c‑jump

Vorgestern ging es um den Tag des digitalen Lernens. Etwas, das analog und digital zugleich ist, zeige ich hier – ein Brettspiel:

Der Titel des Spiel ist ein Wortspiel mit “Ski” und der Programmiersprache “C”. Als Spiel ist es recht simpel: jeder Spieler kriegt eine oder zwei Figuren und bewegt sie nach Würfelwürfen den Kurs entlang, bis alle im Ziel sind. Der Kurs besteht aus Kästchen mit jeweils einem Element der Programmiersprache C darin (und damit auch Java sehr ähnlich).
Vor jedem Zug schaut man sich das Feld an, auf dem man steht, und wenn dort “x+2;” steht, würfelt man und zählt 2 dazu, und so viele Felder zieht man dann weiter – ebenso für x+3; und x++; und so weiter.
Es gibt besondere Felder, etwa “if (x==1)” oder “switch(x)”. Diese Felder eröffnen alternative Skipisten abseits der blauen main()-Piste – man würfelt und schaut, ob die Bedingung erfüllt ist und wechselt abhängig davon zu einem anderen Pfad.

Zu kaufen gibt es das hier. Als Spiel ist das vermutlich nicht allzu spannend, die Besprechung bei boardgame geek klingt eher mäßig. Ich habe auch noch keine Mitspieler gefunden. Aber Informatiker müssen das doch einmal ausprobieren. Wenn sich also mal in München ein paar zum Spielen treffen möchten, ich wäre dabei. (Interesse? Interesse?)
Auf das Spiel bin ich gekommen durch eine Seite mit Spielen für Informatiker. Da gibt es noch andere kuriose Spiele.

Ich hätte auch noch Ideen für Verbesserungen oder für weitere Spiele.

  • Als Erstes stört mich der Umgang mit dem x. Das sollte nicht jedesmal neu erwürfelt werden, sondern fest bleiben und für alle Spieler gleich bleiben, bis es irgendwann geändert wird. Dazu legt man einen Bereich am Spielfeldrand fest, mit “x” beschriftet, auf dem man einen oder mehrere Würfel ablegt, deren Augenzahl dem aktuellen Wert von x entspricht.
  • Überhaupt: Bereiche am Spielfeldrand, die für Variablen stehen. Ein Bereich für x, y, z, mit Würfeln, die den aktuellen Wert angeben. Und einen weiteren Bereich, nummeriert von 1–6, der sechs Speicherzellen darstellt, in denen alles mögliche drin sein kann. (Weitere Würfel, oder eher kurze Wörter aus Buchstabenwürfeln?) Dann muss man sich nur noch einig sein, ob x den Zahlenwert angibt (etwa 1), oder auf den Inhalt der Speicherzelle (etwa mit der Nummer 1) verweist.
  • (Grundgedanke, zu erweitern: Den Zustand eines Objekts mit eienr Anzahl von Variablen-Würfeln auf dem Spielfeld angeben.)
  • Dann wäre es mir lieb, wenn die Spieler nicht auf demselben Kurs fahren würden, sondern auf verschiedenen Kursen – entweder mehrfach den gleichen, oder auch auf echt unterschiedlichen Kursen. Das wären dann, sagen wir, eigene Spielpläne, die man parallel nebeneinander legen könnte. Die Spieler wechseln sich auch nicht einfach ab, sondern ein Spinner (eine Drehscheibe, scheduler genannt) entscheidet, wer jeweils als Nächstes drankommt. Damit kommt man dem parallelen Arbeiten von Threads, sagen wir, näher.
  • Nächste Stufe: es gibt bestimmte Streckenteile, die doch von allen Strecken genutzt werden. Damit kann man das Erzeuger-Verbraucher-Problem modellieren.

Andere Spiele, die ich im Blog vorgestellt habe und für die ich auch nie Mitspieler finde:

Digilern 2012 – Lernen mit digitalen Medien (und Wettbewerb)

Vom 8.–10. März findet in Ottobrunn bei München zum Tag des digitalen Lernens 2012 der Kongress Lernen mit digitalen Medien statt. Gastgeber ist das Gymnasium Ottobrunn, organisiert wird die Veranstaltung von einem P‑Seminar des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt. Anmeldetermin: bis 20. Februar.

Der Kongress dauert drei Tage: erster Tag Barcamp, die anderen Vorträge und Programm. Ich werde auch da sein, habe aber keinen Vortrag eingereicht – weil da schon jede Menge hochkarätige Gäste da sind und ich zwei Wochen danach auf dem Südbayerischen E‑Learning Tag quasi dienstlich eh schon einen Vortrag halten muss eben erfahren: fällt aus. Das, und Faulheit. Aber ich bin schon sehr gespannt auf die Inhalte dort und freue mich über die Gelegenheit, ein paar Gesichter zu den Namen aus dem Web kennenzulernen.

Nachtrag: Bericht von der Digilern.)

Es gibt im Rahmen der Digilern auch einen Wettbewerb, auf den ich hinweisen möchte. Zu gewinnen sind 7 mal 30 Laptops für die Schule. Dazu müssen Schüler einen kurzen Videofilm drehen, der zeigt, warum die Schule die Laptops gut brauchen kann. Drei Fragen soll der Film beantworten, selbstgewählte oder eine Auswahl aus einer Reihe Vorschlägen auf der Wettbewerbsseite (wo auch Details zum Wettbewerb stehen).

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(Zweiter Videoclip, der sich direkt an Schüler richtet.)

Mögliche Fragen sind zum Beispiel:

  1. Ist die Schule für dich und deine Freunde so etwas wie ein Social Network?
  2. Wie, glaubst du, würde der Unterricht aussehen, wenn den Schülern das Internet ständig zur Verfügung steht?
  3. Im Internet findet man doch Fragen auf alle Antworten! Warum sollte man also noch zur Schule gehen?

Das Video muss bei Youtube hochgeladen sein, soll Popsonglänge haben, Einsendeschluss 1. März 2012. Ich werde meine Schüler darauf hinweisen, vielleicht läuft da ja etwas.

Ich bin ja selber sehr dafür, dass Computer in die Schule kommen. Gestern hörte ich vom ersten Schüler, der fragte, ob er die Schullektüre auch auf seinem E‑Book-Reader mitnehmen könne. Computer sind tolle, tolle Werkzeuge und das Internet ist eine tolle, tolle Sache. An den großen Zeitenwechsel, wie er mir auf Twitter immer wieder um die Ohren geschlagen wird, glaube ich indes nicht. Das Internet macht Kluge noch klüger und Dumme noch dümmer, und die Schüler, die sich bisher vor Arbeit und Motivation drückten, werden weiterhin Wege finden, das zu tun. Es sei denn, man zeigte mir, dass das bei digitalem Lernen schwieriger ist. Da hat der Hund dann halt auf den Rechner gepinkelt statt die Hausaufgaben gefressen.

Digitales Lernen muss ja nicht unbedingt mit Computern zu tun haben, digital ist ja auch das elektrische Lernspiel aus den 1970er Jahren, mit dem ich Ethnologie und Fischarten gelernt habe. (War das Elexikon von Ravensburger, oder ein Konkurrenzprodukt?) Digital ist zum Beispiel auch alles, was nur zwei Werte kennt, “falsch” oder “richtig”, oder nur sechs Werte von “sehr gut” bis “ungenügend”. (Analog ist dagegen die Reaktion: “Das hast du schön gemacht/das gefällt mir”, weil man das nicht in festen Einheiten ausdrückt.) Sehr digital sind auch die Finger, englisch digits, lateinisch digiti und da kommt letztlich auch das Digitale her: die zehn Finger nutzt man zum Rechnen, und Finger sind dabei eine unteilbare kleinste Einheit. (Wenn man nicht gerade mit den Fingergliedern bis 60 zählt.) Digitaler als Abzählreime geht fast nicht… Als analog könnte man mit etwas gutem Willen Elle und Fuß betrachten, deshalb waren die ja auch überall verschieden lang.

– Heute ist übrigens der vom Europarat ausgerufene Data Protection Day. Da sollen wir alle darauf acht geben, dass unsere Daten sicher sind. (Vor Facebook, nicht vor einer Vorratsdatenspeicherung.)
Als Gegenveranstaltung dazu gibt es den Open in Public Day, der demonstrieren soll, dass man nicht reflexartig Angst davor haben muss, dass irgendwelche Daten in die Öffentlichkeit gelangen. Dazu stellen alle Teilnehmer bewusst peinliche Fotos von sich ins Blog oder soziale Netzwerke – genau die Bilder, vor denen uns unsere Eltern und Lehrer gewarnt haben. Die Partybilder, die dazu führen, dass man SOFORT keinen Job mehr kriegt, weil der Personalchef das bei Facebook gesehen hat. bei Twitter gibt es dazu den Hashtag #oipd12.* Ich habe überlegt, ob ich mitmachen soll, aber von mir sind eh schon genug peinliche Bilder im Blog. Ich hoffe ja heimlich darauf, dass mich bei einer Böses-Internet-Fortbildung mal ein Referent als Versuchsperson erwischt, um mich und die anderen Teilnehmer damit zu überraschen und zu schockieren, was das Internet alles über mich weiß.

*Wer nicht weiß, was ein Hashtag ist: auf Texttheater wurde das vor kurzem hervorragend analysiert.

Christian Stöcker, Nerd Attack!

Es hat mir großes Vergnügen bereitet, dieses Buch zu lesen. Der Titel ist launig und kann eigentlich nur eine Idee des Verlags gewesen sein. Aber sonst ist das Buch gut; ich weiß nur noch nicht, wem ich es empfehlen soll.

Christian Stöcker zieht eine Verbindung von den Commodore-64-Nutzern der frühen 1980er Jahre bis zu den besonders aktiven Internet-Nutzern der Gegenwart. Zwar beginnt er seine Geschichte der digitalen Welt schon einige Jahre zuvor, aber die Zäsur in Deutschland sieht er beim C64, und er ist ebenso wie ich ein Kind dieser Generation.

Das waren die ersten zwei Überraschungen für mich: Erstens, dass das Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen und das Tauschen von Material keine Erfindung der Kostenloskultur im Internet ist, sondern viel älter. Das hatte ich vergessen oder nie so gesehen. Ohne eine Spur von Unrechtsbewusstsein tauschten wir Spiele und Tipps, getrieben von Neugier darauf, was es alles gibt, was alles möglich ist mit dem Ding.

(Ein Cracker war ich nie. Ich spielte und tauschte, war aber in der Verwertungskette ganz unten. Zweimal war ich bei echten Nerds, die nicht so hießen, in der Wohnung – das waren Leute, die Lötkolben herumstehen hatten und Eprom-Brenner und volle Schreibtische.)

Die zweite Überraschung war, dass es möglicherweise mehr so Leute wie mich gab. Im Kaufhaus standen wir eh alle vor den Rechnern herum. Aber auch die anderen Beschäftigungen, die Stöcker nennt, kannte ich, bis hin zu den Details: Rolemaster, Call of Cthulhu, D&D, DSA, Steve Jackson Games – alles alte Bekannte. Und das Abhängen in Läden für gebrauchte Taschenbücher, Heftromane und Comics. SF-Autoren und ‑Filme sowieso.

(Und da ist es auch, wo die Computer-Nerds und ich verschiedene Wege gingen. Midgard fehlt in der Liste der erwähnten Rollenspiele – Midgard ist ein Spiel, das aus dem Fandom kommt, und da habe ich mich dann herumgetrieben. Nicht wirklich bei Midgard, auch wenn ich ein paar Jahre Mitglied bei FOLLOW war, aber in der Science-Fiction-Fandom-Ecke: Magazine herausgeben, auf Cons gehen, Briefe schreiben. Das taucht bei Stöcker nicht auf.)

Offen bleibt: Warum sind die Deutschen so computerfeindlich? Stöcker liefert nur Ansätze zu einer Erklärung. Er vergleicht die Entwicklung in den USA, wo Individualisten und Hippies und Technikfreunde gemeinsame Interessen entdeckten und als digitale Bürgerrechtsbewegung die Electronic Frontier Foundation entstand, mit Deutschland, wo Computer ein Mittel der Unterdrückung waren (Volkszählung und so weiter) und 1985 der erste mitgebrachte Computer in den Räumen der Bundestagsgrünen wieder entfernt werden musste, weil Teufelszeug.

Weitere Themen des Buches sind: der Umgang mit Daten, die Piraten, das Urheberrecht, Anonymous, kastrierte Rechner. (Kastrierte Rechner: Computer, die naturgemäß alles können, aber nicht alles dürfen.) Sachlich und doch begeisternd geschrieben. Ich bin aber auch leicht zu begeistern. Eine These eher am Rande ist die: dass es eine Nerdkultur gibt, innerhalb der man bestimmte Themen als bekannt voraussetzen darf. Star-Trek-Episoden, die wichtigsten Superhelden, die wichtigsten Science-Fiction-Werke, Fernsehserien. Meine Frage: Wenn das denn stimmt, ist es dann Zufall, dass sich Computerbegeisterte zu großem Teil auskennen auf diesen anderen Gebieten? Gibt es ebenso viele Weinkenner-Computernerds und Angler-Computernerds und Auto-Computernerds? Ist ein Nerd, um mal weiter diesen Begriff zu benutzen, einfach jemand, der Experte auf irgendeinem Gebiet ist, oder muss das Gebiet einfach nur obskur genug sein, oder muss es tatsächlich Science Fiction usw. sein?

Nach der Lektüre des Buches habe ich mich jedenfalls gut gefühlt. Weil ich mich als Teil einer Geschichte und Entwicklung sah. Und musste gleich Frau Rau einen Kuss geben, weil es so schön ist, dass die auch so eine ist. Möglicherweise nicht von Geburt an, aber inzwischen.

Heute in der Süddeutschen und ich habe nichts anzuziehen…

…also, nichts Bildungswichtiges gebloggt in den letzten Tagen, meine ich. Im Archiv der alten Beiträge, auch nach Schlagwörtern sortiert, gibt es mehr davon. Deshalb jetzt schnell noch etwas zum Vorzeigen.

(Zur Erklärung: In der SZ steht im Bildungsteil etwas über Lehrerblogger, und ein Foto von mir, weil ich so angenehm unanonym bin. Interviewt worden bin ich vor Weihnachten, schon mit dem Hinweis, dass der Beitrag nicht in der allernächsten Zeit entstehen würde. Der Journalist, soll ich von Frau Rau sagen, hat das gut gemacht.)

Ansonsten: bin heute nicht an meiner, sondern an einer anderen Schule, Moodle-Fortbildungsgeber. Bin gespannt, ob der Apple-Schulbuchvorstoß auch da etwas bewirken wird. Moodle wird genutzt a) zum Einsammeln von erledigten Aufgaben, b) zur Kommunikation in der Gruppe, c) zur Präsentation von Material und d) als Gestaltungsraum für Schüler. Je nach Schüler- und Lehrertyp überwiegt der eine oder andere Aspekt. Die Möglichkeit d) wird dabei zu wenig genutzt , für a) und b) lassen sich alternative Werkzeuge finden – und die Präsentation von Material kann viel eleganter in einem digitalen Schulbuch erfolgen, wenn – ja, wenn die Schüler flächendeckend mit geeigneten tragbaren Rechnern ausgestattet sind.

Der Vorstoß von Apple dazu: Software zur Erstellung von Schulbüchern bereitstellen; die dürfen dann nur über iTunesU verkauft werden (verschenkt aber auch auf anderen Wegen).
Einerseits gefällt mir das nicht: ich wollte zwar schon 2008 ein iTunes für Unterrichtsmaterial, aber damit meinte ich das iTunes, mit dem man beliebiges Material im Format RSS abonnieren kann, das aus beliebigen Quellen stammen kann und für das iTunes nur die Benutzeroberfläche darstellt. Gekriegt habe ich iTunesU, ein geschlossenes System mit einem proprietären Dateiformat.
Aber: das Ding ist sexy. Ich habe mir gestern ein paar Bücher heruntergeladen (“Introduction to Algorithms”, “Writing creatively: plays”, und das Vorzeigeprodukt “Life on Earth”), und es würde Spaß machen, mit Schülern daran zu arbeiten. Vielleicht nur, weil das so schön glänzt und auch am Ende des Schuljahres noch sauber aussieht, aber das ist ja auch schon etwas.

Als es neulich im Zuge des Schultrojaners um digitale Schulbücher ging, sagte ich, es fehlte nur ein geeignetes Format, dann würde ich mit einem beginnen. Das iTunesU-Buch ist es noch nicht ganz. Denn erstens will ich nicht mit einem iPad arbeiten, sondern mit einem – gerne sehr kleinen – Notebook-Rechner. Weil damit so viel mehr geht als mit einem iPad, und weil ich damit besser schreiben kann. Und ich will kein proprietäres, sondern ein offenes Format – gerne auch webbasiert, dann ist man von Rechnertyp und Betriebssystem unabhängig.

Kriege ich das, was ich will? Ich habe keine Ahnung. So oder so ist das Apple-Schulbuch sexy, im Sinn von: haben wollen, machen wollen. Vielleicht ziehen Flexbooks nach.

(Nachtrag: Ich bin gerne mal das Vorzeigekind für Lehrerblogs, weil ich schon sehr lange dabei bin, regelmäßig und abwechslungsreich und nicht anonym blogge. Und diesmal, weil ich so schön in Süddeutscher Nähe wohne. Aber cutting edge oder besonders analytisch bin ich nicht, da gibt es andere, sehr empfehlenswerte Lehrerblogs.)

Die Rechner meiner Kindheit und Jugend

(Weil ich gerade Nerd Attack! gelesen habe und bald dazu schreiben möchte.)

Andere Kinder meiner Generation mussten sich einen Commodore 64 von den Eltern erbetteln – und wurden dadurch zu Computernerds, wenn sie Glück hatten. Ich hatte eine andere Art Glück insofern, als dass mein Vater regelmäßig die neuesten Rechner nach Hause brachte (und mir heute noch Hard- und Softwaretipps gibt). Ein richtiger Nerd bin ich nie geworden, weil ich mich dann doch mehr auf meine anderen spinnerten Hobbys konzentrierte, aber dass ich mit Rechnern aufgewachsen bin, hat mir viel gebracht.

Magnavox Odyssey (1973)
Die erste Spielekonsole. An dieses Gerät habe ich kaum Erinnerungen. Gespielt habe ich damit jedenfalls sehr selten; das war auch etwas für Erwachsene, so wie Super-8- und Diaprojektoren und die Leinwand etwas für Erwachsene waren. Aber ich kann mich an die Schachtel erinnern und an die Plastikfolien, die man an den Bildschirm des Schwarzweißfernsehers klebte und die den Hintergrund für das Spiel darstellten. Volleyball, Tennis und diverse andere Pong-Varianten. Ein echter Vorläufer.

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CC-BY-SA 3.0, Autor: Martin Goldberg

Commodore PET 2001 (1977)
An dieses Gerät kann ich mich schon besser erinnern. 40 Zeichen Breite hatte der Bildschirm. Ich habe darauf kleine Programme in BASIC geschrieben. Man musste immer Zeilennummern davor schreiben, und zählte in der Regel 10, 20, 30 – so konnte man notfalls noch eine Zeile dazwischen quetschen, wenn man wollte. Richtige Programme kamen bei mir nicht heraus, mir fehlte auch der Ehrgeiz. Aber ich habe gelernt, wie die INST/DEL-Taste funktioniert.
Man beachte auch das schöne Kassettenlaufwerk. Damit lud und speicherte man Spiele. Festplatten gab es nicht.
Auf dem VC-20 von Jan lernte ich, als der PET bei uns schon von einem anderen Gerät abgelöst worden war und im Kinderzimmer stand, mein erstes Textadventure kennen. Ich kann mich an das Spiel kaum erinnern, ich weiß nur noch, dass ich dadurch die Wörter “dumb waiter” und “ante room” kennengelernt habe – und dass mir die einsprachigen Wörterbücher im Haushalt keine besondere Hilfe beim Verständnis waren. Es gelang meinem Vater und mir, dieses Spiel auch auf dem PET zum Laufen zu kriegen – auf allen CBM-Geräten lief das gleiche Commodore-BASIC V2.0.


CC-BY-SA‑2.0‑FR, Autor: Rama

CBM 4032 und CBM 8032 (frühe 1980er Jahre)
Das waren die Nachfolger des PET, schon mit massiven externen Diskettenlaufwerken. 40 Zeichen auf dem Monitor beim einen, schon 80 Zeichen beim neueren Gerät. Auf diesen Geräten habe ich mein Taschengeld erhöht, indem ich für meinen Vater Daten erfasst habe – es ging um Meisterschaften im Bogenschießen, für die ich regelmäßig Teilnehmer eintippte. Ich weiß noch, dass ich da die Begriffe “Menü” und “Maske” zum ersten Mal gehört habe. Ich denke, dass mein Vater mich da noch mehr an den Rechner heranführen wollte – er hätte es wohl lieber gesehen, wenn ich noch mehr damit gearbeitet hätte.
Spiele gab es auch ein paar dafür, aber nicht viele. Die meisten waren in BASIC, ich habe immerhin selber ein Snake programmiert. Aber ab und zu gab es auch welche in Maschinensprache, die grafisch beeindruckend und schnell waren. Aber natürlich trotzdem einfarbig grün auf schwarz.
1982 und 1983 habe ich auf diesen Geräten mit Textverarbeitungsprogrammen Science-Fiction-Fanzines gesetzt, ausgedruckt auf einem Typenraddrucker.
Später hatte mein Vater dann noch verschiedene andere Nachfolger des 8032, aber zu denen hatte ich nie eine Beziehung aufgebaut.


CC-BY-SA 3.0, Autor: Malcolm Farmer


CC-BY-SA 3.0, Autor Oguenther

Intellivision (1980)
Die einzige Spielekonsole, mit der ich je aktiv gespielt habe. Damals unterteilte man Spiele in Spiele mit nur einem Bildschirm (so sagten wir und meinten: eine einzige Grafik, vor der sich sämtliches Geschehen abspielte, und wo sich nur Art und Anzahl der beteiligten Figuren änderten), Spiele mit mehreren Bildschirmen (wo ein neuer Spiel-Level auch eine neue Grafik oder gar eine neue Aufgabe mit sich brachte) und Spiele mit scrollendem Bildschirm. Letztere waren etwas ganz Besonderes.
Die guten Intellivision-Spiele waren Tron, möglicherweise Dungeons & Dragons (das ich aber nie hatte) und vor allem Auto Racing: das war genial. Zwei Spieler gegeneinander auf einer Strecke, gesehen aus der Vogelperspektive. Wenn ein Spieler so sehr in Führung geriet, dass die Entfernung der beiden Wagen zu groß war, als dass noch beide auf dem Bildschirm Platz gehabt hätten, hatte der führende Fahrer gewonnen. Fuhr man in einen Baum oder eine der vielen großen Pyramiden am Straßenrand, schied man ebenfalls aus – auf dem Gras außerhalb der Strecke zu fahren, war aber erlaubt. Ich stellte fest: Wenn man sehr gut fuhr, konnte man die Strecke verlassen und sich an Bäumen und Pyramiden vorbei durch den Wald schlängeln und landete schließlich auf einer anderen Rennstrecke als der ausgewählten. Nicht schlecht für eine Auflösung von 160 x 196 Pixeln. (Aber viele blöde Spiele waren schon auch dabei.)


CC-BY-SA 3.0 unported, Autor: NaSH

Commodore 64 (1982)
Dazu muss man kaum etwas sagen. Tauschen von Disketten mit Mehtin aus der Schule und Arnold aus der Straße. Löcher knipsen in Disketten, um sie beidseitig verwenden zu können. Digitalisierter Ton (Enola Gay und und Kung Fu Fighting), digitalisierter Video (ähem, Pornographie). Und Spiele ohne Zahl. Ich habe nie ein Äquivalent zu Psi‑5 Trading Station gefunden. Ganze Ferientage im Bademantel verbracht. The Bard’s Tale, Blade of Blackpool. Impossible Mission, Archon. Der Rechner einer Generation.
(Wir hatten ein selbstgebasteltes Zusatzdingens, ein Eprom eingebaut, mit dem das Schnellladeprogramm, das man gerne mal vor dem Starten laufen ließ, gleich beim Herauffahren vom Betriebssystem geladen wurde.)


CC-BY-SA 3.0 unported, Autor: PrixeH

Commodore SX-64 (1983)
Den C64er gab es auch in tragbar, mehr oder weniger – 10 Kilo, keine Akkus, sondern nur Netzbetrieb. Und ein Monitor, der sehr, sehr klein war.
Diesem Rechner verdanke ich meine gute Rückenmuskulatur. Die typische Haltung sah so aus: auf dem Bauch liegend, Joystick oder Keyboard an den Fingern, die Ellenbogen auf dem Teppich, ohne dass sie dabei viel Gewicht trugen (die Unterarme mussten ja locker und beweglich bleiben), den Rücken krumm, den Oberkörper aufgerichtet.


CC-BY 3.0 unported, Autor: Return-magazin

Atari ST (1985)
Anfang 1987 habe ich auf dem Atari ST meine Facharbeit für die Schule geschrieben, und natürlich alles mögliche sonst noch. Auch die ersten Arbeiten für die Uni entstanden noch auf diesem Gerät oder dessen Nachfolger, dem TT. Allerdings hatten wir keinen Farbmonitor, sondern einen Schwarzweißmonitor (hochformatig!). Das war wichtig, weil Programme, die einen farbigen Monitor brauchten (also Spiele), nicht liefen, wenn nur ein Schwarzweißmonitor angeschlossen war. Der hatte dafür eine höhere Auflösung.


CC-BY‑2.5, Autor: Bill Bertram

– Und erst danach, Ende der 1980er, fing in unserem Haushalt die Zeit der IBM-PC-kompatiblen Rechner an – mit DOS und später Windows 3.1 auf einem 386er. Auf so einem Gerät entstand dann auch die Zulassungsarbeit fürs Staatsexamen. An einem 286er, mit einem Windows 1.x oder 2.x, habe ich nur im Hiwi-Arbeitszimmer an der Uni gearbeitet. Doom und Doom 2 im Studium, ein legal erworbenes Quake dann im Referendariat.

Wochenrückblick

1. Uni

Eine Aufgabe der beiden teilabgeordneten Lehrer im Wintersemester besteht darin, einen Repetitoriumskurs zu halten. Theoretische Informatik, Algorithmen und Datenstrukturen, Betriebssysteme und Datenbanken sind die wichtigsten Themengebiete, und wenn natürlich die Studenten die Hauptarbeit leisten, so muss ich doch typsiche Staatsexamensaufgaben heraussuchen, auf untypische hinweisen, und Lösungen parat haben. Für manche gibt es Musterlösungen, für die neueren nicht – also muss ich die erst einmal selber lösen, und auch die Musterlösungen muss ich erst einmal begreifen und kritisch beäugen. Mein Studium ist jetzt schon über sechs Jahre her, und wenn das auch ein vollwertiges Staatsexamen ist, so war das Studium schon sehr konzentriert und ich stoße immer wieder auf Bereiche, die ich ganz vergessen oder nie gewusst habe. Jetzt, nach dem ersten Durchgang, fühle ich mich erst einmal erleichtert, durchgekommen zu sein. Und beim nächsten Mal läuft das dann lockerer. Da muss ich zwar wieder Neues lernen, aber jetzt ist eine ordentliche Basis da. Jedenfalls fühle ich jetzt nicht mehr ganz so sehr als Hochstapler.

2. Schulalltag

Schulforumssitzung, Treffen Personalrat und Schulleitung, technische Vorbereitungen aufs Zwischenzeugnis. Die eine 9. Klasse habe ich ja durchs Schulhaus geschickt, die andere 9. gestaltet selbst einen Moodlekurs – erst mal nur zum Herumspielen, vielleicht kriege ich sie aber so zur Teilnahme oder es stellt sich gar als nützliches Werkzeug heraus. Kommt etwas Brauchbares heraus, wenn Schüler selber einen Kurs zu einem Thema anlegen?

3. SOPA

Am Mittwoch blieb die englischsprachige Wikipedia dunkel, ebenso wie andere Webseiten auch. Das war ein Protest gegen SOPA, den Stop Online Piracy Act, einen Gesetzesentwurf der USA, der inzwischen in dieser Form erst einmal von Tisch ist.

Die Theorie hinter SOPA: Es gibt zu viele Urheberrechtsverstöße im Internet. Ein neues Gesetz soll es erlauben, in- und ausländische Webseiten zu sperren (das heißt, aus dem DNS, dem Internet-Telefonbuch, zu entfernen und dadurch für Laien unauffindbar zu machen). Auch Facebook, Google, Wikipedia, die auf solche Seiten verlinken, dürfen das nicht mehr, ohne sich strafbar zu machen.

Ich bin aus mehreren Gründen gegen SOPA. Der Grund: Die Beweislast liegt dabei beim Angegriffenen: irgendwer behauptet einen Urheberrechtsverstoß. Dann kommt man auf eine schwarze Liste und wird gesperrt. Wenn Google das nicht tut und sich hinterher herausstellt, dass da tatsächlich ein Urheberrechtsbruch vorliegt, macht sich Google strafbar. Also muss man als Diensteanbieter sicherheitshalber sperren.
Außerdem wird so eine Zensurstruktur geschaffen, die es ermöglicht, beliebige Seiten zu sperren. Wikileaks hat durch die Veröffentlichung von geheimer diplomatischer Korrespondenz oder geheimgehaltenen Kriegsvideos kein Gesetz gebrochen, auch kein Urheberrecht. Trotzdem: bei einer bestehenden Zensurinfrastruktur würde, da bin ich mir sicher, Wikileaks sofort von den USA für die USA gesperrt.

Wenn Urheberrechtsbrüche vermutet werden, kann man das vor Gericht bringen und anklagen. Dazu braucht man kein SOPA. Da macht es auch gar nichts, wenn verschiedene Länder beteiligt sind. Die meisten Straftaten sind in vielen Ländern ebensolche, da kann man auch international kooperieren. Das hat die Schließung von Megaupload und die Verhaftung der Betreiber – in Australien – zwei Tage nach den SOPA-Protesten gezeigt.

Ein grundsätzliches Problem ist allerdings: Jedes Land hat irgendetwas, dass in seinem Land illegal ist und in anderen Ländern legal. Das möchte das Land dann für seine Bewohner sperren. Das wird noch öfter Probleme geben.

Anschauen: Die Daily Show zu den SOPA-Protesten. “Bring in the nerds.” “Actually, the word you may be looking for is ‘experts’.”

Ein Nebenschauplatz ist der: Ich bin dafür, dass man 69 Jahre nach dem Tod eines Schriftstellers dessen Werk ohne Erlaubnis verbreiten darf. Ich bin dafür, dass man bei Buchbesprechungen in Blogs das Titelbild des Buches verkleinert abbilden darf. Ich bin dafür, dass man ein paar Sekunden Fußballübertragung in einem Remix bei Youtube verwenden darf. Ich bin dafür, dass man kostenlos aus Büchern zitieren darf, bei denen die Rechteinhaber nicht mehr auszumachen sind. Ich bin dafür, dass ich in einem Film-Podcast ein paar Sätze aus dem Film einspielen darf. Das ist bei uns alles verboten.
Einerseits ist es den Rechteverwertern natürlich egal, wofür oder wogegen ich bin; die haben die Regierungen dazu gebracht, dementsprechende Gesetze zu erlassen, weil sonst die Kultur des Abendlandes untergeht, und diese Gesetze gelten nun mal. Andererseits ist es sinnlos und schädlich, Gesetze zu haben, die dem Rechtsempfinden so vieler Bürger widersprechen.

4. Apple und digitale Schulbücher

Apple hat das Geschäft mit digitalen Schulbüchern auf dem iPad eröffnet. Die Buchsoftware darauf ist nun erweitert, so dass Anmerkungen und Grafiken möglich sind; es gibt ein neues Mac-Programm zum Erstellen von Büchern dafür; und die damit erstellten Werke kann man auf einer Art iTunes nur für Schulbücher verkaufen. Aber auch nur dort und nicht anderswo. (Kostenlose Bücher kann man auch auf anderen Wegen verbreiten.)

  • Hokey betont, dass trotz aller Kritik an Apple und deren restriktiven Vorstellungen bei Dateiformaten und Vertriebswegen Apple auf diesem Weg wenigstens Leben ins Thema digitale Schulbücher bringt.
  • Maik Riecken weist darauf hin, dass Apple-Produkte und das App-Unwesen Nachteile haben: der Benutzer entfernt sich dadurch immer mehr von einem Verständnis, was wirklich im und um den Computer herum geschieht, und gibt Kontrolle darüber ab.
  • EduShift zieht bereits ein erstes Fazit und nennt Einzelheiten.

Tabellenkalkulation, Funktionen, und Idee für ein Kartenspiel

In der 9. Klasse arbeiten die Schüler mit Tabellenkalkulationsprogrammen, in meinem Fall Open Office Calc. Manchmal benutze ich auch das Wort Excel, aber immer auf der zweiten Silbe ausgesprochen, weil man ist ja Ober- und Englischlehrer. Excel, von to excel, und demnach ein Wortspiel mit ex-cell, wie in Zelle, gell.

Dabei sollen die Schüler aber nicht primär den Umgang mit solchen Tabellenkalkulationsprogrammen lernen, sondern das – allgemeinbildendere – Prinzip von Datenverarbeitung als Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe. Es geht etwas rein ins System, das System macht irgendwas damit, und es kommt etwas heraus. Klingt einfach, ist aber oft zu übersehen. So funktionieren auch Funktionen, wie man sie aus der Mathematik kennt: eine Zahl geht rein, oder auch mehrere, und eine – häufig davon verschiedene – Zahl kommt heraus. Tabellenkalkulationsprogramme sind voll von solchen Funktionen:

  • summe(zahl1; zahl2) – zwei Zahlen gehen rein, eine kommt heraus, zum Beispiel gibt summe(4;5) als Ausgabe 9
  • wenn(bedingung; dann; sonst) – drei Sachen gehen rein, eine kommt heraus, zum Beispiel bei wenn(b1>12; “ja”; “nein”)
  • zählenwenn(bereich; zahl) – viele Sachen gehen rein, eine kommt heraus, zum Beispiel gibt mir zählenwenn(b1:b30;6) die Anzahl der 6er im angegebenen Bereich
  • abrunden(zahl1; zahl2) – zwei Zahlen gehen rein, eine kommt heraus, zum Beispiel gibt abrunden(3,14159;2) als Ausgabe 3,14
  • code(text) – ein Text geht rein, eine Zahl kommt heraus, nämlich die ASCII-Codierungsnummer des ersten Buchstabens des Eingabetextes

Bei diesen Funktionen ist aber wichtig, dass ich die richtigen Datentypen als Eingabe wähle. summe(4;5) geht, weil beide Eingabewerte Zahlen sind und das bei summe so sein muss. summe("Hallo";"Peter") geht nicht, weil die Eingabewerte Text sind und nicht Zahlen.

Es gibt bei den gängigen Tabellenkalkulationsprogrammen – Wortungetüm, auf Englisch kürzer: spreadsheet – übrigens nur zwei Datentypen: Text und Zahl. Alles, was man in eine Zelle eingibt, läuft letztlich auf das eine oder andere hinaus. Eine Zahl, etwa die Zahl 2, kann ich darstellen als Währung, dann gibt es automatisch Nachkommastellen und ein Eurozeichen: 2,00 €; oder als Prozentwert, dann wird die Zahl 2 eben als 200,00% dargestellt. Ich kann sie aber auch, und das ist weniger bekannt, als Datum darstellen, dann steht da: 1.1.1900, oder als Boolescher Wahrheitswert, dann steht da WAHR. Aber im Grund bleibt das immer die unveränderte Zahl 2. Ich kann also auch damit rechnen: eine Zelle, in der das Datum 1.1.1900 steht, multipliziert mit einer Zelle, in der das Datum 2.1.1900 steht, ergibt den 5.1.1900, natürlich. Nicht dass das viel Sinn macht.
Das Allgemeinbildende daran ist: 1. Daten bleiben gleich, auch wenn man sie verschieden darstellt. 2. Daten bedeuten erst dann etwas, wenn man sie interpretiert – ob eine 2 eine 2 ist oder WAHR oder der 1.1.1900 oder 48 Stunden oder Mitternacht, das ist Definitions- und Interpretationssache.

Funktionen kann man auch verknüpfen:

  • abrunden(3,14159;2) gibt 3,14, und
  • summe(abrunden(3,14159;2);2) gibt 5,14, und
  • produkt(summe(abrunden(3,14159;2);2);2) gibt 10,28

und beliebig so weiter. Darstellen kann man das grafisch in Datenflussdiagramm. Das fällt nicht allen Schülern leicht.
In so einem Diagramm steht ein eckiger Kasten für einen ein- oder ausgegebenen Wert, also eine Zahl oder einen Text. Die Funktionen werden durch Ellipsen dargestellt, aus der 1 Pfeil hinausgeht (zu einem Ausgabekasten oder zur Weiterverarbeitung in einen Eingang einer weiteren Funktion) und im Prinzip beliebig viele Pfeile hineingehen – sagen wir, 1–3, der Einfachheit halber.

Zum Üben heute habe ich heute meine Neuntklässler ins Schulhaus geschickt, solche Diagramme anlegen.

  • Arbeitsmaterial dazu: Papier im Format DIN A5, Stifte, Handy.
  • Anlegen des Materials: auf jedes Blatt kommt entweder ein Kasten, der mit “Text” oder “Zahl” markiert ist. Oder es kommt ein Ellipse darauf, aus der unten jeweils ein Pfeil heraus und oben 1–3 Pfeile hinein gehen. Jeder Pfeil wird ebenfalls mit “Text” oder “Zahl” markiert.
  • Von diesen Blättern eine ganze Menge verschiedene anlegen.
  • Dann kann man diese Blätter zusammenpuzzlen. Die einzigen Legeregeln: 1. Pfeile dürfen nie in der Luft hängen, sondern müssen immer irgendetwas verbinden, und 2. man darf nur “Text” mit “Text” und “Zahl” mit “Zahl” verbinden.
  • Auftrag: im Schulhaus in Gruppen ein schönes großes Puzzles zusammenlegen, und überlegen, welche Funktionen die Ellipsen darstellen könnten. Fotografieren.

Wenn man sich daran hält, kommen immer syntaktisch korrekte Diagramme heraus, die man fehlerfrei in der Tabellenkalkulation umsetzen kann. (Hat natürlich nicht bei allen geklappt.) In eckigen Kästen darf dabei immer nur eine Zahl oder ein Text stehen, sonst nichts, und schon gar nichts Zusammengesetztes wie “Maxis Alter = 12” – dazu neigen meine Schüler nämlich.

Datenflussdiagramme sind eigentlich für mehr gedacht als die Beschreibung von Funktionen, und auch die Angabe der Datentypen (“Text”, “Zahl”) ist nicht üblich. Aber ich wollte das explizit als Vorbereitung auf die zehnte Klasse. Dort bereiten nämlich Datentypen und die Java-Syntax von Funktionen den Schülern Schwierigkeiten, und überhaupt der Gedanke, dass in Funktionen etwas hinein- und etwas aus ihnen herauskommt. Vielleicht beginne ich die nächste 10. Klasse überhaupt nicht objektorientiert, sondern mache unmittelbar mit Funktionen und Datentypen weiter.

Zu Hause ist mir dann die Idee gekommen, ob man nicht ein Kartenspiel aus diesem Diagrammpuzzle machen kann. Ich habe mal ein paar Blankospielkarten genommen – so etwas sollte jeder Lehrer zu Hause haben, ist sehr inspirierendes Spielzeug – und darauf herumgekritzelt:


(Um, denkt dabei noch jemand außer mir an Illuminati! von Steve Jackson Games?)

Grün steht dabei für einen Datentyp (sagen wir: Zahl), rot für einen anderen (Text). Rechtecke gibt es in grün und rot. Auf der Rückseite der Ellipsen/Funktionen-Karten ist noch einmal die gleiche Ellipse abgebildet, jetzt aber mit dem Namen einer Funktion, die zu deren Ein- und Ausgabepfeilen passt. Auf der Rückseite der obersten Ellipsenkarte könnte etwa summe stehen oder auch aufrunden oder das logische und, und vielleicht eine kurze Erklärung der Arbeitsweise dieser Funktion. (Oder sollte man doch mit mehr Datentypen arbeiten: Ganzzahl, Kommazahl, Text, Wahrheitswert?)

Fehlen nur noch Spielregeln. Ideen, noch völlig ungetestet:

  • Jeder Spieler legt reihum eine passende Karte an, bis einer keine Karten mehr hat. Ein neues Diagramm darf erst angefangen werden, wenn das alte keine offenen Pfeile mehr hat.
  • Optional: Wenn das Diagramm fertig ist, werden die Ellipsenkarten umgedreht und auf jedes Zahl-Kästchen ohne Pfeil darauf (also jeden Eingabewert) kommt ein Würfel, frisch gewürfelt. Dann das Ergebnis ausrechnen und vergleichen. Wie man das bei Text machen könnte, weiß ich noch nicht.
  • Oder Romme-artig: man kann immer nur ganze und komplette Diagramme auf einmal auslegen, die aus mindestens drei Karten bestehen müssen. Mehr Karten bringen deutlich mehr Punkte, so dass es sich eventuell lohnt, noch nicht gleich alle kleinen Diagramme abzulegen.
  • Optional: Man kann bei ausgelegten Diagrammen anderer Spieler anlegen.
  • Anderes System: Sieben Karten kommen vom Stapel aufgedeckt in die Mitte. Welcher Spieler sagt als Erstes, wie viele davon man maximal in ein korrektes Diagramm einbauen kann?
  • Anderes System: Sieben Karten kommen vom Stapel aufgedeckt in die Mitte. Reihum wählt jeder eine davon und legt sie ans gemeinsam erstellte Diagramm an. Der Spieler, der eine Karte so anlegt, dass der folgende das Diagramm komplettieren kann, verliert.

Das wäre doch mal etwas für eine Informatiker-Fortbildung. Ich hätte auch noch Ideen für andere Spiele.

Pressemitteilung zu Lehrerstellen

“Alle zum Halbjahr frei werdenden Stellen werden mit Absolventen des aktuellen Prüfungsjahrgangs neu besetzt” – September ist Haupteinstellungstermin (Pressemitteilung 006)

Was ist denn das für eine Aussage? Natürlich werden alle frei werdenden Stellen neu besetzt, sonst wären es keine frei werdenden, sondern abgeschaffte Stellen. Und natürlich werden sie mit Absolventen des aktuellen Jahrgangs besetzt, mit wem sonst? Die Aussage bedeutet einfach nur: “Wir stellen zu diesem Termin niemanden von der Warteliste ein.”

Dass der Haupteinstellungstermin im September ist, stimmt, und soll den Gedanken nahe legen, dass im September mehr Leute eingestellt werden. Ist es diesen September oder 2013, an dem wegen der Lebensarbeitszeitverlängerung, abgesehen von Block-Altersteilzeit, kein Lehrer in den Ruhestand geht (weil das dann nur entweder im Jahr zuvor oder danach geschieht)?

Am Beispiel der Lehrerbedarfsprognose 2004 machte der Kultusminister deutlich, dass Studieninteressenten sich zu Beginn ihres Studiums über die Einstellungschancen zu Ende des Studiums zuverlässig informieren konnten und können.

Da ist möglicherweise etwas dran. Natürlich ist die Prognose 2004 nicht mehr online. Ich kenne keinen Link am Kultusministerium, der länger als zwei Jahre gültig wäre. Meine älteste Quelle ist die Prognose von 2007, und da steht tatsächlich drin, dass “Studenten für die Fächer Mathematik, Physik, Informatik, Latein, Spanisch, Kath. Religionslehre sowie Evang. Religionslehre” bessere Chancen haben, “da sich insbesondere ab dem Jahr 2011 ein durch die veränderte Stundentafel am G 8 bedingter Nachholbedarf an Bewerbern mit diesen Fächern abzeichnet.” In anderen Fächern brauche man deutlich weniger Lehrer, zu meinem Fach Deutsch gibt es allerdings keinerlei Angaben.

Ich weiß allerdings nicht, wie bekannt diese Prognosen sind; ich habe selber erst Anfang 2010 mitgekriegt, dass es die gibt.

»Als ich davon hörte, bin ich gestern nachmittag gleich rübergegangen, um sie mir anzusehen. Man hatte sich nicht gerade viel Mühe gemacht, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ich meine, dass man’s jemandem gesagt hätte oder so.«
»Aber die Pläne lagen aus …«
»Lagen aus? Ich musste schließlich erst in den Keller runter …«
»Da werden sie immer ausgehängt.«
»Mit einer Taschenlampe.«
»Tja, das Licht war wohl kaputt.«
»Die Treppe auch.«
»Aber die Bekanntmachung haben Sie doch gefunden, oder?«
»Jaja«, sagte Arthur, »ja, das habe ich. Ganz zuunterst in einem verschlossenen Aktenschrank in einem unbenutzten Klo, an dessen Tür stand “Vorsicht! Bissiger Leopard!”«
(Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis)

Kommunizieren heißt ja auch im Lehrerzimmer nicht, dass man irgendetwas aushängt. Aber vielleicht wissen Unis, Berufsberater und Seminare da tatsächlich mehr.

Brauchen tun wir Lehrer natürlich schon an Schulen. Kranke und schwangere Lehrer werden durch Mehrarbeit vertreten. Ethik wird an den meisten Schulen, die ich kenne, in mehreren Jahrgangsstufen nur ein- statt zweistündig unterrichtet. Ist in Bayern halt doch nicht so wichtig wie Religion. Man hält sich insgesamt mit Referendaren über Wasser, die in den letzten Jahren immer mehr Stunden arbeiten mussten (so dass man weniger Lehrer fest anstellen musste).
Welt online vorgestern: Deutschland muss dramatischen Lehrermangel fürchten, auch wenn es da um die ganze BRD geht und nicht um Bayern. Eine Forderung von dort muss man unterstützen: dass Länder nicht mehr im Schweinezyklus anstellen – alle paar Jahre jeden Kandidaten, ob gut oder schlecht, und dann wieder alle paar Jahre keinen, egal wie gut.

Hör- und Lesetipp: Lockdown – the coming war on general-purpose computing

Lesetipp. Oder für Erörterungen in der Schule als Grundlage. Oder überhaupt für die Schule. Warum sind die Themen da so langweilig? Vor- und Nachteile von Fernreisen, oder vom Fernsehen (ja, das gibt’s immer noch) oder Internet, pffff.

Also besser: Cory Doctorow, Lockdown – the coming war on general-purpose computing. (Der Link führt zu einer leicht gestrafften englischen Textfassung eines Vortrags, den es auch als Videoaufnahme und als deren deutsche Übersetzung gibt. Links dazu bei Netzpolitik, wo ich auf den Vortrag aufmerksam gemacht wurde.)

Die These des Vortrags (und ja, der Vortrag ist nicht antithetisch; es ist nur in der Schule, wo wir antithetisches Argumentieren so in der Vordergrund rücken) ist die: der aktuelle Kampf um DRM (Digital-Rights-Management) und Software-Rechte (was darf ich mit meiner gekauften Musikdatei alles machen?) ist nur der Anfang; die nächste Frage wird sein: Was werde ich mit meinem Computer machen dürfen?

*

Dazu etwas Hintergrund, kann man überspringen: Rechenmaschinen (Wikipedia) gibt es seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das sind mechanische Maschinen, die zum Beispiel Zahlen addieren können. Man gibt ein paar Zahlen ein, dreht eine Kurbel, und kriegt das Ergebnis. Oder Multiplikationsmaschinen, oder Maschinen, die noch mehr Berechnungen ausführen können. Aber das waren alles Maschinen, die für eine bestimmte Art oder bestimmte Arten von Berechnung gebaut wurden, und mit denen nur genau diese möglich waren. Nachfolger dieser Maschinen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren elektrisch und nicht mehr nur mechanisch, aber auch nur zu bestimmten Berechnungen fähig.

In den 1920er Jahren ging es in der Mathematik darum, was man überhaupt alles berechnen kann, und wie man das formalisieren kann. (Vorsicht, bin Laie und kenne mich da wenig aus. Das ist aber spannender, als es vielleicht klingt.) So ab 1930 herum überlegte sich Alan Turing dazu das Konzept der universellen Rechenmaschine oder Turing-Maschine. Das wäre eine Maschine, die anders als bisherige Rechenmaschinen nicht nur bestimmte Arten von Berechnungen ausführen kann, sondern alle. Eine Turing-Maschine kann alles berechnen, was man überhaupt berechnen kann.
Das ist das theoretische Standbein des modernen Computers. Computer sind genauso mächtig wie Turing-Maschinen (aber auch nicht mächtiger, weil es mächtiger nicht geht). Das praktische Standbein des modernen Computers kommt aus der Ingenieurswissenschaft: Konrad Zuse baute sich die Z1 und später die Z3, den ersten programmierbaren Universalrechner, der eben alles berechnen konnte, was sich berechnen ließ.

Heute ist das selbstverständlich, dass ein Computer eine Maschine ist, die praktisch alles kann. Deshalb kann ich auf meinem uralten iPod ja auch Doom installieren und spielen. Computer sollen und müssen auch ständig neue Sachen berechnen, an die man vorher nie gedacht hatte. Man installiert ständig neue Software, und laufende Programme verändern sich selber, und das Betriebssystem kriegt ein Update.

*

Zurück zu Doctorow:

Er beschreibt erst einmal sehr schön die Entwicklung des Versuchs, Software vor dem Kopieren zu schützen: zuerst war die Software verschlüsselt. Dazu musste man verhindern, dass jemand an den Schlüssel kommt. Dann musste man vebieten, dass dieser Schlüssel weitergegeben wurde. Dann musste man verbieten, dass man anderen sagte, wie man an solche Schlüssel kam. Und so immer weiter: verbieten, verbieten, verbieten. Man darf Verschlüsselungssoftware nicht analysieren, man darf verschlüsselte Software (also auch Musik) nicht illegal entschlüsseln, man darf anderen nicht sagen, wie das geht.

Nur dass das nicht funktioniert. Wer will, kann alles kopieren, basta.

Das sei aber nur der Anfang, so Doctorow. Im Moment möchte eigentlich vor allem die Film‑, Computerspiel- und Musikindustrie, dass ich mit meinem universellen Computer nicht alles machen darf, was ich mit meinem universellen Computer machen kann. (Und der Staat erlässt Gesetze, die das bewirken sollen.) Bald werden andere Industrien dazu kommen.

Und sie alle werden sich wünschen, dass bestimmte Programme nicht laufen dürfen auf den Computern. Das geht aber nicht, weil diese Rechner nun mal universell sind. Das einzige, was man machen kann: man kann dem Benutzer verbieten, seinen Rechner als universelles Werkzeug zu benutzen. Man kann verbieten, andere Betriebssysteme aufzuspielen, man kann verbieten, sich anzuschauen, welche Prozesse gerade laufen, also was der Computer im Moment alles tut. Damit erteilt man dem Rechner aber die Lizenz, zu machen, was er will – also was seine Hersteller wollen, unkontrollierbar durch den Benutzer.

Wenn ich einen neues Handy kaufe, habe ich in der Regel keine vollen Rechte auf dem System. Das heißt, ich kann auch nicht kontrollieren, was das Ding eigentlich tut. (Also, ich kann das sowieso nicht, weil ich mich damit nicht auskenne. Aber es reicht ja, dass es andere gibt, die dazu in der Lage sind.) Noch ist es allerdings erlaubt und relativ einfach möglich, sich diese Rechte zu besorgen. Dann kann man theoretisch kontrollieren, was das Ding tut – insbesondere, was es vielleicht ohne Wissen des Benutzers tut.

Und das, so Doctorow, ist der nächste Schritt nach dem DRM. Noch kann und darf man sich Root-Rechte auf seinem Kindle und seinem iPad verschaffen. Gilt das auch für meinen zukünftigen 3D-Drucker? Für mein elektronisches Schulbuch, Türschloss, Hörgerät, Lesebrille, und was noch alles auf uns zukommt?

Liederliste für die Schule

Als ich noch jung und munter war und es jene kurze Phase zwischen Mixkassette und USB-Stick gab, Ende des letzten Jahrtausends, habe ich mal eine Mix-CD zusammengestellt mit Liedern, die etwas mit einzelnen Schulfächern zu tun hatten. Für Kollegen, zum Geburtstag oder einfach so, ich weiß es nicht mehr. Und bevor ich die lange Liste aufgehobene Liste jetzt einfach lösche, verewige ich sie mal hier im Blog. Irgendwann wird sie vielleicht mal nützlich. Vielleicht ergänze ich sie auch nach und nach, wenn mir mehr Titel einfallen. Zu Französisch und Physik habe ich nichts, wie ich sehe; und Informatik gab es damals noch nicht in meiner Sichtweite.

(In Klammern die verlinkten Interpreten, nicht unbedingt die bekanntesten Versionen, nur gelegentlich die Autoren selber.)

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  • Bruce’s Philosophers’ Song (Monty Python)

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