Herr der Fliegen (wegen Kid Nation)

Ich hab mal mit einer 9. Klasse Herr der Fliegen gelesen. Hat mir gut gefallen. Am Schluss haben wir dann mal durchgespielt, was wäre, wenn alle fünf 9. Klassen dieses Jahrgangs sich auf einer ähnlichen Insel finden würden. Unter anderem sollte jede Gruppe ein System vorschlagen, nach dem sie sich organisieren könnten. Heraus kamen solche Sachen:

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Ich weise besonders hin auf die Regelungen für den Sonntag:

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Die meisten Schülergruppen hatten Arbeitsteilung in Teams, die allerdings jeweils zyklisch wechselten. Eine Gruppe hatte als Arbeitskreis “Jäger, Putzer, Köche, Streitschlichter, Bauarbeiter, Krankenbetreuer, Feuerwächter, Erfinder, Wasserträger, Sammler” und dann wieder von vorn. Also ähnlich wie bei Borges’ Lotterie in Babylon, wo jeder Bürger mal jeden Job machen muss.

Alle Schülergruppen hatten sich Strafen ausgedacht für diejenigen, die gegen Regeln verstoßen. Zum Beispiel: 1. dunkle Höhle; 2. Versklavung; 3. Gladiatorenkämpfe, oder 1. Essensverbot, 2. Verbannung, 3. Strafarbeit, oder auch nur bewachte Sitzkäfige, in die man eingesperrt wurde.

– Ich erwähne das nur deshalb, weil diesen September auf CBS eine neue Reality-TV Show anläuft: Kid Nation. 40 Kinder zwischen 8 und 15 Jahren sind einen Monat in einer Geisterstadt im Westen der USA und müssen ohne Erwachsene auskommen (CBS Werbespot bei YouTube.) Es gibt keine Elektrizität und kein fließendes Wasser, die Kinder organisieren ihr Essen selber, halten Versammlungen ab und verteilen am Ende jeder Episode einen Bonus von $20,000 an jeweils ein Kind.
Wer nach “Kid Nation” googelt, stößt auf viele kritische Stimmen zur Serie, auch wenn kaum einer viel davon gesehen haben wird. Verletzungen bei den Kindern gab es natürlich, aber eigentlich auch nicht mehr als in jedem Sommerlager.

Die Idee ist eher geschmacklos als gruslig. Ohne Erwachsene heißt schließlich: Mit einem Kamerateam drumrum und einem Psychologen am Ort. Dementsprechend harmlos stelle ich mir die Serie auch vor, kein Vergleich zu Herr der Fliegen, obwohl der sich natürlich aufdrängt. Und wie bei allen solchen Serien denke ich mir, dass das Kamerateam ja nicht nur dasteht und alles filmt, sondern dass die Regie schon dafür sorgt, dass es spannende Szenen gibt.

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