Wiki in der Schule

Im Teilgebiet Informatik des Fachs Naturundtechnik sollen die Schüler Hypertext-Dokumente erstellen. In der 6. Klasse haben die Schüler hierarchische Strukturen kennen gelernt (Verzeichnisstruktur unter Windows, Wirbeltier-Taxonomie), jetzt sind es vernetzte Strukturen.

Zuerst wollte ich den Schüler quasi HTML-Grundwissen beibringen. Aber das brauchen die gar nicht. Je weniger Technik und Syntaxprobleme, desto besser. Informatik darf tatsächlich in der Unterstufe einfach sehr viel mit Information zu tun haben. Und das mache ich als Deutschlehrer doch sowieso.

Also habe ich Mediawiki installiert. Weil ich das bei Herrn typ.o so gesehen habe, ich geb’s zu. Das hat mir nämlich schon imponiert.
– Der Plan des Ganzen kommt am Anfang noch an die Pinnwand, mit angesteckten Objektdiagrammen der einzelnen Seiten (mit den Attributen Kurztitel, Autor und Inhalt) und Fäden zwischen den Seiten als Link.
Die selbst gewählten Themen der drei Klassen sind bislang “Berühmtheiten, die wir cool finden”, ” Musik und Sport – Interessen der 7a” und “ ‘So ticken Schüler’: Das Lösungsbuch für Lehrer”. Sobald genügend davon da ist, zeig ich’s auch mal her. Ich finde nämlich, dass Schüler eine Öffentlichkeit für ihre Projekte brauchen.

(Mehr zu Wikis in der Medienbox, bei Treffpunkt Deutsch und bei wiki.doebe.li.)

13 Antworten auf „Wiki in der Schule“

  1. Es wäre vielleicht ganz schön, wenn es eine zentrale Anlaufstelle für veröffentlichte Schülerarbeiten gäbe, damit nicht immer nur die mageren zwei bis drei Leute die Ergebnisse ansurfen würden und die Schüler mehr Feedback zu ihren Arbeiten bekommen könnten.

  2. Guter Gedanke. Was es sicher schon gibt, sind die Archive all der Wettbewerbe, die da so jährlich laufen. Die Domain “schuelerprojekte.de” ist vergeben und schaut ein bisschen mager aus. Wenn so etwas mal richtig liefe, bräuchte man einen Hoster, der viel Traffic verträgt – aber das kann Jahre dauern.
    Hm, ich grüble mal. Hmmmm. Hmmmmmmmmmm.

  3. Zu der Veröffentlichung von Schülerprojekten:
    Die Wikimedia Foundation hat doch das Projekt “Wikisource”, wenn da Lehrmaterialien veröffentlicht werden können doch auch sicher Schülerarbeiten hin. Man gibt natürlich die Kontrolle darüber ab, aber das müsste man dann mit den Schülern abklären

  4. Wikisource kenne ich, ist eine tolle Sache. Aber Schülerprojekte sollten halt richtig gut sein, um dort hin zu kommen. Dass man die Kontrolle abgibt, ist nicht so schlimm, aber Wiki ist ja dazu da, geändert zu werden, und nicht nur durch die Ersteller. Damit ist das kein erkennbares Schülerprojekt mehr, sondern das Mitarbeiten an einem Wiki durch Schüler. So was hat’s schon als Projekte gegeben, mit gemischtem Erfolg. (Erst neulich wieder gelesen, wo war das nur gleich wieder.)

  5. Ich bin mir nicht sicher, ob eine zentrale Anlaufstelle für SchülerInnenarbeiten mittelfristig wirklich mehr Aufmerksamkeit bringen würde. Wer würde die 25 Webseiten zum Thema Walfang oder Schillers Willhelm Tell denn auch alle anschauen wollen? In den USA gibt es bereits die Tendenz, dass die Eltern keine Lust mehr haben, die Webseiten ihrer Sprösslinge anzuschauen, weil die Flut einfach zu gross wird…
    Ich sehe eher die Variante, dass didaktische Szenarien entwickelt werden sollten, bei denen sich SchülerInnen gegenseitig ihre Seiten anschauen und kommentieren und so sowohl lernen, Qualitätskriterien für Informationspräsentation zu entwickeln als auch konstruktive Kritik auszuteilen und einzustecken.

  6. Sehr vielen Dank für den Hinweis zum ZUM-Wiki. So etwas halte ich für äußerst sinnvoll, und ich hoffe sehr, dass ich daran mitarbeiten werde. – Ich habe zwar die Tendenz alles alleine machen und kontrollieren zu wollen, weiß aber, dass das nicht sinnvoll ist. Insofern ist die Wiki-Mitarbeit dann auch Therapie für mich. :-)

    @Beat: Das Wichtige an Wikis oder verwandten Projektformen ist auch nach meiner Meinung, dass die Schüler ihre Seiten gegenseitig anschauen und kommentieren. Trotzdem glaube ich zusätzlich, dass eine breitere Öffentlichkeit als die der Klasse noch besser ist. (Schon mal um zu sehen, was die anderen so machen, machen können, um vergleichen und sich messen zu können.) Sonst haben wir wieder nur eine virtuelle Stellwand im Klassenzimmer.
    Allerdings muss wirklich nicht jeder Grundkurs ein Projekt zum Thema Romantik online stellen, das interessiert dann tatsächlich nicht mehr. Themen, die anderswo bereits erschöpfend bearbeitet sind, sollte man vielleicht auch nicht mehr verwenden. Wenn das Produkt keinen interessiert, sollte man es auch nicht produzieren. Aber so etwas wie diese glossierten Bücher in Wikiform geht noch eine Zeit lang.

  7. Der ZUM-Wiki-Link ist sofort gebookmarkt! Klasse!

    Ich hatte euch eher die Idee, dass Schüler unterschiedlicher Schulen/Klassen sich gegenseitig auf dieser Plattform treffen und kommentieren. Außenstehende zu einem Besuch auf einer Schülerprojekte-Seite zu bewegen, dürfte tatsächlich nicht ganz einfach werden. Problematisch wäre vielleicht auch, dass man damit eine neue Copy&Paste-Quelle einrichten würde. Interessant stelle ich mir allerdings wieder vor, die Schüler verschiedene Arbeiten zum selben Thema vergleichen zu lassen.

  8. @Herr Rau – “alles alleine Machen” ist doch reine Energieverschwendung, die leider bei unserem Berufsfeld viel zu oft anzutreffen ist…

  9. Ich habe nichts gegen eine breitere Öffentlichkeit bei Wikis (alle meine Schulwikis sind weltweit les- und schreibbar). Ich wollte nur vor überhöhten Hoffnungen warnen, dass sich die ganze Welt dafür interessiert, was in diesen Wikis passiert.

  10. Ach, das würde ich gar nicht so sehen. Wenn ich bedenke, wie ich vor ein paar Jahren noch Informationen gesucht habe und wie ich das heute mache, hat sich eine Menge getan (Kennt jemand noch Mikrofische ;-) ).
    Ein gut gemachtes Schülerwiki würd ich mir sicherlich mal anschauen. Allein um zu sehen, was man so machen kann. Es muss ja nicht die ganze Welt alles lesen. Die eine Frage ist, ob Hausaufgaben im Heft besser aufgehoben sind als im Internet. Eine ganz andere Frage ist, wie Leser mit der Datenmenge umgeht. Aber es ist doch nett, wenn man ein Produkt ausstellen kann – sogar außerhalb des Schulflurs. Dazu muss ich noch nicht einmal das inzwischen überdehnte Schlagwort Medienkompetenz nennen.

  11. Hallo,

    ich habe gerade noch mal die obige Diskussion nachgelesen, möchte aber an dieser Stelle nur auf die neue und kürzere URL des ZUM-Wiki hinweisen:

    wiki.zum.de
    bzw. http://wiki.zum.de

    Mit besten Grüßen
    Karl Kirst

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