Ein paar Videoblogs

Erst mal, wegen Lehrertum, ein Lied für Deutschlehrer “(“Deutschlehrer, ihr hättet Bushido verhindern können”):

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Übrigens, am 5. Oktober ist wieder internationaler Tag des Lehrers. Falls jemand Luftballons in die Schule mitnehmen möchte.

– Aber eigentlich geht es mir um diese drei Video-Blogs in meinem Feedreader:

Alle drei zusammen kann man hier sehen, wo sie sich nur gemeinsam an eine Besprechung von Alone in the Dark von Uwe Boll wagen. Lustig, aber vielleicht zu verwirrend für den Einstieg. Es gibt eine Minidoku Behind the Scenes zu diesem gemeinsamen Video, sehenswert, weil man mitkriegt, wie so eine Show produziert wird.

Auch wenn man die Vokabel “rant” einführen möchte, eignen sich die Filme… na ja, für manche Schüler vielleicht. Selber produzieren wäre schön, gerne auf Deutsch. Dürfte auch mit Faust oder Effi so sein. Allerdings muss man etwas von der Materie verstehen und sich ein Objekt heraussuchen, das nicht eine Nummer zu groß ist; das wird schwierig.

Hessen: Verarbeitung personenbezogener Daten am häuslichen Arbeitsplatz der Lehrkraft

Mal anschauen: Das hessische Amtsblatt 09/09 vom 15. September als pdf, Seite 2–4 der Datei (S. 726ff des Amtsblattes).

Darin geregelt: Verarbeitung personenbezogener Daten am häuslichen Arbeitsplatz der Lehrkraft. Also Gutachten, Namenslisten, Noten von Schülern. (Auch Aufsätze mit dem Namen eines Schülers? Nur wenn keine Note dabei steht?) Wenn man das an einem Computer zu Hause machen möchte, dann:

  • nur mit aktuellen Schutzprogrammen
  • nur mit passwortgeschütztem Bildschirmschoner
  • Daten nur auf externem Datenträger, der ausschließlich dafür genutzt wird (auch: USB-Stick), passwortgeschützt
  • Daten zum Transport nur verschlüsselt

Außerdem muss man unterschreiben, dass der Hessische Datenschutzbeauftragte jemanden vorbeischicken darf, den man – nach Terminabsprache – in die Wohnung lassen muss, damit er sich von der Richtigkeit der Lottozahlen überzeugt

Die PDF-Datei ist übrigens eine von den lästigen: beim Öffnen nach dem Herunterladen öffnet sich ein Fenster:

hessen

Anschauen geht aber doch. Und schreibgeschützt ist sie, man kann nicht mal etwas herauskopieren. Also, außer mit so trivialen Mitteln wie einmal mit PDFill Tools drübergehen und neu abspeichern. Herrgott, was soll das denn?

Datenschutz ist ein wichtiges Thema. Überhaupt: Information und wer sie haben darf und welche man nicht kriegen darf. Trotzdem sind diese Bestimmungen unrealistisch. Von Smartphones und PDA ist gar nicht die Rede, und externe Speicherung geht dann ja wohl schon mal gar nicht.

(Gefunden bei lehrerforen.de)

Gottfried Keller, Die drei gerechten Kammmacher

Die Leute von Seldwyla haben bewiesen, daß eine ganze Stadt von Ungerechten oder Leichtsinnigen zur Not fortbestehen kann im Wechsel der Zeiten und des Verkehrs; die drei Kammacher aber, dass nicht drei Gerechte lang unter einem Dache leben können, ohne sich in die Haare zu geraten. Es ist hier aber nicht die himmlische Gerechtigkeit gemeint oder die natürliche Gerechtigkeit des menschlichen Gewissens, sondern jene blutlose Gerechtigkeit, welche aus dem Vaterunser die Bitte gestrichen hat Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern! weil sie keine Schulden macht und auch keine ausstehen hat; welche niemandem zu Leid lebt, aber auch niemandem zu Gefallen, wohl arbeiten und erwerben, aber nichts ausgeben will und an der Arbeitstreue nur einen Nutzen, aber keine Freude findet. Solche Gerechte werfen keine Laternen ein, aber sie zünden auch keine an, und kein Licht geht von ihnen aus; sie treiben allerlei Hantierung, und eine ist ihnen so gut wie die andere, wenn sie nur mit keiner Fährlichkeit verbunden ist; am liebsten siedeln sie sich dort an, wo recht viele Ungerechte in ihrem Sinne sind; denn sie untereinander, wenn keine solche zwischen ihnen wären, würden sich bald abreiben wie Mühlsteine, zwischen denen kein Korn liegt. Wenn diese ein Unglück betrifft, so sind sie höchst verwundert und jammern, als ob sie am Spieße stäken, da sie doch niemandem was zuleid getan haben; denn sie betrachten die Welt als eine große wohlgesicherte Polizeianstalt, wo keiner eine Kontraventionsbuße zu fürchten braucht, wenn er vor seiner Türe fleißig kehrt, keine Blumentöpfe unverwahrt vor das Fenster stellt und kein Wasser aus demselben gießt.

Eine schöne Geschichte. Als Schüler musste ich sie lesen und fand sie völlig uninteressant. Im Studium habe ich dann die Novellen Kellers entdeckt und jetzt bringen sie mich zum Lachen. Die Kammmacher sind aber auch schon besonders grotesk. In der Hoffnung auf Beförderung überbieten sie sich in Dienstbeflissenheit, und der eine, der schließlich nach einem konkreten Wettlauf das Ziel der sicheren Position erreicht, steht dann fast so dämlich da wie die anderen.

(Anlass für die Erinnerung: Mitgehörtes Gespräch an der Theke im Lehrerzimmer, Thema: Einteilung des Küchendiensts. “Ich bin nie in dieser Küche, warum soll ich da irgend etwas machen?” Gut, die strebsame Eifrigkeit der Kammmacher geht uns ab, aber ihr Gerechtigkeitsempfinden teilen manche Kollegen.)

2. Schulwoche 2009/10

Bin fröhlicher Laune. Ein Grund ist sicher die Schule: Es macht Spaß. Am Anfang des Schuljahres gibt es noch wenig Noten- und Korrekturdruck, stattdessen können Lehrer und Schüler einfach nur arbeiten und lernen. Meine Arbeitszeit kann ich mir noch sinnvoll einteilen. Im Vergleich zu meinem Zustand zum Ende letzten Schuljahrs bin ich frisch wie der blühende Morgen. Das ändert sich im Lauf des Jahres. Man könnte viel für die Schule tun, den Arbeitenden dort diese Grundstimmung zu erhalten.

Natürlich gibt es jetzt schon genug, das schief läuft und über das man sich aufregen könnte. Aber wenn man damit jetzt schon anfängt, steht man das Jahr nicht durch.

Der Systembeteurer hat sich einen fiesen Trick einfallen lassen, um die Kollegen dazu zu bringen, Open Office zu benutzen: er hat das alte Word/Excel durch das neue Microsoft Office 2007 ersetzt. Grausam in der Umstellung, und für Tastaturkürzelnutzer wie mich nicht zu gebrauchen. Ein Grund mehr, sich an Open Office zu gewöhnen.

Im Kopfhörer laufen die Dire Straits und erfreuen mich sehr. Es ist die Platte, der Douglas Adams in So long, and thanks for all the fish… ein Denkmal gesetzt hat. Überhaupt, die Liebesgeschichte darin ist sehr schön. Und ich bin darin der Anekdote von der Keks-Verwechslung zum ersten Mal begegnet. DNA behauptet, sie sei ihm 1976 selbst so widerfahren.
Die Platte ist übrigens Making Movies und das Lied “Tunnel of Love”. Das weiß ich alles aus Don’t Panic. The official Hitch-Hiker’s Guide to the Galaxy Companion von Neil Gaiman – ein frühes Werk.

In der 7. Klasse lernen die Schüler endlich etwas übers Internet im Informatikunterricht: E‑Mail, Web, Aufbau des Netzes. Für den Anfang sollte mir jeder Schüler, der eine E‑Mail-Adresse hat, eine Mail schicken. Vier Zeilen sind dabei das Minimum: Anrede, eine Zeile Text, Grußformel, Name des Absenders. (In der Oberstufe gibt es manchmal arg kürzere Nachrichten.)
Daran hat sich auch jeder gehalten. Jetzt nur noch Groß- und Kleinschreibung und die Betreffzeile, dann können wir ans Technische gehen.

Heute war ein Praktikant im Leistungskurs. Da er sich mehr für Effi Briest interessiert als ich, habe ich ihm gleich einen Großteil der Stunde übergeben. Den Schülern tut es auch gut, die Meinung eines Externen zu hören, und sich mit ihren Kommentaren und Meinungen ihm zu stellen.
Ich glaube, Schüler könnten viel davon lernen, wenn Sie einfach mal dabei wären, wenn Literaturexperten (wenn auch in bescheidenem Ausmaß) sich über ein Buch oder Bücher unterhalten. Leider sind nicht alle Lehrer an solchen Gesprächen interessiert, und wenn, dann geschieht das halt im Lehrerzimmer und nicht vor Schülern. Ist auch schlecht planbar.

Mein schönstes Ferienerlebnis: Was der LK im Sommer liest

Oder eben auch: Meine Lieblingslektüre in den letzten Sommerferien. Hier die Antworten meines Deutsch-Leistungskurses, in willkürlicher Reihenfolge und natürlich mit Erlaubnis:

  1. Audrey Niffenegger, Die Frau des Zeitreisenden
  2. Pascal Mercier, Lea
  3. Haruki Murakami, Gefährliche Geliebte
  4. Tad Williams, Otherland
  5. Thomas Mann, Felix Krull
  6. Nick Hornby, Slam
  7. John Irving, Witwe für ein Jahr
  8. John Grisham, Der Partner
  9. Terry Pratchett, Der Zeitdieb
  10. Franz Kafka, Die Verwandlung
  11. Lemony Snicket, Eine Reihe betrüblicher Ereignisse
  12. Ken Follett, Die Tore der Welt
  13. Cody McFadyen, Der Todeskünstler
  14. Amon Barth, Breit
  15. Tommy Jaud, Resturlaub

Beliebte moderne Klassiker und Thriller, würde ich mal sagen. Und ein paar Ausreißer. 9 junge Frauen und 7 junge Männer. Ein Buch fehlt wohl, vielleicht habe ich das letzte nicht mehr aufgeschrieben? Entschuldigung.

1. Schulwoche 2009/10

Über ein Dutzend neuer Kollegen an der Schule. Zum ersten Mal ist jemand dabei, der mich als Autor dieses Blogs kennt (und andere Lehrerblogs natürlich auch). Und von einer Schülermutter habe ich auch schon einen Gruß ausgerichtet gekriegt – sie kennt mein Blog. Jetzt muss ich wohl langsam so werden, wie ich mich hier präsentiere.

Dann habe ich Sitzpläne in der 6. Klasse gemacht. Drei Fotos geschossen, mit Hugin zu einem Panoramabild verknüpft und zusammen mit dem von Schülern angefertigten Sitzplan in eine Textdatei geklebt, fertig.
Die Sitzpläne in der 7. Klasse im Computerraum waren noch einfacher: da sitze ich nämlich an einem Rechner und blicke Richtung der Schüler. Eine Tabelle angelegt mit fünf Spalten und in die habe ich gleich die Namen der Schüler getippt. Die Schüler haben sich vorgestellt und konnten mitlesen. (Das geht im Klassenzimmer auch, allerdings steht der Rechner da in einer Ecke und nicht auf dem Lehrerpult.) Das geht schneller, als einen Schüler einen Plan schreiben zu lassen, und man kann ihn schnell verbessern.

Über die Ferien hat der Leiter der Lehrmittelbibliothek das Ausleihsystem auf Strichcode umgestellt: Jedes Schulbuch-Exemplar hat jetzt einen eigenen Strichcode-Aufkleber, Ausleihen geht per Klassen-/Schülerliste cund mit dem Lesegerät. Praktisch, auch weil jetzt jedes Buch eindeutig einem Schüler zugeordnet bleibt.

Am Anfang der Woche war ich noch sehr aufgeregt, jetzt legt sich das langsam. Meine Klassen: Bisher alle sehr nett. Natürlich strengt sich jeder am Anfang des Schuljahres an, aber ich glaube, wir haben hier auch ganz nette Schüler – und auch Kollegen. Man wird etwas betriebsblind dafür, aber Lehrer und Schüler von außen erzählen das auch.

Am Freitag war Wandertag Personalausflug. Sehr schön, Murnauer Moos. Habe viel über Moore gelernt.

Exkurs über Moore

Wenn ein Stück Land häufig dauerhaft ziemlich nass ist, ist es sauerstoffarm; abgestorbene Pflanzenteile werden nicht mehr völlig aufgelöst und von der nächsten Generation wiederverwendet, sondern werden zu einer Humusschicht. Bei einem Niedermoor ist die bis zu zwei Metern tief; die Pflanzen, die dort leben, können in der darunter liegenden Bodenschicht wurzeln. Das Murnauer Moor ist mindestens seit der Bronzezeit Kulturlandschaft: Vieh wird in die Moorweiden getrieben, später wird dann auch gemäht, heute kümmern sich auch Jäger um die Hirsche, die dort leben. Das alles bewirkt, dass das das Moor erhalten bleibt: Überließe man es sich selber, würden vom Rand heran Büsche und Bäume hereinwandern, sich festsetzen und das Moor austrocknen.
Die Viehweide und die Mahd entziehen dem Boden Nährstoffe, das Vieh führt zu einer Selektion in der Pflanzenwelt (stachlige, aromatische, giftige Pflanzen überleben), die Mahd ebenso (niedrige und langsam wachsende Pflanzen überleben). Wenn da mal ein Bäumchen wächst, wird es bald vom Sturm geknickt.
Ohne solche Maßnahmen gäbe es weniger Moore und Wiesen und mehr Wald. Möglicherweise hat es allerdings auch vor dem Menschen nie viel mehr Wald in Mitteleuropa gegeben: Laut der allerdings umstrittenenen Megaherbivorentheorie haben die großen, teilweise ausgestorbenen Pflanzenfresser durch Waldverbiss dafür gesorgt (Waldelefant, Riesenhirsch, Wisent, Auerorchse, Elch).
So oder so möchte Naturschutz nicht unbedingt zu einem ursprünglichen Zustand zurück. (Wie weit sollte man zurück?) Es geht auch nicht darum, die Natur sich selbst zu überlassen, sondern um Artenschutz, Artenvielfalt und landschaftliche Schönheit.

Wird die Humusschicht dicker als zwei Meter, hat man ein Hochmoor. Das ist sehr nährstoffarm und sieht so aus:

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Hier sieht man mindestens dreißigjährige Birken. Man erkennt, dass nicht viele Nährstoffe im Boden sein können.

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So führt der Weg durchs Moor:

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Der Mensch hat die Moore natürlich nicht unangetastet gelassen. Zur Landgewinnung wurden Entwässerungsgräben gezogen, Entwässerungsgräben braucht man auch zum Torfstechen. Hier ist ein solches Loch, aus dem Torf gestochen wurde – inzwischen wieder voll Wasser.

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Moore dienen auch zum Hochwasserschutz. Ein Stück Moorboden kann das zwanzigfache seines Gewichts an Wasser aufnehmen. Ich habe leider kein Foto davon, wie unser Führer ein Stück Boden in die Hand genommen und ausgepresst hat – das Wasser kam heraus wie aus einem nassen Tafelschwamm.

Und so sieht ein Hochmoor aus, wenn es keines mehr ist:

moor1

Nach den Entwässerungsgräben wurden Fichten angepflanzt. Die hatten ursprünglich keine Luftwurzeln, wie man sie von Mangrovenwäldern kennt. Die ausgewachsenen Fichten fingen den Regen ab und trockneten das Moor aus, der Boden sank um einen Meter und legte die Wurzeln frei.

(Ende des Exkurses. Wenn ich mir das nicht aufschreibe, merke ich es mir nämlich nicht.)

– Sehr viele Lehrer waren mit dabei, auch die neuen; die beiden anderen Personalräte haben alles wunderbar organisiert – ich hatte diesmal gar nichts zu tun. Wohl, weil ich faul bin, außerdem hatte ich Geburtstag. Viele haben mir gratuliert, das hat mich gefreut. Ich sollte auch bei anderen mehr daran denken. Übrigens höre ich jedes Jahr wieder gern, dass ich aber noch deutlich jünger aussehe.

Vögel im Baum, dieses Wochenende (Chronistenpflicht)

Oben knabbert das Eichhörnchen an mitgebrachten Nüssen:

2009-09_eichhoernchen

Unten kümmern sich die Meisen um die Reste:

2009-09_meisen

Ein Specht experimentiert mit einem Plastikröhrchen in der Hauswand:

2009-09_specht

Eine erfahrene Misteldrossel schaut zu. (Es könnte auch eine Singdrossel sein, aber der Ruf klang nach Misteldrossel.)

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Etwas ratlos bin ich bei dieser jungen Drossel im Busch. Auch eine Misteldrossel? Oder einfach eine merkwürdige Amsel?

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Weiter oben im Baum der flotte Blaumeisenpunk:

2009-09_blaumeisenpunk

Unsicher bin ich mir auch bei diesem Vogel:

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Ist das eine Gartengrasmücke, so wie auf diesem älteren Bild?

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Englische Schilder 2009

Ich knipse jedesmal Schilder, wenn ich in England bin. Vielleicht für den Englischunterricht: What would you eat? Translate the menu items. What is the most important information? What do people want you to know or do after reading the sign?

Speisekarten-Vokabular ist international, kulturell, historisch und im Geschäftsleben nützlich, ist mit allen Sinnen zu lernen, lehrreich und nahrhaft.

Englische Vögel 2009

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Ein Wiesenpieper, denke ich.

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Bachstelze.

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Eine merkwürdige Ente. Der junge Mann kam an den Strand geschwommen, legte den Neoprenanzug ab, unter dem er Smoking und Fliege trug, und ging lässig den Strand hinauf. Ein paar Leuite klatschten, die meisten schauten interessiert, aber diskret zu – man ist in England. (Oben warteten ein paar Freunde. Kamera war auch da. Verlorene Wette oder studentisches Filmprojekt?)

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Ein Steinschmätzer im Schlichtkleid. Auf Englisch (Northern) Wheatear. Der Name hat weder etwas mit wheat (Weizen) noch mit ear (Ohr, Ähre) zu tun, sondern kommt etymologisch von “white arse”. So etwas sollte man wissen.

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Ein Falke. Vermutlich ein Turmfalke (“steht häufig rüttelnd in der Luft” – war so).

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Ein Bussard, denke ich.

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Ansonsten: Äußerst schönes Wetter, noch richtig sommerlich, sogar mit Sonnenbrand. (Originalton Frau Rau: “Ich glaube, dein Ohr schimmelt.” Das hatte ich vergessen einzucremen.)

Bangsian Fantasy

Im Moment bin ich noch in England im Urlaub und knippse Bilder von Vögeln. Das Wetter ist herrlich.

Urlaubshalber also nur kurz aus der Kiste etwas über unbekannte Subgenres: Eine Bangsian Fantasy ist eine Erzählung, in der sich berühmte historische Personen im Leben nach dem Tod wiederfinden und dort weitere Abenteuer erleben. Szenen im Jenseits gibt es schon bei Gilgamesch und Homer, Dantes Inferno wird auch gern angeführt.

(Nicht ganz passend, aber erwähnenswert ist die Riverworld-Serie von Philip José Farmer: in diesem Science-Fiction-Szenario finden sich mehr oder weniger alle Menschen, die je gelebt haben (etwas mehr als 36 Milliarden), auf einem fremden Planeten wieder – alle sind sie höchstens 25 Jahre alt, in bester Gesundheit, und, wie sich herausstellt, Nachbildungen ihrer selbst. Die jüngsten Menschen dort sind aus dem späten 20. Jahrhundert – niemand aus einer späteren Zeit. Also muss danach wohl etwas passiert sein. – Die späteren Bände, wenn es ans Erklären geht, sind mir zu sehr Science Fiction. Der erste ist noch in Ordnung, da kann man nur den verschiedenen Leuten zusehen, wie sie versuchen, eine Existenz aufzubauen und miteinander interagieren.)

Aber echte Bangsian Fantasy sieht so aus:

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Nach John Kendrick Bangs, dem Autor dieses Buches und dessen Folgebänden – dereinst waren sie Bestseller, spätes 19. Jahrhundert – ist das Genre benannt.

Inhalt des ersten Bandes: Der Fährmann Charon wittert Konkurrenz, als plötzlich ein Hausboot auf dem Styx auftaucht. Aber keine Sorge, die verschiedenen Gentlemen dort wollen nur einen gemütlichen Club haben und Charon sogar als Hausmeister anstellen. Zu den prominenten Mitgliedern zählen Boswell und Dr. Johnson, Shakespeare, Bacon, Mozart, Homer, Konfuzius, Napoleon und viele mehr. In jedem Kapitel schmieden sie neue Pläne, streiten sich viel, spielen Billard, beraten über einen Tag der offenen Tür, an dem auch Damen erlaubt sein sollen – aber es gelingt ihnen nie, etwas richtig auf die Beine zu stellen. Ein eher fades Leben, obwohl es den Geistern nicht so vorkommt. Viel Zank und Missgunst ist aus der Welt der Lebenden mitgenommen worden, und die gesellschaftlichen Probleme sind auch nicht weniger geworden, jetzt wo jeder unsterblich und jedermanns Nachbar ist.
Am Ende des ersten Buches entführt Captain Kidd das Hausboot. Vielleicht treibt das die Leute ja etwas an, da sie im Folgeband versuchen, ihr Boot zurückzuerobern.

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Vielleicht geht so etwas ja mal als literarische Erörterung in einer Schulaufgabe durch und man lässt Werther und den Karl Moor nach ihrem Tod aufeinandertreffen. Wäre mal etwas anderes.