Verfilmte Gedichte

Was rip und seine Schüler so alles machen:

Will auch, will auch! Kann nicht mal sagen, welcher mir am besten gefällt.

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10 Thoughts to “Verfilmte Gedichte

  1. Weil ich eigentlich Dringendes zu erledigen habe und deshalb lieber am Blog herum geschraubt habe… :-)
    Ich habe festgestellt, dass es Einträge von mir gibt, die aus viel selbst erstelltem Text bestehen. Und andere, in denen ich nur kurz auf andere, interessante Sachen hinweise. „Schau mal, was es Schönes gibt“. Dafür nehmen andere vielleicht Twitter, oder setzen ein Lesezeichen in einer Community wie Mr Wong. Und ich probiere gerade aus, ob ich für diese Hinweise eine eigene Kategorie und eine eigene Darstellungsform will. (Habe dazu extra eine zweite Sidebar angelegt.)

    (Habe es aber schon wieder umgestellt. Ist auch noch nicht optimal.)

  2. Ich hatte mal kurzzeitig ein Theme, welches einen extra Bereich dafür hatte. „Asides“ oder so nannte sich das. Vielleicht gibt es ja ein entsprechendes Plugin oder so.

  3. Oh wie schön diese Filmchen :-) Und wie schön das Heine-Gedicht! Kannte es überhaupt nicht, aber hatte auch kaum Heine in der Schule. Habs ja sonst eher nicht mit den Gedichten, aber so Filmchen ausdenken, hätte mir bestimmt auch Spaß gemacht :-)

  4. Ne, will nicht und hätte auch nicht gewollt –
    es bleibt bei einer Verbildlichung episodischer Momente, während die geistigen „Bewegungen“ des Sprechers (etwa irreale Vergleich u.a.) verloren gehen. Vgl. zu Tucholsky: Augen in der Großstadt: Wo bleibt die geistige Bewegung über die drei Strophen hin, „es kann im Kampf dein Genosse sein“?
    Wenn man ehrlich ist, muss man sagen: Die Verfilmung zeigt die Grenzen des Mediums Film.

  5. @Norbert: Danke für die kritischen Anmerkungen! Ich freue mich, dass auch einmal eine skeptische Stimme zu hören ist, die mich dazu provoziert, mir einmal noch genauer bewusst zu machen, was ich mit meinem Projekt eigentlich bezweckte.
    Wie vermutlich zu erwarten, bin ich nicht deiner Meinung, die wohl darauf hinausläuft, dass es vergebne Liebesmüh sei, ein Gedicht zu verfilmen. Ich möchte dagegenhalten: Es kommt darauf an, welchen Anspruch man an eine Gedichtverfilmung hat, speziell wenn sie von Schülerinnen vorgenommen wird, die zum ersten Mal einen Kurzfilm planen, zum ersten Mal bewusst filmen, bearbeiten, schneiden, vertonen. Und, das sei hier nochmals unterstrichen, die das alles selbstständig im Team erarbeitet haben.

    Für mich stellt es bereits einen erfreulichen Lernerfolg dar, dass sie die technische Seite des Mediums gut in den Griff bekommen haben. Weiter erfreulich ist für mich, dass sie die dominante Grundstimmung des Gedichtes sehr wohl treffend umgesetzt haben, wenn auch Einzelheiten ignoriert wurden oder (zu) wenig zur Geltung kommen.
    Jede kreative Umsetzung eines Gedichts (und sei es nur der mündliche Vortrag) setzt eine Interpretation des Textes voraus, die wiederum eine Auseinandersetzung mit dem Text überhaupt bedingt. Ich bin mir sicher, dass den Mitgliedern dieses Filmteams das Tucholsky-Gedicht länger und lebendiger im Gedächtnis bleibt, als es bei einer traditionellen Textinterpretation im Klassenzimmer der Fall gewesen wäre – auch wenn der „Genosse [im Kampf]“ dabei unter den Tisch fällt. Mir ist die Arbeit, die man nur indirekt in diesem Film erkennen kann, nämlich daran, welche konkreten Entscheidungen bezüglich Kameraeinstellung, Kamerabewegung und Schnitt sie zur Folge hatte, ungeheuer wertvoll.

    Das heißt natürlich nicht, dass eine traditionelle Gedichtinterpretation hiermit überflüssig wäre, noch werde ich in Zukunft sämtliche Gedichte verfilmen lassen – natürlich nicht. Aber als *ein* Projekt im Zusammenhang mit Lyrik fand ich diese Lyrikvideos sinnvoll, und sie haben mir gezeigt, wieviel Kreativität und Können in den Schülerinnen steckt.

    *Perfekt* ist keines der Videos. Das war auch nicht zu erwarten, dafür fehlen uns Zeit, Hardware und Software. Auch stören mich manche sinnwidrigen Betonungen (z. B. bei dem Wort „Menschentrichter“ im Tucholsky-Gedicht) – aber im Großen und Ganzen sind die Gedichte gut gesprochen, stellenweise sogar ausgezeichnet.

    Wozu also Gedichtverfilmungen, wenn man mithilfe einer Textinterpretation präziser und umfassender allen Facetten eines lyrischen Textes gerecht werden kann? Nun – zum einen, weil es die ideale Interpretation ohnehin nicht gibt. Zum zweiten, weil Schülerinnen erfahren sollen, dass Gedichte eine sinnliche Qualität haben, die dem kreativ Umsetzenden eine Dimension des Literaturgenusses ermöglicht, welche ihm beim schriftlichen Analysieren weitgehend verborgen bleibt. Drittens ist der Videoclip eine visuelle Textsorte, die zur Erlebniswelt der Jugendlichen gehört, und so ermöglicht die Übertragung von Lyrik in dieses komplexe Medium den Schülern sozusagen eine Aneignung dieser Literatur, sie nehmen sie mit in die ihnen vertraute Rezeptionskultur und werden in diesem Prozess vom Rezipienten zum Produzenten.

    Und damit soll’s genug sein. Ein Film ist kein Gedicht, aber in einer Gedichtverfilmung kann man – vor allem die aktiv an der Herstellung Beteiligten – sowohl über Filme als auch über Gedichte etwas lernen.

  6. Ich weiß inzwischen jedenfalls, was mir am längsten im Gedächtnis geblieben ist und wohl deshalb mein Favorit wird: Kästner, Sachliche Romanze. Technisch gut gemacht und ein gewinnbringender Kommentar zum Gedicht. Das liegt natürlich an der Ken-und-Barbie-Metapher für Beziehungen.

    Schön der Wechsel in die Bademode bei „und man darf sagen: sie kannten sich gut“.

    Meine Lieblingsstelle: „versuchten Küsse, als ob nichts sei“, während die beiden Puppen notgedrungen hölzern und ungeschickt versuchen, eine Atmosphäre der Vertrautheit vorzuspielen oder zu erzeugen. Da merkt man, wie mitleiderregend erbärmlich dieser Versuch ist. (Auf die beiden Wörter bin ich durchs Wörterbuch gekommen, ich hatte das englische „pathetic“ im Kopf, das beides beinhaltet.)

    Aber ja, die einzige Art der Gedichtinterpretation darf der Film (wie der mündliche Vortrag) in der Schule nicht sein. Aber ein bisschen Film lernen, ist außerdem auch nicht schlecht.

  7. Es ist erfreulich, wenn kritische Stimmen gehört und nicht ausgeblendet werden.
    Dass filmen zu lernen wertvoll ist, gestehe ich gern – da stieße ich auch an meine technischen Grenzen; aber die können jetzt ruhig bestehen bleiben. Für den Zugang zur Literatur ist das eigene Filmen vermutlich auch ein starker Anreiz …
    Dass ein Gedicht primär zum Hören (Sprechen / Gehörtwerden) da ist, lasse ich mir aber nicht ausreden, wie ein Roman primär zum Gelesenwerden da ist. Wer möchte, kann das demnächst in meinem Lehrerheft über „Deutsche Lyrik 1945 – 1960“ (Krapp & Gutknecht) nachlesen.
    Wissenschaftspropädeutisch (d.h. zur Vorbereitung eines Studiums) ist die sprachliche Verarbeitung von Texten unerlässlich.

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