Schulentwicklungsprogramm und Erziehungspartnerschaft

Mit der letzten Änderung des BayEUG vom Sommer 2013 muss jede Schule so etwas haben. Nämlich einmal das hier:

Art. 2, Abs. 4, Satz 4: In einem Schulentwicklungsprogramm bündelt die Schule die kurz- und mittelfristigen Entwicklungsziele und Maßnahmen der Schulgemeinschaft unter Berücksichtigung der Zielvereinbarungen gemäß Art. 111 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Art. 113c Abs. 4 [=externe Evaluation]; dieses überprüft sie regelmäßig und aktualisiert es, soweit erforderlich.

Und zweitens das:

Art. 74. Abs. 1, Satz 2: In einem schulspezifischen Konzept zur Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Erziehungsberechtigten erarbeitet die Schule die Ausgestaltung der Zusammenarbeit; hierbei kann von den Regelungen der Schulordnungen zur Zusammenarbeit der Schule mit den Erziehungsberechtigten abgewichen werden.

(Das Konzept zur Erziehungspartnerschaft wird von der Schule erstellt; der Elternbeirat muss nicht zustimmen.)

Ich habe mal im Web gesucht, welche Schulen so ein Programm oder Konzept haben und auch online zur Verfügung stellen. Nicht viele. Vermutlich sind viele Schulen so diskret wie meine, dass sie Suchmaschinen grundsätzlich aussperren. Das geht nämlich – wenn man nicht möchte, dass Google auf eine Seite geht, dann geht Google da auch nicht hin. (Da macht man sich als Betreuer der Homepage tatsächlich etwas weniger Sorgen bei der Frage, ob man irgendwas online stellen darf oder nicht.)

12 Antworten auf „Schulentwicklungsprogramm und Erziehungspartnerschaft“

  1. Vielleicht sind die Schulen auch einfach so schlau geworden, nicht jede Vorgabe umgehendst umzusetzen? Immerhin ist bis Ende Juli 2015 Zeit…

    Was kann sich bis dahin alles schon wieder geändert haben – oder sang- und klanglos in die Versenkung verschwinden (wie steht es in der Fläche um die zwei verpflichtenden Präsenz-Nachmittage für Lehrer (immerhin Ministerratsbeschluss, wenn auch überlagert von der G8-Einführung), die Regelung zum verpflichtenden Nachmittagsunterricht, den pädagogischen Buß- und Bettag etc?).

  2. Sehe ich auch so. Da smit den Präsenznachmittagen hatte ich schon wieder ganz vergessen, richtig, das gab’s auch mal kurz.

  3. Wir haben diese Dinge bislang einfach ignoriert und sind unseren eigenen Weg gegangen – der Erfolg bestätigte uns bei der Schulentwicklung. Allerdings wurden wir auch über die Jahre von den Medien “beschützt”.

  4. Ich habe noch mitgekriegt, wie wir vor fünfzehn Jahren alle eine Corporate Identity anlegen sollten. Hier das charmante Handbuch dazu:

    Ist dann auch nicht weiter verfolgt worden.

  5. Bei uns (in der Hauptschule) war es damals so, dass wir uns ein “Leitbild” zulegen sollten. Wurde auch erfolgreich ignoriert.

  6. Abwarten & Tee trinken.
    Wer weiß, womit die Schulpolitik in einem Jahr die Wähler beeindrucken will…

  7. Hmm, diese Reserviertheit gegenüber von oben verordneten Entwicklungen (ein Widerspruch in sich) kann ich nur teilweise teilen.
    Meine Erfahrung beispielsweise mit der Fremdevaluation war so, dass sie schon Klarheit in bestimmten Bereiche gebracht hat, auch ein wenig Stolz über die Vielfalt unserer schulischen Angebote. Zusätzlich sind manche schwierigen Entwcklungen engestoßen worden. Allerdings: sind sie bis heute noch nicht an einem annähernd befriedigenden Punkt angelangt.
    Was die Notwendigkeit nur unterstreicht, sich in diesem Feld um Veränderung zu bemühen.

  8. >Meine Erfahrung beispielsweise mit der Fremdevaluation war so, dass sie schon Klarheit in bestimmten Bereiche gebracht hat, auch ein wenig Stolz über die Vielfalt unserer schulischen Angebote

    Es hängt wohl von vielen Faktoren ab, Schulleitung, Evaluationsteam, Lehrerkollegium. Da macht jede Schule eigene Erfahrungen. Das Verfahren der externen Evaluation wird sicher auch evaluiert, aber das heißt, glaube ich, nicht viel, weil es aus dem Kultusministerium ja ausschließlich Maßnahmen gibt, die sich bewährt haben.

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