PHP User Group Munich Meeting

An meiner Schule gibt es viele Schüler, und von einigen davon kriege ich mehr mit als von anderen. Es gibt einen Achtklässler, der gerne und viel programmiert, am liebsten in der Programmiersprache PHP, und der wollte zu einem Treffen der PHP User Group München, aber nicht unbedingt allein. Und weil Ferien sind und ich noch nie bei so einem Treffen war, ging ich mit.

Ich programmiere gar nicht in PHP. Sprachen, in denen ein Punkt der Operator für die Konkatenation von Zeichenketten ist, sind mir unheimlich. Aber ein bisschen PHP kriegt man ja mit, wenn man an Blogs herumbastelt – WordPress ist darin geschrieben, Joomla, jede Menge Webanwendungen, selbst Facebook war usprünglich in PHP und verwendet jetzt einen eigenen, erweiterten PHP-Nachfolger. Ich programmiere selber eher in Java und Python, und wenn ich Muße hätte, auch in Inform 7. Ein Kollege an der Uni ist aktiv in der Plone-Community und hat mir öfter von den Plone-Treffen in München erzählt, und von Python-Treffen, auf denen er war. Also war mir das Format nicht fremd. Aber mitgegangen war ich dann doch nie.

Ich beschreibe erst mal, wie das war – Programmierer kennen das wohl alle, aber uns Nicht-Programmieren ist das wahrscheinlich fremd.

Das Treffen fand statt in den Räumen der TNG Technology Consulting GmbH. Die Firma ist einer von mehreren Sponsoren der zweimonatlichen Treffen. Es waren vielleicht sechzig Leute da, gemischtes Alter – es gab auch Ältere als mich, die meisten waren jünger, der Achtklässler vermutlich der jüngste. Deutlich mehr Männer als Frauen. Zuerst unterhielt man sich eine Stunde, begrüßte Bekannte oder wurde als Neuling willkommen geheißen. Es wurde eher mehr Englisch als Deutsch gesprochen; ich habe mich mit einem Ukrainer, einem Russen, einem Syrer unterhalten. Es wurden Pizzas für alle geliefert, es gab mindestens Mineralwasser, Club Mate, Club Mate Cola und Bier (im Kühlschrank). Es gab einen Hashtag (#phpugmunich, spärlich genutzt, aber immer noch mehr als auf jeder Informatikdidaktik-Veranstaltung) und eine Twitterwall. An den Wänden hing das Passwort fürs WLAN aus, zum Eintippen oder Einscannen als QR-Code.

Danach folgte ein Vortrag von Philipp Rieber über zwei PHP-Bibliotheken zum Erstellen von realistischen Testdaten. Nach einer halben Stunde Pause und Zeit zum Plaudern hielt Veit Osiander einen zweiten Vortrag über bestimmte Aspekte der Softwareentwicklung. (Ich halte beides mal sehr allgemein, Details zur Veranstaltung und zu den Vorträgen gibt bei der PHP UserGroup München). Nach jedem Vortrag gab es eine Frage-und-Antwort-Runde, die ebenso wie die Vorträge selber auf Englisch waren. Das Publikum war fachkundig.

In zwei Monaten ist das nächste Treffen. Vor zwei Wochen hat sich die Python User Group München getroffen, nächsten Dienstag trifft sich die Python & Plone User Group, in einer Woche ist ein JavaScript Retreat in München. (Dazu hat man gleich den Achtklässler eingeladen. Überhaupt: Herzerfrischend zu sehen, wie ein erwachsener Russe und ein deutsche Achtklässler auf Englisch über PHP fachsimpeln. Wenn man etwas zu sagen hat und etwas sagen will, dann kommt man bereits mit Mittelstufenglisch schon recht weit. So als junger Mensch ist man natürlich gefundenes Fressen auf solchen Treffen – die Industrie sucht Nachwuchs, und letztlich dienen solche Veranstaltungen auch dem Networking. Fußnote: Selbstverständlich waren die Erziehungsberechtigten informiert.) Bernhard Klux hat in der Sidebar seines Blogs eine Liste kommender digitaler Veranstaltungen in München. Es sind viele.

Mit was lässt sich diese Szene vergleichen? Improvisierte Volkshochschule? Ein Publikum, dass sich selbst aufklärt? Über meine Schulleitung kriege ich regelmäßig Einladungen zu einem Kabinett antiker Literatur und Philosophie in München, und im Lyrik-Kabinett München gibt es immer wieder Lesungen – ist das so etwas Ähnliches? Eigentlich nicht. Lässt sich das Modell User Group überhaupt auf andere Inhalte übertragen? Ich meine, wer sponsort denn für eine öffentlich zugängliche User Group “Thomas Mann” die Pizza? (Zugegeben, bei den kleineren Python-Treffen gibt es auch keine.) Und wer ginge da überhaupt hin? Barcamps sind letztlich so etwas Ähnliches, aber auch die kommen aus der Programmierecke, soweit ich weiß.

Fazit: Wer etwas lernen oder Wissen teilen will, der findet Gelegenheit dazu. Für die Schule ist das nur bedingt nutzbar: Da wollen manche Schüler gar nicht lernen und andere nicht das, was sie laut Lehrplan gerade lernen sollen. (Wer behauptet, dass Schüler oder Menschen grundsätzlich alle gerne lernen, geht von einem misszuverstehenden Lernbegriff aus.) Es gibt schon auch die Schüler, die neugierig auf alles sind und keine Mühe scheuen, aber das sind nicht viele. Einen Lehrplan vorausgesetzt, müssen wir in der Schule also daran arbeiten, wie man Menschen etwas beibringt, die gerade keine Lust dazu haben, oder sie erst einmal dazu bringen, etwas lernen zu wollen.

Mit digitalen Medien besser lernen?

1. Der Lernbegriff

Ich lerne täglich, stündlich. Am meisten vermutlich lerne ich Verhalten. Zum Abendessen den Fernseher einschalten (ein digitales Medium, selbstverständlich), in den Werbepausen den Ton abdrehen; nachmittags erst mal auf Zeitungswebseiten schauen statt zu arbeiten. Wenn mein Tablet klingelt, was es sehr selten tut, weil ich nicht gerne telefoniere, weiß ich inzwischen, wie ich abnehme und dass ich nicht zu erschrecken brauche. Und das Tablet hat mich auch dressiert, so dass ich es regelmäßig mit Strom versorge – alles erlerntes digitales Verhalten. Ich nehme an, es geht um eine eingeschränkte Sicht auf Lernen, nämlich bewusst und planvoll zumeist kognitives Wissen erwerben. Also gut, beschränken wir uns auf diese Vorstellung von Lernen.

2. Was ich gelernt habe in den letzten Jahren

Also bewusst, absichtsvoll gelernt. Machen wir eine Liste, lose chronologisch:

  • Alles, was zu einem Informatik-Studium gehört, auch wenn das gut zehn Jahre her ist.
  • Die Geschichte des Gilgamesch-Epos.
  • Ukulele-Spielen.
  • Programmieren in Java, Python und Inform 7.
  • Zwiefachen tanzen.
  • Noch mal und noch mehr Informatik, um Teile eines Staatsexamens-Vorbereitungskurses zu geben.
  • Musiktheorie, um meinem Freund Alexander Bluespiano beibringen zu können.
  • Mundharmonika-Spielen. Zumindest ein bisschen Auffrischung.
  • Kochen. Das konnte ich vorher schon, aber ich habe neue Rezepte und Methoden und Abkürzungen gelernt. Mayonnaise und Hollandaise mit dem Pürierstab, zum Beispiel.
  • Allgemeine Didaktik und Fachdidaktik Informatik, um eine Vorlesung dazu halten zu können.

Das waren Dinge, die ich lernen wollte. Um diese Ziele zu erreichen, musste ich andere Dinge lernen, quasi Werkzeuggebrauch, insbesondere den Umgang mit einer großen Zahl an Software (zum Beispiel Tonsatzprogramme, Entwicklungsumgebungen, Konverter). Und außerdem habe ich andere Dinge gelernt, über mich, über andere, die eher in die Persönlichkeitsentwicklung gehören.

3. Wie ich diese Dinge gelernt habe

Grob nach Wichtigkeite der verwendeten Medien sortiert:

  • Bücher: Mundharmonika, Ukulele, Gilgamesch. Programmierung. Informatik. Noch mehr Informatik. Kochen. Informatik-Didaktik.
  • Videos im Web: Mundharmonika, Ukulele, Kochen, Musiktheorie. Zwiefachen tanzen.
  • Gespräche mit Menschen oder Besuch von Vorlesungen: Informatik-Studium, Zweifachen, Musiktheorie.
  • Feste Kurse oder Programme am Computer: Informatik-Studium. Informatik-Staatsexamens-Vorbereitungskurs.
  • Texte im Web: Programmierung, Kochen. Informatik-Didaktik.
  • Eigenes Tun, digital oder nicht: Kochen, Ukulele, Mundharmonika, Programmieren. Zwiefachen tanzen.

Zusammengefasst: Bücher und selbstgesuchtes Material im Web sind meine bevorzugten Medien. Digitale Hilfsmittel sind in allen Gebieten dabei und in den meisten auch nicht wegzudenken. Mir fällt im Moment nichts ein, das ich ganz ohne digitale Medien besser lernen würde.
Am wichtigsten war jeweils das Selber-Tun. Lernen ist etwas anderes als bloß zu recherchieren: Schülerinnen können wunderbar Material zu einem Referat recherchieren, wenn sie es lediglich neuschön formatiert zusammenstellen und vortragen, ist dabei nicht viel gelernt. Zum Selber-Tun gehört das Aufgabensuchen und ‑lösen, das Exzerpieren und Notieren. (Mit digitalen Hilfsmitteln.)

Auslöser für den Wunsch, etwas zu lernen, waren bei mir übrigens Gespräche mit anderen Menschen oder die Lektüre von Büchern und, ich glaube seltener, Texte im Web.

In der ursprünglichen Frage von Christin Ebel geht es, so scheint es mir, eher um die Schule, eher ums Lehren als ums Lernen. Also stellen wir die Ausgangsfrage anders:

4. Mit digitalen Medien besser lehren?

1. Macht es Sinn, Schülern den Umgang mit digitalen Medien zu lehren, damit sie, wenn sie selber zum Beispiel das Ukulelespiel lernen wollen, auf die Idee kommen, Tutorien zu suchen, und in der Lage sind, die besten zu finden?

Wenn man etwas lernen will, Ukulele etwa, kommt man dann nicht selber auf die Idee, sich das mit dem Web beizubringen? Augenscheinlich nicht, wie ich bei etlichen Menschen, jung und alt, beobachte. Zu viel Angst und Misstrauen bezüglich der Technik, zu wenig Kompetenz im Benutzen.
In der Schule ist allerdings das Problem, das Schülerinnen und Schüler oft nicht das lernen wollen, was sie gerade lernen sollen.

2. Macht es Sinn, digitale Medien als Mittel in der Lehre zu nutzen?

Klar. Am schönsten wäre es, wenn Schüler so selbstverständlich digitale Medien zum Arbeiten und Kommunizieren nutzen würden wie ich. Dazu müssten sie so gerne (an den vorgegebenen Inhalten) arbeiten und kommunizieren wie ich, und das kann keiner von Schülerinnen verlangen. Genutzt habe ich schon alles mögliche, aber es ist mühsam. Wenn Schüler und Schülerinnen in unserem Unterricht so passiv mit digitalen Medien umgehen wie mit analogen – dem Schulbuch etwa – dann ist der Gewinn nicht groß.

(Weiterschreiben wegen Pfingstferien abgebrochen.)

Gefundene Parabel (Arbeitsblätter von Kollegen 2)

Ich schaue mir ja gerne die Arbeitsblätter an, die von Kollegen in Klassenzimmern oder am Kopierer zurückgelassen werden. Vor ein paar Tagen fand ich das hier ungemein interessant, leider nur unvollständig erhalten:

gefundene_parabel_keuner_geschichte

Etwas leichter zu lesen:

Operation korrigiert werden kann. K wendet sich an V und erklärt ihm unter Zurverfügungstellung von “Berta”, er wolle wegen des “Mangels” ein anderes Tier aus demselben Wurf. V erklärt zutreffend, er könne zwar eine andere Katze liefern, sei dazu jedoch nicht bereit.

Das kam mir vage bekannt vor. Die Geschichten von Herrn K von Bert Brecht kannte ich doch eigentlich alle – war das das Ende einer neuen, einer Schülerparodie auf die Brecht-Parabeln? Mit einem Touch Kafka drin für das Absurde, vor allem der letzte Satz? “ ‘Gibs auf, gibs auf’ ”, sagte er und wandte sich mit einem großen Schwunge ab, so wie Leute, die mit ihrem Lachen allein sein wollen.” – so enden Kafka-Geschichten, und ich kenne eine Kafka-Parodie von Woody Allen, die liest sich genauso wie der Text auf dem Arbeitsblatt.

Der Kollege, dem ich den Schnipsel vor die Nase hielt, lachte nur und klärte mich auf. “Damit war der Denkende endlich aufgeklärt”, wie es bei Brecht heißt.

Votivtafeln 2015

abitur_2015_votivtafeln2

Das ist mal ein Brauch, der mir gefällt: Seit einigen Jahren – in Schulzeit umgerechnet: schon immer – wünschen Freunde und Verwandte den Abiturienten vor den Prüfungen mit Plakaten Glück. Am Anfang, noch im alten Schulgebäude, waren das nur wenige Plakate, und zwar, wenn die Erinnerung nicht täuscht, vor allem von Mitgliedern des Abiturjahrgangs aus dem Vorjahr, die diejenigen ihrer Weggefährten, die es beim ersten Mal nicht geschafft hatten, auf diese Weise beim zweiten Versuch Glück zusprachen.

Inzwischen hängen die jüngeren Schulkameraden die Poster auf, also aus dem aktuellen Jahrgang 11, die den Älteren Glück wünschen, und auch immer mehr Eltern sind involviert.

abitur_2015_votivtafeln

Wie ist das so als Schüler ib den Prüfungen? Zählt man nach, wie oft einem Glück gewünscht wird? Kriegt jeder Schüler ein Poster, oder ist das wie mit den amerikanischen Valentinskarten, von denen manche ganz viele und andere keine kriegen?

– Ich weiß, Votivtafeln stellt man in Kirchen erst dann auf, wenn das glückliche Ereignis eingetreten ist. Insofern bräuchte man einen zutreffenderen Begriff für diese Erscheinungsform. Aber ich fand das Wort so schön.

(Historisches: 2007 habe ich die Poster erwähnt, 2008 nur Graffiti, im selben Jahr gab es Bildchen auf den Sitzplätzen. Fotographioert habe ich die Bilder 2015 zum ersten Mal – man kriegt halt nicht immer mit, wenn Traditionen entstehen.)

Das Biedermeier

In der Schule spielt die Zeit zwischen Romantik und Realismus literaturgeschichtlich keine große Rolle. Man liest den – vielleicht gar nicht so typischen – Woyzeck von Büchner und schaut ein bisschen in seinen Hessischen Landboten hinein. Den Rest macht man als Kurzfassung: Das Biedermeier als Schwundstufe der Romantik (Rückzug ins Private, Genügsamkeit, regional ausgerichtet), als alternative Reaktion auf die Restaurationszeit das Junge Deutschland und später Vormärz (weltbürgerlich-liberale Forderung nach mehr Freiheiten).

Dabei hat diese Zeit ihren eigenen Reiz. Und die Trennlinien sind gar nicht so klar. Siehe Turnvater Jahn:

Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Eiselen, Die deutsche Turnkunst (Berlin 1816)

Aber im Gegentheil darf man nie verhehlen, dass des Deutschen Knaben und Deutschen Jünglings höchste und heiligste Pflicht ist, ein Deutscher Mann zu werden und geworden zu bleiben, um für Volk und Vaterland kräftig zu würken, unsern Urahnen, den Weltret­tern, ähnlich. — So wird man am besten heimliche Jugend­sünden verhüten, wenn man Knaben und Jünglingen das Reifen zum Biedermanne als Bestrebungsziel hinstellt. Das Vergeuden der Jugendkraft und Jugendzeit durch ent­markenden Zeitvertreib, faulthierisches Hindämmern, brün­stige Lüste und hundswüthige Ausschweifungen wird auf­hören – sobald die Jugend das Urbild männlicher Lebensfülle erkennt. Alle Erziehung aber ist nichtig und eitel, die den Zögling in dem öden Elend wahngeschaffener Weltbürger­lichkeit als Irrwisch schweifen läset, und nicht im Vaterlande heimisch macht … Wer wider die Deutsche Sache und Spra­che freventlich thut oder verächtlich handelt, mit Worten oder Werken, heimlich wie öffentlich – der soll erst ermahnt, dann gewarnt, und so er von seinem undeutschen Thun und Treiben nicht abläset, vor jedermann vom Turnplatz ver­wiesen werden. Keiner darf zur Turngemeinschaft kommen, der wissentlich Verkehrer der deutschen Volksthümlichkeit ist und Ausländerei liebt, lobt, treibt und beschönigt.

(Ich habe “ent­markenden Zeitvertreib” auf Nachfrage im Unterricht en passant erklärt als “so ähnlich wie ‘brün­stige Lüste’, nur mit weniger Personen”, dann aber gleich weitergemacht. Einer hat gelacht, der Rest es vermutlich gar nicht mitgekriegt.)

Ist das jetzt revolutionär? Rückzug ins Private? Biedermeierisch? Studentisch-aufbegehrendes Junges Deutschland? Revolutionäres Biedermeier? Jedenfalls gruslig zu lesen, das mit der wahngeschaffenen Weltbürgerlichkeit.

Ludwig Tieck, Des Lebens Überfluss (Urania. Taschenbuch auf das Jahr 1839)

Eine meiner liebsten Novellen, an der Grenze zwischen Romantik und Biedermeier, und mit absurden Zügen. Heinrich und Klara, von den Eltern wegen unerlaubter Heirat verstoßen, das Geld dem Freund geliehen, der damit verschollen ist, hausen arm und bescheiden im oberen Stockwerk eines kleinen Hauses zur Miete. Sie leben von Wassersuppe und erfreuen sich an den schönen Eisblumen am Fenster; sie haben einander und träumen sich ihre bescheidene Wohnung zu einem märchenhaften Reich.
Als sie schließlich alles verkauft und kein Geld für Feuerholz mehr haben, nimmt Heinrich nach und nach die hölzerne Treppe auseinander, die sie mit dem Untergeschoss verbindet, und verheizt sie; das Essen kriegen sie von einer Vertrauten in einen an ein Seil gebundenen Korb gelegt. Zum Schluss gibt es dann doch noch ein unvermitteltes glückliches Ende.

[Heinrich:] Alles, was unser Leben schön machen soll, beruht auf einer Schonung, dass wir die liebliche Dämmerung, vermöge welcher alles Edle in sanfter Befriedigung schwebt, nicht zu grell erleuchten. Tod und Verwesung, Vernichtung und Vergehen sind nicht wahrer als das geistdurchdrungene, rätselhafte Leben. Zerquetsche die leuchtende, süßduftende Blume, und der Schleim in Deiner Hand ist weder Blume noch Natur. Aus der göttlichen Schlafbetäubung, in welche Natur und Dasein uns einwiegen, aus diesem Poesieschlummer sollen wir nicht erwachen wollen, im Wahn, jenseit die Wahrheit zu finden.

Ist das noch Romantik? Oder Biedermeier? Oder schon Nihilismus?

Joseph von Eichendorff, Die Entführung (Urania 1838)

Kürzlich zum ersten Mal gelesen. Wie so oft steht der Held bei Eichendorff zwischen zwei Frauen: Leontine, idyllisch abgeschieden auf einem verfallenden Landschlösschen lebend, die eigentlich nur am Anfang und am Ende der Erzählung auftaucht, hält den Grafen Gaston aufgrund einer Verwechslung für einen Räuberhauptmann, verliebt sich aber doch in ihn. Mehr Charakterzüge hat sie nicht.
Der Hof in Paris ist ganz im Bann der Gräfin Diana, “einer amazonenhaften, spröden Schönheit mit rabenschwarzem Haar und dunkeln Augen.” Sie ist jung, reich, “ganz männlich erzogen”, wird von Männern nur so verfolgt – und leidet sehr darunter. “ ‘Wer nimmt sich meiner an, wenn diese Kavaliere bei Tag und Nacht mit Listen und Künsten bemüht sind, mich um meine Freiheit zu betrügen?’ ”, fragt sie, und “ihr schauerte vor der eigenen Schönheit.”

Der König schlägt Gaston eine Wette vor: Wer Diana erfolgreich entführt, der soll sie als Frau kriegen. Diana bereitet sich auf die mögliche Entführung bestens vor (und klettert dabei, wie schon als Kind, auch auf Bäume), wird aber durch ihre Kammerzofe verraten, so dass Gaston die Entführung tatsächlich vorerst gelingt. Diana nimmt das aber nicht mit Humor, sondern wehrt sich, zündet gar die Hütte an, in der die beiden Rast machen. Da verliert Gaston das Interesse an ihr, bringt sie auf sein Schloss, um die Wette mit dem König formal zu gewinnen, schickt dann aber doch nach der vom Leser fast vergessenen Leontine, um sie zu heiraten. Diana hat sich “in der Nacht nach ihrer Entführung [in das benachbarte Kloster] hingeflüchtet und gleich darauf, der Welt entsagend, den Schleier genommen. Als Oberin des Klosters furchtbare Strenge gegen sich und die Schwestern übend, wurde sie in der ganzen Gegend fast wie eine Heilige verehrt. Den Gaston aber wollte sie nie wiedersehen.”

Ist das noch Romantik oder schon Biedermeier? In Eichendorffs “Marmorbild”, zwanzig Jahre früher entstanden, muss sich der Held Florio immerhin zwischen der halbwegs interessanten Bianca und der dämonisch-heidnischen Venus entscheiden, die ihn verführen will. Da sehe ich ja noch ein, dass er der schwarzen Seite der Romantik entsagt und im Sonnenschein weitermacht. Bianca hat ja ein bisschen Persönlichkeit, im Gegensatz zu Leontine. Und dann erst die spannende, selbstständige Diana, für die wusste der angebliche Romantiker Eichendorff kein anderes Mittel, als sie ins Kloster abzuschieben? Biedermeier, rufe ich da anklagend, Biedermeier!

Ist eine Schulhomepage mehr als eine Behördenwebseite?

Edition Flint schreibt zu einem Vorfall in Niedersachsen. Die dortige Kultusministerin Heiligenstadt machte Besuch in einer Integrierten Gesamtschule, bloß das nebendran ein Gymnasium war, und dessen Schüler wiederum haben den Besuch zum Anlass einer Demonstration gegen die schulpolitische Abwertung des Gymnasiums genommen. Lehrer waren nicht beteiligt, und die Schüler hatten sicher auch nicht die Erlaubnis dazu. Wie Flint schreibt: “Diese Form des zivilen Ungehorsams ist zu begrüßen.”

Davon berichteten natürlich die örtlichen Zeitungen. Einer dieser Zeitungsartikel wurde, unkommentiert, auf der Schulhomepage wiedergegeben. Daraufhin wies die Landesschulbehörde die Schule an, den Artikel von der Homepage zu entfernen, so dass dort jetzt nur steht:

Auf Anordnung des Leiters der Niedersächsischen Landesschulbehörde (Regionalabteilung Osnabrück) wurde der Artikel “Protest wegen Klassenfahrten – Buhrufe in Brake für Kultusministerin” am 08. Mai um 12:27 Uhr entfernt.

(Gymnasium Brake)

Begründung:

Die bis zur Anordnung vorgefundene Darstellung auf der offiziellen Homepage des Gymnasiums Brake ist mit der Funktion der Homepage einer staatlichen Schule und dem damit verbundenen Auftrag der Öffentlichkeitsarbeit einer Schule nicht vereinbar.

(Quelle: NWZ online)

Außerdem wurde die Schulleitung zueinem “Disziplinar-Gespräch” einbestellt.

Also erstmal: Respekt für Schüler und Schule. Respekt für die Schulhomepage dafür, dass es erstmal überhaupt einen Pressespiegel gibt, und dass man die Homepage-Beiträge kommentieren kann.

Außerdem bin ich als ein Redakteur unserer Schulhomepage daran interessiert, was für ein Zwitterding eine Schulhomepage ist. Welche Funktion hat sie denn? Als Behörden-Webauftritt darf sie natürlich keine Kritik am übergeordneten Ministerium bieten und muss reine Öffentlichkeitsarbeit machen. Öffentlichkeitsarbeit für das Kultusministerium, oder für die eigene Schule?

Zumindest in Bayern habe ich noch von keinen Problemen gehört. Allerdings will das Kultusministerium, dass zumindest jedes Gymnasium auf die KuMi-Seiten verlinkt, damit Eltern erfahren, welche Angebote es dort für sie gibt.

Mehr Praxis an der Universität

Aus einem Anlass heraus habe ich letzte Woche meien Studierenden – keine repräsentative Auswahl, und auch nur 15 Leute oder so – gefragt, was man den an ihrem Studiengang, Lehramt Informatik, verbessern könnte. Neben einigen anderen Punkten wünschten sich viele vor allem mehr Praxisorientierung: Besser organisierte Praktika, mehr Praxisbezug in den Veranstaltungen, bei der Leistungsbewertung mehr Gewichtung von Kompetenzen, die später in der Praxis nützlich sind. Es hat diesmal keiner direkt gesagt “Warum müssen wir etwas lernen, das wir in der Schule dann nicht brauchen,” aber das hing schon ein bisschen in der Luft.

Legitime Wünsche. Mir ging es als Student allerdings ganz anders. Ich wollte die Fachwissenschaft studieren, keine Ausbildung als Lehrer erhalten, sondern Anglistik und Germanistik, und das so vollwertig wie möglich. Danach sollte die zweite Phase der Ausbildung kommen, das Referendariat, und da würde genug Zeit für die Praxis sein.

Dementsprechend habe ich, ehrlich gesagt, das erziehungswissenschaftliche Studium (Psychologie, Pädagogik) nicht sehr ernst genommen, und die Didaktik-Veranstaltungen auch nur so mittel. Will heißen: Ich habe etliche fachwissenschaftliche Übungen und Seminare freiwillig besucht, ohne einen Schein zu brauchen oder zu kriegen, aber in Didaktik und EWS nur die Pflicht gemacht. Und das hat mir auch völlig gereicht.

Meine Unterlagen zu diesen Fächern sind fort. Schade, aber ich habe halt nicht genug Platz für alles, ist schon in Ordnung. An was ich mich noch erinnere:

Pädagogik: Nichts. Vielleicht habe ich das erworbene Wissen verinnerlicht, vielleicht hat es auch nichts Bleibendes hinterlassen: Ich weiß es nicht. Oder doch: War das das mit der Erfolgs- und Misserfolgsattribuierung? Das war nützlich.

Psychologie: Die erste Vorlesung fing damit an zu erklären, was Psychologie ist, und dass die nichts mit Freud zu tun hat. Lernpsychologie war interessant, und da ist auch viel da. Entwicklungspsychologie war auch interessant; das kam im Referendariat aber noch einmal dran. Verschiedene Theorien zu Entiwcklungsstufen waren interessant, und dass das mit der Schule oder dem Berufseintritt noch lange nicht abgeschlossen ist. Und Piaget wurde uns um die Ohren geschlagen, oder war das Pädagogik? Mit Piaget bin ich nie warm geworden, dessen Behauptungen, so wie sie bei mir ankamen, halte und hielt ich für nicht ausreichend begründet. Seine berühmten Invarianzen haben möglicherweise als Phasen der sprachlichen Entwicklung ihre Berechtigung, aber nicht als konzeptionelle Stufen.

Didaktik Deutsch: Ein Seminar zu Aufsatzkorrektur. Wie man das macht, warum ein – allerdings viel zu detaillierter – Kriterienkatalog sinnvoll ist, und dass letztlich alles auf den vorhergehenden Unterricht ankommt. Ohne dne zu kennen kann man auch keinen Aufsatz bewerten.
Und dann gab es eine Vorlesung zu kreativem Schreiben. Die habe ich als nett in Erinnerungen, aber nachdem es Jahre dauern würde, bis ich die einsetzen konnte, habe ich mir nicht viel gemerkt.
Und restringierter und elaborierter Code, war das auch Fachdidaktik Deutsch?

Didaktik Englisch: Da kann ich mich vor allem an die Geschichte der Schule in Deutschland erinnern, frühe Neuzeit, Bismarck, Aufstieg und Fall verschiedener Schularten – Realgymnasium und Oberrealschule – und die Reformpädagogik. Dazu dann noch die Geschichte des Fremdsprachenunterrichts. Das war alles auch nicht unmittelbar praxisnah, aber für mich lohnenswert, weil es mir einen Überblick gegeben hat über das, was alles schon versucht worden ist und wie es ausgegangen ist. Wenn Geschichte und Literaturgeschichte wichtig sind, dann auch die Geschichte der Fachdidaktik und des Schulwesens, und sei es nur, um das Kompetenzgedöns richtig einordnen zu können. Das steht auch heute noch in der Lehramtsprüfungsordnung bei den Inhalten des fachdidaktischen Studiums, wird aber in Informatik wenig gemacht – gut, da ist die Geschichte nicht so alt, aber wichtige Phasen gibt es schon. Die Schulinformatik, die die heutigen Entscheidungsträger früher vielleicht erlebt haben, ist eine ganz andere als die Schulinformatik heute.

Und in Fachdidaktik Englisch wurde mir auch der Unterschied zwischen Didaktik und Methodik beigebracht, auf eine Weise, die ich in einem modernen Didaktikbuch als zu vereinfachend bezeichnet gesehen habe. Und doch: Methodik ist die Frage, wie man etwas beibringt, Didaktik darüber hinaus die Frage, was man beibringt und warum. (Ich weiß schon, ich weiß schon. Man kann nichts beibringen, nichts lehren, sondern nur unterstützen beim Lernen. Und Weiß ist keine Farbe, Wale sind keine Fische, Spinnen keine Insekten.) An dieser Seite der Didaktik sind nicht alle Kollegen interessiert.

Im Referendariat hatte ich dann einen sehr guten und einen brauchbaren Seminarlehrer, und auch der Crashkurs Pädagogik-Psychologie-Schulrecht-Staatskunde war in Ordnung, vielleicht eher wegen des Materials der Lehrerakademie Dillingen dazu als wegen der Dozenten. Wegen mir brauchte es keine weitere Verschränkung zwischen erster Phase der Lehrerbildung (fachwissenschaftlich, an der Uni) und der zweiten (Referendariat). In England ist es traditionell auch so, dass man erst regulär eine Fachwissenschaft studiert, und danach noch eine Lehrerausbildung draufsetzt. In anderen Bundesländern gibt es Pädagogische Hochschulen, an denen die Lehramtsstudenten unter sich bleiben und keinen Kontakt zu Diplon-Bachelor-Magister-Studierenden haben. Das wäre für mich gar nichts gewesen. Immerhin hat man so wenigstens noch eine letzte Chance, Leute kennenzulernen, die keine Lehrer sind, Frau Rau etwa.

Graham Greene, Brighton Rock

greene_brighton_rockNach gut zwanzig Jahren wiedergelesen, für die Leserunde.
Am Anfang hat mir das Buch sehr gut gefallen. Fred irrt durch das Seebad Brighton, alptraumhaft verfolgt von einer Bande Kleinkrimineller, die ihn umbringen wollen. Nach Freds Tod ist die Hauptperson Pinkie, erst siebzehn Jahre, aber schon der neue Kopf der Gaunerbande. Pinkie trinkt nicht, raucht nicht, hatte noch nie etwas mit Frauen, ist aber ganz Macho. Auch Pinkie irrt aussichtlos durch eine ihm letztlich fremde Welt; unerreichbar fern das feine Hotel mit dem konkurrierenden, um Klassen erfolgreicheren Gangsterboss; verfolgt von einer Rache für Fred suchenden Dame; und ständig in der Sorge, irgendeine Frau könnte etwas von ihm wollen oder irgendein Mann sich über seine fehlende Praxis beim Umgang mit Frauen lustig über ihn machen. Also plustert er sich auf und begeht einige Morde.

Nach der Hälfte beginnt es dann etwas fade zu werden. Pinkie interessiert mich immer weniger, und die unbedarfte junge Frau, die er heiratet, damit sie nicht zu einer Aussage gegen ihn gezwungen werden kann (auch wenn das nie eine reale Gefahr zu werden droht), auch nicht. Beide sind katholisch, und ums Katholischsein geht es dann auch vor allem in diesem Thriller, um die Frage, wer von Gottes Gnade gerettet werden kann. (Spoiler: jeder.) Und das Seelenheil von Pinkie und Rosie interessiert mich herzlich wenig.

Lohnenswert war das Wiederlesen dennoch. Der Titel des Buchs stammt von einer Süßigkeitenspezialität in englischen Seebädern. “Rock” ist eine Art harte Zuckerstange und ein typisches Mitbringsel zum Beispiel aus Brighton. Wichtig bei echtem rock ist, dass der Name des Urlaubsortes, oder wessen auch immer, im Querschnitt der Zuckerstange zu lesen ist:

brighton_rock

Dieses Merkmal benutzt Ida in Kapitel 7.1 (S. 198) als Metapher für die Natur des Menschen, bis ins Mark, durch und durch.

Die Herstellung ist gar nicht so einfach. Im Prinzip formt ein Handwerker lange Streifen mit den Buchstaben im Querschnitt, 5 cm hoch, die dann spät um einen zylindrischen Zuckerkern gelegt werden und beim Ausrollen auf 3mm Höhe verkleinert werden. (Hier wird das in einem Text beschrieben.) Im Video:

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“Brighton Rock” spielt noch eine weitere Rolle im Buch, und zwar ist er mit der Tötung Freds verbunden. Wie genau er zu Tode kommt, bleibt unklar; die Untersuchung der Polizei kommt zum Urteil eines natürlichen Todes, sehr zur Verwunderung der Gangster. Aber Cubitt, einer von ihnen, lässt einmal fallen, als es um den Tod Freds geht: “I can’t see a piece of Brighton rock without…”, bevor er den Satz abbricht (S. 162, Kapitel 6.1). Ida, die den Tod aufzuklären versucht, entscheidet, er sei erwürgt worden (“strangled him”, S. 197, Kapitel 7.1), aber bereits zu Anfang des Vorgangs an seinem schwachen Herzen gestorben. Auch in Kapitel 6.2 (S. 178) wird “a stick of Brighton rock” mit dem Tod Freds in Verbindung gebracht; eine Kiste voller zerbrochener Zuckerstangen wird erwähnt. (“It got broken. Some clumsy fools.”)

- Außerdem hat mich Pinkie an einen anderen leicht erregbaren jugendlichen Gangster erinnert, der erfolglos mit den großen Fischen schwimmen wollte, und der ebenfalls kein Interesse an Frauen hatte: Wilbur aus The Maltese Falcon von Dashiell Hammett, den jugendlichen Revolvermann an der Seite von Kasper Gutman und, manchmal, Joel Cairo. Sam Spade bezeichnet Wilbur im großen Finale abschätzig als “gunsel”, und provoziert ihn auch erfolgreich damit. Redakteur und Filmzensor glaubten im Zusammenhang wohl an die Bedeutung “unerfahrener Revolverheld”, eine Bedeutung, die das Wort heute auch bekommen hat, letztlich wohl allein auf Basis von Hammetts Roman und dessen bekanntester Verfilmung. Vor Hammett ist aber nur die Bedeutung “junger Partner in einer homosexuellen Beziehung mit einem älteren Mann” aus dem Hobo-Slang belegt, letztlich aus dem Yiddischen “Gänslein”.

Brighton Rock arbeitet noch mehr mit Slang, insbesondere tauchen die Wörter “polony” und “buer” sehr häufig auf; die Bedeutung “Frau” lässt sich jeweils leicht aus dem Kontext erschließen, aber ich konnte mich nicht erinnern, den Wörtern vorher begegnet zu sein. Also habe ich nachgeschaut: “buer” oder “bure” stammt aus dem irischen und bedeutet, heute zumindest, eine gut aussehende Frau. Greene verwendet das Wort allerdings deutlich negativer als das neutrale “polony”.
Und das wiederum hat eine noch viel interessantere Geschichte: Wikipedia informierte mich über den Soziolekt Polari (auch: Parlare, Parlary, Palare, Palarie, Palari). Das ist ein Argot, eine Art Insidersprache, belegt seit dem 19. Jahrundert und vielleicht zurückgehend bis ins 16., der in England gesprochen wurde von Zirkusleuten, Schauspielern, Puppenspielern (“Punch and Judy”). Und dann später auch von Gaunern und bis in die 1960er Jahre hinein von Homosexuellen. Seit zwanzig Jahren ist Polari dann auch immer mehr in die Populärkultur vorgedrungen, hat es in Folgen von Dr. Who geschafft, in Comics von Grant Morrison, in Popmusik.
Aus dem kleinen Lexikon des Polari kannte ich immerhin ein paar Wörter, die ins allgemeiner gebräuchliche Englisch übernommen wurden: butch, cottaging, camp, carsey (in der Schreibung kharzi bei Spike Milligan kennengelernt), doss (als Teil von dosshouse), drag, hoofer (im Zusammenhang mit Fred Astaire gelernt), mince (Art des Ganges), ogle, scarper – etliche davon dürfte ich aus Krimis haben. Und dann natürlich naff, ursprünglich auch Polari, heute Allgemeingut.

Beim Recherchieren Durchblättern von Wikipedia bin ich auch an die ursprüngliche Lingua Franca des Mittelmeeraums erinnert worden, auch Sabir genannt, der ich zum ersten Mal in den Abenteuergeschichten von Robert E. Howard begegnet bin. Wie schön, diese Geschichten hatte ich schon wieder vergessen.