Educamp 2008

Premiere hatte das Educamp Ende April 2008 in Illmenau. Im Oktober, genauer vom 10.10.–12.10.2008, wird das zweite Educamp in der Bundeshauptstadt organisiert. Erwartet werden Knowledge-Worker, Wissenschaftler, Entscheider, Agenturen und Studierende, die sich mit innovativen Formen, Formaten, Technologien und Strategien des mediengestützten Lernens auseinandersetzen.

So hat das die Literatenmelu erklärt, und ihr habe ich auch zu verdanken, dass ich selber auch nach Berlin fahre. Sonst hätte ich mich nie aufgerafft, aber Melu hat vorgeschlagen, dass wir zusammen dort etwas anbieten könnten. Das war sehr freundlich von ihr. Jetzt fahre ich auf das Educamp!

Ein Educamp ist wie ein Barcamp aufgebaut; ich stelle mir das im moment noch vor wie ein Con – nur eben hier mit Education statt mit Star Trek. Bin schon ganz aufgeregt. Muss mich bald um Flug, Bahn, Unterkunft kümmern.

Sitzplatzverteilung im Lehrerzimmer

Nächste Woche geht die Schule los – im neuen Schulgebäude, im neuen Lehrerzimmer. Die Quadratmeterzahl des Lehrerzimmers hängt von der Schülerzahl ab und ist mehr oder weniger festgelegt, und so ist es kein Wunder, dass schon von Anfang an nicht für jeden unserer über 90 Lehrer ein Stuhl oder ein Stückchen Tisch da sein wird. (Auch weil immer mehr Lehrer in Teilzeit unterrichten, gibt es für die gleiche Schülerzahl mehr Lehrer als früher, also weniger Quadratmeter pro Lehrer.)

Es braucht ja auch nicht jeder einzelne einen Stuhl oder einen Tisch – nur zu Konferenzen sind wirklich fast alle Lehrer im gleichen Raum. Natürlich wären echte Büros oder Arbeitszimmer an der Schule die beste Lösung, gerne ein Büro für mehrere Lehrer, mit Platz für einen Computer und Nachschlagewerke. Zu teuer. Allerdings würden die Lehrer dann auch mehr in der Schule und wohl auch mehr zusammen arbeiten.

Im neuen Schulgebäude gibt es auch deutliche Verbesserungen: Jede Fachschaft hat einen eigenen Raum, oder teilt sich zumindest einen solchen, in dem die Lehrer Material unterbringen können. Damit muss das Lehrerzimmer nicht mehr vollstehen mit Plastikmodellen der Mathematiker oder Schulaufgabenordnern der Englischlehrer. Der Deutsch-Fachraum ist größer, als ich gedacht hätte, es stehen viele Schränke drin, einen Tisch sollte man auch unterbringen.
Außerdem gibt es zwischen Lehrerzimmer und Blibliothek einen Silentium-Raum mit Stühlen, Tischen und Computern. Der ist zum Stillsein und Arbeiten gedacht. Aber nicht dazu, sich dort einen Arbeitsplatz einzurichten, obwohl die Versuchung groß sein wird. Ich sehe schon die Bücherburgen, mit denen einzelne Lehrer ihr Revier markieren werden.

Und das bringt mich zurück zum eigentlichen Lehrerzimmer. Wir haben 26 Trapeztische, die wir auf verschiedene Arten anordnen können – in kleinen Sechsecken, mit drei Lehrern pro Tisch, oder in größeren Ringen oder Tischgruppen, mit zwei Lehrern pro Tisch. Wir können demnach 52 etwas komfortablere Plätze einrichten oder 78 sehr enge. (Oder Mischformen, mit Premiumplätzen für die einen und Katzentischen für die anderen.) Außerdem gibt es noch acht exklusive Plätze am Fenster.

Wie sollen wir diesen Schatz nun aufteilen?

  • Soll jeder Lehrer einen festen Sitzplatz kriegen? (Premium für Vollzeit‑, andere für Teilzeitlehrer?) Das ist unnatürlich, wohl auch Platzverschwendung und sorgt für Konflikte.
  • Soll es gar keine festen Plätze geben, also auch gar keine Bücherburgen? Kaum möglich, auch wenn es Lehrer gibt, die tatsächlich keine Ablagefläche im Lehrerzimmer brauchen, zum Beispiel wegen ihrer Fächer. Aber Deutsch- und Englischlehrer brauchen allein wegen der vielen Bücher, die auf die eine oder andere Art zum täglichen Handwerkszeug gehören, Platz.
  • Soll es so werden wie bisher, dass einige einen Platz bunkern und die anderen im Regen stehen lassen? Geht nicht. Auch wegen der neuen Kollegen, die jedes Jahr kommen.
  • Vorschlag vom Kollegen: Sitzgruppen nach Fächern ordnen. Schon bisher hatten die Religionslehrer, aber eigentlich nur die, ihren Stammtisch. Ich kann mir dann aussuchen, ob ich eher bei den Deutsch- oder Englischlehrern hocke. Innerhalb des Englischtisches kann man sich dann arrangieren, wer was wo deponiert, und feste Sitzplätze braucht es da auch nicht.

Mal sehen, was sich in den nächsten Wochen entwickelt.

Geek Credentials

Gestern hatte ich einen langen Tag in Augsburg. Zuerst habe ich kurz auf einem Spielertreffen vorbeigeschaut – Eintritt 2,50 (oder 4 Euro für beide Tage) und dafür jede Menge Spiele und Spieler.

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Für Leute, die solche Spiele und Spieler kennen, ist das nichts Besonders. Aber vielleicht wissen einige meiner Leser gar nicht, was es da für eine bunte Szene gibt. Ich bin ja schon länger nicht mehr aktiv als Spieler, und Spiele mit angemalten Plastikfiguren mochte ich noch nie, aber ich habe mir einen Flyer von einem Münchner Spieletreff mitgenommen. Mal sehen, vielleicht geht was.

Das war übrigens nicht nur ein Spielertreffen, sondern auch ein Shiroi-Treffen, wenn das denn so heißt. Ich weiß nicht genau, was das ist. Da laufen Leute in Kostümen herum (heißen die auch Gewandung oder gilt das nur für die Fantasy-Szene?), die sich an japanischen Mangas oder Zeichentrickserien orientieren. Außerdem gibt’s dabei immer Kalligraphie- und Japanisch-Einführungskurse, so viel weiß ich aus dem Web.

Ganz schön geeky, ist man kopfschüttelnd zu sagen versucht. Denn auch bei den Geeks gibt es eine Hierarchie, die schön diesem Diagramm dargestellt ist.

(gekürzte Fassung, beim Draufklicken kommt man zur Vollfassung der Autoren,The Brunching Shuttlecocks, dort auch hi-res pdf)

Man sieht, die Videospieler halten sich für etwas Besseres als die Rollenspieler, die auf die Live-Action-Rollenspieler herabsehen, und alle, alle schütteln den Kopf über die armen furries.

Es ist ganz erstaunlich, in wie viele Kategorien der vollständigen Hierarchie ich gleichzeitig gehöre. Ein paar neue müsste man obendrein aufmachen. Habe ich erwähnt, dass ich all diese Geeks toll finde? Auch die furries.
Die uninteressantesten Leute habe ich allerdings bei den Computerspielern getroffen.

– Nach dem Spielecon habe ich meine Eltern besucht und dort die Faschingskiste meiner Kindheit durchstöbert. Ein Großteil des Inhalts kommt zur Altkleidersammlung oder in den Müll, aber ein paar Reste zum Aufheben habe ich noch gefunden: Einen alten Zylinder meines Großvaters, einen echten chapeau-claque, arg ramponiert, dem ich als Kind nach Anleitung meines Zauberkastens auch mal einen doppelten Boden verpasst hatte. Einen Poncho, der Teil eines mehrere Jahre getragenen, weil obercoolen Zaubererkostüms:

Heute passe ich nicht mehr ganz hinein, dementsprechend weniger eindrucksvoll sieht er aus. Dazu muss man sich noch wahlweise Handschuhe, eine Fliege, einen Zylinder, einen angemalten Schnurrbart und auf jeden Fall einen zauberstab vorstellen. Das Kostüm habe ich mitgenommen für meinen Neffen, der noch ein wenig zu jung für einen Zauberkasten ist, aber dennoch schon jeden Trick sammelt, den er findet.

Ja, und dann das. Ich dachte, mein ganzes Spider-Man-Kostüm vom Fasching 1979 sei weggeworfen worden, natürlich mit meiner vorschnellen Erlaubnis. Aber die Handschuhe und die Maske sind noch da. Gutes, dehnbares Material.

Beängstigend. Hier eine Aufnahme von 1979:

Die Fotos oben stammen übrigens vom Balkon einer Freundin, bei der wir uns dann gestern Abend getroffen hatten, um zu essen und Grammatikprobleme zu dreschen. Die Grammatik-Geeks müssten nämlich unbedingt auch noch in die Liste oben.

Baumcontent

Weil ich gerade eh nicht zum Schreiben komme, und um es etwas weniger spannend zu machen: Baumcontent von gestern.

Serverprobleme

Ich steh im Schul-Spiegel! Also, nicht nur ich, aber ich auch, wo es heißt: “Hilfe, mein Lehrer ist im Internet”. Leider ist daraufhin mein Server überlastet, so dass ich gestern nachmittag und abend niemand an die Seite kam. Auch im Moment läuft sie noch träge, deshalb nur ganz kurz diese Nachricht.

Es war einmal (und viel mehr über weitere Erzählspiele, als ich eigentlich zu schreiben vorhatte)

1. Es war einmal

Nachdem es vorgestern schon ums Erzählen ging, will ich mir auch endlich diesen Eintrag von der Liste schreiben: Bei Amigo ist 1997 das Spiel Es war einmal erschienen, die deutsche Ausgabe von Once upon a time (Atlas Games 1994, zweite Ausgabe 1995).

“Es war einmal” ist einigermaßen bekannt und auch im normalen Spielwarenhandel zu bekommen. Das Spiel besteht aus über hundert Erzählerkarten, jeweils mit typischen Märchenmotiven: Charaktere (Kind, Prinzessin, Monster), Gegenstände (Schlüssel, Krone, Baum), Orte (Heim, Kapelle, Kerker), Eigenschaften (versteckt, wunderschön, blind) und Ereignisse (Falle, Wettbewerb, jemand wird verletzt). Jeder Spieler kriegt eine Handvoll dieser Karten und außerdem eine von ein paar Dutzend Zielkarten, auf die er mit seiner Geschichte hinarbeitet. Diese Zielkarten lauten etwa “So erkannte er, wie treu sein Bruder gewesen war” oder “Und als der Bann gebrochen war, waren sie frei.”
Ein Spieler fängt an, eine Märchengeschichte zu erzählen. Wenn er ein Element nennt, zu dem er die passende Karte hat (Charakter, Gegenstand, Ort und so weiter), dann kann er die Karte ablegen. Er darf solange erzählen, bis er unterbrochen wird, nicht mehr weiter weiß oder nach seiner letzten Karte zu seinem vorgegebenen Schluss kommt.
Unterbrochen werden kann der aktuelle Erzähler durch die anderen Spieler unter anderem dann, wenn einer von diesen eine Karte hat, die zu einem gerade verwendeten Element der Erzählung passt. Dann ist der unterbrechende Spieler dran und erzählt die Märchengeschichte weiter – nun wiederum bemüht, seine Karten loszuwerden und zu seinem Ende zu kommen. Aber auch er kann bei passender Gelegenheit unterbrochen werden, und so geht das, bis das Märchen zu einem Ende erzählt ist.

Das waren fast schon die ganzen Regeln. Es gibt noch ein paar weitere, die für einen guten Erzählfluss sorgen sollen. Aber wenn das Spiel Spaß machen soll, dann helfen alle Regeln nicht viel: Die Mitspieler dürfen nicht auf Teufel komm raus versuchen, die anderen zu schlagen, und sie müssen sich zügeln, und lieber aufgeben, als den anderen eine zu verquere Lösung zu präsentieren. Ich habe, ehrlich gesagt, nur einmal zwei Runden von “Es war einmal” gespielt. Ich fand das Spiel leicht, aber manche in der Gruppe hatten Schwierigkeiten, von einem gegebenen Punkt in der Erzählung zu ihrem Ende zu kommen – auch ohne dass die Mitspieler dazwischenfunkten. Dabei muss man natürlich keinesfalls nur mit den Karten erzählen, die man auf der Hand hält, sondern kann ganz beliebige Wege einschlagen. Man darf die Karten halt nicht aus den Augen verlieren, da man sie schließlich loswerden will.

Ich hatte mir nach dem letzten Spiel den Anfang Kartenfolge notiert, weiß aber nicht mehr, wie das Märchen dazu ging: Ruine + zwei Liebende + magischer Ring + Schwert + Stiefmutter + Dieb + Fest + Plan + Koch + Verfolgung + Esel + Ruine + Fenster + Fee

Nach der Fee wurde es problematisch. Die Fee erzählte dem fliehenden Liebespaar, das in der Ruine übernachtete, nämlich von der Zeit, als die Ruine noch ein stattliches Schloss gewesen war. Und schon waren wir in einer Binnenerzählung. Irgendwann hatte in der Binnenhandlung eine Figur dann noch einen Traum, und wir steckten noch eine Binnenebene tiefer drin. Das hat uns überfordert – also sollte man das am Anfang besser vermeiden. (Unter kontrollierten Bedingungen können verschachtelte Erzählungen toll sein. Mein Favorit, mal aus dem Wühltisch gezogen: The Arabian Nightmare von Robert Irwin.)

Eine deutsche Besprechung gibt es hier. Ausführliche Kritik mit Hinweisen zur Spieltaktik bei boardgamegeek.

Bei Atlas Games kann man die englischen Spielregeln und eine Liste der Karten herunterladen. Die pdf-Datei zum Einsatz im Klassenzimmer ist eher oberflächlich. Trotzdem kann man das Spiel vielleicht mal in der Schule einsetzen, im Fach Englisch oder Deutsch, ich habe es aber noch nie getan.

2. Dark Tales

Für das englische Spiel gibt es ein Erweiterungsset Dark Tales mit etwas grusligeren Karten, die man unter das Spiel mischen kann. Zu den Zielkarten gehören “His wound was healed but his heart remained broken forever” und “He lived the rest of his life as a beggar …which was perfectly just.” Ereigniskarten sind: Geister, Teufel, Ausgestoßene, Mörder, Gräber, aber nichts viel Schauerlicheres. Lovecraft’sche Geschichten kommen dabei nicht heraus. (Dabei könnte mir da auch ein nettes Set vorstellen: “Wahnsinn”, “Unangenehmer Geruch”, “Altes Buch”, “Bibliothek”, “unirdische Geometrien”.)

3. Dark Cults

Tatsächlich kenne ich mindestens ein vergleichbares Spiel mit Lovecraft-Elementen, Dark Cults: The Horror Story Game (Kenneth Rahman 1983). Das Spiel ist formaler etwas mehr an konventionellen Kartenspielen orientiert, aber doch ein reines Erzählspiel. Das Spiel besteht aus gut hundert Karten, alle mit atmosphärischen Tuschezeichnungen versehen.

Nur zwei Personen können spielen: Einer übernimmt die Rolle des Lebens, einer die des Todes. Beide kriegen einige Karten auf die Hand und ziehen eventuell vom Stapel nach. Für die abwechselnd abgelegten Karten kriegt jede Seite unterschiedlich viele Punkte, wer am meisten Punkte macht, hat gewonnen – aber das ist natürlich nicht die Hauptsache.

Jede Runde stellt einen nächtlichen Ausflug dar und beginnt mit einer Start-Karte, auf der steht: “This night, upon leaving the old and rumor-ridden brick apartment house,” – denn so beginnen Geschichten. An diese Startkarte kann man verschiedene weitere Karten anlegen, das ist auf der Karte selbst durch Anfangsbuchstaben angegeben: Eine Atmosphere-Karte (old decaying town, obscene and abhorrent graffiti, mournful train whistle), eine Locality-Karte (the bad part of town, the shunned house), oder gleich eine Danger-Karte (ominous black cloud, whirling dimensional passage, slithering mass of revolting black ooze). Danger-Karten müssen gefolgt werden entweder von weiteren D‑Karten, um die Situation noch mehr anzuheizen, von einer Escape-Karte, mit der der Held der Gefahr entkommt und weiterspaziert, von einer End-Karte (der Held stirbt) oder einer Save-Karte, mit der der Held der Gefahr entkommt und den nächtlichen Ausflug beendet (etwa a sudden weakness and feeling of fainting ends the nocturnal walk). In den beiden letzten Fällen ist die Runde damit zu Ende.
An den entsprechenden Stellen können auch Threat-Karten gespielt werden (solemn cluster of figures, echoing footsteps), die mit einer Save-Karte aufgelöst werden können, aber meist zu Character-Karten führen, bösen oder harmlosen (a ghoulish cannibal oder a mangy dog). An eine gefährliche Begegnung muss man eine E‑Karte anlegen (Escape oder End), bei einer harmlosen geht es mit Atmosphere, Danger oder Locality weiter.
Nach bestimmten Situationen darf man auch eine Adverbialkarte mit conjuncts oder disjuncts wie “afterwards” oder “unexpectedly” ausspielen, die keine Punkte, aber etwas Struktur in das erzählte Geschehen bringen.

(In den Spielregeln gibt es auch noch Varianten für einen, drei oder vier Spieler und Kopiervorlagen für Object-Karten, die auf eine Locality-Karte folgen und zu einer Begegnung mit einem Charakter oder einer Gefahr führen können, aber nicht müssen.)

An Dark Cults habe ich schon seit Jahren nicht mehr gedacht. Ich habe es nur wenige Male gespielt, es ist halt schwer, einen Mitspieler zu finden, und das Spielformat ist sehr ungewöhnlich. Ich kann nicht mal beurteilen, ob es ein gutes Spiel ist.

  • Spielbesprechung mit Verbesserungsvorschlägen und sehr kurzem Erfahrungsbericht zum Einsatz im Unterricht.
  • Auf dieser Seite gibt es eine weitere Spielvariante, man kann dort auch alle eingescannten Karten anschauen.
  • Auch das großartige boardgamegeek.com lässt einen nicht im Stich: Bilder, Besprechungen, Hinweise, Spielregeln. Außerdem kann man eine Datei zum Spielen per Web oder Email herunterladen.

    (Und zwar für die Thoth Engine. Die ist speziell für Kartenspiele geschrieben und es ist mit ihr vergleichsweise einfach, ein papierernes Kartenspiel in elektronische Form zu bringen. Die grafischen Elemente des Spieles, also vor allem die Karten, werden dabei eingescannt. Andere Engines sind CyberBoard und Vassal. Beide sind wesentlich komplexer, da nicht nur für Kartenspiele gedacht – sondern für Kingmaker und Dune und Swashbuckler und Gunslinger und Dawn Patrol und all die anderen schönen Spiele meiner Jugend. Mit diesen Engines will ich schon lange mal was machen für den Informatikunterricht, aber dazu müsste ich mich erst mal selber reinknien.)

Zu kriegen ist das Spiel wohl kaum mehr. “Maybe you’ll find this game lying in the darker corner of some dingy, dust-encrusted games store who used to carry massive amounts of roleplaying material at one time. Or perhaps in a little-known curio shop managed by a withered old man with scarce knowledge of English and a scar running down from under his eyepatch.” (Boardgamegeek-Review)

4. Weitere Erzählspiele, auf die ich noch gestoßen bin

Wer nach diesen Spieltiteln googelt, stößt bald auf weitere Erzählspiele: The Extraordinary Adventures of Baron Munchausen [sic], auf Deutsch Die unfasslichen Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen – für 6,50 € ein Schnäppchen. Ich kenne das Spiel noch nicht, es hat wohl Rollenspielelemente, aber keine Rollenspielregeln. Ein Erzählspiel halt.

Tales of the Arabian Nights, auf Deutsch Geschichten aus 1001 Nacht klingt eher nach einem gelenkten Spiel, ein Solo-Rollenspiel für mehrere Personen sozusagen. Ist aber vielleicht auch schön.

Recherchen führten mich ebenfalls zu Das Monster aus der Spätvorstellung (US: It came from the late, late, late show). Sonst weiß ich nichts über das Spiel.

Siehe weiterhin Pantheon (hier eine Besprechung), und Puppetland/Powerkill, “a storytelling game with strings in a grim world of make-believe” beziehungweise “a satirical role-playing metagame”. Das soll es als kostenlosen Download geben, leider warnt mich Google gerade wegen vermuteter Trojanerverseuchung vor der Seite des Autors, so dass ich die Datei nicht herunterladen will. Die bei Wikipedia verlinkten Rezensionen sehen interessant aus.

5. Weitere Erzählspiele, die ich selber habe

Kollaborative Rollenspiele, die ich tatsächlich zu Hause habe, und bei denen die Mitspieler Aufgaben des Spielleiters übernehmen oder ihn ganz ersetzen, sind InSpectres und Primetime Adventures. Und Story Paths von White Wolf (mit einem fetten dahinter), eine Art Nachfolger der Whimsy Cards sind eine Vorstufe dazu: Die Spieler kriegen einige wenige Karten und können durch deren Ausspielen in bestimmten Situationen dem Spielleiter gewisse Vorgaben machen oder ins Geschehen eingreifen. In diversen Rollenspieltheorie-Foren gibt’s mehr dazu.

De Profundis ist ein Erzählspiel aus Polen – ein Brief-Rollenspiel mit Lovecraft-Elementen. Eigentlich logisch: Bei Lovecraft wird so viel korrespondiert, viele Geschichten sind in Tagebuch- oder Briefform, Zeitungsschnipsel werden mitgeschickt, dass man als Rollenspieler eigentlich gar nicht um einen gemeinsamen Tisch herumsitzen muss, sondern per Post spielen kann. Eine schöne Handschrift ist nützlich bei der Gestaltung der Briefe. Die Grenze zwischen Rollenspiel, mündlichem und schriftlichem Erzählen verschwimmt dabei. Wer sich darunter etwas vorstellen kann, hat sicher Vergnügen dabei, den Links bei Wikipedia zu folgen:

Aber dazu schreibe ich jetzt nichts mehr. Fass ohne Boden, das ganze Zeug.

Unterrichtsverteilung im neuen Schuljahr

Welcher Lehrer welche Fächer in welchen Klassen übernimmt, das erfahren die Lehrer an meiner Schule aus organisatorischen Gründen erst am Ende der Ferien. Nur die Grund- und Leistungskurse sind vorher bekannt, auch manche Sondernfälle. Im Juli haben die Lehrer Zettel abgegeben mit ihren Wünschen, damit die Schulleitung etwas mehr Informationen hat, anhand derer sie agieren kann.

Die kleineren Fachschaften können sich vorher gut absprechen, wer was nimmt. Bei Fachschaften wie Deutsch geht das schwerer, da da zu viele Leute mit zu vielen anderen Fächern drin sind, die mal hier und mal dort eingesetzt werden können oder müssen.

Die Stundenplaner kriegen die Unterrichtsverteilung spätestens eine Woche vor Ferienbeginn, wenn sie mit ihrer Arbeit beginnen. Auch der Personalrat schaut noch einmal drüber. Das haben wir vor ein paar Tagen gemacht, so dass wir danach unsere Anmerkungen mit der Schulleitung besprechen können.

Man achtet darauf, dass es nicht zu viele Deutschklassen oder andere Korrekturfächer für jeden Lehrer gibt, dass die Lehrer die Klassen kriegen, die sie sich gewünscht haben, dass nicht nur unerfahrene Lehrer in einer Klasse unterrichten, dass Lehrer nicht zu viele Jahre hintereinander dieselben Schüler unterrichten – und auf verschiedene andere Sachen. Die Zufriedenheit ist am Schluss doch wieder gemischt, wofür es verschiedene Gründe kriegt. Und ja, wir haben zu wenig Informatiklehrer.

Ich weiß dadurch auch schon, was für Klassen ich voraussichtlich kriege. Hm. Hm. Sososo. Schau mer mal.

Wer lange nicht mehr an der Schule war: So sieht der Neubau inzwischen aus, wenn man mit der S‑Bahn daran vorbeifährt. (Ist von heute.) Schon schmuck, und sieht schon sehr aufgeräumt aus für eine Baustelle.

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(Na ja, so viel erkennt man nicht mehr, nachdem youtube das Ding verarbeitet hat.)