Tanzkurs und anderes Sportliches

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Am Samstag war wieder der Abschlussball des Tanzkurses der 8. Klassen. Ich kümmere mich um die Organisation dieses Tanzkurses, mache Listen, kläre Termine, solche Sachen. Ich finde die 8. Jahrgangsstufe zwar recht früh, aber so hat sich das nun mal ergeben vor über zehn Jahren. Da stand Cole Porter im Lehrplan, und „New York, New York“ passte dazu (Leonard Bernstein und Betty Comden & Adolph Green, nicht das, das man von Sinatra kennt), und zum Unterschied von amerikanischem und britischem Englisch passt „Let’s call the whole thing off“.

Diesmal hatte der Besitzer der örtlichen Tanzschule gewechselt, aber trotzdem lief wohl alles okay, ich werde mal nachfragen, wie das den Schülerinnen und Schülern gefallen hat. Ich habe keine 8. dieses Jahr und kenne die Schüler auch sonst kaum; es waren diesmal besonders wenig Jungs, wir überlegen, was wir da nächstes Mal machen können.

Ich war mit Frau Rau dort diesmal. Besonders schön ist jedes Jahr der Spaziergang zum Veranstaltungsort, eine halbe Stunde an einem warmen Sommerabend vorbei am Schulgebäude, auf einem Weg durch Felder (Roggen, Mais, auch Blumen) und später Häuser, und dann abends nach dem Tanz noch einmal zurück zu S-Bahn.

— Ansonsten noch kurz zu den Bundesjugendspielen. Für spätere Historiker: Deren Abschaffung ist gerade ein Sommerthema. Ich selbst habe sie immer als störend empfunden, eine sinnlose Unterbrechung meines schulischen Alltags, der aus Sozialkontakt und Lernen bestand. Gemobbt habe ich mich nie gefühlt, und wenn, dann wäre das keine Frage der BJS gewesen, sondern des regulären Sportunterrichts. Da war es in der Tat selbst für mich – gefestigt, stabil, unschulsportlich – zumindest ein Thema, an welcher Stelle man ins Team gewählt wurde.

Aber mein Hauptproblem war die Langeweile, die Sinnlosigkeit. Bei manchen Sportlehrern (Jochen Lüders etwa) habe ich den Eintrag, dass mir dessen Sportunterricht gefallen haben würde; der scheint sich von dem von mir erfahrenen zu unterscheiden. An meiner Schule sieht der noch so aus wie ich ihn kenne, nur das mit den grünen Leibchen, die gibt es nicht mehr. Tanzen gibt’s da nicht. Ansonsten ist der Sportlehrplan voller Naturschutz (=Skilager) und Fairness (in der spezifisch sportlichen Fassung: was der Schiedsrichter nicht pfeift, ist nicht passiert – die Zeiten von Gottfried von Cramm sind vorbei).

Was mich wundert: Die Seite www.bundesjugendspiele.de (vom Bundesministeriums für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend) zitiert die Kultusministerkonferenz, laut der „die jährliche Durchführung der Bundesjugendspiele durch jede allgemein bildende Schule und die Teilnahme daran für die Schülerinnen und Schüler bis zur Jahrgangsstufe 10“ verbindlich sind, weil so wichtig. Dabei kenne ich nur Schulen, die die Bundesjugendspiele nur in der Unterstufe durchführen. Muss mal die Sportlehrer fragen, mit welcher Definition von Bundesjugendspielen da wer arbeitet.

2 Antworten auf „Tanzkurs und anderes Sportliches“

  1. Na, die grünen Leibchen (und schwarzen Hosen) – das war aber spezifisch Holbein-Gymnasium. Am RDG später war der Farbcode weiß-blau (klar, wenn man schon auf der falschen Seite vom Lech ist, verfällt man gleich auf solche absurden Farbkombinationen).

  2. Bundesjugendspiele haben mir seinerzeit wunderbar die Absurdität von Bürokratie & tumber Verfolgung augenfällig zu kurz greifenden (no pun intended) Regelwerks vor Augen geführt: Ich war in meinem Jahrgang meist zugleich die älteste und die kleinste (Ich bin erst mit fast 7,5 Jahren eingeschult worden, weil ich mit 6 Jahren zwar die kognitive Reife für die Einschulung aufwies, aber „zu zart“ war und noch wachsen sollte, auch so ’ne Nummer…). Bei den Bundesjugendspielen lag die Reckstange bei mir nun 5cm (oder mehr?) höher als bei meinen jüngeren, mich körperlich überragenden Klassenkameraden. Ich sehe uns noch vor der Reckstange stehen: Meine Klassenkameraden schauten auf ihre runter, ich zu meiner hoch. Die Lehrer fanden es auch abstrus, aber da es den Regeln entsprach, hielten sie sich bedauernd daran: Vorschrift!

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