Arthur Bloch, Murphy’s Law (und: Planning Fallacy)

By | 6.11.2017

Spätestens 1985 kaufte ich, siebzehnjährig, in den USA an einem Flughafen (New Mexico, vielleicht?) das schmale Büchlein Murphy’s Law, and other reasons why things go wrong! von Arthur Bloch. Ich habe viel gelernt daraus. Murphy’s Law kannte ich wohl vorher schon irgendwoher, anderen Gesetzen – dem Peter-Prinzip, Clarkes 3. Gesetz – begegnete ich danach immer wieder. Aber ich weiß noch, dass es lange dauerte, bis ich diesen Kalauer verstand:

Cole’s Law: Thinly sliced cabbage.

Hier die Gesetze, die ich über all die Jahre auswendig behalten habe, weil ich immer wieder Anwendungen dafür sehe:

Ginsberg’s Theorem:
1. You can’t win.
2. You can’t break even.
3. You can’t even quit the game.

Das ist eine saloppe Kurzfassung der drei Hauptsätze der Thermodynamik: 1. Die Gesamtenergie in einem geschlossenen System bleibt konstant, 2. aber weil die Entropie ständig zunimmt, kann man nicht mal ein Perpetuum Mobile bauen, und den 3. Hauptsatz verstehe ich zu wenig.

Zymurgy’s first law of evolving system dynamics:
Once you open a can of worms, the only way to recan them is to use a larger can.

Entropie.

Laws of gardening:
4. If nobody uses it, there’s a reason

Das kann man auf so viele Dinge anwenden.

Shaw’s principle:
Build a system that even a fool can use, and only a fool will want to use it.

Wenn man das mit „Mach ein System narrensicher“ übersetzt, kann man das auch auf die Sicherheitseinstellungen in schulischen Netzen anwenden.

Westheimer’s rule:
To estimate the time it takes to do a task: estimate the time you think it should take, multiply by 2 and change the unit of measure to the next highest unit. Thus we allocate 2 days for a one-hour task.

Ich halte diese Regel für etwas zu scharf formuliert, aber im Kern richtig. Und deshalb bin ich auch recht gut in meiner Zeitplanung und falle nicht dem Planungsfehlschluss anheim (engl. planning fallacy): das ist „die Tendenz von Menschen und Organisationen, zu unterschätzen, wie viel Zeit sie zur Vollendung einer Aufgabe benötigen“ (Wikipedia). Wenn man schätzt, wie lange man für etwas braucht, liegt man oft daneben – und zwar jedesmal wieder.

Ich schätze auch, wie lange ich für etwas brauche. Aber dann misstraue ich meiner Schätzung, weil ich aus Erfahrung weiß, wie sehr meinem Gefühl nicht zu trauen ist, und passe sie an, so ähnlich wie bei Westheimers Regel. Das war schon beim rückwärts Einparken so: Wenn ich da beim Blick nach hinten das Gefühl hatte, es geht nicht mehr weiter — dann musste ich noch etwa einen Meter mehr fahren, und dann stand das Auto richtig.

(Weitere zen-artige Weisheiten im Buch: „Wenn man an der Lösung eines Problems arbeitet, ist es hilfreich, wenn man vorher die Antwort weiß.“ Und: „Jemand mit zwei Uhren ist nie sicher, wie spät es ist.“)-

One thought on “Arthur Bloch, Murphy’s Law (und: Planning Fallacy)

  1. Regine

    Ich finde es immer wieder faszinierend, auf wieviele praktische Dinge sich die Thermodynamik anwenden lässt… ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.