Es ergibt sich, dass ich gerade einmal im Jahr an eine Bosna komme: Auf dem Augsburger Christkindlesmarkt. Da treffe ich mich jedes Jahr einmal mit alten Freunden und esse dabei eine Bosna, und zwar hier:

Ich bin aufgewachsen mit Bosna, die waren etwas ganz Normales. Am Judenberg unten, hieß es, gab es die besten. Eine Bosna, das ist: Eine weiße Rinderbratwurst, rohe Zwiebeln, scharfes Paprika- oder Cayennepulver, das in einer langen Semmel. Mit scharf dann Jaguar oder Super-Jaguar. Optional alles mit Käse, aber das ist eine Verirrung.
Als ich dann aus Augsburg fortzog, kam nach und nach die Erkenntnis: Nirgendwo sonst gibt es die Bosna, nirgendwo! AUßer in Wien. Und in Slazburg gibt es etwas, das sie Bosna heißen, aber das ist keine – die tun eine Currymayonnaise oder so etwas dran, und auch sonst ist alles anders. Die Salzburger Bosna, die kann ich auch in München haben, in einem einzigen winzigen Imbiss, aber wer will das schon?
Am Bosnastand oben gibt es die Bosna auch in richtig scharf, als „Mad Dog“ auf einer Skala von 1 bis 10, nur ab 18 Jahren. Die letzte Jahre über wurde immer eine Glocke geläutet, wenn ein Kunde diese Spezialität bestellte, am Wochenende fehlte das. (Ein Freund, Stufe 4.) Aber man kriegt jedesmal einen Spruch dazu, mit mäßigem Enthusiasmus vorgetragen: „Nimmst du die Stufe Vier, mir graut vor dir“ oder so ähnlich, metrisch etwas akkurater, wenn ich mich richtig erinnere.
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