Buchstabensalat

Die folgende Liste stammt aus dem Jahr 1996, also vor dem Siegeszug von SMS, daher keine Beispiele aus diesem Bereich. Aus Archivierungsgründen stelle ich sie mal hier ein.

In einem Lehrerzimmer fragten sich einige Lehrer einmal, ob es Abkürzungen wie „cu“ für „see you“ schon gab, bevor E-Mails aufkamen. Ei freilich, lautete die Antwort, und ich habe alle interessanten Beispiele, auf die ich gestoßenen bin, zusammengestellt. Außerdem enthält die Liste auch Beispiel für die gegenteilige Entwicklung, also etwa „emcee“ statt „mc“ oder „Jay Score“ statt „J-20“, und verwandte Gebiete.

Buchstaben oder andere Zeichen als Abkürzung für ganze Silben

(also einzelne Buchstaben statt mehrerer)

INXS
in excess, Musikgruppe [seit 1977]- und diverse weitere Beispiele aus der Musikszene, z.B. XTC, Ice-T, im Extremfall sogar „symbol“ beziehungsweise „the artist formerly known as prince“, der inzwischen nur noch ein abstraktes Zeichen als Repräsentation seines Namens – auf lautlicher und schriftlicher Ebene – gelten lassen will)
Ich habe nicht sehr nach Beispielen aus dieser Richtung gesucht, da die alle recht jung sein dürften.
CU
Eine Geschichte aus dem Jahr 1952 hat mich darauf gebracht, „Make Mine Mars“ von Cyril M. Kornbluth. In dieser SF-Geschichte kommuniziert man zwischen Planeten über eine Art Teletype und benutzt – wohl gängige – Teletype-Abkürzungen. XPCT für „expect“ und CU für „see you“, etwa in „GB FRB CU LTR“ („Good-bye, Frostbite [=Name des Planeten]. See you later.“)
see you – e-mail-Kürzel, aber möglicherweise nicht nur dort
Johnny B. Goode
Johnny be good – Titel eines Chuck-Berry-Hits aus den 50ern über einen Jungen von Land, der phantastisch Gitarre spielt und sein erstes großes Konzert gibt; Refrain: „Johnny B. Goode tonight“
124C4U
one to foresee for you, Name eines Roboters in einer SF-Story von Hugo Gernsback, 20er Jahre oder so
IOU
I owe you, Schuldschein-Kurzformel, 17. Jahrhundert – übrigens: in Ulysses merkt sich Stephen Dedalus die Tatsache, dass er sich von dem irischen Dichter George William Russell, bekannt unter dem Namen A.E., ein Pfund geliehen hat, mit der Vokalfolge: AEIOU (siehe Martin Gardner, „The Puzzles in Ulysses“, Gardners Whys & Wherefores, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 109f.)
Can-D und Chew-Z
candy beziehungsweise ein Bezug zum lautlich allenfalls verwandten juicy: zwei futuristische Drogen in Philip K. Dicks Roman The Three Stigmata of Palmer Eldritch
Toys R Us
toys are us, ‚Spielzeug sind wir‘, amerikanische Kette von Spielzeugläden, das R ist dabei eigentlich spiegelverkehrt)
Bar-B-Q
barbecue; wohl älter
isotonic NRG drinks
Stephen Fry, Moab is my Washpot, p. 203
NRJ
oder mit vollem Namen: Radio NRJ – ausgesprochen wie energy, obwohl das dann korrekterweise NRG geschreiben werden müsste – aber die deutschen haben halt Schwierigkeiten mit der Aussprache von englisch G und J
B6y!
ist ähnlich falsch. Es soll „be sexy“ heißen und war eine Überschrift in der Zeitschrift Amica (04/00, S. 195)
K9
Polizei-Hundestaffel in den USA, ausgesprochen wie canine
AXN-News
zu lesen: Action – irgendeine Sendung auf PRO 7 oder so
While-U-Wait
while you wait; Sofortservice, älter
The We Rent M Car Company
we rent ‚em; Erle Stanley Gardner, The Case of the Spurious Spinster
a Drive Urself service
drive yourself; Ellery Queen, Double, Double, p. 98 (Tuesday, April 11)
U NO HOO
you know who; Erle Stanley Gardner, The Case of the Fabulous Fake – im Roman die Signatur unter anonym erschienenen Anzeige in einer Zeitung)
OK
für okay – oder umgekehrt?
evtl. G-string
Mini-Tanga, Herkunft unklar, möglicherweise für gee! ‚Toll!‘
X für die Silbe „ex“
etwa in PX – postal exchange, wo die amerikanischen G.I.s ihre Lebensmittel etc. kaufen
FX
im Filmwesen Abkürzung für effects, vor allem special effects, gibt’s mittlerweile auch bei Haarfestigern oder -spray
The Mind’s I
auch interpretierbar als das bekanntere „The Mind’s Eye“: mehrdeutiger Titel eines von Douglas R. Hofstadter und Daniel C. Dennett herausgegebenen Buches, deutsch geschickt übersetzt als: Einsicht ins Ich (Einsicht in Sich?), vergleiche dazu die Schreibung „Eye“ für „I“ weiter unten – „I“ ist in diesen Fällen allerdings weniger als Zeichen sondern als Wort zu sehen; hiermit läge ein FeldWald&Wiesen-Fall von Homophonie vor
L
„L“ für „elevated train“, oft auch „el“ abgekürzt. Etwa in: John O’Hara, BUtterfield 8, achte Seite von Kapitel 5 (bei mir: S. 119): the only station that came in good, because of the „L,“ which was half a block away.
2LTIME
Dadurch, dass es in den USA möglich ist, sein Autokennzeichen gegen eine Gebühr selbst zu wählen, wählt man gerne Buchstabenkombinationen, die ein englisches Wort ergeben, das den Fahrer charakterisiert; aus Platzmangel oder Orginalitätsstreben finden sich dabei oft ähnliche Erscheinungen wie in den oben angeführten Fällen.

Als Beispiel habe ich bisher 2LTIME für TOOLTIME, Kennzeichen eines Autos in der amerikanischen Sitcom Tooltime (dt. Hör mal wer da hämmert). Dazu gibt es noch D-FENS für defense aus dem Film Falling Down mit Michael Douglas (Joel Schumacher, USA 1993). Es gibt noch viel mehr Beispiele, ich muss mal mehr amerikanische Actionserien anschauen.

9W
Scherzfrage: Auf welche Frage ist die Antwort „9W“? Lösung : „Mr Wagner, do you spell your name with a ‚V‘?“ „9W“ (gemeint ist der deutsche Name, wenn nicht gar Komponist, Wagner) (in: John Smyth, Playing Word Games. A compendium of new and traditional word games. London: BCA 1995, S. 3)
Rebus-Tradition
ähnlich dem französischen G a; auch als Kinderrätsel (Beispiele sogar in den workbooks); „2B or not 2B“ beziehungsweise noch verschlüsseltere Fassungen, etwa „2BR02B“, Titel einer Kurzgeschichte von Kurt Vonnegut (wohl aus den 1950ern?), hier wird die 0 „naught“ ausgesprochen)
evtl. U.P.
für you pee (in Ulysses: siehe Martin Gardner, „The Puzzles in Ulysses“, Gardners Whys & Wherefores, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 110f.)
Einzuordnen ist hier wohl auch: „Smiling wickedly, she held her nose with two fingers the way kids do when something stinks – P U!“ (Jonathan Carroll, A Child Across the Sky, p.103)

„P U“ ebenfalls in The Jack Benny Show Nov. 6, 1938 („The Crowd Roars“)
Auch: The George Burns & Gracie Allen Program, „Gracie Writes A Play“ (1940-12-16) (~21.55) & „George’s Job in Washington“ (1946-02-21) (~17:10)
Auch: Fibber McGee & Molly, „Fibber Changes His Name to Ronald“ (41-03-25)
Auch: The Red Skelton Show, „Vacation Time & Mad NCB Producers“ (46-06-04)

Qt („cutie“), e-z („easy“) und b-z (für „busy, obwohl lautlich nicht ganz zutreffend)
sind mir als Beispiele genannt worden, ich habe aber selber keine schriftlichen Belege dafür
@ für At-, 1/4 für Quater-
in dem futuristischen Kriminalroman The Demolished Man von Alfred Bester gibt es die Eigennamen 1/4maine (Quatermain) und @kins (Atkins [@ ist ja das postalische und jetzt durch das Internet verbreitete Kürzel für „at“ – wie heißt das Teil eigentlich wirklich, oder gibt es tatsächlich nur die Bezeichnung „Klammeraffe“?]); interessant ist der Roman auch aus weiteren Gründen: Es gibt darin eine Art Gilde von Gedankenlesern, den sogenannten Espern. Ihre telepathische Kommunikation untereinander ist typographisch durch Figurengedichte und andere visuelle Formen ausgedrückt. Mitglieder der Gilde haben unterschiedliche Ränge, etwa Esper 1, Esper 2, Esper 3 – eine Nebenfigur des Romans ist dabei ein ehemaliges, ausgeschlossenes Gildenmitglieder: ein Esper 3.
Z für -zy
In einem Cartoon von Gary Larson aus der Reihe The Far Side (The Far Side Gallery 3, S. 48) taucht das Brandzeichen Lay-Z Q (gesprochen „lazy“) auf – unabhängig davon stellt sich die Frage, ob es vielleicht tatsächlich derartige Brandzeichen gab, die – ähnlich dem Rebus – ein englisches Wort ergaben
A (Initiale) für a (Artikel)
oder doch zumindest als beabsichtigte Nebenbedeutung: der Held und fiktive Autor des Romans Flatland von Edwin A. Abbott, der in einer zweidimensionalen Welt spielt (ein mathematisches Kabinettstücken, das viele gedankliche Weiterführungen erfahren hat), ist ein Quadrat und nennt sich: A(.) Square)
π
für das englische „pie“: schön wär’s. Ich habe nur die Erzählung „Pi am Himmel“ von Rudy Rucker gefunden (in: Rudy Rucker, Mixmischmasch. Geschichten aus der Hypersphäre. Frankfurt: Fischer 1988, S. 154ff.); auf englisch ist das ein Wortspiel mit „pie in the sky“ – ob im Originaltitel aber „pi“ oder „[der griechische Buchstabe]“ steht, weiß ich nicht (zuzutrauen wär’s dem Autor, einem Mathematiker)
π
als Eigennamen, „pi“ ausgesprochen (in Stefano Benni, Terra!)

Ich bleib dir 3, 4+4
traditionelle Lebkuchenaufschrift, auch bei Arno Schmidt
Sprachspiele/Rebusse:
ND=Ende, KC=Katze, LB=Elbe, ZL=Zettel, GZR=Gezeter; LA NDT (Ella endete), BAT RÖTT (Beate errötete), MA BTT (Emma betete);
Mit anderen Zeichen: 2G (Zweige), H& (Hund), M= (Mist); 2 ge8tete Kla4spieler m8en gem1amen Urlaub im 7gebirge;
über die Sprechsilbengrenzen hinaus: L8auben, Kur2l, Meere6en;
hier gilt nicht der Lautwert der Ziffer, sondern ihre Scheibung: Routi9tersuchung (alle diese Beispiele und noch mehr zu direkten Rebussen bei: Eugen Oker, Wortspielereien. Ravensburg: Maier 1984, S. 23f.)

In dem kurzen Prosatext „Rätselhaftes Ostermärchen“ von Joachim Ringelnatz ist die Digraphie ei jeweils durch ein kleines typographisches Ei („O„) ersetzt, ebenso die Buchstaben eier durch zwei davon („OO„). Beispiel: WOhnachtsfOO. (Weiterhin steht an einer Stelle OOOO für das Wort „Eier“.)


Buchstaben für Silben, wohl als Schreibvariante zu interpretieren:
amerikanisch „thru“ für „through“ und so weiter

Ganze ausgeschriebene Silben für Zeichen

(also viele Buchstaben/Zeichen statt eines einzigen)

emcee
„mc“: master of ceremonies, Conferencier
Jaycee
„jc“: Austral., N.Z., U.S. and Canadian Mitglied einer junior chamber of commerce; ich glaube aber auch einmal eine Kurzgeschichte gelesen zu haben, in der damit Jesus Christ, eventuell abwertend, gemeint war – vielleicht täuscht mich aber meine Erinnerung)
jayvee
ist mir nur in einem Cartoon aus der Reihe The Wizard of Id von Johnny Hart und Brent Parker (im Band Help Stamp Out Grapes) begegnet; kurz für (member of) a junior varsity. Der König meint resignierend zu seinem Berater: „Other kings get armies, I get jayvees!“
Jay Score
„J-20“: Name eines Roboters in einer Reihe von SF-Kurzgeschichte von Eric Frank Russell
ellfivers
people living in a space station at one of the L-5 points (Legrange points; five stable positions where earth and moon gravity cancel each other out); in: John Varley, Demon, New York: Ace 1987, p. 46
Ecchs für X
in der amerikanischen Werbung heißt das Produkt, mit dem das eigene verglichen wird, und das sich natürlich als minderwertig herausstellt, traditionell „Brand X“, also „Marke X“; in „Stan’s Soapbox“ in Peter Parker, Spider-Man Vol 1, No. 86, December 1997 wird Stan Lee nach Lieblingsmagazinen gefragt, die nicht aus seinem Haus (=Marvel Comics) stammen; er antwortet mit Newsweek und ähnlichem und kommentiert schelmisch: „Thought I’d have to mention one of the Brand Ecchs, didn’tcha?!!“ – außerdem gab es auch mal einen Marvel-Titel, der Not Brand Ecchs hieß
tee
t: in den Varianten tee-shirt und tee-joint, oder, wie es mein Collins English Dictionary ausdrückt: „any part or component shaped like a T“; daneben gibt es auch tee: „a mark used as a target in certain games such as curling or quoits“ – „perhaps from T-shaped marks, which may have originally been used in curling“
okay
„OK“ – oder umgekehrt? Siehe auf jeden Fall „and kayoed a fourth with a perfect straight left“, George Macdonald Fraser, The Pyrates, p. 175
Eye
„I“: ein Sonderfall allerdings, da der Sprecher in Thor, Vol. 1, No. 293 (March 1980 issue) tatsächlich ein großes Auge ist; aus einzelnen Textstellen geht aber hervor, dass dieses eye grammatisch wie das Personalpronomen der 1. Person funktioniert: „Eye say“
Dazu gibt’s auch eine TV-Produktionsfirma namens „MME – Me, Myself & Eye“
(siehe oben „I“ für „eye“)
Kaycee, Cee Vee
Namen zweier Städte im Westen der USA, entstanden aus Brandzeichen „KC“ und „CV“. Weitere Städtenamen aus Brandzeichen: Ucross, Anchor, Twodot, Circle Back. (George R. Stewart, Names on the Land, p. 318.)
Katy
Darauf gekommen auch durch das Buch von George R. Stewart. „Katy“ wie in „She Caught the Katy (and left me a mule to ride)“, das man als erstes Lied im Film Blues Brothers kennen könnte. Der Name steht füt „K-T“, und das wiederum für Missouri-Kansas-Texas Railroad.
eventuell and für „N“
in dem versteckten derben Witz in Shakespeares Twelfth Night (Was ihr wollt); Malvolio findet einen angeblich von seiner Herrin geschriebenen anonymen Liebesbrief an ihn selbst, und überlegt laut, ob das wirklich ihre Handschrift ist:

By my life, this is my lady’s hand: these be her very C’s
her U’s, and her T’s; and thus makes she her great P’s.
(Akt II, Szene V)

„If you see kay“ und „See you in tea“
aus Ulysses sind ähnlich obszön (siehe Martin Gardner, „The Puzzles in Ulysses“, Gardners Whys & Wherefores, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 113f.)
Private Eye für P.I.
für Private Investigator (Privatdetektiv); der Ausdruck private eye ist möglicherweise älter als die Abkürzung, dennoch fällt die I/Eye-Parallele auf

Sonstiges

Se7en
– eigentlicher Titel des Films, der auch als Seven bekannt ist (USA 1996 oder so); Grund: im Vorspann verwandelt sich die 7 in „Se7en“ in den Buchstaben „v“; filmrechtlich gilt aber das erste Erscheinen des Titels als die korrekte Schreibung (stand mal in einer britischen Filmzeitschrift)
$0
„because of petty fighting betweeen professionals who have $0 other than their fees at stake“ (aus einem Fax, zitiert in Dan Raviv, Comic Wars, New York 2002, p. 217)
S.M.I2.L.E.
ein einst von Timothy Leary geschaffener Slogan, ausgeschrieben: Space Migration, Intelligence Increase, Life Extension; interessant ist dabei vielleicht die Verwendung des Exponenten, um die zwei „I“ abzukürzen;
leider ist mit noch nie der phantasievollere Madison2 Garden begegnet
Poker-Fachsprache:
die 9er werden wegen der Form auch pothooks genannt, die Buben (J für Jack) – seltener die Siebener – auch fishhooks oder nur hooks (Dank an Uwe Krings, „Poker Parlance“, in: Festschrift anläßlich des 30. Geburtstags von XXX, Augsburg 1997 [Selbstverlag], S. 50-55)
$ für S
wie etwa in der Simpsons-Episode $pringfield
Xmas
für Christmas: X wegen des ähnlichen griechischen „Chi“ für „Christos“

am Rande muss erwähnt werden: L7 (gesprochen tatsächlich „el seven“) als Bezeichnung für „Spießer“ (steht allerdings nur in guten Slang-Wörterbüchern); Grund: die Zeichen L und 7 bilden – vor allem handschriftlich – zusammengenommen ein Quadrat, engl. „square“ = „Spießer“

Beleg zum Beispiel in Peter Parker, The Spectacular Spider-Man Vol I, issue 111, als zwei Journalisten in einen Szene-Club möchten und die entsprechend gekleidete Reporterin sich für den konservativer gekleideten Kollegen verbürgt: „The L-7’s with me. I’ll keep him on a leash.“


Akronyme, teils als Wort, teils als Buchstabenfolge ausgesprochen
(eine Auswahl, gehört wohl nur am Rand hierher)

AWOL (absent without leave – US-Army-Slang)
ASAP (as soon as possible)
snafu (situation normal, all fucked up – US-Army-Slang)
WYBADIITY („Will you buy a[nother] drink if I tell you?“, alte Inschrift in Bars, die die Frage: „Was heißt denn das?“ provozieren soll)


Buchstaben für ihnen entsprechende Formen
(eine Auswahl, gehört wohl nur am Rand hierher)

U-Turn, T-Bone, T-Shirt, T-Träger


Noch zu untersuchen:

  • Tradition der spiegelverkehrt geschriebenen Buchstaben unter ansonst normalen Zeichen (als Designmerkmal in der Werbung, erweckt entweder die Assoziation „flott, überdreht“ oder „russisch“)
  • in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Ziffern für Buchstaben („3“ für „E“, „1“ für „I“)
  • gibt es eine Vorgeschichte bei konkreter Poesie oder verwandten Richtungen?
  • gibt es eine Vorgeschichte bei Brandzeichen? (siehe oben)
  • gibt es eine Vorgeschichte bei Teletype-Abkürzungen?
  • bei amerikanischen Autokennzeichen? (siehe oben)

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6 Thoughts to “Buchstabensalat

  1. Mein Vater hat früher unsere Einkaufszettel immer in „Kurzhand“ geschrieben:
    z.B: pot8os
    Schon längst bevor es e-mail für uns normalen Menschen gab…

  2. Auch schön auf Italienisch:
    x = per (für, mal)
    xke = perché (warum, weil)
    Dove 6? = Dove sei? (Wo bist du)
    + = più (mehr, plus)
    – = meno (weniger, minus)
    TVTB = Ti voglio tanto bene (HDGDL = hab dich ganz doll lieb)

  3. Auch schön: „I C U“ von They Might Be Giants, erschienen auf deren Kinderalbum „Here Come The ABCs“:
    URNX
    URNX, NI, IMNX
    ICTV
    ICTV, NICU
    ICU, ICU, NUROK
    URNX
    URNX, NI, IW
    ICATV, ICADVD, NICU
    ICU, ICU, NUROK
    ICU, ICU, NUROK

  4. In Bezug auf das @-Symbol lohnt sich auch hier (wie so oft) ein Besuch bei Wikipedia. Zur Entstehungsgeschichte wird dort angeführt – und ich finde das ganz erstaunlich, da es mir völlig unbekannt war:

    „Der Ursprung des Symbols ist unklar, es gibt allerdings mehrere Theorien der Entstehung. Nach zwei Theorien liegt sie im Mittelalter: Entweder als handschriftliche Verschmelzung (Ligatur) der Buchstaben „a“ und „d“ des lateinischen Wortes „ad“ (deutsch „zu“ oder „zu etwas hin“) oder aber als Abkürzungszeichen, beispielsweise nach einem Brief eines römischen Kaufmannes über Schiffsladungen als Abkürzung für das Wort „Amphore“.“

    Genauso bemerkenswert:

    „Nach dem Typografen Wolfgang Beinert ist das @-Zeichen eine Ligatur, die schon als altes Bleigußzeichen in der Monotype-Schriftenbibliothek in London Mitte des 19. Jahrhunderts auftaucht. Seit den 1880er Jahren ist es auf englischen Schreibmaschinen zu finden. Laut Beinert handelt es sich hierbei um ein angelsächsisches kaufmännisches Wertzeichen, dessen Bedeutung aus der Preisangabe „five apples at 10 pence“ hervorging.“

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