Moodle-Fortbildung heute

Schon wieder war ich nicht im Unterricht, sondern auf einer Fortbildung: In Schrobenhausen.

(Von den CEMA-Milchpackungen meiner Kindheit ist mir der Ort wohlbekannt. Auf der Vollmilchpackung war eine Landkarte mit Augsburg drauf und Schrobenhausen, mit einem ganz komischen r, sah aus wie Schzobenhausen. Auf der Halbfettpackung war die Milchstraße in blau, himmelblau und weiß. Fand ich schon damals klasse. Keines der beiden Motive gibt’s im Web. Schade.)

Das Hin- und Zurückkommen mit dem Zug war etwas umständlich, halb sieben aufstehen, halb sieben zu Hause, und auch das nur, weil ich mich fünf Minuten zu früh verabschiedet habe, um nicht eine Stunde auf den nächsten Zug zu warten. Das war mir unangenehm, aber sinnvoll.

In der Fortbildung ging es um Moodle, eine verbreitete Software für eine Lernplattform – eine Art Content-Management-System mit Schülern und Trainern und Administratoren, mit Benutzerrechten und Test, Umfragen und Wiki. Der Hintergrund ist lobenswert und folgender: Für die Gymnasien in Bayern stellen die Ministerialbeauftragten eine Moodle-Installation zur Verfügung, genauer gesagt, jeweils eine für die einzelnen Bezirke, zum Beispeil Oberbayern West. Zu diesem Bezirk gehören 80 Schulen, darunter meine. Mit der Installation und Wartung haben die Schulen nichts zu tun, aber an jeder Schule gibt es zwei Multiplikatoren, die etwas erweiterte Benutzerrechte haben und die vor allem ihrem Kollegium von Moodle erzählen sollen. Und so einer bin jetzt ich.

Moodle als Unterrichtswerkzeugselber hat Vor- und sicher auch Nachteile, auf die ich jetzt nicht groß eingehen will, schon mal, weil mir die Erfahrung dazu fehlt.

Interessanter finde ich gerade einen Nebeneffekt dieser Moodle-Installation. 80 Schulen sind daran angeschlossen. Ich kann sehen, welche Unterbereiche und welche Kurse welche Schule eingerichtet hat. Was das für eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit und zum Austausch ist!
Aber knapp daneben. Die Kurse sind alle durch ein Passwort geschlossen; offene Kurse sollen wir vermeiden. Das darf noch nicht das letzte Wort sein. Es ist nicht zu unpraktisch, die jeweiligen Kursersteller (über Moodle) um das Passwort zu bitten, ich will browsen können und weiß ja vorher gar nicht, welche Schätze sich eventuell in einem Kurs verbergen.

Auch sonst fehlt mir zum derartigen Austausch (für den Moodle wohl auch nicht gedacht ist) noch die Möglichkeit, Kurse zu kommentieren, so wie ich Blogbeiträge zu kommentieren gewöhnt bin, und Kurse zu bewerten, so dass man schnell interessante Kurse findet. Ein „Kurs des Monats“ (oder des Halbjahres von mir aus) unter den 80 Schulen in Oberbayern West, mit jeweils zwei oder drei oder fünf oder zehn Kursen im Programm – das wäre was!

Dinner For Some: Einladung zum Abendessen

The parents of an Australian teenager may have a $20,000 bill to pay for damages caused at a party held by their son. Corey Delaney, 16, decided to throw a party in his house on Saturday night while his parents were on vacation. He posted an open invitation on the MySpace website, which resulted in 500 teenagers showing up at his Melbourne home. The youths got drunk and started damaging neighbouring properties.
(breakingnewsenglish.com)

Ganz so schlimm wird es hoffentlich nicht werden. Das hier ist nicht MySpace, meine Eltern wohnen in einer anderen Stadt, und ich habe wenig Sorgen, dass betrunkene Horden von Münchner Lehrern in der Nachbarschaft randalieren.

Aber von vorne: Am Samstag, 12. April 2008, lade ich alle bloggenden Lehrer, die vorbeikommen wollen, zu mir zum Abendessen ein. Ich koche gerne und habe gerne Gäste zu Besuch. Jochen und Mrs. H. haben schon zugesagt. (Das sind die einzigen Lehrer aus der Umgebung, von denen ich weiß.) München Stadtmitte, Nähe Sendlinger Tor, 19 Uhr.

Da es vielleicht gar keine weiteren Blogger gibt, die in der Nähe wohnen, gilt die Einladung genauso für jeden netzaktiven Lehrer oder Lehramtsstudenten, der zumindest Lehrer-Blogs liest und kommentiert und vorbeischauen will.

Ehrlich gesagt, ich rechne eher mit einem kleinen Abendessen (Steak & Kidney Pudding?) für ganz wenige Personen, vielleicht nur die oben genannten, mit gegenseitigem Anschweigen, vielleicht mal eine im Affekt geworfene Erbse – käme aber auch bestens mit einer Stehparty und Dutzenden bloggender Lehrer zurecht.

Wer kommen möchte, schickt mir doch bitte eine E-Mail unter:

Ich freue mich über jeden Gast und schreibe dann Details zurück. Wer sich nicht traut, überwinde bitte seine Scheu. Ich würde mich freuen.

(Einen besonderen Anlass gibt es keinen, nicht dass jemand denkt, ich hätte Geburtstag oder so.)


Nachtrag: Foto vom Hauptgang. (Steak and Kidney Pie. Und Steak and Kidney Pudding.) Geknpist von Gast rip.

Unterrichtsmaterial per RSS-Feed (zum letzten Mal, versprochen)

Das wird ein langer, vielleicht langweiliger, aber wenigstens versprochen allerletzter Eintrag zum Thema „Materialtausch unter Lehrern“, mit dem ich meine Gedanken ordnen und präsentieren möchte. Es muss ihn auch keiner lesen.
Mein Ausgangspunkt war folgender: Soll ein Lehrer das Material, das er im Web Kollegen zur Verfügung stellen möchte, bei einer oder fünf der großen Material-Sammelstellen einstellen, oder soll er es auf seiner eigenen kleinen Webseite/seinem Blog veröffentlichen? Wovon profitiert die Lehrerschaft insgesamt am meisten?
Ich glaube, das muss kein Entweder-Oder sein, sondern man kann beides so einrichten, dass man den Unterschied kaum merkt.

Dazu erkläre ich erst einmal Technisches zu RSS, stelle dann vor, wie man RSS nutzen kann, was es für Probleme gibt und welche Einsatzmöglichkeiten.

Los geht’s.

1. Technische Details zu RSS-Feeds

Ein RSS-Feed (oder auch Atom-Feed, eine andere Spezifikation mit ähnlicher Zielsetzung) ist eine tolle Sache. Er dient dazu, Inhalte auf Webseiten lesefreundlicher für Maschinen zu machen. Solche Feeds werden von den meisten Blogs, vielen Wikis, flickr, Nachrichtenseiten, Podcasts und sehr vielen weiteren Webseiten zur Verfügung gestellt.

Ein RSS-Feed ist letztlich eine Textdatei, die bestimmten Regeln folgt. Kernpunkt ist, dass es öffnende und schließende, jeweils festgelegte tags in spitzen Klammern gibt, zwischen denen die eigentlichen Informationen stehen. Durch die festgelegten tags kann ein Programm den Feed interpretieren, es „weiß“, was der Autor, was die Überschrift, was das Datum eines Blogeintrags ist. Dem publizierten Blogeintrag, so wie er sich einem Menschen präsentiert, kann eine Maschine das nicht entnehmen – nur ein intelligentes Wesen kann erkennen, ob „Herr Rau“ der Autor oder der Titel des Blogeintrags ist.

Ein RSS-Feed sieht ungefähr so aus (auch wenn man ihn so selten zu sehen bekommt, denn viele Browser zeigen den Feed bereits in interpretierter Form an):

educast2.png

Man erkennt die tags „title“ (Name des Blogs), „description“ (Untertitel), „item“ (Blogeintrag). Innerhalb eines item gibt es wieder einen „title“ (Titel des Blogeintrags), „description“ (Kurzfassung des Inhalts, häufig die ersten 30 Wörter, könnte aber auch etwas anderes sein), „content“ (der Text des Blogeintrags).

Manche tags sind vorgeschrieben, andere optional. Den tag „enclosure“ zum Beispiel (nicht im Bild) braucht iTunes, um zu erkennen, welche mp3-Datei (oder auch: welches pdf-Dokument) der für iTunes relevante Teil des Beitrags ist. Der tag „category“, der auch mehrfach verwendet werden kann, gibt eine Kategorie an, zu der das item gehört. WordPress befüllt diesen tag übrigens zum einen mit der Kategorie, zu der der Blogeintrag gehört, zum anderen mit den Schlagworten, die der Blogautor dem jeweiligen Beitrag zugewiesen hat. Für den Feedreader, der den RSS-Feed interpretiert, ist es also gleich, ob ein Beitrag zur Kategorie „Schulkram“ gehört oder das Schlagwort „Schulkram“ trägt. (Das dieses Schlagwort ebenfalls „tag“ heißt, macht die Sache nicht einfacher. Außerdem wird dieses Schlagwort-Feature noch nicht viel verwendet, da es erst seit den neuesten WordPress-Versionen verfügbar ist.)

Wozu braucht man diese maschinenfreundliche Form überhaupt? Damit eine Maschine, also ein Programm, die Daten interpetieren und verarbeiten kann. Damit mein Programm am Blog-Seitenrand automatisch die Neuigkeiten von bildungsklick.de einbinden kann, damit meine Links bei delicious automatisch eingebunden und dargestellt werden, damit ich nicht selber zu einem Blog schauen muss, ob es da etwas Neues gibt, sondern das Nachschauen meinem Feedreader überlassen kann. Damit ich nur auf einer Seite etwas schreiben muss, das aber automatisch auf anderen Seiten gleichzeitig erscheint – so wie eine Zeitungskolumne, die einmal geschrieben wird, aber von verschiedenen Zeitungen übernommen wird. (RSS steht inzwischen für „really simple syndication“.)

2. Das Modell iTunes

Das Modell Youtube/flickr wird schon an verschiedenen Orten realisiert: Dabei stellen Lehrer den Kollegen ihr Material einer (und auf einer) Plattform zur Verfügung. Vorteil: Einfache Benutzung, einheitliche Infrastruktur, Aufbau einer community zur gemeinsamen Verschlagwortung und Bewertung von Beiträgen. Nachteil: Es gibt noch keine solche einheitliche Plattform. Vielleicht wird es sie nie geben.

Das dezentrale Modell iTunes/Podcasts sieht anders aus: Verschiedene Quellen stellen Material in maschinenlesbarer Form zur Verfügung (so wie Podcasts), und der Benutzer kann mit einem Programm wie iTunes diese Quellen abonnieren. Darüber hinaus kann wer auch immer will Verzeichnisse solcher Quellen anbieten.

Tatsächlich kann man sogar ganz konkret iTunes dazu verwenden, Material anzubieten und abzurufen – nicht nur in Form von Audio- und Videodateien, sondern auch in Form von pdf-Dateien. Das sieht dann so aus:

educast1.png

„Unterrichtsmaterialien“ ist dabei der nur leicht durch ein Plugin modifizierte RSS-Feed eines WordPress-Blogs, „Textadventures“ der Titel eines Eintrags, dem statt eines mp3-Anhangs ein pdf-Anhang mitgegeben wurde. Leider erkennt iTunes anderes Dokumenttypen, zum Beispiel Bilder, zumindest zur Zeit noch nicht, ist ja auch nicht darauf ausgelegt.

Der gleiche Beitrag in meinem Google Feedreader sieht so aus:

educast3.png

Leider wird hier viel Information, die eigentlich im Feed steckt, nicht genutzt und nicht dargestellt. Das gilt vor allem für die oben angesprochenen Kategorien beziehungsweise Schlagwörter. Besser ist das zum Beispiel im Open-Source-Feedreader RSSOwl (Mac, Win, Linux) gelöst. Am Ende jedes dargestellten Beitrags werden die aus dem Feed übernommenen Schlagwörter noch einmal extra dargestellt:

educast5.png

Wenn man nun auf eines der Schlagwörter klickt, werden automatisch alle gespeicherten Beiträge gesucht, die den gleichen tag aufweisen. Auch wenn es sich um andere Blogs handelt. Klickt man im Beispiel oben etwa auf „Search related news: Englisch“, sieht man sämtliche Beiträge mit dem „tag“ Englisch:

educast6.png

Das ist schon fast ganz richtig so.

3. Zwischenerkenntnis

Jede Materialquelle, die ihr Material mit möglichst vielen Lehrern teilen will, stellt einen RSS-Feed zur Verfügung. Der RSS-Feed ist mit sinnvollen category-tags versehen. Der Endbenutzer abonniert diese Feeds. Ob der Feed von einem Ein-Mann-Projekt kommt, von Flickr, von einer zentralen Sammelstelle, das ist dem Feedreader egal. Wer sein Material schützen und Besucher auf die eigene Webseite bringen will (beides völlig legitime Anliegen), veröffentlicht nicht den ganzen Text im Feed, sondern nur einen Abstract/ein Exzerpt, wofür ja genau der description-tag gedacht ist. Viele Feeds veröffentlichen jetzt schon nicht den ganzen Text, sondern nur die ersten 30 Wörter.

4. Probleme

Eigentlich ist das alles völlig banal und ich entschuldige mich dafür, wenn ich jemandem die Zeit stehle. Letztlich ist bislang nur herausgekommen, was eh schon viele tun: Seiten mit dem Feedreader abonnieren.
Der neue Gedanke (nicht, dass er wirklich neu wäre) ist der, dass die Feeds vom Ersteller sauber mit tags versehen sind und der Feedreader es ermöglicht, durch einfaches Anklicken alles Material nach entsprechenden Tags zu durchsuchen. Die wenigsten Reader nutzen diese Möglichkeit bisher.

Vermischte Probleme:

  • Category-tags werden noch nicht viel eingesetzt.
  • Flickr liefert keinen ordentlichen RSS-Feed ab. (Wenn ich ein Flickr-Bild mit „Shakespeare“ und mit „Hamlet“ verschlagworte, dann steht im Feed nur ein tag, und zwar einer namens „Shakespeare Hamlet“. Das ist natürlich Käse.)
  • Es hat sich noch keine Tag-Taxonomie herausgebildet (Schlagwort: „folksonomy„).
  • Wenn man mit den Schlagworten nicht zufrieden ist, kann man sie in bisher üblichen Reader nicht ändern oder ergänzen. (RSSOwl: Eigene Schlagworte sind möglich, bleiben aber suchtechnisch von den ursprünglichen tags getrennt.)
  • Es macht wenig Sinn, RSS-Feeds durch ein Passwort zu schützen; Materialtausch in einer geschlossene Gesellschaft profitiert davon nicht. (Damit kann ich sehr gut leben!)
  • Haben Leute überhaupt Interesse, ihr Material so frei von der Community anzubieten, also ohne Anmeldung etc.?

5. Einsatzmöglichkeiten und Wünsche

Die private Möglichkeit: Man nimmt sich den Feedreader, der alle Wünsche erfüllt (und den es leider noch nicht gibt, siehe unten) und abonniert die sauber verschlagworteten Material-Feeds (die es leider noch nicht reichlich gibt, siehe unten). Man löscht die Sachen, die einen nicht interessieren, behält die anderen im Reader und kann dann den Reader nach dem entsprechenden Schlagwort durchsuchen.

Die gemeinschaftliche Möglichkeit: Man nimmt ein webbasiertes Programm, das die Inhalte verschiedener Feeds sammelt und darstellt. Wenn man vorher nicht gefragt hat, ist das Contentklau und böse. Wenn man vorher gefragt hat, heißen solche Sammel-Seiten „Planeten“, weil sich auf ihnen verschiedene Blogs tummeln, so wie verschiedene Länder. Das Vorreiter-Programm dazu heißt „Planet“ (Wikipedia-Eintrag), hier ist die Stammseite des Programms mit Links zu vielen Seiten, die eben diese Planetensoftware einsetzen – etwa der Planet SUSE, der verschiedene RSS-Quellen (meist Blogs) zu SUSE/Linux versammelt. (Klar ist, dass der Planet selber auch wieder einen RSS-Feed produziert, dem man folgen kann, wenn man nicht die einzelnen Planeten-Nationen abonnieren will. Hm, liest hier überhaupt noch jemand mit? Ehrlich, ich finde RSS faszinierend.)

Leider ist Planet in Python geschrieben, einer hoch achtenswerten Sprache, die mein Server leider nicht anbietet, so dass ich Planet nicht installieren kann. Was ich probeweise installiert habe, ist ein ähnliches Programm namens Gregarius. Da kann der Administrator verschiedene Feeds abonnieren, deren Inhalt dann von jedermann gelesen werden kann. Großer Vorteil: Je nach Einstellung kann entweder nur der Admin oder aber jeder Besucher der Seite jeden Beitrag beliebig verschlagworten. Großer Nachteil: Die Schlagworte werden noch nicht korrekt aus den category-tags der RSS-Feeds übernommen, zumindest nicht bei WordPress-Feeds. Statdessen sind am Anfang alle Beiträge nicht verschlagwortet. Mittlerer Nachteil: Die Funktion, die Einträge nicht nur zu verschlagworten, sondern auch zu bewerten, ist angekündigt, aber noch nicht implementiert. Beides müste sich noch ändern.

Wer sich’s ansehen möchte: Mein Probe-Gregarius, nicht sehr voll, weil ich ja nur die Software kennenlernen möchte, im Moment darf jeder verschlagworten (ich seh’s schon kommen: Schlagwort-Spam…) Dazu kann ich noch auf die Demo-Installation bei Gregarius selber verweisen.

Jetzt bin ich fast am Ende des Beitrags. Ich hatte leider nicht die Zeit, mich kürzer zu fassen. Beim BildungsBlog habe ich heute gelesen, dass es ein Open E-Learning Verzeichnis gibt. Man kann über ein Formular dort E-Learning-Material eintragen, gibt also die URL an, einen Titel, eine kurze Inhaltsangabe, und Schlagworte. Dann wird das ganze redaktionell begutachtet und ist ab dem Okay dort im Verzeichnis drin – man kann nach Begriffen suchen, nach (den gegebenen) Schlagworten, und die Community kann die Einträge kommentieren und bewerten.

Das ist schon fast das, was ich will, abgesehen davon, dass mich nicht nur E-Learning interessiert, sondern auch das banale Arbeitsblatt zum Ausdrucken. Allerdings ist das wieder push und nicht pull (oder andersrum… tschuldigung, nicht meine Disziplin). Zur Syndizierung meines Materials muss ich es jeweils dort eintragen, statt dass es automatisch aus meinem Feed abgerufen wird. Was zugegebenermaßen nur funktionieren kann, wenn mein Feed dafür geeignet ist. Deshalb jetzt zum Abschluss meine…

Wünsche:

  • Mehr Leute, die ihr Material nicht nur auf einer statischen Seite veröffentlichen, sondern dazu in Form eines RSS-Feeds.
  • Mehr RSS-Feeds mit category-tags.
  • Mehr Feedreader, die diese Information nutzen.
  • Feedreader mit der Möglichkeit, eigene Schlagworte hinzuzufügen.
  • Webbasierte Aggregator-Software, mit denen man den Inhalt von Feeds sammeln und präsentieren kann (z.B. Planet, Gregarius).
  • Das ermöglicht nämlich: Communities, die diese Feeds sammeln und bewerten und verschlagworten. (Wer will, nimmt den eigenen Feedreader zum Abonnieren. Wer nicht, der treibt sich in dieser Community herum.)
  • Mehr Klarheit, was die verschiedenen Lizenzen betrifft, eventuell neue Lizenz-Arten. „Non-commerical“ bei CC schließt mehr Nutzungsmöglichkeiten aus, als man möchte.
  • Das Herausbilden einer einheitlichen Folksonomy – soll man „Dickens“ oder „Charles Dickens“ verschlagworten?

So, jetzt ist aber auch mal genug damit. Ab morgen gibt es wieder Lustiges aus dem Schulalltag, da kommen die Dementoren Evaluatoren aus dem Zaubereiministerium und verbreiten Schrecken und Lähmung, äh, besuchen den Unterricht.

Zusammenarbeitende Lehrer (Zwischenbericht)

1. Krause Gedanken

In Dillingen habe ich für mich herausgefunden, dass sich Blogs auf dreierlei Art im Unterricht einsetzen lassen: zur Netzwerkbildung unter Lehrern, für Unterrichtsprojekte mit Schülern oder als unterrichtsergänzendes Angebot durch die Lehrkraft. Natürlich ist ein Blog nicht die einzige Möglichkeit, diese Absichten umzusetzen, und oft nicht mal die beste.
Ich bin in letzter Zeit skeptisch geworden, was das Erstellen von Wikis und Blogs und dergleichen mit Schülern betrifft. Ich habe mir vorgenommen, mich in der Zukunft mehr auf nachhaltige Heftführung (gerne mit dem Laptop, wenn es ihn gäbe) und das Arbeiten mit Büchern im Klassenzimmer zu konzentrieren. Es gibt allerdings auch Beispiele dafür, wie Blogs sinnvoll mit Schülern erstellt werden (z.B. Grundkurs Deutsch).

Für sehr wichtig halte ich aber nach wie vor den Austausch von Material und Ideen unter Lehrern. Praktisch sind für mich Bücher, sorgfältig gestaltet, von einem Verlag betreut, etwa Literatur unterrichten. Tafelbilder und Arbeitsblätter von Norbert Berger. Einen Teil des Materials darin finde ich gut, einen Teil nicht, einen Großteil habe ich nie verwendet – aber einen Teil eben schon, und der hat mir das Unterrichten erleichtert.

Wäre es nicht schön, wenn es solche Materialsammlungen auch online gäbe?

Gibt es ja auch. Sehr viele Lehrer und Institutionen stellen Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Das geschieht in Mailinglisten oder auf Webseiten in verschiedener Form, angefangen bei statischen Seiten ohne eine unmittelbare Möglichkeit der Rückmeldung oder Kommentierung bis bis hin zu Wikis oder Blogs. Ich selber lese diese Quellen regelmäßig (d.h., insofern sie einen RSS-Feed anbieten), und wenn mich etwas besonders interessiert, lade ich mir das, sagen wir, Arbeitsblatt auf die Festplatte oder füge die Seite zu meinen persönlichen Lesezeichen hinzu.

Praktischer wäre es für mich allerdings, wenn es nicht viele verschiedener solcher Seiten gäbe, sondern einige wenige, zentrale. Im Idealfall funktioniert das wie bei youtube oder flickr: Jeder Benutzer stellt sein eigenes Zeug online, verwaltet es selber und ist selber dafür verantwortlich. Da die redaktionelle Betreuung gering ist, braucht es ein System von Benutzer-Bewertungen, um Beiträge der Bewertung nach zu sortieren.

So etwas gibt es bisher nicht und wird es vielleicht nie geben, und vielleicht ist das auch gut so. Dann hätte ich stattdessen aber lieber (ich erwähnte es bereits) ein Programm wie einen Podcatcher, der statt auf Podcasts auf Teachcasts ausgelegt ist. Dann kümmert sich der Feedreader um die Verwaltung, die Schlagworte kommen am besten durch den Feed mit. Als Feed-Enclosures werden keine (oder nicht nur) mp3-Dateien heruntgeladen, sondern eben auch odf und jpg und doc und was auch immer.

Oder, dritte Möglichkeit, eine Seite – oder beliebig viele, das ist dann egal – bündelt die Informationen, die per Feed aus allen möglichen anderen Quellen kommen, einschließlich sinnvoller Verschlagwortung (aus dem „category“-tag im Feed), optional mit Bewertung durch die Besucher dieser bündelnden Seite.
Die eingebettete Dateien (Bilder, Audio, Video, odt, pdf) bleiben am Originalfundort, von mir aus muss man auch dorthin, um nicht nur eine Vorschau zu sehen, sondern das Material ganz herunterzuladen. Die Verantwortung und Kontrolle liegen also weitgehend dezentral beim Ersteller.
Schwierigkeit: Dazu müssten die Seiten, die Material anbieten, aber geeignete Feeds zur Verfügung stellen. In meinem Blog biete ich ohnehin selten mehr an als Ideen und Überlegungen, das ist mir eben erst klar geworden. Aber bei JochenEnglish zum Beispiel – jetzt endlich richtig geschrieben ;-) – gibt es oft unmittelbar verwendbares Material. Das müsste dann so verschlagwortet/kategorisiert sein, dass es Feeds gibt, die nur das Material enthalten.
Ich schau mal bei Gelegenheit – also in ein paar Wochen – ob ich ein Modell als Machbarkeitsbeweis hinkriege.

Vermutlich wird es aber weiter bei einzelnen Seiten bleiben, die nicht miteinander kommunizieren. Davon will ich jetzt einige vorstellen, auch wenn ich weiß, dass der Blogeintrag bereits sehr lange ist, so dass nicht jeder Leser bis hierher gekommen sein wird.

2. Seiten mit Unterrichtsmaterial

Hier sind verschiedene Modelle, wie Lehrmaterial präsentiert und getauscht werden kann. Es gibt natürlich noch mehr als diese hier, ich biete hier nur eine Auswahl verschiedener Ansätze an und habe sicher Naheliegendes übersehen. Leider habe ich nicht mal die Zeit, alle Seiten gründlich zu begutachten (geschweige denn daran mitzuarbeiten). Wenn einer von euch die Seiten kennt und dazu was sagen kann, bittebitte kommentiert.

  1. http://www.schule-ratgeber.de/: Sehr übersichtlich strukturiert. Viel Material ist noch nicht da, aber die technische Seite gefällt mir. Man kann zum Beispiel Tafelbilder einstellen, verschlagworten, bewerten; Suchergebnisse werden nach Reihenfolge der Bewertung dargestellt. Zum Anmelden reicht eine E-Mailadresse.
  2. http://wiki.zum.de: „eine offene Plattform für Lehrinhalte und Lernprozesse. Es ist ein Wiki für Lehrerinnen, Lehrer und andere Interessierte“. Ich sollte schon lange mitarbeiten.
  3. http://www.teachsam.de/: Schöne Sammlung nützlichen Materials; vor allem bei Suchen zum Fach Deutsch lande ich oft dort. Die Seite ist aber redigiert und nicht auf Kollaboration ausgerichtet. Das ist eine Ergänzung zu dem, was ich in Zukufnt haben will.
  4. http://readandview.wikispaces.com/: „Dieses Wiki sammelt Erfahrungen und Empfehlungen zu Lektüren und Filmen im Englischunterricht. Mitarbeit gern gesehen!“
  5. Interessant: http://www.melt-project.eu: Learning resource exchange for schools. Ein Portal mit Anmeldung, Schlagwörtern, Lesezeichen, das Material von anderen Stellen sammelt und bündelt. Noch habe ich nicht viel gefunden, und ich weiß noch nicht, wie Material dort eingestellt wird – aber hier wird zentral gesammelt, was dezentral an Projekten im Web ist. Allerdings: So etwas Popliges wie Tafelbilder findet man dort wohl nicht.
  6. Interessant: http://oercommons.org/: open educational resources. „Welcome to OER Commons, a global teaching and learning network of free-to-use resources – from K-12 lesson plans to college courseware – for you to use, tag, rate, and review.“ Sieht ebenfalls toll aus, und unter „Hamlet“ (mein Test-Suchebgriff) findet man auch Stundenentwürfe, die man bewerten usw. kann. Ich weiß noch nicht, wie man Sachen dort einträgt, und auch hier wieder: einfache Tafelbilder einzustellen würde ich mich schämen. :-(
  7. http://www.classroom20.com/: „social networking site for those interested in Web 2.0 and collaborative technologies in education“.
  8. http://www.teachertube.com/: Nur Videoclips, bislang meist in Schulprojekten erzeugtes, lustiges Material (zumindest wenn man nach „Shakespeare“ sucht). Ist hier mehr der Vollständigkeit halber.
  9. https://herr-rau.de/blogs/materialien/: Mehr ein Proof-of-Concept als ein fertiges Projekt. Ich habe hier versucht, mein Material mit einem Blogsystem zu präsentieren. Einmal um zu sehen, ob das geht und was es für Schwierigkeiten gibt (Schwerpunkt: Verschlagworten und Bewerten), daneben, um präsentable Feeds zu haben, die ich später in eine anderen Seite einbauen kann – um zu sehen, ob das geht.
  10. Nachtrag: http://www.online-kollegium.de/: Weil mich eine ehemalige Schülerin gerade eben darauf hingewiesen hat.
  11. Nachtrag: Digitale Schule Bayern – für den Unterricht erstelltes Material zu vielen Fächern.
  12. Flickr-Gruppe „Tafelbilder“: Ein Ausgangspunkt meiner Überlegungen. Kann man nicht die von Flickr bereitgestellte Infrastruktur nutzen, um sich zu vernetzen? (Nachtrag: Ist nicht mehr aktiv.)

Web 2.0 für Lehrer: Tafelbilder bei Flickr

Lehrer sollten ihr Wissen mehr teilen. Der innere Schweinehund verhindert das. Aus den Kommentaren zum letzten Beitrag hat sich ein Versuch entwickelt, einen Aspekt von Lehrerwissen, nämlich Tafelbilder für den Unterricht (eine meiner eigenen Schwächen) mittels Flickr zu teilen.

Links dazu:

Für Flickr spricht:

  • niedrige Hemmschwelle
  • Diagramme stellt man leichter ein als ausformulierte Vorschläge (oder gar Schulaufgaben)
  • kollaborative Verschlagwortung von Bildern
  • jede Flickr-Gruppe verfügt über ein eigenes Diskussionsforum (sehr praktisch)
  • sowohl die neu eingestellten Bilder als auch die Diskussionsbeiträge kann man als Feed abonnieren (sehr praktisch!)
  • dezentrales Arbeiten – jeder Teilnehmer verwaltet die eigenen Bilder und stellt sie bei der Gruppe ein oder nicht

Gegen Flickr spricht:

  • möglicherweise kann man nicht die Tags einer Gruppe separat durchsuchen (also: alle Bilder der Gruppe „Tafelbilder“ mit dem Schlagwort „Shakespeare“) – das wäre allerdings ganz schlecht
  • ich weiß noch nicht, wie man eingestellte (Tafel)bilder bewertet – schließlich sollten früher oder später die dreißig, vierzig Tafelbilder zu „Shakespeare“ auch in der Reihenfolge der Bewertung erscheinen
  • gemischte Gegenargumente, die für alle web2.0-Angebote auf fremden Servern gelten

Es kann sein, dass sich Flickr nicht als geeignete Plattform herausstellt. Dann müssen wir eben das nächste ausprobieren, man hat mir schon www.ipernity.com empfohlen. Oder es läuft doch über einen eigenen Server und nicht über eine große Web2.0-Plattform.

(Ich lasse die Kommentare für diese Seite geschlossen, da die Diskussion im anderen Kommentarthread schon begonnen hat und am besten dort fortgesetzt wird.)

Was ich mir wünsche: Youtube für Unterrichtsmaterial

Kurze Fortsetzung von vor ein paar Tagen, ich will das nur an auch für mich prominentere Stelle rücken, damit ich das nicht aus den Augen verliere. Kurz nochmal Lisa Rosas Kommentar zitiert:

ich stelle mir neben der Sammlung von Mengen von Unterrichtsmaterial und dessen Sortierung mittels Taggen und Bewerten durch die User noch was anderes vor: Eine Art Experimentierwerkstatt, wo man gemeinsame Unterrichtsentwürfe machen kann, die dann ausprobiert und die Erfahrungen wieder zurück in die Werkstatt trägt – zu ausgewählten Gegenständen, die sich als zu sperrig erweisen für die bisherige traditionelle Vermittlung durch Instruktionslernen. Man könnte einfach neue Zugänge und Methoden testen und Ergebnisse erörtertern und optimieren. Eben das, was mit den Kollegen vor Ort und f2f aus vielen verschiedenen Gründen häufig eben nicht geht

Da will ich letztlich auch hin. Für mich sieht der Weg so aus: Ich habe eine nette, unspektakuläre Idee für etwas, das ich im Unterricht machen kann. Zum Beispiel das Erstellen von interpretierenden Pulp-Titelbildern zu Literaturklassikern (so wie hier bei Slate). In Kunst, Informatik oder Literatur. Ich würde mir Gedanken machen, wie man das einsetzen könnte, auch zur anschließenden Versprachlichung der Ergebnisse – und normalerweise würde ich das dann hier bloggen oder, traditioneller, in einer Fachzeitschrift veröffentlichen.

Ich wünsche mir jetzt einen Ort, wo ich meine Idee hochladen kann, wo ich und andere Leute diese Idee taggen, so dass sie gefunden wird. Dann wird sie vielleicht ausprobiert, es gibt Rückmeldungen dazu in Form einer Bewertung, weiterer tags oder gar Kommentaren und Erfahrungsberichten. Dafür ist ein Blog nicht geeignet, das bringt auch auf Ideen, aber unstrukturiert, und lädt nicht in dieser Form zu einer Gemeinschaftsarbeit ein.

Ein offensichtliches Problem ist das Urheberrecht, das gerade bei modernen Texten das Zusammenarbeiten erschwert. Ein weiteres Problem ensteht, wenn mehrere Leute sehr ähnliche Ideen einstellen – da wäre es besser, man könnte die Ideen zusammenführen. Das geht in einem Wiki-artigen Zusammenhang besser.

Statt Youtube ist vielleicht sourceforge.net als Zusammenarbeitsform das bessere Modell. Aber das ist nicht so bekannt und nicht so griffig als Vorbild.

Update Mai 2009: Facebook für Englischlehrer?

ZUM-Wiki (LehrerWiki)

Weil ich’s bei Ein Blog gesehen habe, hänge ich mich dran: Die Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM) hat ein Wiki: das ZUM-Wiki

Das ist ein Wiki für Lehrer. Jeder kann zu den Texten dort beitragen (am besten, wenn man sich dazu dort anmeldet, aber das ist nicht nötig). Es ist kein Dikussionsforum, obwohl zu jedem Beitrag eine Diskussionsseite existiert, wo man den Eintrag kommentieren kann. Wie bei einem Wiki üblich, kann jeder an jedem Eintrag mitschreiben, jeden Eintrag verbessern. Das ist besser, als wenn jeder Lehrer sein Material einzeln veröffentlicht. Ich hatte mir auch vorgenommen, viel mehr dort mitzuarbeiten. Bislang habe ich nur einen Eintrag geschrieben, hoffe aber, dass ich bald dazu komme, mehr zu schreiben. Ein Vorschlag an die lieben Kollegen: Schaut euch doch dort mal um und schreibt auch etwas.