Weniger sinnvoller Umgang mit Fremdsprachen

Heute war bayernweit der Jahrgangsstufentest der 6. Klassen in Englisch. (Der der 10. Klassen war entweder Dienstag oder auch heute, ich weiß es nicht.) Der Test wird zentral gestellt und zählt mindestens als mündliche Note, je nach Vereinbarung an der Schule auch als halbe Schulaufgabe.

Prinzipiell halte ich die Tests für sinnvoll, wenn sie denn sinnvoll gestellt werden, wovon man nicht immer ausgehen kann. Wenigstens war der Hörverstehenstext diesmal gut und nicht so grottenschlecht wie letztes Jahr. Damals hatte ein Pädagoge, oder zumindest jemand am Ministerium, die kluge Idee, auch noch medienverzerrte Sprache einzusetzen in Form einer Durchsage des Schulleiters über den Schullautsprecher. Als wäre die Tonqualität, die aus unseren CD-Playern dringt, nicht medienverzerrt genug. :-)

Sehr störend ist wieder mächtige Geheimhaltung, nur mit dem Abitur vergleichbar. So geheim, dass ich noch nicht einmal eine Musterlösung gekriegt habe, damit ich ja nicht einsage. Die Musterlösung bringt morgen dann wohl ein Kurier mit einem Aktenkoffer, der mit Handschellen an seiner Hand befestigt ist. Und glaube niemand, dass die Tests ohne Musterlösung zu bewerten sind. Die Kriterien wechseln von Jahr zu Jahr, das Ministerium weist auch darauf hin, dass die Tests nicht geeicht sind und die Aufgaben verschiedener Jahre durchaus ganz verschieden schwer oder leicht sein können. Wenn man in einem schweren Jahrgang war, hat man wohl Pech gehabt.

Warum die Geheimhaltung? Weil wir den Schülern einsagen, ihnen helfen könnten, die Schule dadurch in ein besseres Licht rücken wollen? (Denn die Tests sind natürlich auch dazu da, die Schulen miteinander zu vergleichen.) Dann wäre ich beleidigt.
Oder ist es die panische Aggst, dass die Aufgaben in der Nacht zuvor doch irgendwie im Internet landen und ganz Bayern ohne Test dasteht? Das verstünde ich ja noch fast.

3 Antworten auf „Weniger sinnvoller Umgang mit Fremdsprachen“

  1. Aber das sind doch schon mal zwei zumindest auch objektiv nachvollziehbare Gründe?

  2. Jaaaaa… der zweite schon, zugegeben. Der erste nicht so: Schulaufgaben zählen mehr und werden weniger streng kontrolliert, Einsagen ist auch so möglich, ebenso Schummeln beim Korrigieren. Es gibt soviel Gelegenheit zur Manipulation. Ein bisschen Vertrauen darf mir das Ministerium ruhig entgegenbringen.

    (Die Gefahr, durch das WWW plötzlich den ganzen bayernweiten Test in den Wind schießen zu müssen, ist allerdings tatsächlich groß.)

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