Wie viele Leser hat dieses Blog?

Manchmal schaue ich täglich in meine Statistiken, manchmal zwei Wochen lang gar nicht. Aber natürlich habe ich sie im Auge, und natürlich frage ich mich gelegentlich, wie viele Leute eigentlich dieses Blog lesen. Es sind wohl weniger, als man denkt – für ein Lehrerblog lesen viele Leute mein Blog, aber das ist kein Vergleich zu richtig bekannten Blogs.

Das Zählen von Besuchern ist außerdem nicht so leicht. Man kann einmal die Anfragen zählen, die an den Server geschickt werden. Wie oft wird der Server gebeten: „Schicke mir die Seite www.herr-rau.de/wordpress“ oder auch nur „Schicke mir folgendes Bild“? Diese Zahl an Anfragen ist sehr hoch. Allerdings bestehen diese Anfragen zu einem Großteil aus Bots der Suchmaschinen, also zum Beispiel aus kleinen Google-Robotern, die ständig durchs Web purzeln und einem bereits bestehende Link zu mir folgen. So behält Google nämlich den Überblick, was wo ist, und legt den PageRank einer Seite fest, der eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie weit oben eine Seite in den Suchergebnissen von Google erscheint. Bloße http-Anfragen zu zählen bringt also wenig.

Aber man kann Besucher zählen, die auf die Seite kommen und dort ein bisschen verweilen. Ab wieviel Sekunden zählt das als echter Besuch? Und: wenn ein Besucher mehrere Seiten betrachtet, zählt das dann als ein Besuch oder mehrere? (Einer, meistens.) Wo man da Grenzen festlegt, das ist von Besucherzählprogramm zu Besucherzählprogramm verschieden. Ich kriege an Wochentagen etwa 800-900 solcher Besucher laut dem einen Programm, zweihundert mehr laut dem anderen. In den Ferien sind es deutlich weniger. Aber auch hier: ein guter Teil dieser Besucher kommt durch eine Suchmaschine auf irgendeine alte Seite von mir und bleibt dort 10 Sekunden und geht dann wieder. Zählt das als Leser?

Andererseits: viele Leser schauen nicht täglich auf meine Seite. Manche vielleicht fast nie, nämlich die, die mein Blog über einen Feedreader abonniert haben und allenfalls zum Kommentieren mal vorbeischauen. Also fragen wir mal: wie viele Leute haben mein Blog mit einem solchen Reader abonniert?
Auch das kann ich nicht herausfinden, aber ich kann sagen, wie viele Leute das mit dem Google Reader getan haben: 344 sind es erst einmal laut Google. Zumindest kriegt man diese Zahl, wenn man im Reader „Abonnement hinzufügen“ anklickt und nach einem Blog sucht. Tatsächlich ist das nur der Hauptfeed der Seite, es gibt parallele Feeds in anderen Formaten (Atom zum Beispiel), die laut Google-Webmaster-Statistik noch einmal 150 Abonnenten ausmachen, so das ich auf knapp 500 Google-Abonnenten komme. Das sind dann doch viel mehr, als ich gedacht hätte, auch wenn da Mehrfachabonnements oder vergessene Accounts dabei sein mögen. So richtig viele sind es aber immer noch nicht: der Teacher und Frau Freitag haben noch deutlich mehr.

Nachtrag, nur zur Sicherheit: Ich wollte weder groß angeben mit meinen Zahlen, wie hoch die doch sind, noch jammern, dass sie so klein sind. Sondern einfach informieren, weil ich in den letzten Wochen zweimal explizit gefragt wurde.

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17 Thoughts to “Wie viele Leser hat dieses Blog?

  1. Hallo,

    zwei Kommentare zu RSS:
    1. Für RSS-Statistiken gibts z.B. FeedBurner
    2. Was ist mit Abonennten, die zwar den Feed abonniert haben, ihn aber nicht lesen? Zählen die?

    Grüße
    Christian

  2. Bei mir sagt Google Reader unter »Details anzeigen«, dass das »Lehrerzimmer« 97 Abonnenten hat. Selbst Google scheint sich also nicht sicher zu sein …

  3. Also ich lesen die meisten Artikel. Habe den RSS Feed im Abo und lese grundsätzlich in meinem Feed Reader. Das ist natürlich dann komplizierter für die Statistik, aber was solls. Der Inhalt zählt.

  4. Bei den Google-Webmaster-Statistiken sehe ich das so:

    344 Leute haben https://www.herr-rau.de/wordpress/feed abonniert,
    97 Leute haben https://www.herr-rau.de/wordpress/feed/ abonniert.

    Warum mal der eine, mal der andere Feed genannt wird: weiß nicht, ich hatte gedacht, dass immer der größere drankommt. (Vermutlich habe ich den ersten und du den zweiten abonniert, Julius?)

    Feedburner: ich wollte meinen Feed nie aus der Hand geben, deswegen habe ich nie damit angefangen. Nichtlesende Abonnenten: ja, sinnvolle Zahlen sind schwer, wenn es um solche relativ kleinen Größenordnungen geht.

  5. Ich denke, es ist wichtig, die Relation zu sehen:
    Für einen Spartenblog sind das ziemlich hohe Zahlen (nicht zu vergessen unter „weitere Erfolge“: Das SPIEGEL-Interview :-D).

  6. „Aber man kann Besucher zählen, die auf die Seite kommen und dort ein bisschen verweilen. Ab wieviel Sekunden zählt das als echter Besuch?“

    Nein, das kann man (technisch bedingt) nicht. HTTP ist ein zustandsloses Protokoll; der Client ruft vom Server Dateien ab (also bspw. die Webseite samt Stylesheets, Bildern etc. pp.) und zeigt diese an. Nach diesem Zugriff ist die Verbindung beendet. Ob der nächste Abruf vom selben Rechner oder gar derselben Person erfolgt, läßt sich nur bedingt feststellen (Vergleich der IP-Adresse, Setzen von Cookies; beides keine wirklich sicheren Lösungen dank Proxys, NAT und Co.).

    Insbesondere kann man nicht feststellen, wie lange ein „Besucher“ „verweilt“; dieses Konzept kann es schon technisch nicht geben. Weil nach dem Abruf einer Webseite samt Zubehör die Verbindung wieder beendet wird, kann der Server nicht wissen, ob diese Webseite sofort wieder „weggeklickt“ wird, ob der Nutzer sie 5 Sekunden überfliegt oder eine halbe Stunde lang studiert. Feststellen kann man allenfalls, ob vermutlich (siehe oben) derselbe Nutzer noch eine oder mehrere weitere Seite(n) aufruft und wieviel Zeit zwischen dem ersten und dem letzten Aufruf vergangen ist. Daraus kann man dann eine „Verweilzeit“ auf der Webpräsenz (Website), nicht aber dem einzelnen Dokuemtn (Webseite, Page) postulieren, die jedoch alles andere als realitätsnah ist.

    „Aber auch hier: ein guter Teil dieser Besucher kommt durch eine Suchmaschine auf irgendeine alte Seite von mir und bleibt dort 10 Sekunden und geht dann wieder.“

    Auch das kann man prinzipbedingt nicht wirklich feststellen. Allenfalls kann man sagen (wenn man keine direkten Links zu anderen Webseiten setzt, sondern alle Links über eine Weiterleitungsfunktion realisiert, so daß zunächst ein Script auf der eigenen Präsenz aufgerufen wird), daß nach einem Abruf der Seite X nach 10 Sekunden von derselben IP-Adresse eine Umleitung nach extern aufgerufen wurde. Das heißt nicht, daß der Nutzer in diesen 10 Sekunden wirklich die Seite gelesen hat (möglicherweise hat er ja mehrere Suchergebnisse parallel geöffnet und schaut sie sich der Reihe nach an); vor allem erfast dieses System diejenigen nicht, die eine Seite als Suchergebnis aufrufen und dann nicht von dort aus über einen „Umleitungs-Link“ weitersurfen, sondern vielleicht einfach den Tab / das Fenster schließen oder eine neue URL eingeben.

    „Andererseits: viele Leser schauen nicht täglich auf meine Seite. Manche vielleicht fast nie, nämlich die, die mein Blog über einen Feedreader abonniert haben und allenfalls zum Kommentieren mal vorbeischauen.“

    Ich würde ja vermuten, daß das mit Abstand der größte Teil der Leser so macht (wer hat denn Zeit oder Lust, ein, fünf oder fünfzig Blogs aufzurufen, nur um zu schauen, ob sich dort etwas neues ergeben hat?), aber vielleicht überschätze ich dabei technisches Knowhow und Effektivität maßlos.

    Zu den Größenordnungen: 100 regelmäßige Leser würde ich – gerade für ein Spartenblog – bereits für eine beträchtliche Reichweite halten.

  7. Mit den Einschränkungen von -thh würde ich zwischen Nutzern und Lesern unterscheiden.

    Nutzer kommen auf meine Seite über Google, finden den Artikel hoffentlich interessant und sind dann wieder weg (Bis heute hatte ich auch nur diejenigen ernst genommen, die über 1 Min. verweilten, aber das ist ja technisch offenbar gar nicht feststellbar.)

    Leser kommen wieder und haben wahrscheinlich den Feed abonniert. Leider ist aus den genannten Gründen nicht feststellbar, wie viele es von diesen Lesern gibt. Und Google Analytics‘ „Wiederkehrende Besucher“ sind wahrscheinlich ähnlich zuverlässig wie alle anderen Schätzdaten.

    Für ein Nischen-Blog halte ich die Verbreitung von lehrerzimmer für sehr gut. Ein Vergleich mit Frau Freitag oder teacher hinkt, weil dort über die Lehrer hinaus durch das Anakdotische der Beiträge eine breitere Zielgruppe angesprochen wird. Es ist ein Unterschied, ob ein Kfz-Mechaniker über die Eigenarten des neuen Golf berichtet oder über seine täglichen Erlebnisse mit Kunden…

    Ich bin ein Leser ;-)

  8. Stimmt schon alles, thh, und danke für die detaillierte Darstellung.

    Man kann Besucher nur indirekt zählen: wenn eine Anfrage von einer IP-Adresse kommt, und bald darauf eine weitere Anfrage von derselben IP-Adresse, dann war das vermutlich der gleiche Mensch und es zählt als ein Besuch. (Was heißt „bald darauf“? Das ist Ansichtssache, daher unterscheiden sich auch die Ergebnisse.) Zumal, wenn die Quelle des zweiten Aufrufs die erste Seite ist, dann kann man schon sehr davon ausgehen, dass da einer von der einen Seite zur zweiten geblättert hat. Und so stellen die üblichen Statistikprogramme ja auch zusammen, wer welche Seiten in welcher Reihenfolge besucht hat. Das geht schon ziemlich gut. Aber natürlich unterscheiden sich auch deshalb die Zahlen der einzelnen Counter.

    Die Länge des Besuches ist tatsächlich schwierig, man nur Mindestbesuchszeiten angeben, da nicht ermittelt werden kann, wann eine Seite verlassen wird.

    (Bei all dem müsste man nicht über die IP-Adresse gehen, sondern könnte auch die Browserkonfiguration nutzen. Allerdings glaube ich nicht, dass Programme so vorgehen. Trotzdem: so ziemlich jeder Browser ist anders konfiguriert, läuft mit anderen Plugins auf einem anderen Betriebssystem, und all diese Informationen werden zusammen mit einem http-Aufruf übertragen. Hier kann man überprüfen, wie eindeutig der eigene Browser-Fingerabdruck ist: http://panopticlick.eff.org – mein aktueller Browser ist unter 1,5 Millionen getesten einmalig.)

  9. Top100-Blogs (ich keine den Autor eines solchen) in Deutschland kommen bei der von -thh angesprochenen Zählung auf ca. 3000-4000 Uniques am Tag, d.h. von so vielen verschiedenen IPs. Bots lassen sich mit Statistiksoftware wie piwik ganz gut eliminieren, d.h. die Logs bereinigen.

    Ich frage mich, ob das „Wie viel?“ oder das „Wen?“ wichtiger ist. Deine Ideen werden ja auch wieder multipliziert, z.B. von Hokey, der gerade eine Rau-Fanphase durchläuft oder auch mir, der gerne das ein oder andere verwurstet oder weiterdenkt.

    Ich schaue aber auch gerne auf Statistiken und war ganz enttäuscht, als Piwik nur die Hälfte von dem zählte, was WordPress-Stats zu auspuckte.

    Du hast dich entschlossen, unter deinem echten Namen zu schreiben. Natürlich bedingt das gewissen Einschränkungen, weil du eben nicht in Klischees schreibst. Darin bist du mir ein Vorbild – über alles im Schulsystem darf gemeckert werden – außer über Schülerinnen und Schüler. Das ist auch eine wichtige Regel für mein Wirken geworden.

    Reichweite – ist was Nettes und ein Faktor. Aber eben nur einer.

    Gruß,

    Maik

  10. Das „wie viel“ ist sicher viel weniger intessant als das „wer“. Gilt für meine Lieblingsautoren und für Blogs ebenso. Schüler, Eltern oder Kollegen an meiner Schule (und Familienmitglieder) zählen ohnehin doppelt, finde ich, sozusagen.
    Und natürlich hängt die Zahl an Besuchen auch von der Zahl an Einträgen ab – je mehr man schreibt, desto eher verirrt sich irgendwer auf die Seiten.

    Ich interessiere mich schon für meine Statistiken, aber sie sind weniger wichtig als Kommentare, Links, Lob von Frau Rau, eigene Zufriedenheit über Formuliertes, Erkenntnisgewinn durch Festhalten. Es gibt noch eine ganze Menge offener Fragen in meinem Kopf, auf die ich mir erst dann eine Antwort erhoffe, wenn ich mal dazu gekommen bin, einen Blogeintrag darüber zu schreiben.

  11. Ich weiß nicht, wie viele Leser hier täglich oder so hinkommen. Ich weiß aber, dass ich mehrmals die Woche vorbeischaue … und warum?
    Auch das weiß ich.
    Weil es einer der besten (Lehrer-)blogs ist, die ich ich kenne.

    Danke. ;)

    Markus

  12. chichichi

    du darfst schon ein bisschen angeben, herr rau, echt kein problem.* ;)

    ich kommentiere hier ja auch nur, damit ich ein bisschen brosamen abgreifen kann ;) blogtechnisch.

    *weil du deine sache ja auch gut machst.

  13. Okay, dann oute ich mich mal. Nach obiger Definition bin ich kein Nutzer, sondern ein Leser. Ich schaue regelmäßig herein, überfliege den einen Artikel und studiere den andern, indem ich sogar noch den Linktipps folge. Und dies alles ohne jegliche Not: Ich bin weder Lehrerin noch habe ich sonst wie mit Schule zu tun.

    Ich bin hier hängen geblieben, weil mich 1. die persönliche Sicht des Autors interessiert, weil 2. der Autor angenehmes lesbares Deutsch mit hilfreichen Satzzeichen schreibt, weil 3. der Blog schön gestaltet ist, ohne mich lange suchen zu lassen oder mir mit Werbung oder greller Farbe auf die Nerven zu gehen, weil ich 4. einen – wenngleich subjektiven – Einblick ins Schulleben und in andere Bereiche erhalte, für die mich mich sonst nicht extra auf den Weg machen würde, und 5. weil alles zusammen anregender und unterhaltsamer ist als vieles, was man mir woanders bietet.

    Ich weiß, die Intention dieses Artikel ist eine andere, aber ich nutze mal schnell die Gelegenheit, um mein Lob loszuwerden.

  14. Also… „Fanphase“ ist untertrieben, ich bin Fan mit Dauerkarte!

    Wichtig finde ich, ist neben dem oben schon Genannten auch der „nostalgische“ oder „historische“ Wert eines Blogs. Nochmal alte Beiträge aus dem Referendariat oder dem Studium lesen zu können, ist manchmal einfach schön.

  15. Ich will mal etwas anderes in die Runde schmeissen – ich lebe in den USA und habe keine Zwangstrennung. Ich habe seit Monaten ein und dieselbe IP. Wann werde ich als neuer Besucher gezaehlt; einmal pro Tag?

    Aber mal ganz davon ab, ich bin deutscher Student in den USA studierend und Gelegenheitsleser des Rau’schen Blogs. Wie A.L. moechte ich damit auch gerne mein Lob loswerden.

  16. Vielen Dank für das Lob euch allen. Ich bin nicht sehr gut im Umgang damit, aber danke schön.

    Was als Besuch gezählt wird: ich weiß nur, dass das jedes Zählprogramm unterschiedlich macht. Wenn innerhalb von einer bestimmten Zeitspanne mehrere Anfragen von derselben IP-Adresse kommen, zählt das als ein Besuch, wenn dazwischen aber mehr als – eine, zwei, zehn? – Stunden liegen, zählt das als zwei Besuche. Vermutlich könnte man sich die Details bei den Programmen anschauen, aber so sehr hat mich das noch nicht interessiert.

    Ich müsste auch nachschauen, wie lang die Daten überhaupt gespeichert bleiben. Ein Counter, den ich benutzt habe, hat jeweils die letzten 500 Anfragen gespeichert, mit IP-Adresse, Browser, Betriebssystem usw. Danach sind die Daten weg. Ich weiß nicht, wieviel Google Analytics speichert, das ist in Deutschland datenschutzrechtlich ein Problem, da wohl a) recht viele Daten b) zentral und c) auf US-Servern gespeichert werden.

    Im Moment nutze ich – bei Maik gesehen – Piwik, dabei werden alle erfassten Daten auf meinem eigenen Server gespeichert und sonst kommt niemand heran. Aber was da als Besuch gezählt wird, habe ich auch noch nie nachgeschaut.

  17. Hallo,
    Ich schaue ab und zu bei den bekanntesten Lehrerblogs vorbei, natürlich auch bei dir. Ich kann als anonymer Blogger viel kritischer und direkter schreiben und schneide gerne Themen an, die zu heftigen Diskussionen führen können. Dagegen schätze ich deine seriöse und tiefgründige Art.

    lg teach

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