Auf ein Neues: Nach Ostern (PS: Und des KuMis neue Pläne)

Das war eine schwere Geburt. Die letzten Tage über habe ich mich mit einer Aufgabe für die Schule herumgeschlagen, die bis heute fertig sein musste, und während ich sonst ein halbwegs organisierter Arbeiter bin, habe ich die Arbeit diesmal vor mir hin- und hergeschoben und bin gar nicht recht glücklich gewesen damit. Heute war’s endlich fertig, vorzeigbar isses geworden, die Aufregung hätte ich mir sparen können, wenn ich nur gewusst hätte wie.

Dafür geht es jetzt wieder mit frei gewordener Energie los. Der Zeitung entnehme ich, was man schon lange hört: Stundenkürzungen im G8 in Bayern und nochmalige Durchsicht des Lehrplans “in den meisten Fächern in allen Jahrgangsstufen” (S. Schneider, Süddeutsche Zeitung, heute) nach Streichbarem. (Wieso nur in den meisten Fächern?)

“Weitere Intensivierungsstunden sollen die Schulen künftig als freiwilliges Angebot machen können” – im Prinzip gerne. “Weitere” und “freiwillig” sind toll. Die Schulen können gerne Zusatzstunden anbieten, das halte ich sogar für sehr sinnvoll. Nur wird das so sein, dass es einen einzigen Topf an Stunden gibt, über den die Schule verfügen kann, und die Schule darf dann entscheiden, ob sie lieber große Klassen hat (plus Intensivierungsstunden) oder doch eher die Schülerzahl pro Klasse reduziert. Oder wird wirklich der Topf so angepasst werden, dass sich zusätzliches Angebot lohnt? So ein zusätzliches Angebot hieß früher “Wahlunterricht” und findet heute kaum mehr statt, schon mal weil die Lehrer dazu nicht da sind.

Ansonsten macht die angekündigte Senkung der Stundenzahlen allenfalls für den Wahlkampf Sinn. der Lehrplan muss gekürzt werden (und die Zahl der Prüfungen), aber wenn jetzt eine Stunde pro Jahrgang wegfällt und die Lehrpläne ums gleiche Maß gekürzt werden (und sei es diesmal auch tatsächlich inhaltsmäßig und nicht nur nach Seitenzahl), dann reduziert das das Lerntempo wenig. Schneiders Vorschlag enthält in einigen (keineswegs allen) Fächern Stoffkürzungen um “bis zu einem Neuntel des Stoffs im Vergleich zum G9”. Das reicht doch vorn und hinten nicht.

Weiter mit meiner Energie. Ich stelle mal wieder ein neues Layout vor. Am Aussehen der Links muss ich noch arbeiten, sonst ist es schön, ob ich dabei bleibe, weiß ich nicht.

Zielgruppe beim Laufen

Ich nutze die Ferien ein wenig, um zur Ruhe zu kommen. Allerdings: Ich habe mir neulich ja Laufschuhe gekauft und darf inzwischen sagen, dass ich mehrfach die Woche ein bisschen laufe. (Das, was früher wohl Jogging hieß.) Es macht einigermaßen Spaß, den MP3-Player habe ich im Ohr, aber zugegeben: Wenn ich nicht glaubte, dass ich mehr Bewegung brauche, dann würde ich das nicht machen. Aber ich denke, es tut mir gut, Kreislauf und Blutdruck und so weiter. Immerhin bin ich ja nicht mehr ganz so jung.

Anscheinend bin ich dabei in guter Gesellschaft. Um mir das Laufen zu versüßen, habe ich mir einen elektronischen Pulsmesser gekauft, so mit Brustband und Armbanduhr. Mit technischem Schnickschnack kriegt man mich immer. Die Trainingshinweise im Beipackzettel gehen als Beispiel aus von einem vierzigjährigen, untrainierten Mann. Voll die Zielgruppe.

Frau Rau wartet schon darauf, dass ich den Motorradführerschein mache oder sonstige Dummheiten anstelle, wie man sie in der Midlife Crisis erwartet.

(Daneben bastle ich mit verschiedenen Wordpress Themes und Plugins herum. Ich habe vor einem guten Jahr das letzte Mal intensiv geschaut, was es da alles Schönes gibt; inzwschen ist noch jede Menge mehr dazu gekommen. Professionell aussehende Themes, Themes für Geld, Plugins, mit denen man Wordpress in fast alles verwandeln kann, was einem einfällt. Mehr dazu später, vorerst lasse ich es es bei diesem neuen Aussehen, das dem alten recht ähnlich ist.)

Clarke’s Three Laws

Über den Tod von Arthur C. Clarke steht sicher anderswo viel. Mein Favorit, mit dreizehn gelesen, Jahre später wiederentdeckt, ist “Die neun Milliarden Namen Gottes”. (Daneben noch Astounding Days. A Science Fictional Autobiograpy über die Jahre mit Astounding Stories unter verschiedenen Herausgebern.)

Statt vieler Worte eine Auffrischung von Clarkes drei Gesetzen:

1. When a distinguished but elderly scientist states that something is possible, he is almost certainly right. When he states that something is impossible, he is very probably wrong.

2. The only way of discovering the limits of the possible is to venture a little way past them into the impossible.

3. Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.

Das dritte Gesetz ist das bekannteste.

Nachtrag: Auch noch zu empfehlen sind seine Tales from the White Hart (dt. Geschichten aus dem Weißen Hirschen). In diesem Pub in der Nähe der Fleet Street, so die Fiktion, treffen sich Journalisten, Schriftsteller, Wissenschaftler und Herausgeber, trinken ein paar Pints, und irgendwer erzählt immer eine Geschichte – über das Abrichten fleischfressender Pflanzen, einen Riesenoktopus, das Ausschalten von Schallwellen und anderes Kurioses. Ich mag ja solche Geschichten, ob von Lord Dunsany, Spider Robinson, Arthur C. Clarke oder L. Sprague de Camp und Fletcher Pratt.

Wolf Haas, Das Wetter vor 15 Jahren

Von den allerersten Worten am Anfang des Buches an:

Literaturbeilage Herr Haas, ich habe lange hin und her überlegt, wo ich anfangen soll.
Wolf Haas Ja, ich auch.

war mir vieles klar, auch wenn ich es nicht glauben konnte, dass das Buch genau so weitergeht. Tut es aber. Literaturbeilage interviewt Wolf Haas über sein jüngstes Buch. Die Handlung eben dieses jüngsten Buchs beruht auf einer wahren Begebenheit, und Wolf Haas berichtet, wie er dieser wahren Begebenheit auf die Spur gekommen ist.

Meistens geht es um diese reale Handlung, die Haas wiedergibt. Eine dramatische Liebesgeschichte, eine schöne. Zwischendurch kommen die beiden im Interview zu sprechen auf Unterschiede zwischen der Begebenheit und Haas’ literarischer Fassung; Haas hat sich anscheinend bemüht gefühlt, sich möglichst eng an die Vorlage zu halten. Das hat mir nicht gefallen, das würde ich bei Haas (kursiv: der echte) nicht verstehen und bei Haas demzufolge auch nicht. Aber vielleicht vereinfacht das Haas’ Geschichte: So wie es im konventionellen Roman um eine für wahr genommene Geschichte geht, geht es hier ebenfalls um eine für wahr genommene Geschichte. Nur mit dem Unterschied, dass sie hier wirklich wahr ist, weil ja der Roman, also Haas’ Roman, den wir nicht zu sehen kriegen, die fiktionale Fassung ist. (Ich glaube, ich muss mich etwas hinlegen.)

Hingewiesen auf einen symbolhaften Zusammenhang zweier Szenen im Roman meint Wolf Haas: “Im Moment kann ich’s selber nicht recht glauben, dass mir das nicht aufgefallen ist” und wird darauf kritisiert mit: “Herr Haas, Sie sind doch kein naiver Autor.”

Das Buch von Wolf Haas und das von Haas ähneln sich, nach allem, was man so liest, nicht nur am Anfang. “Man kann eigentlich in einem Roman eine Hauptfigur nicht erst nach der Hälfte auftauchen lassen”, heißt es im Interview, und das betrifft beide Bücher.

Das Buch ist gar nicht kompliziert zu lesen. Es hat mich an ein Vonnegut-Vorwort erinnert, in dem Vonnegut sich an die Blütezeit der Kurzgeschichten erinnert und zugibt, dass er heute (wo es diesen Markt nicht mehr gibt) mit einer guten Idee für eine Kurzgeschichte so vorgeht, dass er eine Romanfigur von der Geschichte erzählen lässt.

Versäumt zu sagen habe ich noch: Das Buch ist neben all dem noch spannend (wenn man auf Liebesgeschichten steht, so wie ich) und witzig. Kurz vorm Schluss, zum Höhepunkt, musste ich mehrfach sehr, sehr laut lachen.

(Genervt haben mich an einer Stelle die fehlerhaften Worttrennungen: Richtig aus der Kurve getragen hat mich das von den “rot-zigen Mädchen” (133), daneben ein “lauts-tark” (123).)

Louise Fitzhugh, Harriet the Spy

Bei meinem Podcast-Potpourri war neulich auch folgender NPR-Beitrag “Unapologetically Harriet, the Misfit Spy” dabei, ein Beitrag aus der Reihe “In Character” über wichtige, bekannte, folgenreiche oder vielleicht auch nur interessante fiktionale Figuren der amerikanischen Literatur und Popkultur.

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Von Harriet hatte ich noch nie gehört. Das klang interessant, ich habe mir das Buch besorgt (ist von 1964), es gelesen, und fand es so mitteilenswert, dass ich das hiermit teilen möchte.

Harriet ist elf Jahre alt und führt schon seit einigen Jahren ein Notizbuch, in das sie alle Beobachtungen, die sie macht, einträgt. Beobachtungen heißt: Sie sieht sich als Spionin, hat einen Arbeitsgürtel mit Spion-Utensitilien und eine regelmäßige Route, auf der sie Freunde, andere Kinder, ihre Eltern, Lehrer, Nachbarn beobachtet. Schriftstellerin will Harriet mal werden. Harriet ist nicht unsympathisch, aber doch eher Richtung… “sociopath” hat einer bei Amazon geschrieben, und da ist was dran. Ihre beste Freundin, ebenfalls zu ernst für ihr Alter, hat ihr Zimmer zum Chemielabor umgebaut und hat das Ziel, eines Tages die Schule in die Luft zu sprengen. Die Eltern spielen keine große Rolle in der Welt der Kinder, auch die von Harriet nicht ganz so blöde sind wie die von Courtney Crumrin. (Lobenswert immerhin, dass es am frühen Abend Martini-Cocktails für Vater und Mutter zu Hause gibt.)

Eines Tages gerät das Notizbuch in die Hände von Harriets Mitschülern. Die das überhaupt nicht lustig finden, was da über sie drinsteht; die Feinde nicht und die Freunde auch nicht. Harriet wird zur Ausgestoßenen, reagiert trotzig und gemein. Ihre Aufzeichnungen – sie hat sich natürlich gleich ein neues Buch gekauft – werden immer zwanghafter.

Ein bisschen lustig, aber nicht sehr; eher spannend, vor allem nach der Entdeckung des Notizbuches; vor allem wieder mal eine Hauptfigur mit ganz eigener Gedankenwelt, jünger und nicht ganz so introspektiv wie Adrian Mole – sie beobachtet sich selber nicht so genau wie ihre Umwelt.

Als Englischlektüre? Vielleicht in einer guten achten Klasse. Ich muss das mal einem Schüler zur Probe ausleihen.

Dinner For Some: Einladung zum Abendessen

The parents of an Australian teenager may have a $20,000 bill to pay for damages caused at a party held by their son. Corey Delaney, 16, decided to throw a party in his house on Saturday night while his parents were on vacation. He posted an open invitation on the MySpace website, which resulted in 500 teenagers showing up at his Melbourne home. The youths got drunk and started damaging neighbouring properties.
(breakingnewsenglish.com)

Ganz so schlimm wird es hoffentlich nicht werden. Das hier ist nicht MySpace, meine Eltern wohnen in einer anderen Stadt, und ich habe wenig Sorgen, dass betrunkene Horden von Münchner Lehrern in der Nachbarschaft randalieren.

Aber von vorne: Am Samstag, 12. April 2008, lade ich alle bloggenden Lehrer, die vorbeikommen wollen, zu mir zum Abendessen ein. Ich koche gerne und habe gerne Gäste zu Besuch. Jochen und Mrs. H. haben schon zugesagt. (Das sind die einzigen Lehrer aus der Umgebung, von denen ich weiß.) München Stadtmitte, Nähe Sendlinger Tor, 19 Uhr.

Da es vielleicht gar keine weiteren Blogger gibt, die in der Nähe wohnen, gilt die Einladung genauso für jeden netzaktiven Lehrer oder Lehramtsstudenten, der zumindest Lehrer-Blogs liest und kommentiert und vorbeischauen will.

Ehrlich gesagt, ich rechne eher mit einem kleinen Abendessen (Steak & Kidney Pudding?) für ganz wenige Personen, vielleicht nur die oben genannten, mit gegenseitigem Anschweigen, vielleicht mal eine im Affekt geworfene Erbse – käme aber auch bestens mit einer Stehparty und Dutzenden bloggender Lehrer zurecht.

Wer kommen möchte, schickt mir doch bitte eine E‑Mail unter:

Ich freue mich über jeden Gast und schreibe dann Details zurück. Wer sich nicht traut, überwinde bitte seine Scheu. Ich würde mich freuen.

(Einen besonderen Anlass gibt es keinen, nicht dass jemand denkt, ich hätte Geburtstag oder so.)


Nachtrag: Foto vom Hauptgang. (Steak and Kidney Pie. Und Steak and Kidney Pudding.) Geknpist von Gast rip.

Evaluation – Der Ablauf

Es gibt eine externe Evaluation, der sich früher oder später alle Gymnasien mal unterziehen müssen. Ich kann die Richtigkeit oder Übertragbarkeit meiner Darstellung nicht gewähren, aber soweit ich das mitkriege, läuft die Evaluation so ab:

1. Die Schulleitung wird über die bevorstehende Evaluation informiert und gibt diese Informationen an die Lehrer weiter. Die Schulleitung erstellt eine Art Portfolio, um die Schule zu präsentieren. Das Portfolio (siehe ISB) enthält Statistiken, dazu werden verschiedene Kollegen, auf jeden Fall die Fachbetreuer angesprochen. Soll ja auch was drinstehen im Portfolio. Außerdem werden die respizierten Schulaufgaben aus dem Archiv geholt.

2. Das Evaluations-Team stellt sich bei der Schulleitung vor. Teams bestehen aus Gymnasiallehrern, eventuell einem Freiwilligen aus der Wirtschaft (z.B. Unternehmensberater oder so etwas).

3. Das Team stellt sich und seine Vorgehensweise in einer Versammlung dem Kollegium vor.

4. Ein gewisser Prozentsatz der Eltern und der Schüler kriegt Fragebögen (wie oben) zum Ausfüllen. Alle Lehrer können über WWW mit gemeinsamem Passwort einen Fragebogen ausfüllen.

5. Die Evaluatoren erscheinen an einigen Tagen in der Schule und besuchen dort vormittags Unterrichtsstunden. Dazu liefert die Schulleitung eine Liste von möglichen Stunden, jeweils durch alle Jahrgangsstufen, mit Schwerpunkten auf Deutsch, Englisch, Mathematik, aber alle Fächer sind vertreten. Zu jeder Stunde haben die Evaluatoren Auswahlmöglichkeiten, wen sie besuchen. Man ist als Lehrer also vorgewarnt, kommt aber vielleicht gar nicht dran. Über die Unterrichtsbesuche gibt es keine Rückmeldung an die Lehrer (schon mal aus Zeitgründen). Es gibt für die Unterrichtsbesuche eine Checkliste, nach der die Evaluatoren vorgehen (wie oben).

6. An den Nachmittagen dieser Tage führen die Evaluatoren Interviews mit Schulleitung, Verwaltungspersonal (Sekretärin, Hausmeister), verschiedenen Fachbetreuer-Gruppen, dem Personalrat, dem Sachaufwandsträger, dem Elternbeirat, Schülervertretern, der Schulleitung. Es geht beim Interview eher darum, eine gegebene Liste von 50 oder 60 Fragen zu beantworten. Wie sehr die differenzierten Antworten der Lehrer dann lediglich in einem angekreuzten “ja” oder “nein” münden, weiß ich nicht. Ich war gestern bei drei verschiedenen solcher Interviews dabei und konnte vergleichen, inwiefern verschiedene Gruppen auf die gleichen Fragen reagieren. Teilweise sehr interessant.
Trotz der gegebenen Fragen hatten wir Lehrer Gelegenheit, alles zu sagen, was wir wollten. Man muss halt überlegen, was man sagen will.
Was die Evaluatoren freundlich zur Kenntnis nehmen, aber ihre Kugelschreiber nicht in Bewegung setzt, ist Kritik an den durch das Kultusministerium geschaffenen Rahmenbedingungen. Es geht bei der Evaluation darum, was die Schule besser machen kann, und nicht, was das Kultusministerium besser machen kann.

7. Auf Basis dieses Materials erstellt das Team dann einige Zeit später einen Bericht über die Schule. Darin werden die Stärken und Schwächen Entwicklungsfelder der Schule aufgezählt. Aufgenommen in den Bericht werden nur Stärken und Schwächen Entwicklungsfelder, für die das Team mindestens zwei Belege gefunden hat. Belege sind dabei die verschiedenen Interviews, die verschiedenen Fragebögen, die Unterrichtsbeobachtung, vielleicht auch das Portfolio. Da steht dann etwa: “Die Stimmung ist total miesepetrig und entwicklungsfeldig (Personalrat, Fachbetreuer, Elternbefragung)”.

8. Zum vorläufigen Bericht kann die Schule kurz Stellung nehmen. Anekdotisch hört man von anderen Schulen, die bereits evaluiert worden sind, dass manche Evaluatorenteams ihre Sache gut machen, andere noch Entwicklungsfelder aufweisen.

9. Danach geht der Bericht ins Ministerium und an die Schulleitung. Zumindest der Großteil des Berichts wird allen Lehrern zugänglich gemacht. Mit dem Bericht kann die Schule machen, was sie will; es ist aber wohl nicht ratsam, ihn zu veröffentlich. Die Evaluation dient nicht, so heißt es, zum Vergleich von Schulen untereinander, und sei dafür ungeeignet. (Das glaube ich auch. Was nicht ausschließt, dass sie nicht doch dazu verwendet wird.)

10. Schließlich werden einige Schwächen Entwicklungsfelder der Schule herausgegegriffen und die Schule erklärt, an diesen Schwächen Entwicklungsfeldern zu arbeiten. Wie diese Auswahl stattfindet, das weiß ich nicht; es interessiert mich sehr.
Es heißt, so ein Entwicklungsfeld könne auch sein: “Wir wollen weiter so toll an unserem Integrationsprojekt arbeiten”, das wäre in diesem Fall also tatsächlich keine Schwäche.
Die Schule erklärt weiterhin, wie sie dabei vorzugehen gedenkt, und laut Auskunft de Evaluatoren gäbe es dazu auch verschiedene Arten der Unterstützung. Die Beispiele, die dazu genannt wurden, waren eher mager, will heißen, schon mal zwei oder drei Anrechnungsstunden für ein Jahr für diese Schule für diese eine Vorhaben. Als Maximalzuckerl.

11. Es gibt Sitzungen und Sitzungen und Sitzungen des Lehrerkollegiums. Heißt es.

12. Nach dem Ablauf einer angemessenen Zeitspanne erklärt die Schule postalisch, die gegebenen Entwicklungsfelder beackert und fruchtbar gemacht zu haben.

– Wir stecken gerade mittendrin in diesem Prozess. Über Sinn und Unsinn kann ich erst später etwas sagen. Es würde mich freuen, die Stärken und Schwächen meiner Schule Schwarz auf Weiß zu sehen, wenn sich dadurch etwas verbessert. Da habe ich noch Zweifel.

Außerdem habe ich als Lehrer den Eindruck, hier einen Schnellkurs im Mängelverwalten absolvieren zu müssen, der leider nicht durch eine überlegte Schulpolitik ergänzt wird. Mit der könnte man nämlich auch eine ganze Menge verbessern.

Das gilt schon fürs Kleine. Auf der einen Seite schreibt das Ministerium:

“Im Internet können Sprechstundenverzeichnisse […] wegen der notwendigen Einwilligungen der Betroffenen […] keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Der Sinn derartiger Verzeichnisse im Internet ist daher auch aus diesem Grunde fraglich. Dies umso mehr, als Eltern die entsprechenden Informationen ohnehin durch unmittelbare Kommunikation mit der Schule erfahren.” (KWMBl I Nr. 9/2001)

Auf der anderen beklagte sich das Ministerium darüber, dass auf unserer Homepage zuviel Passwortgeschütztes steht. Wenn man nur immer wüsste – als Schulleitung wie als Lehrer – an welche Vorschriften man sich jetzt halten soll und an welche nicht. Es gibt einfach zuviele davon.

Ein Scherflein könnten die Lehrer aber auch zur Verbesserung beitragen: nachhaltige Arbeitsblätter, nachhaltiges Arbeitsmaterial (und zu beidem gehört die digitale Erreichbarkeit), Tausch davon; Konsens darüber, was in welcher Jahrgangsstufe wichtig ist; darauf achten, dass das dann auch gemacht wird.

Unterrichtsmaterial per RSS-Feed (zum letzten Mal, versprochen)

Das wird ein langer, vielleicht langweiliger, aber wenigstens versprochen allerletzter Eintrag zum Thema “Materialtausch unter Lehrern”, mit dem ich meine Gedanken ordnen und präsentieren möchte. Es muss ihn auch keiner lesen.
Mein Ausgangspunkt war folgender: Soll ein Lehrer das Material, das er im Web Kollegen zur Verfügung stellen möchte, bei einer oder fünf der großen Material-Sammelstellen einstellen, oder soll er es auf seiner eigenen kleinen Webseite/seinem Blog veröffentlichen? Wovon profitiert die Lehrerschaft insgesamt am meisten?
Ich glaube, das muss kein Entweder-Oder sein, sondern man kann beides so einrichten, dass man den Unterschied kaum merkt.

Dazu erkläre ich erst einmal Technisches zu RSS, stelle dann vor, wie man RSS nutzen kann, was es für Probleme gibt und welche Einsatzmöglichkeiten.

Los geht’s.

1. Technische Details zu RSS-Feeds

Ein RSS-Feed (oder auch Atom-Feed, eine andere Spezifikation mit ähnlicher Zielsetzung) ist eine tolle Sache. Er dient dazu, Inhalte auf Webseiten lesefreundlicher für Maschinen zu machen. Solche Feeds werden von den meisten Blogs, vielen Wikis, flickr, Nachrichtenseiten, Podcasts und sehr vielen weiteren Webseiten zur Verfügung gestellt.

Ein RSS-Feed ist letztlich eine Textdatei, die bestimmten Regeln folgt. Kernpunkt ist, dass es öffnende und schließende, jeweils festgelegte tags in spitzen Klammern gibt, zwischen denen die eigentlichen Informationen stehen. Durch die festgelegten tags kann ein Programm den Feed interpretieren, es “weiß”, was der Autor, was die Überschrift, was das Datum eines Blogeintrags ist. Dem publizierten Blogeintrag, so wie er sich einem Menschen präsentiert, kann eine Maschine das nicht entnehmen – nur ein intelligentes Wesen kann erkennen, ob “Herr Rau” der Autor oder der Titel des Blogeintrags ist.

Ein RSS-Feed sieht ungefähr so aus (auch wenn man ihn so selten zu sehen bekommt, denn viele Browser zeigen den Feed bereits in interpretierter Form an):

educast2.png

Man erkennt die tags “title” (Name des Blogs), “description” (Untertitel), “item” (Blogeintrag). Innerhalb eines item gibt es wieder einen “title” (Titel des Blogeintrags), “description” (Kurzfassung des Inhalts, häufig die ersten 30 Wörter, könnte aber auch etwas anderes sein), “content” (der Text des Blogeintrags).

Manche tags sind vorgeschrieben, andere optional. Den tag “enclosure” zum Beispiel (nicht im Bild) braucht iTunes, um zu erkennen, welche mp3-Datei (oder auch: welches pdf-Dokument) der für iTunes relevante Teil des Beitrags ist. Der tag “category”, der auch mehrfach verwendet werden kann, gibt eine Kategorie an, zu der das item gehört. Wordpress befüllt diesen tag übrigens zum einen mit der Kategorie, zu der der Blogeintrag gehört, zum anderen mit den Schlagworten, die der Blogautor dem jeweiligen Beitrag zugewiesen hat. Für den Feedreader, der den RSS-Feed interpretiert, ist es also gleich, ob ein Beitrag zur Kategorie “Schulkram” gehört oder das Schlagwort “Schulkram” trägt. (Das dieses Schlagwort ebenfalls “tag” heißt, macht die Sache nicht einfacher. Außerdem wird dieses Schlagwort-Feature noch nicht viel verwendet, da es erst seit den neuesten Wordpress-Versionen verfügbar ist.)

Wozu braucht man diese maschinenfreundliche Form überhaupt? Damit eine Maschine, also ein Programm, die Daten interpetieren und verarbeiten kann. Damit mein Programm am Blog-Seitenrand automatisch die Neuigkeiten von bildungsklick.de einbinden kann, damit meine Links bei delicious automatisch eingebunden und dargestellt werden, damit ich nicht selber zu einem Blog schauen muss, ob es da etwas Neues gibt, sondern das Nachschauen meinem Feedreader überlassen kann. Damit ich nur auf einer Seite etwas schreiben muss, das aber automatisch auf anderen Seiten gleichzeitig erscheint – so wie eine Zeitungskolumne, die einmal geschrieben wird, aber von verschiedenen Zeitungen übernommen wird. (RSS steht inzwischen für “really simple syndication”.)

2. Das Modell iTunes

Das Modell Youtube/flickr wird schon an verschiedenen Orten realisiert: Dabei stellen Lehrer den Kollegen ihr Material einer (und auf einer) Plattform zur Verfügung. Vorteil: Einfache Benutzung, einheitliche Infrastruktur, Aufbau einer community zur gemeinsamen Verschlagwortung und Bewertung von Beiträgen. Nachteil: Es gibt noch keine solche einheitliche Plattform. Vielleicht wird es sie nie geben.

Das dezentrale Modell iTunes/Podcasts sieht anders aus: Verschiedene Quellen stellen Material in maschinenlesbarer Form zur Verfügung (so wie Podcasts), und der Benutzer kann mit einem Programm wie iTunes diese Quellen abonnieren. Darüber hinaus kann wer auch immer will Verzeichnisse solcher Quellen anbieten.

Tatsächlich kann man sogar ganz konkret iTunes dazu verwenden, Material anzubieten und abzurufen – nicht nur in Form von Audio- und Videodateien, sondern auch in Form von pdf-Dateien. Das sieht dann so aus:

educast1.png

“Unterrichtsmaterialien” ist dabei der nur leicht durch ein Plugin modifizierte RSS-Feed eines Wordpress-Blogs, “Textadventures” der Titel eines Eintrags, dem statt eines mp3-Anhangs ein pdf-Anhang mitgegeben wurde. Leider erkennt iTunes anderes Dokumenttypen, zum Beispiel Bilder, zumindest zur Zeit noch nicht, ist ja auch nicht darauf ausgelegt.

Der gleiche Beitrag in meinem Google Feedreader sieht so aus:

educast3.png

Leider wird hier viel Information, die eigentlich im Feed steckt, nicht genutzt und nicht dargestellt. Das gilt vor allem für die oben angesprochenen Kategorien beziehungsweise Schlagwörter. Besser ist das zum Beispiel im Open-Source-Feedreader RSSOwl (Mac, Win, Linux) gelöst. Am Ende jedes dargestellten Beitrags werden die aus dem Feed übernommenen Schlagwörter noch einmal extra dargestellt:

educast5.png

Wenn man nun auf eines der Schlagwörter klickt, werden automatisch alle gespeicherten Beiträge gesucht, die den gleichen tag aufweisen. Auch wenn es sich um andere Blogs handelt. Klickt man im Beispiel oben etwa auf “Search related news: Englisch”, sieht man sämtliche Beiträge mit dem “tag” Englisch:

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Das ist schon fast ganz richtig so.

3. Zwischenerkenntnis

Jede Materialquelle, die ihr Material mit möglichst vielen Lehrern teilen will, stellt einen RSS-Feed zur Verfügung. Der RSS-Feed ist mit sinnvollen category-tags versehen. Der Endbenutzer abonniert diese Feeds. Ob der Feed von einem Ein-Mann-Projekt kommt, von Flickr, von einer zentralen Sammelstelle, das ist dem Feedreader egal. Wer sein Material schützen und Besucher auf die eigene Webseite bringen will (beides völlig legitime Anliegen), veröffentlicht nicht den ganzen Text im Feed, sondern nur einen Abstract/ein Exzerpt, wofür ja genau der description-tag gedacht ist. Viele Feeds veröffentlichen jetzt schon nicht den ganzen Text, sondern nur die ersten 30 Wörter.

4. Probleme

Eigentlich ist das alles völlig banal und ich entschuldige mich dafür, wenn ich jemandem die Zeit stehle. Letztlich ist bislang nur herausgekommen, was eh schon viele tun: Seiten mit dem Feedreader abonnieren.
Der neue Gedanke (nicht, dass er wirklich neu wäre) ist der, dass die Feeds vom Ersteller sauber mit tags versehen sind und der Feedreader es ermöglicht, durch einfaches Anklicken alles Material nach entsprechenden Tags zu durchsuchen. Die wenigsten Reader nutzen diese Möglichkeit bisher.

Vermischte Probleme:

  • Category-tags werden noch nicht viel eingesetzt.
  • Flickr liefert keinen ordentlichen RSS-Feed ab. (Wenn ich ein Flickr-Bild mit “Shakespeare” und mit “Hamlet” verschlagworte, dann steht im Feed nur ein tag, und zwar einer namens “Shakespeare Hamlet”. Das ist natürlich Käse.)
  • Es hat sich noch keine Tag-Taxonomie herausgebildet (Schlagwort: “folksonomy”).
  • Wenn man mit den Schlagworten nicht zufrieden ist, kann man sie in bisher üblichen Reader nicht ändern oder ergänzen. (RSSOwl: Eigene Schlagworte sind möglich, bleiben aber suchtechnisch von den ursprünglichen tags getrennt.)
  • Es macht wenig Sinn, RSS-Feeds durch ein Passwort zu schützen; Materialtausch in einer geschlossene Gesellschaft profitiert davon nicht. (Damit kann ich sehr gut leben!)
  • Haben Leute überhaupt Interesse, ihr Material so frei von der Community anzubieten, also ohne Anmeldung etc.?

5. Einsatzmöglichkeiten und Wünsche

Die private Möglichkeit: Man nimmt sich den Feedreader, der alle Wünsche erfüllt (und den es leider noch nicht gibt, siehe unten) und abonniert die sauber verschlagworteten Material-Feeds (die es leider noch nicht reichlich gibt, siehe unten). Man löscht die Sachen, die einen nicht interessieren, behält die anderen im Reader und kann dann den Reader nach dem entsprechenden Schlagwort durchsuchen.

Die gemeinschaftliche Möglichkeit: Man nimmt ein webbasiertes Programm, das die Inhalte verschiedener Feeds sammelt und darstellt. Wenn man vorher nicht gefragt hat, ist das Contentklau und böse. Wenn man vorher gefragt hat, heißen solche Sammel-Seiten “Planeten”, weil sich auf ihnen verschiedene Blogs tummeln, so wie verschiedene Länder. Das Vorreiter-Programm dazu heißt “Planet” (Wikipedia-Eintrag), hier ist die Stammseite des Programms mit Links zu vielen Seiten, die eben diese Planetensoftware einsetzen – etwa der Planet SUSE, der verschiedene RSS-Quellen (meist Blogs) zu SUSE/Linux versammelt. (Klar ist, dass der Planet selber auch wieder einen RSS-Feed produziert, dem man folgen kann, wenn man nicht die einzelnen Planeten-Nationen abonnieren will. Hm, liest hier überhaupt noch jemand mit? Ehrlich, ich finde RSS faszinierend.)

Leider ist Planet in Python geschrieben, einer hoch achtenswerten Sprache, die mein Server leider nicht anbietet, so dass ich Planet nicht installieren kann. Was ich probeweise installiert habe, ist ein ähnliches Programm namens Gregarius. Da kann der Administrator verschiedene Feeds abonnieren, deren Inhalt dann von jedermann gelesen werden kann. Großer Vorteil: Je nach Einstellung kann entweder nur der Admin oder aber jeder Besucher der Seite jeden Beitrag beliebig verschlagworten. Großer Nachteil: Die Schlagworte werden noch nicht korrekt aus den category-tags der RSS-Feeds übernommen, zumindest nicht bei Wordpress-Feeds. Statdessen sind am Anfang alle Beiträge nicht verschlagwortet. Mittlerer Nachteil: Die Funktion, die Einträge nicht nur zu verschlagworten, sondern auch zu bewerten, ist angekündigt, aber noch nicht implementiert. Beides müste sich noch ändern.

Wer sich’s ansehen möchte: Mein Probe-Gregarius, nicht sehr voll, weil ich ja nur die Software kennenlernen möchte, im Moment darf jeder verschlagworten (ich seh’s schon kommen: Schlagwort-Spam…) Dazu kann ich noch auf die Demo-Installation bei Gregarius selber verweisen.

Jetzt bin ich fast am Ende des Beitrags. Ich hatte leider nicht die Zeit, mich kürzer zu fassen. Beim BildungsBlog habe ich heute gelesen, dass es ein Open E‑Learning Verzeichnis gibt. Man kann über ein Formular dort E‑Learning-Material eintragen, gibt also die URL an, einen Titel, eine kurze Inhaltsangabe, und Schlagworte. Dann wird das ganze redaktionell begutachtet und ist ab dem Okay dort im Verzeichnis drin – man kann nach Begriffen suchen, nach (den gegebenen) Schlagworten, und die Community kann die Einträge kommentieren und bewerten.

Das ist schon fast das, was ich will, abgesehen davon, dass mich nicht nur E‑Learning interessiert, sondern auch das banale Arbeitsblatt zum Ausdrucken. Allerdings ist das wieder push und nicht pull (oder andersrum… tschuldigung, nicht meine Disziplin). Zur Syndizierung meines Materials muss ich es jeweils dort eintragen, statt dass es automatisch aus meinem Feed abgerufen wird. Was zugegebenermaßen nur funktionieren kann, wenn mein Feed dafür geeignet ist. Deshalb jetzt zum Abschluss meine…

Wünsche:

  • Mehr Leute, die ihr Material nicht nur auf einer statischen Seite veröffentlichen, sondern dazu in Form eines RSS-Feeds.
  • Mehr RSS-Feeds mit category-tags.
  • Mehr Feedreader, die diese Information nutzen.
  • Feedreader mit der Möglichkeit, eigene Schlagworte hinzuzufügen.
  • Webbasierte Aggregator-Software, mit denen man den Inhalt von Feeds sammeln und präsentieren kann (z.B. Planet, Gregarius).
  • Das ermöglicht nämlich: Communities, die diese Feeds sammeln und bewerten und verschlagworten. (Wer will, nimmt den eigenen Feedreader zum Abonnieren. Wer nicht, der treibt sich in dieser Community herum.)
  • Mehr Klarheit, was die verschiedenen Lizenzen betrifft, eventuell neue Lizenz-Arten. “Non-commerical” bei CC schließt mehr Nutzungsmöglichkeiten aus, als man möchte.
  • Das Herausbilden einer einheitlichen Folksonomy – soll man “Dickens” oder “Charles Dickens” verschlagworten?

So, jetzt ist aber auch mal genug damit. Ab morgen gibt es wieder Lustiges aus dem Schulalltag, da kommen die Dementoren Evaluatoren aus dem Zaubereiministerium und verbreiten Schrecken und Lähmung, äh, besuchen den Unterricht.

Protokolle versteigern (und anderes Wirtschaftliches)

Ich will hier von dem Vorschlag eines Kollegen berichten, der einen kennt, der einen kennt, an dessen Schule das so gemacht wird. (Von diesen friend-of-a-friend’s schools kenne ich einige, das müssen tolle Orte sein.)

Es geht um die leidigen Protokolle von Konferenzen, die man als Lehrer immer wieder mal schreiben muss. Die vorgeschlagene Lösung:

Am Anfang des Schuljahres wirft jeder Kollege 50 Euro in die Kasse. Und wenn es dann darum geht, wer das nächste Protokoll der Lehrerkonferenz schreiben muss, dann wird versteigert, und zwar umgekehrt: “Ich schreibe das Protokoll für 200 Euro”, schreit der erste. Der zweite: “Ich für 180 Euro”. Bis der mit dem niedrigsten Angebot den Zuschlag kriegt und das Protokoll schreibt. Und alle sind zufrieden.

Wem das das Geld nicht wert ist, der muss nur einmal ein Protokoll ersteigern und schon hat er den Einsatz wieder drin. Wenn am Schluss noch Geld übrig ist, dann wird das aufs nächste Jahr übertragen.

Mögliche Einwände: Wie soll man das versteuern? Wie vermeidet man, dass es Absprachen gibt, um den Preis künstlich in die Höhe zu treiben? Braucht es nicht eine Regulierungsbehörde? Profitieren wieder nur die Leute, die nicht aufs Geld schauen müssen? Vermutlich bräuchte man separate Töpfe für jedes Fach (auch da gibt’s Protokolle) und für die Gesamtkonferenzen.

Ach, ich fürchte, das würde alles am mangelnden Spieltrieb im Kollegium scheitern.

Eine andere Idee: An jeder Schule müssen Aufsichten geführt werden: In den Pausen, am Morgen, heutzutage auch Mittags. Außerdem gibt es Präsenzstunden, in denen man sich zu Vertretungsstunden bereit halten soll. Bei uns wird das alles nach einem komplizierten System verrechnet: Jeder Lehrer muss (abhängig von Voll-/Teilzeit) eine bestimmte Menge an Punkten abarbeiten, sagen wir: 8. Es gibt Punkte für Klassleitung, stellvertretende Klassleitung, Aufsichten, Präsenzen und dergleichen. Und immer wieder mal wird abgestimmt, ob die Klassleitung 5 Punkte wert sein soll oder 6, die stellvertretende 2 oder 3 und so weiter. Meiner Meinung nach ist die Klassleitung bei uns zu hoch gewichtet (das büßen die Lehrer, die nie Klassleitung haben, mit mehr Aufsicht), aber der Tenor geht nun mal dahin, diese Aufgabe als weitaus größere Belastung zu sehen als Aufsichten oder Präsenzen.

Meine Vision ist jetzt die, dass am Anfang diese Aufgaben auf Kärtchen geschrieben werden, gerne auch mit unterschiedlichen Punktwerten, und jeder Lehrer zieht aus dem großen Lotterietopf 8 Punkte voll an Aufgabenkärtchen. Und dann geht das große Tauschen los: Börse im Lehrerzimmer. Soll der Klassleitungs-Wechselkurs doch marktwirtschaftlich festgelegt werden. “Suche Klassleitung! Biete zwei Aufsichten und eine Präsenz dafür!”

(An den Details müsste man wohl noch arbeiten, aber ich wäre dabei.)