Schülersprecherwahlen

Ich will ja wirklich nicht immer mit unserer Aula protzen. Aber noch ist sie eben so schön und hell und voller Schüler. Am Schuljahresende sieht sie vielleicht schon ganz anders aus. Aber noch bringt sie einen jedenfalls auf Ideen und macht spannende Sachen möglich: Unser Verbindungslehrer regte an und organisierte es, dass die drei Schülersprecher dieses Jahr nicht wie sonst durch die Klassensprecherversammlung gewählt werden, sondern direkt. Dazu gab es heute morgen eine Schülerversammlung in der Aula (die übrigens technisch keine Aula ist, sondern eine Pausenhalle); alle Kandidaten stellten sich dort vor und hielten kurze Wahlreden. Im Laufe der nächsten Tage wird im Wahlbüro gewählt.

Im Publikum wurden ein paar Plakate hochgehalten, ein halbes Dutzend Flugzettel kursierte (liebevoll herabgesegelt von oben). An den Wänden klebten Poster der Kandidaten. Insgesamt war alles sehr brav, nicht laut, und das bleibt hoffentlich so. Die Schülerreden waren noch etwas holprig, aber immerhin ein Anfang. Mit etwas Coaching wäre aus einzelnen Schülern noch mehr herauszuholen, aber da lassen die Lehrer natürlich die Finger davon. Ich habe jetzt schon zwei verschiedene Durchgänge an Schülersprechern erlebt, auch in den Sitzungen des Schulforums. Hauptsache, die Schüler wissen am Jahresende noch, wen sie gewählt haben und was im Laufe des Jahrs passiert ist – das ist dann schon viel politisches Interesse.

Bin gespannt, wie sich das entwickelt.

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17 Thoughts to “Schülersprecherwahlen

  1. Wirklich schön fotografiert. Und diese Aula, diese Aula, diese Aula…. ;-)
    Habe am Wochenende mit Martin Riemer darüber gesprochen und wir waren uns einig: Was für eine Aula!

  2. Vor allem das dritte Bild ist sehr eindrucksvoll.

    Diese Art zu waehlen, also direkt, ist meiner Meinung nach die beste; dann kriegen die Schueler gleich noch etwas Demokratieverstaendnis mit und zudem ist’s ein weiterer ‚Event‘ im Schulleben. Sehr schade, dass das an meiner Schule damals abgelehnt wurde.

  3. „die übrigens technisch keine Aula ist, sondern eine Pausenhalle“:
    Was soll denn damit so besonders betont werden? Erfüllt dieser auf den Fotos beeindruckende Raum nicht seine Funktion als Aula? Ich finde die Bilder herrlich und sehr gelungen. Man spürt irgendwie ein lebendiges Zusammengehörigheitsgefühl.

    Die Direktwahl der Schülersprecher mit großem „Wahlkampf“ vor allen SchülerInnen ist eine tolle Idee und belebt sicher die Diskussion und das Interesse. Gratuliere!

  4. „Ich habe jetzt schon zwei verschiedene Durchgänge an Schülersprechern erlebt, auch in den Sitzungen des Schulforums. Hauptsache, die Schüler wissen am Jahresende noch, wen sie gewählt haben und was im Laufe des Jahrs passiert ist – das ist dann schon viel politisches Interesse.“

    Mich würde gegen Schuljahresende interessieren, ob solch eine Form der Wahl zu mehr politischem Interesse geführt hat. Mich beeindruckt oft wie es Teams zu Schulsprechern schaffen nur weil sie bspw. den Namen einer momentan beliebten Fernsehserie oder – zuletzt erlebt – eines beliebten Fernsehsenders tragen. Programm ist meist nicht erkennbar, sondern es bleibt bei „wir werden Parties organisieren“

    Eigentlich sollten die Schulsprecher gecoacht werden, damit die Beliebigkeit der Forderungen ein Ende hat und dadurch vielleicht ein echtes Interesse an den Wahlen und vor allem der Umsetzung entsteht.

  5. Gerade ist mir noch eingefallen, dass die Wahl der Schülersprecher wohl auch in der GSO geregelt sein müsste, d.h.: Ist die Direktwahl durch die Basis aller Schüler überhaupt vorgesehen? Und siehe da: § 104 (1), GSO (Ausgabe 2005) legt eindeutig fest: „Die Schülersprecher werden (…) von den Klassensprechern, den Jahrgangsstufensprechern sowie von deren Stellvertretern (…) gewählt.“ Hat sich da etwas geändert oder gibt es Sonderregelungen? Grundsätzlich ist die Wahl durch die Basis ja sinnvoll.

  6. Die Bilder der Aula gibt’s natürlich auch in größer (und unbearbeitet, das erste habe ich ganz leicht verfremdet), aber man soll die Schüler ja nicht zu sehr darauf erkennen können. Könnte aber ein schönes Suchspiel werden.

    Doch, doch, HAlo, der Raum erfüllt seinen Zweck als Aula völlig. Vermutlich sogar besser als ein ausgewiesener Versammlungsraum. Ich glaube mich nur zu erinnern, dass er offiziell als Pausenhalle läuft, weil Aulen nicht vorgesehen sind. Aber ich mag mich irren. So ähnlich wie mit dem Fotolabor, das wir ja auch wieder haben, jedenfalls auf dem Papier.

    Das Coachen der Kandidaten… als Sprachenlehrer juckt es einen schon. Aber man darf natürlich niemand bevorzugen, also müsste es ein paar Tipps für die ganze Gruppe geben.

    Ja, mit der GSO-Änderung aus dem jahr 2007 haben sich auch die Wahlmöglichkeiten geändert. jetzt heißt es in §12: „Über das Wahlverfahren entscheidet der Schülerausschuss im Einvernehmen mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter.“ Seit 2003 sagt BayEUG Art 62 (5) (den ich allerdings nicht in zitierfähiger Form vorliegen habe): „Die Klassensprecher und ihre Stellvertreter wählen die drei Schülersprecher; die Schulordnungen können das Schulforum dazu ermächtigen, durch Beschluss das Wahlrecht auf alle Schüler auszudehnen.“
    Es ging also vorher tatsächlich gar nicht, naDine.

    Weitere Bilder von den Wahlen folgen.

  7. So sieht die Aula übrigens leer aus (und von der gegenüberliegenden Seite):

    Die Stühle sind noch von einer Veranstaltung am Vorabend.

  8. Die „Aula“ an der Schule meiner Tochter ist auch keine Aula, sondern eigentlich eine „Mensa“ – für Aula gab’s keine Zuschüsse, für Mensa (im Zuge von G8 – Ganztagsbetreuung) schon. Jetzt ist ein schöner Bau mit Bühne entstanden, der mittags zum Essen benutzt wird und sonst für Elternabende, Aufführungen und Proben von Theater-AG, Chor, Orchester und sonstige Aufführungen. Für Schülerversammlungen musste aber bisher noch die Turnhalle herhalten. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum es keine Aulen (ist das richtig?) mehr geben soll.

  9. Eine reine Aula würde vermutlich oft leerstehen. Oder nicht? Würde man sie dann nicht noch viel öfter nutzen? (Man müsste überlegen, ob sie permanent bestuhlt sein würde oder nicht. Im Boden versenkbare Stühle, gibt’s so etwas?) Eine Aula wird jedenfalls nicht mitfinanziert.

    Ein angemessener Platz für eine Schülerversammlung ist auf jeden Fall wichtig. Wir hatten früher nicht mal eine Turnhalle dafür – es gab so etwas einach nicht.

  10. Ein sehr tolles Schulleben sogar. Bin echt beeindruckt. Bei uns gibts immer ein Schulsprecherteam, also nicht mal ne richtige Wahl. Wir können von euch lernen. Tolle Sache!

  11. Sind die Schülersprecherwahlen jetzt abgeschlossen? Mich würde die Wahlanalyse interessieren: z. B. Wahlbeteiligung, auch anteilig der Jahrgangsstufen; Auswirkung der Kandidatenvorstellung; Bewusstsein bei den SchülerInnen; Ergebnis; Beurteilung des neuen Verfahrens.

  12. Ja, die Wahlen sind abgeschlossen. Ich war heute den ganzen Tag aushäusig, deshalb weiß ich keine Details, nur die drei Gewählten und die Wahlbeteiligung – „über 70%“ hieß es um ein paar Ecken. Auf der Schulhomepage steht noch nichts darüber, da gehört eigentlich schon ein Artikel dazu hin. Ich spreche mal morgen jemanden dazu an.
    Das neue Verfahren wird bisher von Schülern und Lehrern sehr positiv aufgenommen. Wie groß die Rolle der Kandidatenvorstellung war, kann ich nicht schätzen, würde es aber auch gerne wissen. Die Tatsache, dass jetzt nicht nur die – meist wohl auch unvorbereiteten – Klassensprecher wählen, sondern alle, macht aber wohl schon einen Unterschied.

  13. „Würde man sie (die Aula) dann nicht noch viel öfter nutzen?“

    Ja, ich denke schon. Veranstaltungen wie Schuldisko o.ä. sind halt viel einfacher durchzuführen (und wahrscheinlich auch billiger) als wenn man irgendwo eine Halle extra mieten müsste. Veranstaltungen in der Schule haben für Eltern auch einen anderen Stellenwert (da dürfen die Kinder eher hin). Man könnte auch die Umgebung mit einbeziehen, der örtliche Gesangverein könnte dort Auftritte organisieren, die Musikschule etc., Weihnachtsfeiern könnten dort stattfinden. Ich finde das ja auch in Ordnung, wie es jetzt bei uns gehandhabt wird.
    Mich ärgert es einfach, dass nicht die Schule entscheiden kann, ob sie so einen Mehrzweckbau (oder Aula oder wie auch immer genannt) haben kann, sondern dass es nur über einen Umweg geht. Es war, laut unserem Schulleiter, ganz schön schwierig, die Bühne zu erkämpfen. Ohne G8 und Mittagsbetreuung und die Förderung dazu vom Land hätten wir heute keinen so schönen Mehrzweckbau.
    Töchterchen hat sich beschwert: Es sei schade, dass es kein Schülercafe an der Schule gäbe, in dem man sich auch mal samstags treffen könnte. Irgendwie hat die Idee, die Schüler gehen freiwillig und gerne zur Schule, doch etwas Schönes …. Aber für so etwas gibt es leider kein Geld, wie immer.

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