Recherchieren in der Bibliothek

Das habe ich beim Webweiser gefunden:

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.

Das ist einer von drei Videos zum Thema Recherche in Bibliotheken. („Ein Projekt der Akademie für Leserförderung der Stiftung Lesen an der Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover“, Bindestriche hat man jetzt gar nicht mehr.) Die Schüler im Video sind jünger als meine, aber im Moment probiere ich das mit einer 7. Klasse aus, habe auch die Videos im Unterricht gezeigt. Die Schüler klagen zwar darüber, dass sie am Anfang so ein Plakat erstellen sollen, aber ich halte das Vorgehen für sinnvoll – ob es das wirklich ist, wird sich zeigen.

Der Knackpunkt ist für mich der, und, so formuliert, eigentlich banal: die Referenten-Rechercheure überlegen sich vorher schriftlich, welche Fragen Sie zu einem Thema haben. Und erst dann beginnt die eigentliche Recherche. Oft ist es bei Referaten nämlich anders: man stellt als Lehrer ein Thema und gibt den Schülern weder Leitfragen vor noch lässt man sie erarbeiten. Und die Schüler lesen dann zuerst den Wikipedia-Artikel dazu, danach noch zwei oder drei relativ willkürlich ausgewählte Quellen, und fassen dann einfach alles zusammen.

Anders ist es, wenn man die Schwerpunkte vorher setzt. Dann verzettelt man sich zum einen nicht, und zum anderen muss man notfalls eben weiter recherchieren, nämlich so lange, bis man die Antworten auf die Fragen gefunden hat. Ob das wirklich so einen Unterschied macht, weiß ich nicht; aber ich möchte in Zukunft vor Referaten nicht nur das Thema wissen oder vorgeben, sondern die Fragen dazu sehen.

Tagged: Tags

24 Thoughts to “Recherchieren in der Bibliothek

  1. Dankschön für den backlink, Thomas.
    Die Videos sind ja wirklich ansprechend und anschaulich. Und Referate sind ja wirklich immer ein Thema…
    lg, kurt

  2. Ich finde es besser, bei einem Referat Leitfragen zu bekommen, da man dadurch den Inhalt des Referates mehr begrenzen kann. Auch unsere Lehrer machen das mittlerweile, als ich noch in der 7. war bekamen wir nie Leitfragen sondern nur ein Thema. Da kam es dann oft auch vor, dass der Lehrer am Ende gesagt hat, was ihm wichtiges gefehlt hat. Jetzt (in der 11) wird einem bei Referaten gesagt: Der Schwerpunkt liegt bitte auf X und hier habe ich noch einmal 2-3 Leitfragen notiert, an denen ihr euch orientieren könnt. Das finde ich persönlich besser.

    Das Recherche Video kannte ich noch nicht, aber finde ich ziemlich hilfreich. WIr hatten in der Schule zwar schon öfter Methodentage zu solchen oder ähnlichen Themen, allerdings wurden dort nie solche interessanten bzw. guten Iden vorgeschlagen. Also danke für den Link ;)
    lg

  3. Das mit den Fragen halte ich für einen sehr guten Ansatz. Nicht zuletzt dürfte eine solche klare Zielvorgabe zumindest bei den interessierten Schüler/inne/n die Motivation erhöhen, weil man klare Ziele hat, an denen man sein Tun und dessen Sinnhaftigkeit messen kann. Nicht ist schlimmer, als sich auf ein Refereat der Sorte „irgendwie alles und nichts“ vorbereiten zu sollen.

  4. Ja und dann geben wir den Schülern am besten gleich noch die Gliederung vor und weil wir grad dabei sind, hätten wir auch noch die passende Literatur dazu.
    Vielleicht sollte man den inhaltlichen (!) Anspruch an Referate in der 7. Klasse nicht zu hoch hängen, sondern die Kommunikationssituation stärker trainieren. Wer sich vor ein Publikum stellen und frei sprechen kann, wird mit zunehmendem Alter nach und nach auch die inhaltlichen Ansprüche erfüllen können. Einem Oberstufenschüler Leitfragen vorzugeben, halte ich für nahezu absurd. Da werden doch nur die Schlüsselbegriffe in die Google-Suchzeile gehackt.

  5. Noch besser als eine Vorgabe ist natürlich, wenn Schüler/innen ihre Leitfragen selbst entwickeln, aber das in Rücksprache mit der Lehrkraft zu tun scheint mir auf jeden Fall sinnvoll.

    Inwiefern werden ohne vorgegebene Leitfragen nicht „nur die Schlüsselbegriffe in die Google-Suchzeile“ gehackt?

  6. Auch in der Oberstufe sollten die Schüler Schwerpunkte setzen, und nicht nur zwischen Tür und Angel abgesprochene. Am besten ist es sicher, wenn die Schüler irgendwann gelernt haben, die selber auszuwählen, aber das kommt beiden wenigsten von allein. Groß würde ich den inhaltlichen Anspruch nicht hängen, aber eben: präzise und eingeschränkt. Und wenn man den vorher gesetzt hat, kann man danach, wenn man nicht gleich etwas gefunden hat, eben nicht mal schnell den Schwerpunkt ändern und den der erstbesten Quelle zum eigenen machen.

    Mit den Referatfähigkeiten meiner aktuellen Klasse bin ich ja schon ganz zufrieden. Um sicher vor den Zuhörern zu stehen, braucht es vor allem fachliche Sicherheit und Hintergrundwissen, und man muss etwas zu sagen haben. Aber klar, an der Einbeziehung des Publikums kann man auch arbeiten.

    – Was Schüler nicht gut können, ist: über Bücher im Gespräch reden, in der Unterhaltung, jedenfalls nicht so, dass ein Erwachsener davon profitiert. Das habe ich in einer 9. Klasse festgestellt anlässlich eines literarischen Quartetts. Das geht mir noch im Kopf herum. –

    Heute vormittag hat sich ein unerwartetes Problem beim Recherchieren herausgestellt: eine den Schülern unmittelbar einleuchtende Quelle für Erklärungen und Informationen ist, noch vor Wikipedia, tatsächlich der Fachmann, hier also: die Lehrkraft. Das wollte ich so nicht, dass die einfach ihren Physiklehrer fragen, auchwenn das tatsächlich ein realistisches Vorgehen ist. Na, vielleicht als Ausgangspunkt.

  7. Ugh. Das ist aber sehr Waterfalling… Ich bin dafuer, dass mehr Techniken des Agile Development ihren Weg in den Unterricht finden. Waere sehr Interessant anzusehen.

  8. @Ke Ohne Leitfragen werden vermeintliche Schlüsselbegriffe in die Suchzeile geklopft, mit Leitfragen auch, aber dann in der Oberstufe der Lehrer dafür verantwortlich gemacht wird, wenn nur Murks herauskommt, weil der ja die Leitfragen mit den Suchbegriffen vorgegeben hat. So à la: „Ich hab doch genau das gemacht, was Sie gesagt ham und jetzt sind’s nur 13 Punkte.“ (Vorsicht: doppelte Ironie…)

  9. Für die Nicht-ITler: das erste bezieht sich – hoffentlich – auf das Wasserfallmodell, beim zweiten handelt es sich um eine Gruppe neuerer (oder auch ursprünglicherer) Entwicklungsmethoden für Software.

    Ob man diese Methoden auf gänzlich andere Disziplinen übertragen kann, müsste man erst ausprobieren. Allerdings: *dass* es mehr Projektentwicklungsmethoden auch da geben sollte, halte ich für korrekt. Wir haben in den Geisteswissenschaften vor allem zwei: hermeneutischen Zirkel und Dialektik/Diskurs. Beides sind aber eher globale Prinzipien.

    Auf die Spatzen der 7. Klasse würde ich aber noch nicht mit solchen Kanonen schießen. Schon einmal deshalb: unser Projekt lautet weder „Wie mache ich ein Projekt“ noch „Wie mache ich ein Referat“, sondern das Projekt heißt: „Einen Schüler allgemeingebildet-hochschulreif machen.“ Und da ist ein Referat ein einzelner Baustein, der nicht unbedingt selber wieder in Entwicklungsschleifen zerlegt werden muss. Um, drücke ich mich zu verworren aus? Muss gleich weg, Abendessen vorbereiten.

  10. @ Jonas Was ist mit „Waterfalling“ gemeint? Was ist „Agile Development“? Falls du Deutsch als Muttersprache sprichst: Hast du auch ein Hochbürderzertifikat?

  11. Hab’s gerade schon annotiert, Beelzebub. Ja, etwas jargonkryptisch so, und das ist schwerverständlich. Aber sachlich ist was dran.

  12. @Beelzebub Aha, okay, Ihre Position ist also: Man sollte sich als Lehrer bloß nicht zu viel Mühe geben, weil die Schüler eh scheiße sind und egal, was man macht, nur das nächstbeste im Internet gefundene Dokument vortragen.

  13. @ke Nur soviel: Ich mag meinen Beruf und gebe mir Mühe. Aber ich verkaufe meine Oberstufenschüler nicht gern für dumm. Die ständige Enteignung der schülereigenen, auch mühseligen, Lernerfahrung durch vermeintlich wohlmeinende Erwachsene ist unerträglich. Ihr entgleister Kommentar ist es übrigens auch.

  14. Wenn Sie Schüler nicht gern für dumm verkaufen, warum sind Sie dann der Meinung, dass sie, egal, was man tut, nur „vermeintliche Schlüsselbegriffe in die Suchzeile klopfen“?

  15. Das ist nicht dumm, sondern (denk-)faul. Da gibt es einen gewissen Unterschied, den zu machen einen die Erfahrung lehrt…

  16. Okay. Um meine Position noch mal zu verdeutlichen, ich bin nicht dafür, dass der/die Lehrer/in alles vorgibt, aber Tipps für und Hilfestellung bei der Strukturierung der Arbeit am Referat – etwa ein Termin in der Woche nach der Themenstellung, zu dem sich Schüler/in und Lehrer/in treffen und die Leitfragen vereinbaren – halte ich für sinnvoll.

  17. Das ist eine sehr gute Methode um integriertes Arbeiten zu lernen. d.h. sowohl die Zusammenarbeit in Teams als auch das Recherchieren sowie die Präsentation in verschiedenen Medien. Unlust dürfte vor allem dann aufkommen wenn die Damen und Herren Schüler vorher nicht wissen wozu sie das machen sollen bzw. was das für ein mächtiges Werkzeug zum Erarbeiten von Inhalten und dem Herstellen neuer Erkenntnis / umfassende Darstellung eines Themas, das ist.
    Mit dieser Methode ist es auch möglich Inhalte für Bücher oder Fernsehsendungen oder Videodokumentationen zu entwickeln.
    Durch die Einteilung in vier Aufgabenbereiche ist eigentlich die Teamgröße von vier Teilnehmern auch vorgegeben.
    Damit kann jeder die Verantwortung für einen Teil übernehmen.
    Bevor solch eine Aufgabe gestartet wird könnte ich mir eine Stunde vorstellen in der das Arbeiten mit Mindmaps sowohl an der Tafel als auch mit der Open Source Software „Free Mind“ als informative Vorlesung auch mit praktischen Beispielen z.B. von einer Universität oder aus einer Forschungsfirma vorgeführt wird. Ein Anriss der Kreativtechnik „Matrix“ darf incl. kleiner praktischer Übung auch dazu gehören.
    Zu einer Bibliotheksrechereche gehört die Einweisung durch eine Bibliothekarin oder eine kundige Person die das System der Ordnung vorführt und die den nötigen Respekt vor der Einrichtung lehrt. ( Ich habe es sehr geschätzt das mein Vater mich mit 14 Jahren mit in die deutsche Bücherei Leipzig genommen hat und mir dort alles gezeigt hat. Bibliotheksnutzer war ich vorher schon)
    In die Ergebnisse der Übung dürfen gerne auch Quellenangaben mit einbezogen werden.
    Manch Dr. sc. hat uns ja vorgeführt wie wichtig das werden kann.*
    Für die Auswertung kann zusätzlich zum als Aufsatz benotetem Text eine Powerpoint Präsentation erarbeitet werden. (Wer Counter Strike zocken will und kann dem kann man das schon lange zumuten, alleine damit er nicht auf dumme Gedanken kommt)
    Der Aufbau und die technischen Möglichkeiten von Präsentationssoftware müssen erklärt werden.
    Als Ende des Projekts sollte jedes Team die Chance haben einen Vortrag vor der Klasse halten. Warum das Ganze ? In der freien Wirtschaft muss der Einzelne jederzeit in der Lage sein vor einer Gruppe einen Sachverhalt darzustellen und für diesen Moment die temporäre Führungsfunktion zu übernehmen.

  18. Das was Beelzebub geschrieben hat, dass vermeintliche Schlüsselbegriffe in die Suchzeile geklopft werden, das kann ich als Oberstufenschüler nur bestätigen. Nicht, weil ich es so mache, sondern weil ich erlebe, wie die Mitreferenten ihre Themen recherchieren. Allerdings finde ich es trotzdem besser, wenn Leitfragen gestellt werden, da man sich dann überhaupt erst sicher ist, im richtigen „Bereich“ zu recherchieren.

    Das ein Dokument 1:1 aus dem Internet gedruckt + vorgelesen wird gab es bei mir im Politik Kurs das letzte Mal am Mittwoch – Für mich war das sofort ersichtlich, der Lehrer meinte nur, dass er das nächste Mal einfach freier sprechen soll. Ob ihm bewusst war, dass es einfach nur ein vorgelesener Wikipediaartikel war, glaube ich nicht. Wenn doch, dann kann er sich ziemlich stark verstellen.

  19. Ich kenne bei Referaten alle Spielarten von der plump wortwörtlich und unverstanden abgeschriebenen Webseite bis hin zu: „Ich bringe nichts über die Lippen, was ich selbst nicht verstehe. Sonst würde ich ja womöglich etwas Falsches erzählen“ – aus derselben Klasse übrigens.

    Nur: die faulen Abschreiber, die kapieren es so oder so nicht. Es geht mir eher um die Leute, die sich Mühe geben und ein gutes Referat halten wollen. Die brauchen – an der Schule, in der Mittelstufe, vielleicht auch danach – noch Unterstützung.

    (Bislang fragen die Referenten in der Oberstufe ja ohnehin nach, was genau sie machen sollen.)

  20. Leitfragen, die zumindest indirekt Schlüsselbegriffe enthalten müssen, geben den plumpen Abschreibern sogar in den Augen derer Recht, die es tatsächlich auch noch gibt, nämlich die, die es wissen wollen. Jemand, der unter dem tatsächlichen oder vermeintlichen Zeitdruck des G8 sieht, wie der Mitschüler von der Abschreiberfraktion die gleiche Punktzahl abräumt, wie der Mitschüler mit einem eigenen Ansatz, muss sich doch vergutenbergt vorkommen. Da warte ich doch mal lieber, bis mir der Lehrer sagt, was ich eigentlich hätte denken sollen. Das ist nur effizient.

    Mein Einwand bezog sich vor allem auf die Oberstufe. „Die faulen Abschreiber kapieren es so oder so nicht.“, finde ich zu resignativ. Gerade im Oberstufenunterricht entdecke ich immer wieder Schüler, die anscheinend tatsächlich geglaubt haben, dass man Referate als Google-Kompilation macht bzw. machen kann, nicht zuletzt weil offensichtlich viele Kollegen diese wikigoogles nicht erkennen wollen (siehe Humeoons Beitrag). Wieso müssen eigentlich die Lehrer der Oberstufe immer nacharbeiten, was in der Mittel- und Unterstufe versäumt wurde?

  21. Ich habe den Eindruck, Sie versuchen die Frage „Leitfragen oder nicht“ mit aller Verbissenheit zur Bühne Ihrer allgemeinen Unzufriedenheit mit Schüler/inne/n und dem Schulsystem zu machen. Dabei hat das nun wirklich nichts miteinander zu tun. Jede Themenstellung ist genau so googlebar wie eine Leitfrage.

  22. @BB … always look on the bright side of life.. Wir unterhalten uns mal in Ruhe und „live“ was WIR von UNSEREN Schülern wollen. Carpe diem..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.