Neues Halbjahr, neuer Stundenplan, und anderer Alltag

Neuer Stundenplan: Montags noch länger in den Nachmittag (bis viertel nach vier), dafür am Dienstag eine Stunde mehr. Das klingt erst mal nicht gut, ist dann aber doch eine schöne Sache – bisher habe ich die nicht allzu vielen Dienstagsstunden immer brav am Montagabend vorbereitet, aber da das jetzt nicht mehr so einfach geht, werde ich die Stunden bereits am Sonntag vorbereiten. Dafür habe ich dann am Montagabend wohl tatsächlich so etwas wie Feierabend.

Überhaupt: bisher konnte ich noch an jedem Stundenplan Positives finden. Viel Nachmittagsunterricht: schön, weil weniger Vormittagsunterricht. Lange Tage haben etwas, kurze Tage auch, ich bin da flexibel. Zugegeben, ich hatte immer reichlich Anrechnungsstunden für diverse Aufgaben, die einen flexiblen Plan ermöglichten, und außerdem geben sich unsere Stundenplaner auch Mühe mit den Plänen.

Am Montag: sechs neue Kollegen, davon fünf Frauen. Auch Referendare, die betreut werden wollen. Gleich Bilder geknippst, damit die Portraits an der Pinnwand im Lehrerzimmer aktuell bleiben.
Außerdem haben wir wie so oft Praktikanten… vor ein paar Jahren ist in der Lehramtsprüfungsordnung ein zusätzliches Praktikum eingeführt worden, daher kommt das. (Ohne Ressourcen oder Anleitungen zur Betreuung. Ich sag ja nix.) Diesmal ist auch jemand mit Englisch/Informatik dabei, will sehen, was ich mir da abschauen kann. Noch sind Informatiklehrer etwas Rares.

Am Montag auf meine leichte Schultasche angesprochen worden: Kunststück, nur vier Stunden, davon zwei Doppelstunden. Noch ein Vorteil von Doppelstunden.

Morgen findet an unserer Schule der Kreisentscheid für den Vorlesewettbewerb statt. Etwa 20 Schüler (die jeweiligen Schulgewinner) kommen, dazu Jury und Eltern. Ausschildern, bestuhlen, Parkplatz öffnen. Vom Börsenverein des deutschen Buchhandels gibt es ein Buch für jeden Teilnehmer, Urkunden, Lesezeichen; ich habe dazu noch ein kleines Geheft mit Inhaltsangaben und Titelbildern der gelesenen Bücher vorbereitet, das kriegt jeder Teilnehmer ebenso wie unser Aufkleberheft (jetzt im Format A5, so dass alle Aufkleber auf eine einzige Tintenstrahlerseite passen).
Eben habe ich die Urkunden schon mal mit Namen versehen, leider nur mit Kalligraphie-Füller statt so richtig mit Feder und Fleiß. Wenn man nur Zeit hätte… ich bin ja groß im Dillettieren und habe vieles mal ausprobiert, eben auch Kalliegraphie in jugendlichen Jahren. Mein Heisenberg-Band, den ich von der Schule als Geschenk zum Abitur gekriegt habe, hat auch eine kalligraphische Widmung. Ausgestorbene Kunst, sozusagen.

4 Antworten auf „Neues Halbjahr, neuer Stundenplan, und anderer Alltag“

  1. Wir haben bei uns dieses Schuljahr ein Doppelstundenraster eingeführt, sodass wir quasi nur noch Doppelstunden unterrichten. Ich finde das auch sehr erleichternd, sowohl bei der Vorbereitung als auch bei Durchführung und Nachbereitung. Etwas mühsamer ist es, den Spannungsbogen permanent aufrecht zu erhalten, gerade nachmittags in SekI-Klassen.

  2. Wenn Unterricht als Qual gesehen wird, dann ist jede Minute zuviel.

    (Aber ich denke, eine kurze Pause ist so oder so möglich. Wenn auch nicht immer nötig.)

  3. Qual und Pause sind nun einmal relative Begriffe. Eine Klassenarbeit in 45 Minuten schreiben zu müssen, ist eine Qual, wenn im Winter die Busse nicht pünktlich kommen oder man viele Fragen stellen und vorher noch Tische umschieben möchte. Das sind alle für 90 Minuten Zeit dankbar. Und für die längere große Pause, in der man dann 25 Minuten durchatmen kann. Niemals eine Projektarbeit angehen zu können, weil man in 45 Minuten einfach nicht wirklich etwas schaffen kann, ist schade, 45 zusätzliche Minuten helfen da schon ein wenig weiter. Stoff in 45 Minuten durchpauken zu müssen, weil man das Ergebnis am Ende der Stunde braucht, ist Qual, Schülern mehr Zeit zur selbstständigen Erarbeitung von Ergebnissen lassen zu können, ist angenehmer.

    Und ob Pausen in Unterstufenklassen mehr Erholhung bieten als bewusst im Unterricht gesetzte Ruhe- und Bewegungsphasen, da bin ich mir wirklich nicht sicher. Ich empfehle jedem, sich einmal eine 5‑Minuten-Pause lang in eine beliebige SekI-Klasse zu setzen. Dagegen nimmt sich jede räumlich entzerrte Gruppenarbeitsphase wie Urlaub aus. Nicht nur für Lehrer.

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