Die Maus erklärt das Internet

Hier erklärt die Maus das Internet.

internet_maus

Das ist lehrreich, auch für meine Kollegen, die mir im Lehrerzimmer über die Schulter geschaut haben. (Ohne Hefteintrag wird aber wohl nicht viel hängen bleiben.)
Die Maus zeigt Router, Client, Server, DNS, auch wenn die letzten drei Begriffe nicht fallen, und den Weg einer Nachricht im Web. Den Film zeige ich den Siebtklässlern in der zweiten Stunde, wobei die Schüler sich Begriffe aufschreiben sollen, um danach zu sammeln, was sie verstanden haben.

Danach gibt es ein Tafelbild, das etwa so aussieht:

internet_aufbau1

Und meine Schlussfrage ist: Wenn ihr eine Adresse in den Browser eingebt und ihr kriegt eine Fehlermeldung zurück, woran kann das dann liegen? (Das kann nämlich alles mögliche sein: Fehler am eigenen Rechner, keine Verbindung zum Provider, Server kaputt, Provider kaputt, und meist ist auch ein Schüler dabei, der auf: DNS kaputt kommt.)
Außerdem sollen die Schüler Fragen stellen, und das sind teilweise schon die richtigen: “Wenn man im Browser oben gleich die Nummern [die IP-Adresse] eingibt, funktioniert das dann auch?”

Das schauen wir uns in der nächsten Stunde an. Mit einem IP>DNS-Konverter kann man eine Domain eingeben, und das Programm spuckt die dazu gehörende IP-Adresse aus. So ist herr-rau.de etwa unter 85.13.140.136 zu finden. Und bayern.de unter 195.200.71.141. Allerdings: die meisten Adressen, die ich ausprobiert habe, bieten unter dieser Adresse nicht die erwartete Startseite, sondern eine Kein-Zugang-Meldung. Meine auch. Die Domain bayern.de gibt sich ganz besonders garstig:

Unauthorized access prohibited; all access and activities
not explicitly authorized by the netadmins@bayern.de are unauthorized.

All activities are monitored and logged. There is no privacy
on this system. Unauthorized access and activities or any
criminal activity will be reported to appropriate authorities.

You have been warned!

Aber mit anderen Adressen funktioniert das ganz gut, das können dann die Schüler ausprobieren.
Der nächste Schritt ist dann die Analyse von WWW-Adressen: was ist eine Domain, eine Subdomain, eine Top-Level-Domain; welche gibt es und was bedeuten sie?

– Der Maus-Videoclip kursiert auch bei diversen Videoportalen, leider in deutlich schlechterer Qualität und in einer etwas älteren Fassung. Für die WDR-Seite haben sie das Voiceover etwas modernisiert, so dass jetzt auch von DSL die Rede ist. Und auch das Modem piepst in der aktuellen Fassung leider nicht mehr; ein Geräusch, das die Schüler gar nicht mehr kennen. Wer will, kann ja auch die Sevenload-/Youtube-Version herunterladen. Beim WDR ist die Seite als Flash-Video so eingebunden, dass man sie nicht herunterladen und auf dem eigenen Rechner speichern kann.

10 Antworten auf „Die Maus erklärt das Internet“

  1. Und, lernen die Schüler auch, warum manchmal die Eingabe der IP-Adresse im Browser genügt, manchmal aber nicht, was ein “virtual host” ist und warum man mit HTTP 1.1 das Protokoll so erweitert hat, daß der angeforderte Hostname mit übertragen wird? ;)

  2. Soweit gehe ich dann nicht… einmal, weil ich das selbst alles lernen müsste. Könnte ich aber, interessant genug ist es. Und wenn ein Schüler nachfragt, sollte ich eine vereinfachte 8aber nicht irreführende) Antwort geben können. Aber für Dreizehnjährige reichen die Grundlagen.

  3. Ich weiß nicht ob Du das unterrichtest, aber interessant wäre zu betonen, dass ja auch der Computer zu Hause eine IP-Adresse hat und dass diese zwar automatisch zugeordnet ist, der Provider aber immer die Zuordnung zu einer realen Person in den weiß. Oder anders rum: Man ist nie gänzlich anonym unterwegs.

    Den Film von der Maus gibt es schon sehr lange und ich hätte mir zu Schulzeiten schon gewünscht, wenn den ein paar Lehrer mal gesehen hätten (Abi 2001).

    Außerdem möchte ich noch korinthenkacken, dass es sich beim Domain-System natürlich nicht um “WWW-Adressen” handelt. Die Trennung zwischen WWW und Internet darf schon gemacht werden, auch wenn sie vielleicht nicht erklärt wird.

    Echt super, dass die Schüler bei Dir die Chance bekommen, das zu lernen. Ich hab das mal im Rahmen von Projekttagen als Schüler versucht zu vermitteln… nicht einfach.

  4. Trennung zwischen Web und Internet mache ich natürlich. Aber ich fange mit dem WWW an, dann FTP und E‑Mail mit ähnlichen Grafiken.

  5. Ich kenne das Video auch noch von ganz früher… Ein Proxy versteckt sich übrigens auch noch drin.

  6. Bei so einem einstündigen Fach könnte ich wirklich jede Woche über jede Stunde bloggen. Und ich hätte endlich mal ordentliche Aufzeichnungen über meinen Unterricht.

  7. ein schöner Beitrag. Da ich auch immer wieder in diesen Fachbereich reingeworfen werde, wenn Not am Mann ist, würde ich mich über mehr solcher Unterrichtsbeiträge freuen. Vor allem deine Tafelbilder sind Gold wert.

  8. endlich ein Einblick in die Praxis eines mutigen Kollegen, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat:

    Ich weiß, dass ich nix weiß, mehr Schülernähe geht nicht. So folgt der beflissene Schüler aufmerksam der voranschreitenden Lehrkraft und lässt sich von der Begeisterung des Vormanns anstecken, bis ein studierter Fachmann in der Oberstufe weiter macht, da die Einarbeitung irgendwann aus zeitlichen Gründen unwirtschaftlich wird.

    Weiter so!
    Die Materialien sind leicht nachvollziehbar und für Einsteiger eine schöne Sache, denke ich.

    Solchen Initiativen verdanken die SchülerInnen mehr als man denkt:
    Eine Einführung in innovative Geschäftsbereiche, die sonst mangels geeigneten Personals brach lägen.

    Mangels Rohstoffen braucht Deutschland neue Technologien wie der Ackermann das Saatgut.
    Und wenn der Kollege Autodidakt nur ein oder zwei Schüler pro Jahr für das Fach Informatik zusätzlich gewinnt, die sich sonst allein der Mathematik verschrieben hätten, so hat er damit mehr für die bayerische Volkswirtschaft bewirkt als manch anderer Fachvertreter, glaube ich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.