Ideen für unsere Bibliothek

Wenn ich mit unserer Bibliothek mehr zu tun hätte, dann würde ich dieses Poster aufhängen:

Das Zitat stammt aus Wie man den Bachmannpreis gewinnt von Angela Leinen (a.k.a. sopranisse), sehr lesenswert, auch für Schüler interessant.
Das Poster habe ich selbst gebastelt unter Verwendung von freiem Bildmaterial von openclipart.org; wer weiterbasteln will, hier die erweiterte .svg-Datei zum Herumbasteln mit Inkscape, hier als pdf.

Überhaupt würde ich einige Dinge ausprobieren, um die Bibliothek beliebter zu machen. Für das Hauptproblem, dass die Bibliothek nämlich nicht oft genug besetzt, also vor allem am Nachmittag geschlossen ist, habe ich allerdings keine rasche Lösung. Ich hätte nichts gegen freiwillige Schüler als Aufsichten, wenn sich welche fänden.

Was für Pläne heckte ich noch?

  • Die Schüler fragen, wie sie ihre Bibliothek gerne hätten.
  • Weniger Bücher. Zumindest muss viel Schrott raus.
  • Eine Bibliotheksordnung und eine Couch.
  • Wenn’s nach mir ginge, eine Kaffeemaschine, aber die meisten Kollegen sind eher dagegen.
  • Noch mehr Poster.
  • Eine ausliegende Wunschliste, in die Schüler Vorschläge eintragen können.
  • Kommentarzettel auslegen (oder gleich Plastik-Reiter?), die man an die Regalvorderseiten kleben kann, unterhalb von den Büchern. Auf die Zettel schreibt man, was man warum oder wem empfiehlt. Das habe ich mal in England gesehen.
  • Kurze Empfehlungslisten von Büchern auslegen. Am besten in Schnellheftern, jedenfalls gut sichtbar. Die Listen könnten heißen:
    • Drei Bücher für Denker. (William Poundstone, Im Labyrinth des Denkens; Passig/Scholz, Lexikon des Unwissens. Jens Soentgen, Selbstdenken! )
    • Drei Bücher für Dichter. (Stephen Fry, Feigen, die fusseln.)
    • Drei Bücher für Kriminologen. (Doyle, Christie, Chandler. Vielleicht Peter Nusser, Der Kriminalroman.)
    • Die schönsten Liebesgeschichten.
    • Schreiben und Lesen lernen. (David Lodge, Die Kunst des Erzählens; Angela Leinen, Wie man den Bachmannpreis gewinnt.)
    • Spannende Naturwissenschaft. (Darwin. Dawkins. Gould. Richard P. Feynman, Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman. Steven Schwartz, Wie Pawlow auf den Hund kam…
    • Und selbstverständnis von jedem Deutschlehrer ein Schnellhefter, in dem dessen zehn Lieblingsbücher ausführlich vorgestellt werden.

    Dass man für die Vervollständigung dieser Liste Aufkleber als Abzeichen kriegt, das bin vermutlich wieder mal nur ich, also würde ich vorerst darauf verzichten. Aber ich liebe nun mal Aufkleberalben. Das ist der verhinderte Pfadfinder in mir, mit all den Abzeichen.

Web 2.0 finde ich toll. Aber mit Papier 2.0 kann man auch viel lernen – ähnlich selbstständig wie mit modernen Medien.

– Zitierte Werke:

  • Angela Leinen, Wie man den Bachmannpreis gewinnt. Gebrauchsanweisung zum Lesen und Schreiben. München: Heyne 2010.

6 Antworten auf „Ideen für unsere Bibliothek“

  1. Das Plakat gefällt mit – und weiterbasteln ist eine gute Idee: die Bücher des Zitats könnten für eine Schulbibliothek durch solche ersetzt werden, die die Kids jetzt lesen. Hanni und Nanni ist nur mehr ein Nischenprodukt – in unserer Bibliothek ist der eindeutige Favorit für die entsprechende Altersgruppe Thomas Brezina. Aber vielleicht sollten seine Bücher ab einer gewissen Körpergröße nicht mehr verliehen werden? ;-)

  2. Hach, das sind so tolle Ideen, das klingt nach einer Traumbibliothek! So eine hätte ich als Schülerin gerne gehabt und jetzt als Lehrerin träum ich einfach mal mit. :) Da ich in Elternzeit bin, kann ich mich nicht dahinterklemmen, aber was jetzt nicht passiert, kann ja später noch werden… Der Artikel inspiriert jedenfalls ungemein! Danke!
    Und das Plakat ist toll! :)

  3. Thomas Brezina, genau. Man könnte statt des Posters ein zweimeterhohes Lineal anbringen – so eines, an dem Eltern das Wachstum ihrer Kinder messen. Zu meiner Zeit gab es da nur einen Bleistiftstrich an der Tapete, inzwischen gibt es da doch sicher lustige Vorlagen für Eltern.

  4. Was ich nicht so ganz verstehe, ist der Umstand, dass wir in Fürstenfeldbruck eine ganz wunderbare Stadtbibliothek haben, sich das dortige Personal viel Mühe mit Grundschulkindern macht, tatsächlich auch fast immer Schüler vom GRG dort sind, wenn ich hingehe, und trotzdem kaum ein Schüler unsere eigene Schul-Bibliothek ganz selbstverständlich nutzt. Fast scheint es so, dass es da ein Feng-Shui-Problem gibt… Liegt das daran, dass man als Oberstufenschüler beim Kollegstufenbetreuer-Büro vorbei muss, an Lehrerzimmer, Sekretariat und Schulleitung?

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