Geek Credentials

Gestern hatte ich einen langen Tag in Augsburg. Zuerst habe ich kurz auf einem Spielertreffen vorbeigeschaut – Eintritt 2,50 (oder 4 Euro für beide Tage) und dafür jede Menge Spiele und Spieler.

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Für Leute, die solche Spiele und Spieler kennen, ist das nichts Besonders. Aber vielleicht wissen einige meiner Leser gar nicht, was es da für eine bunte Szene gibt. Ich bin ja schon länger nicht mehr aktiv als Spieler, und Spiele mit angemalten Plastikfiguren mochte ich noch nie, aber ich habe mir einen Flyer von einem Münchner Spieletreff mitgenommen. Mal sehen, vielleicht geht was.

Das war übrigens nicht nur ein Spielertreffen, sondern auch ein Shiroi-Treffen, wenn das denn so heißt. Ich weiß nicht genau, was das ist. Da laufen Leute in Kostümen herum (heißen die auch Gewandung oder gilt das nur für die Fantasy-Szene?), die sich an japanischen Mangas oder Zeichentrickserien orientieren. Außerdem gibt’s dabei immer Kalligraphie- und Japanisch-Einführungskurse, so viel weiß ich aus dem Web.

Ganz schön geeky, ist man kopfschüttelnd zu sagen versucht. Denn auch bei den Geeks gibt es eine Hierarchie, die schön diesem Diagramm dargestellt ist.

(gekürzte Fassung, beim Draufklicken kommt man zur Vollfassung der Autoren,The Brunching Shuttlecocks, dort auch hi-res pdf)

Man sieht, die Videospieler halten sich für etwas Besseres als die Rollenspieler, die auf die Live-Action-Rollenspieler herabsehen, und alle, alle schütteln den Kopf über die armen furries.

Es ist ganz erstaunlich, in wie viele Kategorien der vollständigen Hierarchie ich gleichzeitig gehöre. Ein paar neue müsste man obendrein aufmachen. Habe ich erwähnt, dass ich all diese Geeks toll finde? Auch die furries.
Die uninteressantesten Leute habe ich allerdings bei den Computerspielern getroffen.

— Nach dem Spielecon habe ich meine Eltern besucht und dort die Faschingskiste meiner Kindheit durchstöbert. Ein Großteil des Inhalts kommt zur Altkleidersammlung oder in den Müll, aber ein paar Reste zum Aufheben habe ich noch gefunden: Einen alten Zylinder meines Großvaters, einen echten chapeau-claque, arg ramponiert, dem ich als Kind nach Anleitung meines Zauberkastens auch mal einen doppelten Boden verpasst hatte. Einen Poncho, der Teil eines mehrere Jahre getragenen, weil obercoolen Zaubererkostüms:

Heute passe ich nicht mehr ganz hinein, dementsprechend weniger eindrucksvoll sieht er aus. Dazu muss man sich noch wahlweise Handschuhe, eine Fliege, einen Zylinder, einen angemalten Schnurrbart und auf jeden Fall einen zauberstab vorstellen. Das Kostüm habe ich mitgenommen für meinen Neffen, der noch ein wenig zu jung für einen Zauberkasten ist, aber dennoch schon jeden Trick sammelt, den er findet.

Ja, und dann das. Ich dachte, mein ganzes Spider-Man-Kostüm vom Fasching 1979 sei weggeworfen worden, natürlich mit meiner vorschnellen Erlaubnis. Aber die Handschuhe und die Maske sind noch da. Gutes, dehnbares Material.

Beängstigend. Hier eine Aufnahme von 1979:

Die Fotos oben stammen übrigens vom Balkon einer Freundin, bei der wir uns dann gestern Abend getroffen hatten, um zu essen und Grammatikprobleme zu dreschen. Die Grammatik-Geeks müssten nämlich unbedingt auch noch in die Liste oben.

13 Antworten auf „Geek Credentials“

  1. Man kann auch gleichzeitg Geek von „Schwarzes Auge“, „Star Trek“ und „Großer Tiger und Christian“ von Fritz Mühlenweg sein, wie meine Tochter es war, oder Geek der „Dietrich von Bern“ Sage, Oskar Wildes „Gespenst von Canterville“ und Felix Dahns „Kampf um Rom“ , aus denen – unter anderen – ich meine Rollenspiele bezogen habe.

  2. Spider-Rau ist ja göttlich (ich meine die neue Variante). Es gibt doch diese Schaukästen mit einem kleinen Hammer: „In case of emergency – break glass“, da würde ich das schön reinhängen und einen passenden Spruch dranhängen! Im Wohnzimmer oder so. *g*

    Die Geek-Übersicht ist auch toll.

  3. Man müsste mir sehr, sehr viel Geld bezahlen, damit ich ein Spiderman-Kostüm anziehe…

    Nele

    P.S. Oscar Wilde als Rollenspielhintergrund? Cool, die Umsetzung von „The Importance of Being Earnest“ oder – hui! – „Teleny“ reißt bestimmt jeden 13jährigen mit! :)

  4. Im älteren Bild schlabbert der Spideranzug noch ein wenig, der neue Spiderman dagegen kommt voll zur Geltung! Schade, dass der Rest des Anzugs nicht mehr da ist… ;-)

  5. Also ich habe keine Ahnung was die deutsche Szene an neuen Wortschöpfungen vielleicht erfunden hat, aber in der englischsprachigen Welt heißt die Anime-und-Manga-Verkleidungs-Manie Cosplay, nachdem Namen, den die Japaner der Sache gaben (Costume Play). http://www.cosplay.com/ – Sahen die Leute so aus?

  6. Hallo Estara! Ja, dem Wort Cosplay bin ich beim Recherchieren auch begegnet. Das heißt wohl auch in Deutschland so. Ich wusste aber nicht, wofür das die Abkürzung ist. Und richtig, so sahen die Leute aus.

  7. *lol* das Geek-Diagramm ist ja klasse!
    als rollenspielende, sci-fi- und fantasy-begeisterte, mathe- und informatikstudierte, star-trek-liebende FRAU (das gibt im geek-test: http://www.innergeek.us/geek-test.html gleich mal nen dicken „Bonus“) ist bei mir eh alles verloren ;)
    Cosplay war übrigens auch mein erster Gedanke bei den „Verkleidungskünstlern“
    so … und nun muss ich mal das Munchkin-Spiel ausm Schrank holen *gg*

  8. Gratuliere! Ich habe den Test dann eben auch gemacht: nur 27,41%, auch wenn das immer noch für „Total Geek“ reicht. Ich bin vielleicht nur eine Art missing link zwischen geekdom und normalcy.
    Aber bei einigen Fragen war ich schon recht stolz, dass ich da ein Häkchen machen durfte. 39%, Nele: Respekt.

  9. Während des Studiums wäre ich auf eine höhere Zahl gekommen, aber ne Menge meiner aktuellen Geek Tendenzen (anime u. manga) werden gar nicht abgedeckt. Ich spiele auch kein Pen&Paper oder Online RPG mehr…

    nur 19,12215 % – also nur Geek.

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