Shirley Temple

Am Wochenende gab es auf einer Party Cocktails, darunter auch einen alkoholfreien: Shirley Temple. Das weckte Erinnerungen. Erinnerungen an Besuche bei der Verwandtschaft in New York, mit Abendessen beim Chinesen (“Just feed us”, winkte der Onkel etwas großspurig der Bedienung statt einer Bestellung) und Treffen in Cocktailbars.

Manhattan_1980

1980, Manhattan

Nach dem touristischen Erkunden von Manhattan für uns, beziehungsweise dem Arbeitstag für Onkel und Tante, trafen sich alle in der einen oder anderen Bar, bevor das Abendprogramm begann. Also: Tageslicht, wenig Publikum, Shrimps in Teighülle und andere warmgehaltene Snacks. Spritzer für die Erwachsenen, für die Kinder alkoholfreie Cocktails. (An Bier und Wein zu nippen war in meiner Kindheit kein Problem, in den USA-Öffentlichkeit natürlich unmöglich, und Cocktails gingen ohnehin nicht.)

Also kriegten mein Bruder und ich einen Shirley Temple Cocktail. Ginger Ale mit Grenadine und einer Cocktailkirsche, eventuell auch zur Hälfte süße Limo statt Ginger Ale.

shirley_temple

Wer Shirley Temple war, das wussten wir damals schon. Ein Kinderstar der 1930er Jahre, Schwarzweißfilme mit Musik und Tanz, liefen alle immer wieder mal im Fernsehen. Damals, so dass meine Familie aus Veteranen des amerikanischen Films der 1930er bis 1940er Jahre besteht. Shirley Temple, Jahrgang 1928, wurde nach ihrer Karriere eine erfolgreiche Politikerin. Life Achievement Award beim Oscar 2006; sie lebt immer noch.

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“Animal Crackers In My Soup”

Ich weiß nicht, wie sich die Filme gehalten haben. Vermutlich nicht so gut, aber wer weiß. Einige Tanzszenen sind heute noch sehenswert:

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Shirley Temple und vor allem Bill “Bojangles” Robinson (1935), nachkoloriert

Zum Schluss ein Teaser, Screenshot aus den 8mm-Filmaufnahmen meines Vaters aus unseren USA-Besuchen. Vielleicht darf ich die hier mal ganz zeigen.

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Aus den Super-8-Filmen meines Vaters

8 Antworten auf „Shirley Temple“

  1. Oh ja den Film würde ich auch gerne sehen. Meine Mutter war 1958 in Amerika und ist mit dem Greyhoundbus ganz allein durch das Land gereist und hat damals (noch mit dem Vorgänger von Super 8, ich weiß nicht mehr wie das System hieß) gefilmt. New York war natürlich auch dabei. Das ist so ein tolles Zeitdokument. Meine Eltern haben auch sehr intensiv Super 8 Filme produziert als mein Bruder und ich klein waren. Amerika war nicht dabei, sondern Urlaube in Holland, Österreich und im Allgäu. Das ist immer mal wieder interessant anzusehen. Allerdings haben meine Eltern auch so Kunstfilme für Wettbewerbe gedreht und Weihnachten mit Scheinwerferlicht und “Wartet,…, jetzt bitte die Geschenke auspacken” fanden wir dann doch nicht so toll.

  2. Hach, Shirley Temple, mit dem Namen verbinde ich auch eine spezielle USA-Erinnerung…
    Unsere Große war drei, als wir im Hof des Grauman’s Chinese Theatre ausprobierten, ob wir in die Handabdrücke passen. Sie jauchzte auf, als endlich ein Paar wie für sie gemacht schien – “Shirley Temple” stand mit krakeliger Kinderschrift im Zement. Dass sie mit ihren blonden Locken und dem bunten Sommerkleidchen auch noch aussah wie das perfekte Double wurde uns erst durch das aufgeregte Geschnatter einer japanischen Reisegruppe bewusst. Schließlich traute sich einer vor: “Photo?” Nach meinem Nicken gab’s kein Halten mehr: Flugs wurde “Shirley” hochgehoben und nach und nach von Arm zu Arm weiter gereicht. Sie ertrug das Geknipse freundlich lächelnd, fast wie die professionellen Marylins und Charlie Chaplins auf dem Walk of Fame. Heute, 13 Jahre später ist Niedlichkeit sowas von out, aber der Cocktail könnte ihr schmecken, danke für’s Rezept.

  3. 8mm-Filme von uns als Kind gibt es auch. Kinder im Planschbecken und an einem Elektrokabel nuckelnd, wackelige Schritte, Rheinfahrt 1974 (Jeansjacken, Schwimmen gelernt). Bei den Vorführungen war es für mich das interessanteste, den Film am Schluss rückwärts gezeigt zu bekommen, ein Gefallen, der uns nicht oft genug getan wurde. Aber keine Wettbewerbe.

    Schöne Geschichte, Db, und Generationen verbindend. Hoffentlich kriegt die Tochter die Geschichte oft genug zu hören. Mit “Als ich klein war, sah ich aus wie Shirley Temple” kann man heute aber wohl auf keiner Party mehr groß ankommen.

  4. Da ich Alkohol eher nicht so mag, ist der Shirley-Temple einer meiner Lieblingsdrinks. Und für mich ein Gradmesser für die Qualität einer Bar.
    Shirley Temple ist übrigens Botschafterin in Prag gewesen in den entscheidenden Jahren der Umwälzung 89/90.
    Und New York? Ich beneide jeden, der dort schon war. Aber vielleicht geht es mir ja mal wie in dem Udo-Jürgens-Musical

  5. Ich war das letzte Mal vor mehr als zehn Jahren dort, vor diesem Blog, letzte Überfahrt der Queen Elizabeth II, und dann drei Tage Manhattan. Schon beeindruckend.

  6. Nein, die Brille habe ich schon lange nicht mehr. Zwischen meiner jugendlichen Weitsichtigkeits- und heutigen Kurzsichtigkeitsphase hatte ich eine Zeit ganz ohne Brillen. – Ist nur etwas schicker als das, was man mir heute in Folge von 3D-Filmen aufdrängt. (Wann immer möglich, schaue ich 2D.)

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