Lautsprecher kaufen fürs Klassenzimmer

Mein Montagmorgen sieht in der Schule so aus: In der ersten Stunde bin ich im 1. Stock Nebengebäude, direkt danach im 2. Stock Hauptgebäude. In der zweiten Stunde brauche ist fast immer einen CD-Spieler/Radiorekorder, da ich dann eine 5. Klasse in Englisch habe.

Also nehme ich den tragbaren CD-Spieler unter den Arm. (Eines dieser Geräte für Küche und Klassenzimmer, mit Kassettendeck, Radio und so weiter.) Gehe aus aus dem Lehrerzimmer ins untere Stockwerk, zum Nebengebäude, ins obere Stockwerk, unterrichte, gehe nach unten, hinüber ins Hauptgebäude, dann zwei Stockwerke nach oben – und da kann ich das Gerät dann endlich einsetzen.
Anders geht das leider nicht, ich komme zwischendrin an keinem Gerät vorbei, und wenn ich zwischen der ersten und zweiten Stunde noch zu dem Raum gehe, in dem die CD-SPieler aufbewahrt werden, brauche ich nochmal deutlich länger für den Klassenraumwechsel.

Und dann funktioniert der CD-Spieler manchmal nicht mit selbstgebrannten CDs.

Aber man ist ja modern und hat einen iPod. Deswegen kaufe ich in den Ferien ein paar Lautsprecher, so wie es sie für den Computer gibt. Dann kopiere ich alle Audiodateien, die ich für die Schule brauche, auf den iPod. (Die Rechtslage ist vermutlich kompliziert.) Und dann muss ich nur den iPod oder jeden anderen Mp3-Player an die Lautsprecher anschließen und fertig. Den iPod habe ich ohnehin immer dabei. Dann kann es mir auch nicht mehr passieren, dass ich gerade die CD nicht dabei habe, die ich bräuchte.

Einerseits macht das natürlich die Preise kaputt, wenn die Lehrer wie so oft die mangelnde Ausstattung der Schule selbst finanzieren. Andererseits ist mir das Herumschleppen des großen Players zu blöd.

Auf was muss ich denn achten, wenn ich kleine Boxen kaufe? Sie brauchen auf jeden Fall eine eigene Stromversorgung, und zwar mit Netzteil. Die Audiodateien – selten Musik, meist Sprache – sollen laut und verständlich abzuspielen sein. Die Leistungsangabe nach PMPO ist Unfug, soviel habe ich inzwischen gelernt, aber wieviel Watt brauche ich denn? Meine alten Computer-Lautsprecher am Schreibtisch sind fast laut genug und bringen einen sehr schönen Ton ohne Klirren… aber ich weiß nicht, welche Leistung die haben, und auch das WWW will es mir nicht verraten.

18 Antworten auf „Lautsprecher kaufen fürs Klassenzimmer“

  1. Ich habe hier für Telefonkonferenzen so Logitech-Teile gekauft – die bestehen aus einer “zentralen” Box und dem Surround-System..das ist wahrscheinlich schon overkill. Aber da gibt’s auch IPOD Speakers und die dürften kleiner sein.

    -> vielleicht einfach ausprobieren im Geschäft?

  2. Hallo Thomas. Ich habe am Samstag ein interessantes Zubehör für den ipod gesehen: ein kleiner, fast winziger Rundfunksender, der direkt an den ipod gesteckt wird und dann auf einer frei wählbaren UKW-Frequenz die Musik direkt an einen Radio sendet! Mit dem ipod mini hat es funktioniert und es soll auch mit dem nano funktionieren. Preis so um die 30€. Interessiert? Liebe Grüsse an die Gattin :)

  3. Hallo Thomas,

    das ist eine wirklich schwierige Aufgabe und das mit dem Ausprobieren in den Umgebungen des geschäftes auch nicht ernsthaft einfach. Aber trotzdem rate ich Dir die dinger wirklich zu testen auf Herz oder Nieren.

    Ich habe mich zweimal “verkauft” weil unter anderem die Computerboxen auch nicht immer das halten, was sie versprechen. Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen dem, was man früher bekam, und dem, was man da heute bekommt.

    Was mich letztenendes zufrieden gestimmt hat waren folgende:
    http://www.jbl.com/home/products/product_detail.aspx?prod=DUET/230&Language=GER&Country=DE&Region=EUROPE&cat=HMM&ser=HMM
    Nachteile gibt es hier eine Menge. Kopfhörer kann man nicht anschließen. Und eine andere externe Quelle lässt sich ohne Umstöpseln ebenso nicht hinzufügen.
    Die haben auch für Seminare einen kräftigen Druck und in meinen Augen einen angenehmen Klang.

    Diese hier (http://www.jbl.com/home/products/product_detail.aspx?prod=ONSTAGE/230&Language=GER&Country=DE&Region=EUROPE&cat=HMM&ser=HMM) sind exklousiv für den iPod und auch externe Quellen und klingen allein genommen fantastisch. Doch wie das in der Klasse aussieht weiss ich wirklich nicht.

    Ich war anfänglich zwei drei mal um Logitechs herumgeschichen. Nachdem ich sie gekauft hatte war ich schier verzweifelt. Jetzt sind sie wieder im Laden und warten auf den nächsten.

    Tja es nicht alles, wie es früher einmal war. Aber – was sich als guter Tip herausstellte: Die Läden haben Boxen in der Computerabteilung bei den rechnern herumstehen und sie haben externe Lautsprecher inzwischen bei den MP3-Playern herumstehen. Da sind Welten dazwischen. Und da heisst es beide Abteilungen mal abklappern und sich durchquatschen.

    Viel Glück bei der Suche und Spaß beim Testen
    Andreas

  4. Danke für die Tipps, ich werd’s wohl wirklich ausprobieren müssen. Hallo Christian, das Teil klingt lustig – aber nicht wirklich praktisch. Außer am See, wenn einer den Radiorekorder mitnimmt und man den dann mit dem iPod beschallen kann. Was es auch gibt, ist der Knubbel an der Stereoanlage, deren Boxen man dadurch mit dem Laptop drahtlos benutzen kann. Für die Schule ist aber beides nicht praktisch.
    Andreas, um die iPod-Scheibe bin ich auch schon herumgeschlichen, aber fürs Klassenzimmer ist sie mir zu schön und zu teuer. Schließlich muss ich immer damit rechnen, dass das Teil verschwindet. Aber ich werde bei den Computern und bei den MP3-Playern schauen und berichte dann davon.

  5. Ich kann leider nichts raten. Ich habe mich auf den Kampf für die Ausstattung in den Zimmern verlegt ;-)

    Aber mir gefällt die (wie immer) anschauliche Beschreibung des Klassenraumwechsels mit CD-Spieler. Ich schätze diese Puzzleteile aus dem Lehrerleben. Hat nicht die Archivierung auf dem iPod auch Tücken? Für mich ist es bis jetzt einfacher, die CDs und Hüllen zu haben.

  6. Das habe ich vor 4 Jahren im Referendariat auch so gemacht, weil bei Referendaren ja “immer alles kaputt geht und verschwindet”. Um mir die Diskussion zu ersparen, nahm ich einen mp3-Player und sehr billige Lautsprecher (15 Euro). Das ging dann auch.
    Andere Möglichkeit, die ich heute meist nutze: der eigene Laptop.

  7. Uiui, das ist aber ein riskantes Unterfangen – Rechtlich gar nciht leicht. An unserer Schule wäre dies verboten, denn man braucht für JEDES elektrische Gerät in der Schule ein gesondertes Sigel von irgendeiner bestimmten Prüfstelle (nicht dem Tüv). So wurde es uns z.B. verboten, bei Kuchenbasaren Waffeleisen zu benutzen – diese könnten ja das gesamte Stromnetzt scheinbar der ganzen Stadt zerstören!? Da fällt mir nur ein: DU bist Deutschland.

    In diesem Sinne, viel Spaß und Erfolg beim Kaufen der Boxen!

  8. Ich weiß ja nicht wieviel Kohle du investieren willst, aber eventuell wären die Logitech MX50 interessant, ist ein etwa Milchkarton großes Teil, mit eingebautem Dock und Akku der durchaus ein paar Schulstunden halten sollte, und der klang ist nicht übel.
    Kostet wahrscheinlich noch so um die 100€, ist dafür aber ultraportabel und passt vielleicht sogar in die Aktentasche.

  9. Unterschwellig höre ich da wieder die Nörgelei, wie schwer es die Lehrer doch haben. Noch nicht mal ein eigenes Klassenzimmer! Und dann noch die Schlepperei mit dem Gettoblaster!
    Schon mal darüber nachgedacht, daß es doch viel sinnvoller ist, 10 Lehrer die Räume wechseln zu lassen, als 250 bis 300 Schüler mit Gepäck durch die Schule zu jagen?
    Vielleicht findet sich der eine oder andere hilfsbereite junge Mensch, der den alten Knackern die Schlepperei abnimmt.

    Trotzdem finde ich es gut zu wissen, das es auch Lehrer mit zeitgemäßer Multimediaausstattung gibt und diese dann auch noch damit umgehen können ;)

    Zur Beschallung eines etwa Klassenzimmergroßen Besprechungsraumes habe ich übrigens mit relativ billigen Aktivboxen eines Lebensmittel-Discounters recht gute Erfahrungen gemacht.

  10. @Axel: Das finde ich durchaus nicht, und ich bin selber Schüler. Das bei uns herrschende Fachraumprinzip ist eine gute Sache. Denn schließlich gibt es viele Fächer, wo Unterrichtsgegenstände sehr wichtig sind (Physik, Bio, Chemie, Sport geht sowieso nur in der Turnhalle). Und auch in Fächern wie Mathe braucht man bei uns manchmal so eine spezielle Tafel mit kariertem Untergrund und Info geht auch nur im Infokabinett. Also blieben als Lehrer, die umziehen müssen, sowieso quasi nur noch die Sprachen und Geschichte übrig. Und gerade in diesen Fächer vor allem geschichte arbeitet man doch sehr oft mit verschiedenen Büchern, die im Fachraum vorhanden sind. Aber keiner kann verlangen, dass der lehrer 25 Bücher a 2 Kilo mit sich rumschleppt.

  11. @Dirk: Schön, das sich was geändert hat. Vielleicht hast du auch nur Glück. Zu meiner Zeit fand ich den Umzug in den Chemie oder Physikraum höchst überflüssig, da die dort gelagerten Gegenstände ohnehin so gut wie nicht benutzt wurden. Außnahmen bestätigten auch hier die Regel. Das betraf sogar das sogenannte Sprachlabor, dessen Aufteilung in Sprecherkabinen eher kontraproduktiv war. Denn besonders dieses hochmoderne Technikteil war zu 90% außer Betrieb. Letztendlich haben es auch die Lehrer eingesehen und den Sprachunterricht im Klassenzimmer belassen.
    Ansonsten hatten wir “eigene” Klassenräume. Klingt altmodisch, hatte aber auch was.

    Wenn es berechtigte Gründe gibt (die du oben ausgeführt hast) kann es sinnvoller sein, die Arbeit in spezifischen Räumen zu tun. Wenn nicht, dann nicht. Hier sollte individuell nach vorhandenen Möglichkeiten entschieden werden.

    In diesem Zusammenhang fällt mir ein Beispiel aus der schönen neuen Arbeitswelt ein: Jede Ressource (Arbeitnehmer) bekommt einen Rollcontainer und Laptop. Die Ressourcen werden je nach Teamanforderungen zusammengestellt und auf Universalräume verteilt, um ein Problem zu lösen. Äußerst mobil und effizient, trotzdem fällt es mir schwer, mir eine solche Arbeitsumgebung für mich vorzustellen. Ist vielleicht nur eine Sache der Gewöhnung.

  12. Vielen Dank für die vielen Tipps und Anregungen. Der aktuelle Stand: Ich habe in alles mögliche reingehört und werde nun doch erstmal meine alten Boxen mitnehmen und im Klassenzimmer mit dem mp3-Player ausprobieren. Diese Boxen kenne ich, und wenn die nicht reichen, weiß ich, woran ich mich beim Neukauf orientieren muss. Den Klang im Klassenzimmern (mit zu viel Hall und so weiter) kann ich mir nur schwer vorstellen, ohne ihn auszuprobieren.
    Oder ich kaufe mir dann gleich einen neuen Monitor mit eingebauten Lautsprechern… aber die sind wohl meist nicht besonders. Und leider, leider funktioniert mein fünfeinhalb Jahre alter Monitor immer noch vollkommen.

    @Kai: Da hatte ich mehr Glück im Referendariat, aber ich kenne solche Aussagen auch. Das Schlimmste war lediglich ein “Sie sind natürlich jederzeit im Lehrerzimmer willkommen, aber.…” Daraufhin hat uns der Seminarlehrer aber gleich verteidigt und uns Raum und Atmosphäre im Lehrerzimmer geschaffen.

    @Fachraumprinzip: Es hat Vorteile und wird anderswo sehr oft eingesetzt, also sollte man es nicht von vornherein ablehnen. “Schon mal darüber nachgedacht, daß es doch viel sinnvoller ist, 10 Lehrer die Räume wechseln zu lassen, als 250 bis 300 Schüler mit Gepäck durch die Schule zu jagen?” Ja, aber ich habe nicht darüber nachgedacht, dass, sondern darüber, ob. Klar wären dann immer 5 Minuten Pause zwischen den Stunden. Das täte allen gut. (Im Idealfall wären damit noch weitere Änderungen verbunden.)

    @Dirk: Ich sehe außerdem usnere Erdkundelehrer sehr viel mit Globen und… na, dieses Sonnensystem-Zeugs halt… herumlaufen. Und da könnte dann auch jeweils ein Klassensatz Atlanten liegen, die ja ständig zu Diskussionen mit Eltern führen.
    Auch Englisch würde ein Fachraum gut tun: Für Zeitungen, Computer, Nachschlagewerke, Lesematerial für Lektürestunden. (Und Beamer oder Fernseher/DVD-Player – allerdings reklamiert das sicher jeder Fachraum für sich, so dass man ebenso gut in jedes Klassenzimmer einen stellen könnte.)
    Außerdem würde sich dann ein Lehrer verantwortlich für seinen Raum (auch wenn er den mit ein, zwei, drei, vier, fünf Kollegen teilt) fühlen. Eine Stehlampe und ein Sofa reinstellen. Wäre doch gleich viel gemütlicher. Aber vielleicht übertreibe ich da… :-)

    Sprachlabore: Ich war einmal in meiner Schulzeit darin. An der Uni fand ich das Arbeiten damit sehr sinnvoll. Aber an der Schule sind sie von den Lehrern nie angenommen worden, da im Vordergrund immer das Lehrplanerfüllen und das schriftliche Arbeiten stand (und steht), und da sie dann auch wirklich immer kaputt waren.

    Vom Chemieraum weiß ich noch, dass da an der Wand ein Periodensystem der chemischen Elemente hing. Und dass ich das, wenn mir langweilig war, immer gelesen habe. Zumindest insofern hat mir der Raumwechsel also doch etwas gebracht.

  13. Ich find’s schon eigenartig, dass Lehrer ihre privaten Geräte einsetzen müssen. Sind die Schüler dem Staat keine Medien wert? Nehmen Chirurgen ihr eigenes Besteck mit? Und das kostet 1000 x so viel!

    Wir haben für unsere Schule beschlossen: Jede Klasse einen Medienwagen – TV, DVD, CD-Player, Computermonitor. Dafür haben wir bei anderen Dingen gespart (z.B Exkursionen).

    P.S. Habe versucht, alle wichtigen Daten auf dem PDA zu speichern: Bilder, Audios, Texte, Noten etc. Das Umstecken, Updaten etc. war mir letztlich zu stressig, die Qualität hat auch nicht gestimmt.

  14. Ich denke, dass es für das Problem nur zwei sinnvolle Lösungen gibt:
    1. hochwertige, aber sehr einfach portable Lautsprecher (also teuer und weiterhin schleppen)
    2. relativ günstige Aktivboxen, die man dann auch im Klassenzimmer lassen kann, weil sich der Schaden in Grenzen hält, wenn sie wegkommen.

    Meine Erfahrung mit den günstigen Dingern ist, dass sie für Sprache von Filmen via Beamer usw. durchaus reichen. Zum Musikhören sind sie auch ok. Der Klang ist meist auch net schlechter als bei den günstigen CD-Radio-Kombinationen, die man meist in der Schule hat.

    Alternativ wäre auch noch eine Adapterkassette vom iPod auf den Tonkopf eines billigen Kassettenrecorders möglich. Aber auch hier ist die Tonqualität mit Einbußen verbunden.

    Viel mehr Sorgen würde ich mir an deiner Stelle um die rechtliche Situation machen, wenn man die Medien auf einen privaten iPod kopiert und ob man ein Netzteil ohne das Prüfsiegel vom jährlichen Elektrocheck überhaupt in der Schule benutzen darf.

    @teacher:
    Man kann ja meist auch die Dinge aus der Schule nehmen, wenn man die Umstände (holen, ggf. reservieren, Risiko, dass es net geht, zurückbringen…) in Kauf nimmt.
    Viel eigenartiger ist, dass man auch Verbrauchsmaterial wie Stifte zum Korrigieren, Folienstifte usw. generell selbst mitbringen und bezahlen muss.

  15. Hallo Kurt, das sehe ich auch so, und habe mich für 2. entschieden. Das funktioniert prächtig, jedenfalls nicht schlechter als mit den CD-Playern an einer Schule.

    Rechtlich mache ich mir aus verschiedenen Gründen wenig Sorgen, obwohl ich um die Probleme weiß. (Schöner Link zur Verwendung von Podcasts im Unterricht: http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=470138.htm)
    Urheberrechtlich… sagen wir mal, dass ich nur freigegebene Podcasts und anderes freies Material verwende. Für meine 10. Klasse trifft das sogar tatsächlich zu. (Historische Reden, Voice-of-America-Beiträge, TOEFL-Podcast.)

    Um das Prüfsiegel könnte ich mich allerdings tatsächlich kümmern. Nicht dass alle unsere Kaffeemaschinen und die der Oberstufe das hätten… aber das ließe sich einrichten; Medienwart und Sicherheitsbeauftragten fragen, mehr braucht’s da nicht.

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