Liminale Lokale

Christopher Campbell von den Film School Rejects macht sich im letzten Eintrag Gedanken über Remixkultur, und was alles noch möglich wäre, wenn es legal möglich wäre. Seine Hauptbeispiele sind drei Filme von Antonio Maria Da Silva, in denen dieser Szenen aus Filmen zusammenschneidet und bearbeitet, so dass ein fiktiver Ort entsteht: Hell’s Club, ein Club außerhalb der Kontinuität der Filme, in dem sich Figuren der Filme treffen und ausspannen. Hier Teil 1: Hell’s Club 2 Another Night Bathroom Secrets – ein kleiner Hell’s Club Spinoff Solche Lokale zwischen den Welten sind recht verbreitet. Das erste, auf das ich stieß, war …

Filme am Ende

Ja, auch ich schaue am Ende des Schuljahres Filme. Zuerst haben wir uns die Strandszene aus Jaws angeschaut, knapp 5 Minuten, findet man schnell im Web. Dann haben die Schülerinnen und Schülern gesammelt, was ihnen aufgefallen ist. Im Deutschunterricht sollen die Schüler ja das genaue Hinschauen üben, das Abstrahieren von Einzelbeobachtungen, und das Deutung ganzer Texte – ob es sich um Gedichte, Verträge, Gesetze, Kurzgeschichten oder Filme handelt. Und jetzt eben mit Jaws. Danach sahen wir uns diese Analyse zur Strandszene an: Und danach wiederum verglichen wir die Positionierung der Elemente im Bild beim schnell geschnittenenen Mad Max: Fury Road …

Babyeinhorn-Rodeo

Die Rechner-Beamer-Kombination in meinem Klassenzimmer funktioniert endlich wieder! Da habe ich gleich mal einen Haufen Clips gezeigt, angefangen mit diesem: (Reklame für Pick-Up Choco-Caramel.) Stilmittelanalyse: Neben den Neologismus beziehungsweise Wortspiel “Zartcore”, das den Schülern zuerst aufgefallen ist, lebt die Werbung vor allem von den Vergleichen. Dabei wird jeweils dieser Keks verglichen mit Rodeoreiten auf Baby-Einhörnen beziehungsweise Stagediving in der Oper. (Im Text ist auch noch von Klippenspringen mit Schwimmflügeln die Rede, das hat es aber nicht in die endgültige Fassung gebracht.) Die Basis des Vergleichs: Da werden jeweils zwei Dinge in Beziehung gesetzt, die sich augenscheinlich widersprechen, aber doch verwandt …

Schöne Schülervideos

Aus dem Blog der Karl-Weise-Grundschule aus Berlin (mal vorbeischauen): Könnte ich eigentlich auch mal machen. Es sieht schön aus. Der Mehrwert für die Schule? Beschäftigung mit einem Text, neue Interpretation eines Textes – aber vielleicht auch nur der, einmal etwas hergestellt zu haben, noch dazu vielleicht etwas, das anderen Freude bereitet. Das darf nicht die Hauptsache am Unterricht sein, aber einmal im Jahr wäre das schon in Ordnung. Bei aller schönen Optik: das Schauspielern oder auch das Erzählen dazu ist die eigentliche Schwierigkeit. Ich habe tatsächlich Anfang des Jahres mit meiner 6. ein ähnliches Projekt verfolgt, vielleicht darf ich es …

Holmesiana

War im Kino, Sherlock Holmes gucken. Hat mir gut gefallen. Als Film gut – wenn es auch mehrere überflüssige Szenen darin gibt, die weder die Handlung voranbringen noch etwas zur Charakterisierung der Personen beitragen noch Atmosphäre erzeugen. Schön: die Boxkampszene, überflüssig: das Spektakel in der Werft. Immer wieder enttäuschend: Showdown hoch oben auf einem historischen Wahrzeichen. Das mochte ich bei X‑Men schon nicht, und bei Holmes wird das für jeden, der sich minimal in London auskennt, lächerlich – aus den Katakomben des Parlaments spaziert man quasi direkt auf die Spitze der Tower Bridge. Aber trotzdem ganz okay. Robert Downey Jr. …