsch- und Englischlehrer bei der Fachsitzung Biologie anwesend war. Die haben da sogar frisch geschlagene Sahne! Und runde Kuchen! Bei unseren Sitzungen gibt es meistens nur Kuchen vom Blech, ohne Sahne.
Ich war bei der Fachsitzung dabei, weil ich jetzt irgendwie dazu gehöre. Als Informatiklehrer unterrichte ich nämlich auch in der 6. Klasse den Teilbereich Informatik des Faches Natur und Technik (oder, wie Kollege Z. sagt, “Kraut und Rüben”). Und die Fachsitzung Biologie heißt eigentlich Biologie/Naturundtechnik.

Zur Information: Natur und Technik ist eine besonders schlaue Idee des Kultusministeriums. Vor Einführung des G8 wurden vollmundig alle einstündigen Fächer abgeschafft. Mit dem G8 mussten aber Stunden gestrichen werden, und so kommt es, dass es in der 6. Klasse das Fach Natur und Technik gibt, das zu einem Drittel aus Informatik und zu zwei Dritteln aus Biologie besteht – unterrichtet von zwei verschiedenen Lehrern, versteht sich. Im Zeugnis steht aber eine Note. (Das ist etwa so sinnvoll, wie ein Fach “Sprache” einzurichten, in dem sich der Deutsch- und der Englischlehrer die Stunden teilen und gemeinsam eine Note geben. Der Gedanke hat allerdings auch etwas Reizvolles.) Wirklich dumm daran ist, dass Informatik dabei eben wieder einstündig ist. Aber vielleicht merkt’s ja keiner.

Informatik- und Biolehrer machen zusammen ein Projekt mit der Klasse; deswegen war ich bei der Sitzung auch anwesend – bei mir lernen sie Powerpoint Präsentationssoftware, und als Thema gibt es Reptilien. Oder so ähnlich.

In der 7. Klasse gibt’s das gleiche Spiel nochmal, nur mit Physik- statt Biologielehrer. Informatik weiterhin einstündig. Muss ich jetzt in die Bio‑, Info- und Physikfachsitzungen? Und Deutsch und Englisch?

Allem Unken zum Trotz: Es ist spannend, ein neues Fach zu unterrichten. Ich bin einstündige Fächer nicht gewöhnt (wir erinnern uns, es gibt sie gar nicht mehr), und Nachmittagsunterricht nicht, und das Dasein als Nebenfachlehrer auch nicht. Aber die Schüler sind interessiert und freundlich; das wird schon werden. Aber anstrengend waren die ersten Tage schon.

Modus 21 – Neues in der Schule

Laut Presse-Information der Bayerischen Staatskanzlei hat der bayerische Kultusminister Schneider etliche Neuerungen für das bayerische Schulwesen angekündigt. Konkret geht es auch um 30 Neuerungen auf den Gebieten Schulorganisation, Förderung einzelner Schüler, Leistungserhebung und Personalführung, die an Versuchsschulen in den letzten Jahren erprobt wurden:

Der Minister kündigte an, dass die bayerischen Schulen schon im kommenden Schuljahr mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erhalten sollen. Konkret sollen Maßnahmen, die in den letzten drei Jahren im Rahmen des Modellversuchs MODUS 21 erprobt wurden und dort den Praxistest bestanden haben, für alle Schulen freigegeben werden.

(Siehe hierzu auch die Pressemitteilung des KuMi vom 17. Juni 2005.)

Beim KuMi gibt es eine Liste der 30 freigegebenen Maßnahmen sowie ein etwas ausführlicheres Handbuch dazu. Die Links führen jeweils zu Seiten, auf denen man sich die Dokumente als pdf herunterladen kann.

Nachtrag: Ja, das Kultusministerium. Die Links gelten alle nicht mehr. Das passiert da öfter.

Dumm ist allerdings, dass für fast alle dieser Maßnahmen die Schulordnung geändert werden muss, und daher ohne ein entsprechendes Schreiben des Kultusministeriums an die Schulen gar nichts geht. Ich warte immer noch auf dieses Schreiben, das für den Schulanfang angekündigt war. Vermutlich muss den neuen Maßnahmen dann noch die gesamte Lehrerkonferenz zustimmen, die dann extra dazu einberufen werden müsste – ich rechne jedenfalls nicht damit, dass wir schon in diesem Schuljahr dazu kommen, irgend etwas umzusetzen. “Das hätte man den Schülern doch gleich zum Schuljahresanfang sagen müssen”, heißt es dann wieder.

Vielleicht geht ja doch etwas. Die zum Großteil neuen Maßnahmen sind recht interessant. Einige davon wünschen wir uns seit Jahren:

    Schulorganisation:

  1. Flexibilisierung der Stundentafel (bereits möglich)
  2. jahrgangs- und klassenübergreifender Unterricht (bereits möglich)
  3. Organisation des Unterrichts in Doppelstunden
  4. themenbezogene Projektwochen
  5. Einbeziehung externer Partner (bereits möglich)
  6. Pädagogischer Tag statt Wandertag
  7. Jahrgangsstufenversammlungen
  8. Jahrgangsstufensprecher
  9. Einrichtung einer “Klassenstunde”
  10. Schüler gestalten eigenverantwortlich Unterricht
  11. Individualförderung:

  12. Förderunterricht nach dem Zwischenzeugnis
  13. Vorlesungsbetrieb (bereits möglich)
  14. Schüler lehren Schüler (bereits möglich)
  15. Selbsteinschätzung der Schüler
  16. Leistungserhebungen:

  17. Schulaufgabe mit Gruppenarbeitsphase
  18. Angesagte “Tests” im Turnus von sechs Wochen statt Schulaufgaben
  19. Debatte ersetzt je eine Schulaufgabe (Aufsatz) in Deutsch und/oder Fremdsprachen
  20. Präsentation ersetzt eine Aufsatzschulaufgabe (bereits eingeführt)
  21. Test aus formalsprachlichen und Sprachverständnisanteilen in Deutsch ersetzt eine Aufsatzschulaufgabe
  22. Schwerpunkte des Jahresstoffs in letzter schriftlicher Leistungserhebung
  23. Leistungserhebungen (auch nicht angekündigte) über die Lerninhalte mehrerer Unterrichtsstunden
  24. schulinterne Jahrgangsstufentests zum Grundwissen
  25. Neugewichtung schriftlicher und mündlicher Leistungen in den Fremdsprachen
  26. Verstärkte Einbeziehung von Grundwissen in schriftliche Leistungserhebungen
  27. Trennung von Unterrichts- und Prüfungsphasen
  28. Ganz- und Halbjahresprojekte in der Klasse
  29. Personalmanagement und Personalführung:

  30. Bildung von jahrgangs- und stufenbezogenen Pädagogischen Lehrerteams
  31. Unterrichtsplanung im Lehrerteam
  32. Planung und Durchführung von schriftlichen Leistungserhebungen im Lehrerteam
  33. “Mitarbeitergespräche” mit Zielvereinbarungen des Lehrers mit allen Schülern

Vor allem die neuen Möglichkeiten bei der Leistungserhebung finde ich sinnvoll.

Übersetzungsfragen

Tagesschau, vor zwei Minuten, als Übersetzung über den Originalton eines irakischen Ladenbesitzers gelegt:

“Al Sarkawi wird es nicht gelingen, uns auseinanderzudividieren, meint dieser Ladenbesitzer.“

Nein, “auseinanderdividieren” hat er nicht gesagt, behaupte ich.

Fasse dich kurz…

…möchte man morgens am Kopiergerät schreien, manchmal.

Aber ich bin ja auch nicht besser. Für die Zukunft: Mehr diktieren und anmalen, weniger kopieren.

Heute habe ich meine restlichen Deutsch- und Englischklassen gesehen. Haben einen netten Eindruck gemacht, fünfte bis elfte Klasse. Einen Großteil dieser Elftklässler hatte ich schon in 5/6; ein paar haben sich sehr, ein paar nur wenig verändert. Ich habe noch einige Aufsätze und Zeichnungen von damals, die muss ich mal wieder herauskramen. (Das war die Klasse, und die, und die.)