Terry Pratchett, Wintersmith

Manchmal ist es nur ein Lacher pro Buch (wie die “highly-paid stunt linguists” in Equal Rites), aber manchmal reicht ein Lacher auch. Bei Wintersmith kommt er ziemlich spät: Der jugendliche Held zieht mit den Feegles, einer Art schottisch sprechender Kobolde, in die Unterwelt, und die Feegles verraten ihm beim Eintreten:

There’s no’ a lot o’ laughs in a underworld. This one use tae be called Limbo, ye ken, ‘cuz the door was verra low.

Also, ich habe sehr gelacht.

7 Antworten auf „Terry Pratchett, Wintersmith“

  1. Kann man Terry Pratchett lesen und nicht lachen?
    Ich erinnere mich an die vielen wunderbaren Anspielungen in Small Gods – hält man das ohne Grinsen im Gesicht durch?

  2. Wow, ein Lehrer, der Pratchett liest. Ich bin beeindruckt. Meine Erfahrung in der Schule war immer, dass Lehrer kein Buch gut finden können / dürfen, welches nicht mindestens 50 Jahre alt war. Diese Einstellung fand ich immer sehr unprofessionell, einfach zu sagen: was alt ist, ist gut, was neu ist, schlecht. (Es gibt so viele Bücher, die man einfach lesen muss, die aber schlichtweg schlecht sind)
    Also, wenn Sie (entschuldigung, auf Grund des “Herr Rau“s kann ich einfach nicht vom “Sie” ablassen, ich hoffe, Sie verzeihen) das Buch im Unterricht gebrauchen würden… ich wäre zutiefst beeindruckt. (Falls es sich irgendwo in den Lehrplan einbinden ließe) Britischer Humor ist aber leider nicht jedermanns Sache. Bei mir im Regal stehen übrigens sämtliche Werke Pratchetts, und ich habe jedes Mal mit Sicherheit öfters als ein Mal lachen müssen. (Obwohl die Bücher mit den Nac MacFeegles, oder wie die heißen, etwas aus der Reihe tanzen.)

  3. Absoluter Hit, aber kein Discworld-Roman: “Good Omens”. Als Lektuere leider ein Griff daneben, die Hälft der Klasse kriegte sich nicht mehr ein vor Lachen, die andere fragte sich, was die so lustig fanden… :-(

  4. Ich glaube, die Einstellung “was alt ist, ist gut, was neu ist, schlecht” hat gar kein Lehrer. Um Sturgeon’s Law zu zitieren: “Ninety percent of everything is crap.” Neunzig Prozent der neuen Sachen sind Schrott, und neunzig Prozent der alten Sachen auch.
    Von diesen 90% der mehr als fünfzig Jahre alten Literatur kriegt man in der Schule aber nichts mit, vielleicht kommt daher der falsche Eindruck vom Lehrer-Pauschalurteil. Und jeder Lehrer findet manche neuen Sachen auch gut.
    Aber mit: “Was lustig oder populär ist, kann nicht gut sein” kommen wir ins Geschäft, fürchte ich. :-)

    So oder so gibt es mindestens ein Problem mit Pratchett im Unterricht: Höchstens ein Viertel der Schüler würden ihn lustig finden, der Rest den Kopf schütteln. Das ist allgemein das Problem mit Humor im Unterricht. Manche Menschen haben keinen.
    Und fantastische Literatur mögen noch viel weniger.

    Dass “Good Omens” bei der Hälfte der Klasse ankommt, ist also eigentlich schon ein großer Erfolg. Irgendwann mache ich nochmal was mit der Sandman-Serie von Neil Gaiman, Pratchetts Co-Autor.

  5. Das lässt sich rein vom verfuegbaren Material gut machen, Neil Gaiman hat offenbar ein ziemlich ausfuehrliches Blog (neilgaiman.com, wie originell!), verfilmt wird auch was von ihm…aber hier wird’s die gleichen Schwierigkeiten geben wie mit Pratchett, fuerchte ich – Schueler, die fassungslos die Augen verdrehen, “Was muss ich das lesen”-Diskussionen etc.
    Meine 11. Kl. moechte “Fatherland” von Harris lesen, ein Krimi vor dem Hintergrund Berlins in den 60ern, nachdem Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hat. Ich bin nicht ganz ueberzeugt – die Handlung hat Schwächen, das Ende ist matt, dafuer ist das Setting sehr bedrueckend und regt wohl zu Diskussionen an…mal sehen.

  6. @David: Hier ist noch ein Pratchett-lesender Lehrer (und damit Jochen nicht einen eigenen Eintrag deswegen schreiben muss: er liest auch Pratchett).
    Und ich werde nicht müde, Jasper Fforde zu empfehlen (Herr Rau: hast du dich dazu nun schon mal durchringen können?): http://snipurl.com/EyreAffair
    Zur Frage der Lustigkeit:
    Ich habe wieder mal unsere Bögen zur internen Evaluation von meinem Leistungskurs ausfüllen lassen. Da gibt es eine Rubrik “Was mir an dieser Lehrkraft nicht gefällt …”. Eine Schülerin hat lakonisch dort ausgefüllt: “British Humour”. :-(
    Siehe dazu evtl. auch: http://www.tulgeywood.de/?page_id=9
    Humorvolle Grüße ;-)

  7. Ja, der Lehrerhumor ist berüchtigt.
    jasper Fforde habe ich schon gelesen, dochdoch, schon vor deinem Tipp. Gefällt mir auch sehr gut und kann ich nur weiterempfehlen. Ich habe nur noch nichts dazu geschrieben.

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