Leseecke in der Schule

Schon zum Ende des letzten Schuljahrs hat Kollege Z. in einem ungenutzten toten Winkel – feuerpolizeilich unbedenklich – eine Leseecke eingerichtet, den Diogenes-Club. Stühle und Regale von IKEA. An der Wand hängt ein Poster mit den Spielregeln: In den Diogenes-Club können Schüler sich setzen, um zu lesen. Nicht: um Hausaufgaben zu machen oder zu ratschen. Aber sie dürfen lesen, in den Pause, in Freistunden, egal was. Dazu stehen auch Bücher bereit, von der Schule gekauft, von Lehrern gestiftet, auf Flohmärkten zusammengetragen. Ich habe Aufkleber dazu gemacht, aber die sind zu teuer, als dass man in jedes Buch einen kleben könnte; …

Mittwoch

Gestern wieder Fortbildung gegeben, Moodle betreffend. Fühle mich vom Backoffice etwas im Stich gelassen. Die Fortbildung war aber produktiv und angenehm. Sehr schön an Fortbildungen (ob geben oder nehmen) ist, dass man andere Schulen kennen lernt. Dabei erfährt man, dass nicht überall alles genau so läuft wie an der eigenen Schule – man neigt dazu, das zu vergessen. Im Moment interessieren mich Bibliotheken, in den letzten Wochen habe ich drei davon bei anderen Schulen gesehen. Ohne Namensnennung, weil ich nicht um Erlaubnis gefragt habe: Es müssen gar nicht viele Bücher sein, finde ich, so lange sie interessant und einladend sind. …

Unser Sexualleben

Ich finde alte Bücher spannend. Und sie sollten unbedingt in Bibliotheken bewahrt werden. Bibliotheken gibt es in verschiedener Form. Schulbibliotheken zum Beispiel enthalten Standard-Nachschlagewerke und aktuelle Bücher, die Appetit auf Lesen machen, und wissenschaftliche Werke, wie es sie im Web nicht oder noch nicht gibt. Ein Band mit Aufsätzen zu Nathan enthält mehr Tiefe, als ein Schüler oder Lehrer je im Web finden wird. Nicht in Schulbibliotheken gehören dagegen veraltete oder reizlose Bücher. Ein Beispiel für ein überholtes Buch, auch wenn es noch gewisse Reize hat, ist: Unser Sexualleben. Ein Ratgeber für Eltern und junge Menschen von Dr. med. F. …

Bist auch du ein 98-Seiten-Schwächling?

Tom Jones, eines der witzigsten Bücher, das ich kenne, ist 260 Jahre alt und schon deshalb werden viele Leute nicht an diesem Vergnügen teilhaben können – selbst wenn sie witzige Bücher mögen und Englisch können (oder zur deutschen Übersetzung greifen könnten). In der Schule merke ich, wie schwer es Schülern fällt, die Sprache von Faust zu verstehen oder von Gottfried Keller. Lange Sätze, ungewohnte Syntax, unbekannte Wörter, unerwartete Gedanken. Das ist völlig verständlich, aber wenn man nicht lernt, diese alten Bücher zu lesen, entgeht einem eine ganze Menge. Man lernt das nur durch Üben. Meiner 9. Klasse habe ich neulich …

Recherchieren in der Bibliothek

Das habe ich beim Webweiser gefunden: Das ist einer von drei Videos zum Thema Recherche in Bibliotheken. (“Ein Projekt der Akademie für Leserförderung der Stiftung Lesen an der Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover”, Bindestriche hat man jetzt gar nicht mehr.) Die Schüler im Video sind jünger als meine, aber im Moment probiere ich das mit einer 7. Klasse aus, habe auch die Videos im Unterricht gezeigt. Die Schüler klagen zwar darüber, dass sie am Anfang so ein Plakat erstellen sollen, aber ich halte das Vorgehen für sinnvoll – ob es das wirklich ist, wird sich zeigen. Der Knackpunkt ist für mich …

Ideen für unsere Bibliothek

Wenn ich mit unserer Bibliothek mehr zu tun hätte, dann würde ich dieses Poster aufhängen: Das Zitat stammt aus Wie man den Bachmannpreis gewinnt von Angela Leinen (a.k.a. sopranisse), sehr lesenswert, auch für Schüler interessant. Das Poster habe ich selbst gebastelt unter Verwendung von freiem Bildmaterial von openclipart.org; wer weiterbasteln will, hier die erweiterte .svg-Datei zum Herumbasteln mit Inkscape, hier als pdf. Überhaupt würde ich einige Dinge ausprobieren, um die Bibliothek beliebter zu machen. Für das Hauptproblem, dass die Bibliothek nämlich nicht oft genug besetzt, also vor allem am Nachmittag geschlossen ist, habe ich allerdings keine rasche Lösung. Ich hätte …

Unsere Bibliothek (morgen ist Welttag des Buches)

Mit der neuen Schule haben wir auch einen neuen Raum für die Bibliothek bekommen. Im alten Gebäude war die so klein, dass kaum Möglichkeit bestand, sie anders als ein Bücherlager zu benutzen. Im Trubel des Umzugs wurden die Regale erst mal hochsymmetrisch, aber unpraktisch im Raum verteilt. Das war besonders dem Kollegen Z. ein Dorn im Auge, da er mehr mit der Bibliothek vorhatte, und deshalb haben wir beide heimlich in den Pfingstferien Osterferien die Regale umgeräumt. Heimlich deshalb, weil wir nur die nötigsten Kollegen um Erlaubnis gefragt haben, da das eher im Handstreich gestehen musste, weil sich sonst eh …

Schulbibliotheken

Heute gleich zwei Meldungen dazu bei Bildungsklick gelesen: Schülerinnen und Schüler, die gute Schulbibliotheken benutzen, schneiden in Leistungstests besser ab. Zumindest für die USA und Kanada gilt anscheinend, dass Schüler an Schulen mit guten Schulbibliotheken in landesweiten Leistungstests bis zu 20% besser abschneiden als Schüler an Schulen mit weniger guten Schulbibliotheken. (Gut, das sagt noch nichts über Kausalität aus.) Und was kennzeichnet eine gute Schulbibliothek? Gut ausgebildetes Personal Lange Öffnungszeiten Qualität des Medienbestandes Zusammenarbeit der Bibliotheksleitung (library media specialist) mit den Fachlehrern Training von Arbeitstechniken in der Bibliothek (information literacy skills) Integration neuer Medien Hm. Ja. Wenn ich mir die …