Sportminister Spaenle

Nachdem sich in der offiziellen Presseerklärung Nr. 197 des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus unser Minister als “Sportminister Spaenle” bezeichnen lässt, verstehe ich nicht, warum er so gerne “Kultusminister” genannt wird. Klar ist er auch Minister für Sport, und auch für Kultus, also Religion.

Aber am meisten hat man doch mit ihm in seiner Rolle als Unterrichtsminister zu tun. Warum nennen wir ihn dann nicht so? Klar klingt Kultus cooler. Auch Bildungs- oder Schulminister klingt besser als Unterrichtsminister. Aber das Ministerium heißt nun mal StMUK und nicht anders. Und kommt mir nicht damit, dass mit Kultus eh Schule gemeint ist – warum dann die Doppelung mit Unterricht und Kultus? Nur damit es nach mehr Arbeit aussieht? Müsste man dann nicht ehrlicherweise Staatsministerium für Kultus und Kultus sagen?

Außerdem dankt Spaenle der gesamten Schulfamilie für den Einsatz im Jahr 2011/12 (Presseerklärung 198). Das ist auch so ein Wort, mit dem ich Schwierigkeiten habe, “Schulfamilie”. Es soll wohl betonen, dass wir alle zusammenarbeiten, uns alle vertragen, durch Bande miteinander verbunden sind, dicker als Wasser – alles wie in einer Familie auch? Oder soll eher transportiert werden, dass Schulen nun mal undemokratisch sind mit einem pater familias als Hausherrn? Gehört der Unterrichtsminister Spaenle auch zur Schulfamilie, so als reicher Onkel aus Amerika, von dem man sich zu Weihnachten teure Geschenke erhofft? Wenn Spaenle irgendwann mal – Gott behüte – nicht mehr Minister ist, gehört er dann eigentlich noch zur Familie?

3 Antworten auf „Sportminister Spaenle“

  1. Ja, und wenn unsere Schule auch eine “Schulfamilie” ist, dann sind meine Schulleitungskollegin und ich Papa und Mama.
    Prost Mahlzeit!

  2. Au ja mit allem Drum und Dran: Familiendramen, “Familienaufstellung”, Familienfehden, Familienpackungen… Die schwarzen Schafe der Familie sind dann auf der xy-Schule… Lehrer sind grundsätzlich mit ihrer Schule verheiratet, führen also eine stattlich sanktionierte Mehrehe … Und das ist alles so herzig und heimelig. Zeit für den Familienurlaub, d.h. Urlaub von dieser “Familie”.

  3. Also ich kenne die „Schulfamilie“ eigentlich als Gemeinschaft an einer Schule aus Lehrern, Schülern und Eltern, aber nicht schulübergreifend. Da wo man sich kennt – ich komme von einer kleineren Schule, da war das wirklich so, dass einen auch immer wieder Lehrer kannten, die man gar nicht im Unterricht hatte, da traue ich mich dann auch gerne von „Familie“ sprechen.

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