Avengers: Endgame (leichte Spoiler)

Schon letzte Woche war ich in Avengers: Endgame. Wer’s nicht weiß: Das ist ein Marvel-Superheldenfilm, und zwar der 22. in einer Reihe von zusammengehörenden und – mäßig – aufeinander aufbauenden Filmen, die vor elf Jahren mit Iron Man (Blogeintrag) begann. Nach dem ersten Drittel der Filme gab es einen größer angelegten Film, in dem die Charaktere der vorangehenden, nur sehr lose verknüpften Filme, versammelt wurden; nach dem zweiten Drittel wieder, und nach dem dritten gab es sogar zwei dieser Riesenevents: 2018 Avengers: Infinity War, den ich echt schlecht fand, der aber ein Riesenerfolg war; und jetzt eben dessen Fortsetzung – der mir angesichts des Vorgängers überraschend gut gefallen hat.

Avengers: Endgame ist drei Stunden lang und spielt alles Geld ein, das es gibt, und bricht alle modernen Rekorde, die man sich vorstellen kann. Teilweise mit einem Riesenabstand. Das ist für mich das Interessanteste am Film, und wahrscheinlich ist das ein nicht wiederholbares Phänomen. Denn der Film baut vor allem darauf auf, dass die Zuschauer möglichst viele der vorangegangenen Filme gesehen haben. (Und Fernsehserien.) Das gibt es nicht bei Star Wars, Star Trek oder James Bond. Man hat als Filmeschauer eine Menge Zeit und Energie investiert, und die Filme waren auch fast alle überaschend respektabel, und man hat sich dafür eine Belohnung verdient, irgendwas Kathartisches, Anerkennung für die gemeinsam verbrachten elf Jahre – und die bietet dieser Film dann auch.

SPOILER folgen:

Das erste Drittel des Film ist unerwartet deprimierend. Der letzte Film endete nach endlosen hektischen Prügeleien auf dieser niedergeschlagenen Note, und der neue macht da weiter und kostet das eine Stunde lang aus – ganz ohne Hektik, gemächlich. Respekt. Dann kommt ein witziges Drittel, und das letzte Drittel ist dann Haudrauf, wie es das Publikum erwartet und verlangt. Ich könnte ja darauf verzichten.

Ganz kurzer Podcast dazu – anscheinend kann man den Film sogar sehen, wenn man gar keinen der 21 Vorgänger gesehen hat:

AVENGERS ENDGAME: „No amount of money ever bought a second of time“
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Alles gutes Popcornkino, aber richtig gute Filme sind nicht dabei. Wenigstens war diesmal die Musik ganz ordentlich. Die Schauspieler und Dialoge sind es ohnehin immer. Wer weiß, am Ende macht Marvel nicht weiter wie bisher sondern überrascht das Publikum mal wirklich? Insgesamt: Respekt, viel Respekt von meiner Seite, aber keine Liebe, oder nur indirekt – über die Erinnerung an die Comics meiner Kindheit und frühen Jugend

2 Antworten auf „Avengers: Endgame (leichte Spoiler)“

  1. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Respekt habe ich viel vor Infinity War, weil sie genau den Film machten, den sie wollten, und damit erfolgreich waren, und das gar nicht so einfach war. Aber ich weiß noch, dass ich mehrfach auf die Uhr geschaut habe, mehr gelangweilt als genervt. In Erinnerung habe ich zweieinhalb Stunden Prügelei und dass da sonst nichts war. Ich habe nur wenige Kampfszenen als im Bild im Kopf und sonst keine Erinnerung an irgendeine Einstellung oder ein Handlungselement. (Ich mag die großen Thanos-Auftritte aber auch in den Comics nicht besonders. Von Jim Starlin, dem Autor vieler Geschichten, mag ich eigentlich nur die ursprünglichen Warlock-Erzählungen.)

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