Erste volle Schulwoche 2012

1. Erste Klassen

Machen netten Eindruck. Haben gleich nach Moodle-App gefragt. Gibt es kostenlos ab Moodle 2.1, aber Bayern wehrt sich noch gegen die 2 vor dem Komma. Eine Version, die mit dem Bayernmoodle läuft, kostet Geld, ich teste sie gerade; wirkt bisher etwas langsam, ist aber immer noch schöner anzusehen als die eigentliche Oberfläche.
Die Organisation des Wandertags hat die Klasse auch übernommen. Ziel (Bowling), Anrufen dort, Kosten, Abfahrt mit der S‑Bahn und Route.

2. Kleinere Lebensumstellung

Seit fünfzehn Jahren stehe ich an jedem Wochentag um sechs Uhr früh auf, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Ich wohne nicht so ganz schulnah und nutze die S‑Bahn-Fahrt zum Lesen (hin) und Dösen (zurück). Natürlich hatte ich an manchen Tagen später Schule, aber deswegen verstellt man doch nicht seinen Wecker. Mein Leben ist schon so kompliziert genug.
Dieses Schuljahr verlangt mein Stundenplan nur an einem Tag von mir, früh in der Schule zu sein. An anderen komme und bleibe ich teilweise richtig spät. Also habe ich meinen Wecker auf sieben Uhr gestellt. Mal sehen, wie die Welt nach zehn Uhr abends aussieht.

3. Weiterentwicklung de Gymnasiums

Ab nächstem Schuljahr soll man am Ende der 8., 9. oder 10. Jahrgangsstufe entscheiden können, sie zu wiederholen. Das ist kein Durchfallen, sondern ein freiwilliges Flexibilisierungsjahr. Im zweiten Jahr kann man sich dann auch bestimmte Fächer konzentrieren und bis bis zu 6 (sechs) Stunden weniger Unterricht pro Woche haben. Wie ich das Kultusministerium kenne, gehören Religion, Sport und Geschichte zu den Fächern, die man dabei garantiert nicht abwählen darf – das ist aber nur meine Prognose.

Man kann auch gleich am Anfang des Schuljahrs sagen, dass man es in zwei Durchgängen durchlaufen will. Dann kann man gleich pro Durchgang 6 Stunden weniger nehmen.

Ein weitere Vorschlag ist die “Erhöhung der Wochenstundenzahl dreistündiger Kernfächer durch feste Zuordnung von Intensivierungsstunden”. Dabei bleiben die Intensivierungsstunden aber freiwillig, nehme ich an, und neuen Stoff darf man auch nicht durchnehmen.

4. Synergieeffekte

Die Tatsache, dass es in den Fächern Deutsch, Englisch und Latein/Französisch teilweise gemeinsame Inhalte gibt, war dem ISB vierzig Seiten pdf zu Synergieeffekten wert.

Es hat sich als hilfreich erwiesen, in allen Sprachfächern bei der Bestimmung der Wortarten und Satzglieder einheitliche Termini und Farbsymbole zu verwenden. Hier ein entsprechender Vorschlag zur Farbmarkierung bei den Satzgliedern:
Satzglieder:
Satzaussage (rot) Prädikat
Satzgegenstand (blau) Subjekt
Satzergänzung (grün) Objekt
Satzgliedteile (Attribute):
z. B. Genitivattribut, Adjektivattribut, Relativsatz (mit oranger Markierung)

Bei Adverbialen, dem wohl zweithäufigsten Satzglied, darf man wohl wählen. Das Prädikativ fehlt, wie so oft.

Mein Problem ist neben dieser utopischen Form des Mikromanagements eher das, dass ich mich ja jetzt schon nicht darauf verlassen kann, dass Schüler die Vorjahresinhalte in meinem eigenen Fach beherrschen – teils aufgrund ihrer eigenen Schuld, teils auch nicht. “Nur das prüfen, was man im Unterricht gemacht hat,” heißt es immer wieder. Den Wunsch verstehe ich. Allerdings schließt man damit die vielen Kenntnisse und Fähigkeiten aus, die Schüler außerhalb der Schule erworben habe, und das ist tatsächlich eine Menge, wenn auch ungleich verteilt. Kann ich dann prüfen oder voraussetzen, was im Vorjahr gemacht wurde? (Oder eben auch nicht.)

3 Antworten auf „Erste volle Schulwoche 2012“

  1. “Man kann auch gleich am Anfang des Schuljahrs sagen, dass man es in zwei Durchgängen durchlaufen will. Dann kann man gleich pro Durchgang 6 Stunden weniger nehmen.”

    Da nicht davon auszugehen ist, dass alle potentiell während dieser Zeit abwählbaren Fächer in Randstunden liegen: Gibt es schon eine Regelung, wie für die Schüler während deren Freistunden die Aufsicht sicherzustellen ist?

  2. Nein, an Details wird noch gearbeitet. Das wird wohl lapidar heißen, dass Schüler angemessen zu beaufsichtigen sind. Das wird erst mal so sein, dass die dann gar nicht beaufsichtigt werden, solange es keinen Ärger gibt. Ich kann auch gar nicht abschätzen, wie viele an so einem Programm überhaupt teilnehmen würden.

  3. “Freiwilliges Flexibilisierungsjahr” – geschmeidig bleiben, sozusagen. Ach, diese Worthülsen. Warum fällt mir da nur “Finaler Rettungsschuss” ein?

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