Die drei Spinnerinnen (World Storytelling Day: 20. März)

Am 20. März ist World Storytelling Day. Das scheint mir kein sehr verbreiteter Tag zu sein, aber die Idee gefällt mir. Vielleicht mache ich eine Erzählstunde mit meinen Schülern, ist leider ein Freitag, da habe ich keine geeignete Klasse. Ich kündige den Tag mal rechtzeitig an, falls jemand etwas dazu machen möchte. Zum Beispiel so etwas. Im Deutsch-LK habe ich heute im Rahmen einer Märchen-Sequenz das Kamishibai ausprobiert. Und zwar „Die drei Spinnerinnen“ aus den Kinder- und Hausmärchen von Grimm. Zu Hause habe ich es dann aufgenommen, etwas hastig, mit schwachem Ton, aber man sieht doch, wie man das einsetzen … Continue reading „Die drei Spinnerinnen (World Storytelling Day: 20. März)“

Rotkäppchen in Punktschreibweise

Am Anfang der 10. Klasse wiederhole ich gerade den Stoff der 6. Klasse in Informatik. Schwierigkeiten macht unter anderem die Unterscheidung zwischen der Definition einer Methode und ihrer Ausführung – also zwischen drehen(Winkel) und drehen(45°). Das habe ich zu üben versucht, indem die Schüler das Märchen von Rotkäppchen in Objekt-Punktschreibweise wiedergeben mussten. Es sollten nur Methodenaufrufe geschrieben werden – keine Attributwertzuweisungen, keine Definitionen. Die Schüler kannten das Märchen teilweise viel besser als ich. Großmutter.ändernGesundheitszustand(krank) Mutter.geben(Rotkäppchen, Korb) Mutter.geben(Rotkäppchen, Wein) Mutter.geben(Rotkäppchen, Kuchen) Rotkäppchen.legen(Korb, [Wein, Kuchen]) Rotkäppchen.gehenNach(Wald) Wolf.sagen(Rotkäppchen, „Geh Blumen pflücken“) Rotkäppchen.gehenNach(Blumenwiese) Wolf.gehenNach(Großmuttershaus) (Zum Schluss sogar ein Beispiel für parallele Abläufe.) Im Klassen- … Continue reading „Rotkäppchen in Punktschreibweise“

Es war einmal (und viel mehr über weitere Erzählspiele, als ich eigentlich zu schreiben vorhatte)

1. Es war einmal Nachdem es vorgestern schon ums Erzählen ging, will ich mir auch endlich diesen Eintrag von der Liste schreiben: Bei Amigo ist 1997 das Spiel Es war einmal erschienen, die deutsche Ausgabe von Once upon a time (Atlas Games 1994, zweite Ausgabe 1995). „Es war einmal“ ist einigermaßen bekannt und auch im normalen Spielwarenhandel zu bekommen. Das Spiel besteht aus über hundert Erzählerkarten, jeweils mit typischen Märchenmotiven: Charaktere (Kind, Prinzessin, Monster), Gegenstände (Schlüssel, Krone, Baum), Orte (Heim, Kapelle, Kerker), Eigenschaften (versteckt, wunderschön, blind) und Ereignisse (Falle, Wettbewerb, jemand wird verletzt). Jeder Spieler kriegt eine Handvoll dieser Karten … Continue reading „Es war einmal (und viel mehr über weitere Erzählspiele, als ich eigentlich zu schreiben vorhatte)“

Geschichten-Parallelen

In A Treasury of North American Folk Tales habe ich eine Variante von „Die Kuh Elsa ist tot“ entdeckt. Viele Angehörige meiner Generation kennen diesen Witz von Dieter Hallervorden, 1977 aus Nonstop Nonsens. Stellt sich heraus, die Geschichte ist alt und weit verbreitet, als „Häufung des Schreckens“ hat sie im Erzähltypus-Index AaTh die Nummer 2040. Die Enzyklopädie des Märchens nennt zahlreiche Tradierungen und Beispiele, darunter auch das hier aus dem Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes von Johann Peter Hebel: Ein Wort gibt das andere Ein reicher Herr im Schwabenland schickte seinen Sohn nach Paris, daß er sollte Französisch lernen, und ein … Continue reading „Geschichten-Parallelen“

Im Papierweb (mit vielen Märchen)

Heute geht es darum, wie ich mich in den letzten Monaten im Papierweb von einem Buch zum anderen habe führen lassen, und wo ich dadurch überall hingekommen bin. Das Ergebnis ist vielleicht nicht für jeden interessant, ich will es aber doch für mich festhalten. Ich fange einfach mal bei der Fables-Reihe von Bill Willingham an: Eine große Zahl an Gestalten aus Märchen, Sagen und Legenden hat sich aus ihrem Heimatland in unsere Welt geflüchtet und lebt unerkannt in New York. (Diejenigen, die sich nicht unaufällig unter Menschen bewegen können – die drei Schweinchen etwa oder Papa und Mama Bär, Baloo … Continue reading „Im Papierweb (mit vielen Märchen)“