Roddy Doyle, Rover Saves Christmas

Ein skurilles Kinderbuch, bei dem ich viel lachen musste. Man trifft die Helden aus The Giggler Treatment wieder, allen voran Rover. Der hilft diesmal dem Weihnachtsmann, weil das wichtigste Rentier krank geworden ist.
Aber das Wichtigste am Buch ist nicht um die Handlung – schließlich unterbricht sich der Erzähler selber oft genug mit Reklamespots für Zahnpasta, Reklamespots für das Konkurrenzprodukt, mit Wissenswertem über Finnland. Die Kapitelüberschriften lauten zum Beispiel:

Chapter Four
Chapter Five
The Return of Chapter Four
Chapter Five II
Chapter Five’s Baby – Little Chapter Six
Chapter Six – The Teenage Years („I don’t want to be chapter six. I never asked to be chapter six.“)

Und von da an gewinnt Chapter Six ein Eigenleben, immer wieder hören wir von ihm, als Erwachsenem, als altem Menschen, zum Begräbnis, nach dem Tod.

Verwirrend ist auch das kleine Mädchen, das eben erst zu sprechen begonnen hat und noch nicht mehr sagen kann als: „Who are you?“ Ihre Freunde und Familie wissen natürlich immer, was sie jeweils damit meint – aber den Leser reißt es jedesmal beim Lesen, wenn mittendrin der Satz „Who are you?“ fällt, der dann aber doch keine Frage ist, sondern jeweils etwas ganz anderes bedeutet. Was, das kriegt man immer erst hinterher mit.

Zum Schluss gibt es verschiedene Enden zur Auswahl. Und verschiedene Botschaften, weil Literatur ja immer Botschaften hat. (Viele der Botschaften gehen an den jungen Dermot, der einfach nicht zum Abendessen nach Hause kommen möchte.) Und Fiktives zum Zeichner und Designer.

Vielen Dank an Michael, der mir The Commitments von Roddy Doyle zu lesen gab, noch bevor der überhaupt sein zweites Buch geschrieben hatte.

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