Wieder zuhaus, wieder zuhaus

1. Mebis

Unterricht, erste Januarwoche. Technisch läuft alles einwandfrei – Herr Mess schreibt Mebis reborn?, denn Mebis funktioniert schnell und zuverlässig; ich möchte es nicht missen. Solche Kurse, wie sie zu meinem Arbeiten passen, habe ich noch in keinem anderen Werkzeug gezeigt bekommen.

Söder (Ministerpräsident) mault an Mebis herum, Piazolo (Kultusminister) sagt… weiß ich gar nicht, ist ja auch egal. Die Tagesschau spricht von “Bildungsverbänden”, die Meinung haben – ich kenne nur Interessenverbände mit spezifischen Interessen (mehr Technik, weniger Kultur, mehr Geld, weniger Geld), keinen davon würde ich Bildungsverband nennen.

Mebis sollte weiter ergänzt werden um eine brauchbare App, und Mebis reicht mir als alleiniges Werkzeuge für die Schule zuhause nicht aus. Ich will Videokonferenzen machen, mehr oder weniger häufig, sicher nicht in 1:1‑Abbildung meines Stundenplans. Und ich will – aber so weit sind die Schüler und Schülerinnen noch nicht – gemeinsam an Dokumenten arbeiten (lassen). Dafür braucht es weitere Werkzeuge, und das BigBlueButton unseres Landkreises läuft ebenfalls stabil. Nur die Internetverbindungen zuhause, die sind manchmal noch etwas wackelig.

2. Schnelle Umfragen in BBB

In diesem Thread habe ich schöne Anregungen zum Einsatz von BBB gefunden:

Das heißt: Ich beginne mit einer weißen Fläche, lasse die Schüler und Schülerinnen sich ein bisschen beim Malen darauf austoben und schalte dann weiter zur nächsten Folie, die etwa so aussieht:

Oder auch nur so:

Die Schüler und Schülerinnen bewegen ihren Mauszeiger irgendwo auf die Fläche, und dann sehe ich ihre Namen und die Position. Manche platzieren sich zögernd am Rand, manche zentral, auch eine Möglichkeit der Informationsübermittlung.

Ich habe zum Beispiel auch das gefragt, und zwar nicht bezogen speziell auf meinen Unterricht, sondern im Rückblick auf diese Woche:

Also mehr Videokonferenzen, weniger andere Aufgaben! Dieselbe Klasse bat aber dreißig Minuten später für den Tag der nächsten Unterrichtsstunde um, uh, Reduzierung des Videounterrichts, weil sie so viele Videokonferenzen hätten. Aus solchen Gründe informiere ich mich gerne über die Wünsche meiner Schüler und Schülerinnen, mache meine Entscheidungen aber nicht allein davon abhängig.

Nur eine Mittelstufenklasse (nicht: Ober‑, Unterstufe) hatte Interesse an einer Gelegenheit, miteinander zu reden, ohne mich, einfach so, zum Austausch, wie er in der Schule sonst immer stattfindet. Also bot ich Breakout-/Chaträume an, auf die sich die Schüler und Schülerinnen aufteilen sollten. Auch hierzu quasi die Abstimmung in Form einer Platzierung, jeder merkt sich danach die Nummer des Raumes und geht in diesen:

Danach habe ich herausgefunden (indem ich gefragt habe), ob sie die Kamera angeschaltet hatten, und sie sagten, das hätten sie. Da schau an, nur beim Unterricht nicht! – Tatsächlich habe ich das auch nicht verlangt, mache ich nächste Woche vielleicht, aber ich komme gut zurecht, auch wenn ich niemanden sehe. Mich sehe ich ja, und für einen ganz leicht narzistisch veranlagten Menschen (nicht alle Blogger!) ist das immer eine schöne Sache. Die Unterstufe war schon von anderen Lehrkräften dazu gebracht worden, die Kamera meist anzuhaben, und das war auch schön. So viel Nase und Kinn habe ich lange nicht mehr gesehen.

3. Und was machen die anderen?

Apropos die anderen Lehrkräfte: Von meiner Schule kriege ich nicht viel mit. Pro Tag vielleicht ein Telefonanruf, und nicht mal jeden Tag einer, und ein oder zwei Textnachrichten pro Tag. (Also, mit Fragen; formal dienstliche Kommunikation gibt es daneben schon auch.) Ich vermisse die vielen Kontakte werden der letzten Schulschließungsphase.

Ich habe ja Twitter und kriege da mit, was andere machen. Aber der Rest? Haben die alle WhatsApp-Selbsthilfegruppen? Mindestens eine Lehrkraft am Telefon klang durchaus so, als freute sie sich, mal überhaupt mit jemandem aus dem Kollegium zu reden. Dabei könnten wir Stammtische einrichten bei wonder.me, in unserem Schulcloud-Chat, oder auch über BBB. Ich will mich aber nicht vordrängeln beim Initiieren, und vielleicht braucht das ja auch niemand, weil die alle genug mit Familie der zu tun haben. Oder die laden mich alle einfach nicht dazu ein?

4 Antworten auf „Wieder zuhaus, wieder zuhaus“

  1. Guten Abend,
    in gänzlich anderem Kontext habe ich mich – mit und trotz ähnlicher Bedenken – auch aufgedrängt. Und bin sehr überrascht und zufrieden damit, wie die initiierte zusätzliche (freiwillige) Kontakt-/Austauschmöglichkeit genutzt wird.
    (Den Gedanken, die laden mich nicht ein bzw wollen mich nicht dabei haben, hatte ich auch. Stellte sich heraus, es gab gar nichts, wo man hätte dabei sein können.)
    Ich wünsche das Quäntchen Mut zum Loslegen. :)
    Herzlichst, dorothea.regina

  2. Ich glaube ja nicht wirklich, dass die mich nicht einladen. :-) Eher, dass die meisten gar nicht so viel Bedürfnis nach Austausch haben, vielleicht weniger Zeit für Neugier haben. Aber ja, ich habe mal einen Versuch gestartet.

  3. Guter Versuch, heute zu den Pausen beide Male genutzt. Werde öfter da sein, aber nicht morgen, weil in der Schule, Zeug machen.

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