Datenschutz an Schulen: Muss ich die Software meiner Schüler wirklich löschen?

Ich muss ja als Lehrer nach Schuljahresende alle personenbezogenen Schülerdaten von meinem Arbeitsrechner löschen. Noten, Kommentare zu Aufsätzen, Gutachten, Punkteverteilung bei Tests und so weiter.

Wie sehr ich dieser dienstlichen Anweisung nachkomme, wird nicht überprüft. Was ich bisher jedenfalls nicht gelöscht habe, war Software, die meine Schüler geschrieben haben – Strategien zum Stein-Schere-Papier-Projekt etwa, oder die Programmierprojekte in der Q11. Im Programmcode stehen dort aber zumindest manchmal auch die Namen der Autoren, eventuell zusammen mit den Lizenzen, unter denen der Code freigegeben ist.

Darf ich die Programme behalten oder muss ich sie löschen? Ausdrucken wäre natürlich die sicherste Möglichkeit; auf Papier gelten andere Regeln für die Aufbewahrung. Oder muss ich einfach nur die Autoreninformation aus den Programmen löschen? Darf ich laut Lizenz nicht immer.

Fürs Veröffentlichen brauche ich natürlich die Erlaubnis der Schüler. Das ist eine andere Frage, die der Nutzungsrechte, hat mit dem Datenschutz nichts zu tun. Strenggenommen gilt da übrigens:

Soweit im Rahmen der Schule von Schülerinnen und Schülern als Ergebnis pflichtmäßiger Schulveranstaltungen oder von Lehrkräften im Rahmen ihres Dienst- oder Arbeitsverhältnisses Werke geschaffen werden, gehen bestimmte Nutzungsrechte an diesen Werken, wie das Ausstellungsrecht innerhalb der Schule oder die Vervielfältigung in dem für Zwecke der Weiterbildung oder der Qualitätssicherung notwendigen Umfang auf die Schule über. Der Rechtsübergang erfolgt in dem Umfang, wie er zur Erfüllung der zu Grunde liegenden schulischen Zwecke erforderlich ist. Die Einstellung solcher Werke auf der Schul-Homepage ist in der Regel zulässig. Bei Werken von Schülerinnen und Schülern wird allerdings empfohlen, eine Veröffentlichung nicht gegen den Willen der Schülerinnen und Schüler bzw. deren Erziehungsberechtigten vorzunehmen. Die Schule ist nach § 13 UrhG verpflichtet, den Urheber zu nennen, wenn dieser dies wünscht. Gegen seinen Willen darf der Urheber nicht genannt werden.

(Quelle)

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